mini|Bushaltestelle mit Fahrgastinformation, auch für Blinde (Ansage und Blindenleitsystem)|alt=„Bushaltestelle an der Cappeler Straße neben der Adolf-Reichwein-Schule und für das Schwimmbad Aquamar: Links neben der überdachten und beleuchteten Haltestelle ist eine Anzeigetafel für die Fahrgastinformation zu sehen, und eine Informationsmöglichkeit für Blinde und Sehbehinderte an der Befestigungssäule, wo mit einem Taster (schwach gelb links im Bild gerade noch erkennbar) eine hörbare Ansage der nächsten abfahrenden Busse aufgerufen werden kann. Unten führt ein Aufmerksamkeitsfeld des in Marburg häufig eingesetzten Blindenleitsystems an den Taster der Säule am Haltestellenschild heran. Fünf Sitze im Wartehäuschen; einige größere helle Punkte (Lampen) hinter der Acrylglasscheibe des Wartehäuschens, d. h. die Bushaltestelle steht etwas erhöht über dem Tal. Im Hintergrund über dem Häuschen das gelb mit Scheinwerfern angestrahlte Marburger Schloss bei Nacht auf der anderen Talseite im sonst bis auf einige Lichter fast dunklen Bild“ 1892 begann in Marburg durch Privatinitiative mit einem Pferdeomnibus der Personennahverkehr nach einem regelmäßigen Fahrplan. Eduard Heppe bot in Marburg zehn Fahrten pro Tag vom Bahnhof bis zur Innenstadt an. Der Fahrpreis betrug 20 Pfennig. Die Stadt Marburg baute 1903 Schienen in die Straßen ein und ließ eine privat betriebene Pferdebahn laufen. Sie wurde nach acht Jahren durch eine elektrische Straßenbahn ersetzt. Ab 1951 fuhr ein Oberleitungsbus. Heute erfolgt der Busbetrieb teils mit modernen gasbetriebenen Bussen. Das Kernstück des Liniennetzes, die Verbindung vom in einiger Entfernung von der Altstadt gelegenen Bahnhof entlang der Oberstadt mit dem Südbahnhof wurde bereits von der elektrischen Straßenbahn befahren. Es wurde zum Ausgangspunkt des heutigen, auch die Außenstadtteile anbindenden Netzes.
Geschichte Marburg lag seit dem Mittelalter mit seinen Häusern am Schlossberg, von einer Stadtmauer umgeben. Die Einrichtung eines Nahverkehrs konnte keine Rolle spielen. Die steilen und engen Gassen und Straßen verboten dies. Erst als 1850 die Main-Weser-Bahn eröffnet wurde und man den weit außerhalb der Stadt jenseits der Lahn gelegenen Bahnhof Marburg (Lahn) anlegte, entstand ein Nahverkehrsbedürfnis. Zudem prosperierte Marburg nach der Annektierung Kurhessens durch Preußen im Jahr 1866. Vor allem die Universität wurde von Preußen gefördert. Die Stadt wuchs aus der mittelalterlichen Ummauerung heraus. Der entstehende Nahverkehr wurde zuerst von Privatunternehmern mit dem Angebot von Pferdedroschken übernommen. So ist bekannt, dass der örtliche Fuhrunternehmer Schaaf bereits 1878 einen Taxidienst einrichtete mit einer Chaise. Weitere Fuhrunternehmer folgten ihm. Diese Pferdekutschen warteten am Bahnhof auf die Reisenden.
Pferdeomnibus Diese Situation änderte sich 1892. Zu dem individuellen Angebot der Kutschen kam das Angebot eines Linienverkehrs mit einem Pferdeomnibus hinzu. Dies war der Beginn des fahrplanmäßigen Nahverkehrs in Marburg – auf privater Basis. Eduard Heppe hatte 1892 einen Pferdeomnibus in Bremen gekauft und fuhr mit diesem zehnmal täglich von und zum Bahnhof. Der Fahrplan wurde in der Lokalpresse veröffentlicht und die Tarife im Adressbuch der Stadt bekannt gegeben. Über Jahre galt konstant der Einheitstarif von 20 Pfennigen. Anfangs führte die Linie vom Bahnhof über Bahnhofstraße, Elisabethstraße, Pilgrimstein und Rudolphsplatz bis zum „Museum“ (später Stadtsäle genannt), Ecke Kasernenstraße (heute Gutenbergstraße)/Universitätsstraße. Nach Ausbau der Universitätsstraße im Jahr 1896 verlängerte Heppe seine Fahrten bis zum Wilhelmsplatz.
