Wölfis ist ein Ortsteil der Stadt Ohrdruf im thüringischen Landkreis Gotha. Wölfis verfügt über eine Ortsteilverfassung nach dem thüringischen Kommunalgesetz.

Geografie Der Ort liegt im Tal des Oberschillbaches (früher Schilfbach), der sich am nordwestlichen Dorfrand mit einem weiteren Bach zum Hopbach (früher Rotenbach) vereint und etwa 1000 m weit die Grenze zum Truppenübungsplatz Ohrdruf im Norden bildet. Er mündet nach dem Durchfluss des Militärgeländes nördlich von Ohrdruf in die Ohra. Im Süden des Dorfes liegt der Nordhang des Thüringer Waldes. Der größte Teil des Gemeindegebietes wird vom Truppenübungsplatz eingenommen. Durch den Ort führt die L 2148, die von Ohrdruf (4 km nordwestlich) nach Crawinkel (4 km südlich) führt. Der nördliche Ortsrand grenzt unmittelbar an das Sperrgebiet des Militärgeländes.

Geschichte Von der Ersterwähnung bis zur Gegenwart Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wird Wölfis in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Wolfduze erwähnt.Um das Jahr 1378 hatte Cyzelo von Wiegleben ein Gut zu Wölfis. Das Gut befand sich bis 1945 im Besitz der Familie von Wangenheim.

Am 20. Januar 1735 legte eine Feuersbrunst die Kirche nebst Pfarrwohnung, beide Schulgebäude und weitere 199 Gebäude in Schutt und Asche. Auch die kirchlichen Urkunden wurden ein Raub der Flammen, ein Grund für die spärlichen Informationen zur Frühgeschichte des Ortes. Unter Verwendung von Spenden konnte eine neue Kirche gebaut werden, die am 16. Oktober 1736 geweiht. 1780 war der Ort wieder weitgehend aufgebaut und zählte 294 Häuser, mehr als ein Drittel als im Jahrhundert zuvor. 1780 hatte das Dorf 1100 Einwohner.Galletti: Geschichte und Beschreibung des Herzogthums Gotha, Gotha 1780, S. 331 Der Ort gehörte zum Amt Wachsenburg, welches 1640 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, ab 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha kam.

Am 1. Januar 2019 wurde die selbständige Gemeinde Wölfis in die Stadt Ohrdruf eingegliedert. Zuvor war Ohrdruf bereits erfüllende Gemeinde für Wölfis.

Einwohnerentwicklung 1780 – 1100 1841 – 1320 1860 – 1441 1946 – 3000 1994 – 1833 1995 – 1843 1996 – 1832 1997 – 1824 1998 – 1812 1999 – 1792 2000 – 1752 2001 – 1732 2002 – 1710 2003 – 1686 2004 – 1667 2005 – 1655 2006 – 1618 2007 – 1595 2008 – 1569 2009 – 1549 2010 – 1521 2011 – 1473 2012 – 1456 2013 – 1472 2014 – 1454 2015 – 1452 2016 – 1455 2017 – 1454 2018 – 1453 2022 – 1421 Stand ab 1994: 31. Dezember, Datenquelle 1994 bis 2018: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine Blasmusiktradition hat der Ort seit 1878. Es gibt heute in Wölfis das Kinder- und Jugendblasorchester und das Blasorchester Wölfis. In diesen zwei Orchestern sind jeweils über 40 Mitglieder aktiv und treten bei Veranstaltungen in Thüringen und anderen Bundesländern auf. Außerdem weist Wölfis noch auf eine große Anzahl von Vereinen, darunter den Karnevalsverein, den Verein der Freiwilligen Feuerwehr, den Schwimmbadverein und den Heimat- und Geschichtsverein.

Kirchen miniatur|Dorfkirche () Die Dorfkirche St. Crucis wurde am 16. Oktober 1736 geweiht. In Wölfis besteht auch ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Schwimmbad Das Schwimmbad in Wölfis besteht seit etwa 1925. Es verfügt über 1.250 m² Wasserfläche (größtes Schwimmerbecken im LK Gotha), 3 Wasserrutschen, 3 Meter-Sprungturm, 140 m² Planschbecken, über 3.000 m² Liegefläche und über 400 m² FKK-Liegefläche.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Wolfgang Heider (1558–1626), 1587 Professor für Ethik und Politik in Jena, 1617–1620 Universitätsbibliothekar in Jena Johann Christoph König (1783–1867), Hof- und Kammermusiker, Flötist und Unternehmer Hermann Kirchner (1861–1928), Musiker, Komponist des Volkslieds Der Holderstrauch Alexander Freiherr von Wangenheim (1872–1959), Politiker (NSDAP) Veronika Fischer (* 1951), Sängerin

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen Johann Leon (* um 1530 in Ohrdruf; † um Ostern 1597 in Wölfis), lutherischer Pfarrer und Kirchenliedautor Peter Makolies (* 1936 in Königsberg), deutscher Bildhauer, ist in Wölfis aufgewachsen

Einzelnachweise

Weblinks

Internetpräsenz von Wölfis auf den Seiten der Stadt Ohrdruf

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