Als Heppe 1899 nicht mehr auf seine Kosten kam, wollte er finanzielle Unterstützung von der Stadt. Der Fuhrunternehmer Deckmann trat an die Stadt heran, den Pferdeomnibus ohne Unterstützung weiterzufahren und erhielt die Zusage. Deckmann fuhr seinen Pferdeomnibus von 1899 bis 1903 mit neun Fahrten täglich. Wegen finanzieller Schwierigkeiten, die auch Deckmann schon ein Jahr später eingestehen musste, genehmigte ihm die Stadt, den Fahrpreis auf 25 Pfennige zu erhöhen. Aber auch damit kam Deckmann nicht auf seine Kosten. Auf sein Begehren hin wurde ihm 1902 ein Zuschuss von 80 Mark monatlich zugestanden. Zu dieser Zeit war jedoch bereits die Einführung einer Pferdestraßenbahn vom Magistrat beschlossen und das Ende des Pferdeomnibusses absehbar.
Straßenbahn 250px|mini|Elektrische Straßenbahn an der Haltestelle „Stadtsäle“ in der Universitätsstraße an der Kreuzung zur Kasernenstraße (heute Gutenbergstraße) um 1920.
Am 1. Oktober wurde zwischen Hauptbahnhof und Wilhelmsplatz eine Pferdebahn eröffnet, die 1904 bis zum Heumarkt verlängert wurde. 1911 übernahm die elektrische Straßenbahn den Betrieb. Während die Stichstrecke zum Heumarkt im April 1904 und nach einer Reaktivierung 1914 stillgelegt wurde, ist die Stammstrecke in mehreren Abschnitten bis zum Südbahnhof verlängert worden. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Straßenbahn dem wachsenden Kfz-Verkehr im Weg war, wurde sie 1951 stillgelegt.
Umstellung auf Oberleitungsbusse Anfang der 1950er Jahre
Am 19. Mai 1951 begann in Marburg das Zeitalter der Oberleitungsbusse. Sie fuhren zum Großteil auf derselben Strecke wie die Straßenbahn. Davon abweichend wurde statt der Straße Pilgrimstein am Fuß des Schlossberges ein neuer Linienweg über Deutschhaus- und Biegenstraße genommen, um die dortigen Kliniken und Wohnviertel sowie zwei Schulen zu erschließen. Der Straßenbahnbetriebshof an der Gisselberger Straße wurde mit geringfügigen Umbauten für den Oberleitungsbusbetrieb weiter genutzt.
Nach 17 Jahren, am 5. Oktober 1968, endete der Oberleitungsbusbetrieb in Marburg. Der beginnende Bau der Stadtautobahn, die aufgrund der Topografie Marburgs mitten durch die Stadt führt, hätte bedeutende Änderungen an der Infrastruktur des Oberleitungsbusses nötig gemacht.
Derzeit laufen die Planungen für einen neuen Trolleybusbetrieb in Marburg als batteriebetriebener Oberleitungsbus (BOB) nach Solinger Vorbild, damit nur einzelne Streckenteile mit Oberleitung überspannt werden müssen. Die Stadt und Stadtwerke erhielten im Januar 2021 einen Förderbescheid u. a. zur Durchführung des Planfeststellungsverfahrens.Tag der Tat, abgerufen am 8. Mai 2021
Betrieb mit Dieselomnibussen ab Mitte der 1950er Jahre mini|Der Kleinbus zum Schloss am Bahnhof (Aufnahme von 1972) Die nach dem Kriegseinsatz nach Marburg zurückgekehrten Omnibusse der Linie zur Tannenbergkaserne waren der Grundstock für das in den Folgejahren in die Nachbarorte ausgeweitete Liniennetz. Der südliche Nachbarort Cappel wurde vom Südbahnhof aus im Anschluss an die Straßenbahn bzw. den Oberleitungsbus ab 1950 bedient. Auch das Sanatorium Sonnenblick auf den Lahnbergen wurde mit einer Linie angeschlossen. 1954 wurden auch Ockershausen und Marbach von Bussen der Stadtwerke bedient. Nur in den Sommermonaten verkehrte die Linie zum Landgrafenschloss. Das nördlich von Marburg gelegene Wehrda bedienten Busse des Unternehmens Rösser bis 1959, als die Stadtwerke die Konzession übernahmen und Wehrda auf dem Weg über Ortenberg und Waldtal anbanden.
Nachdem zunächst noch die Mehrzahl der Fahrgäste auf der O-Bus-Linie befördert wurden, kehrte sich das Verhältnis zugunsten der dieselbetriebenen Linien um, da die Einwohnerzahlen der umliegenden Orte Ockershausen (Stadt Marburg), Cappel, Marbach und Wehrda (eigenständige Gemeinden) sehr stark zugenommen hatten. Die Dieselbus-Linien in diese Vororte, die teilweise zunächst an den Endpunkten der O-Bus-Strecke endenden, wurden zu Durchmesserlinien und fuhren teilweise auf dem gleichen Weg durch die Marburger Innenstadt wie der Obus.
Die Dieselomnibusse wurden in den 1960er und 1970er Jahren zunächst überwiegend beim Hersteller Magirus-Deutz beschafft (Typen: Saturn II, M150 und Standardlinienbusse), ab den 1980er Jahren von MAN. Dazwischen (fuhren und fahren) auch Fahrzeuge anderer Hersteller, beispielsweise von Büssing und Daimler-Benz.
Schienenverkehr mini|Empfangsgebäude des Bahnhofs Marburg (Lahn) Marburg besitzt zwei Bahnhöfe: Marburg (Lahn), der „Hauptbahnhof“
Der Bahnhof mit sechs Bahnsteiggleisen wurde 1850 eröffnet, befindet sich im Marburger Norden und ist der sogenannte Hauptbahnhof in Marburg. Hier verkehren Regionalbahn, Regionalexpress und InterCity täglich zwischen 15-minütlich und stündlich. Am Wochenende kann dies bis zu einem stündlichen Takt reichen. +Tabelle: EisenbahnlinienLinieLinienwegTaktICE 26(Stralsund –) Hamburg – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Marburg (Lahn) – Friedberg – Frankfurt – Heidelberg – Karlsruhe120 minKarlsruhe – Darmstadt – Frankfurt – Friedberg – Marburg (Lahn) – Kassel-Wilhelmshöhe – Hannover – Celle – Hamburg – WesterlandSo, ein ZugpaarMain-Weser-Bahn:Frankfurt (Main) Hbf – (Frankfurt (Main) West –)* Friedberg (Hess) – (Bad Nauheim – Ostheim (b Butzbach) – Butzbach – Kirch-Göns – Langgöns – Großen Linden –)* Gießen – (Lollar – Friedelhausen – Fronhausen (Lahn) – Niederwalgern – Marburg Süd –)* Marburg (Lahn) – Kirchhain (Bz Kassel) – Stadtallendorf – Neustadt (Kr Marburg) – Treysa – Borken (Hess) – Wabern (Bz Kassel) – Kassel-Wilhelmshöhe – Kassel Hbf
* nur einzelne Züge120 minMittelhessen-Express:Frankfurt (Main) Hbf – Frankfurt (Main) West (– Bad Vilbel) (zweistdl.) – Friedberg (Hess) – Bad Nauheim (– Ostheim (b Butzbach)) (zweistdl.) – Butzbach (– Kirch-Göns – Langgöns – Großen Linden) (zweistdl.) – Gießen – Gießen Oswaldsgarten – Lollar – Friedelhausen – Fronhausen (Lahn) – Niederwalgern – Niederweimar – Marburg Süd – Marburg (Lahn) – Cölbe – Bürgeln – Anzefahr – Kirchhain (Bz Kassel) – Stadtallendorf (– Neustadt (Kr Marburg) – Schwalmstadt-Wiera – Treysa) 60 min 40/80 min (Frankf.–Gießen) 30 min (Gießen–Marb. wochentags) 120 min (Marb.–Stadtallend. Wochenende) 120 min (Stadtallend.–Treysa)Obere LahntalbahnErntebrück – Schameder – Leimstruth – Oberndorf (Kr Wittgenstein) – Feudingen – Bad Laasphe – Bad Laasphe-Niederlaasphe – Biedenkopf-Wallau – Biedenkopf Wirtschafts- und Wissenscampus – Biedenkopf – Wilhelmshütte (Lahn) – Friedensdorf (Lahn) – Buchenau (Lahn) – Caldern – Sterzhausen – Goßfelden – Sarnau – Cölbe – Marburg (Lahn)120 min 60 min (Marburg–Laasphe werktags)Lahn-Sauerland-Express:Brilon Stadt – Brilon Wald – Willingen – Usseln – Korbach Hbf – Korbach Süd – Vöhl-Thalitter (nur RB 97) – Vöhl-Herzhausen – Vöhl-Schmittlotheim (nur RB 97) – Vöhl-Ederbringhausen (nur RB 97) – Frankenberg-Viermünden – Frankenberg-Goßberg – Frankenberg (Eder) – Burgwald-Birkenbringhausen – Wiesenfeld – Ernsthausen – Münchhausen – Simtshausen – Wetter (Hessen) – Cölbe – Marburg (Lahn)60/120 min (Brilon–Frankenberg) 60 min (Frankenberg–Marburg)Main-Sieg-Express:Kassel Hbf – Kassel-Wilhelmshöhe – Baunatal-Guntershausen – Edermünde-Grifte – Felsberg-Wolfershausen – Felsberg-Altenbrunslar – Felsberg-Gensungen – Wabern (Bz Kassel) – Singlis – Borken (Hess) – Zimmersrode – Schlierbach (Kr Schwalm-Eder) – Treysa – Schwalmstadt-Wiera – Neustadt (Kr Marburg) – Stadtallendorf – Kirchhain (Bz Kassel) – Marburg (Lahn) – Gießen – Friedberg (Hess) – Frankfurt (Main) West (einzelne Züge im Berufsverkehr) – Frankfurt (Main) Hbf120 min Daneben gibt es die Busstation am Hauptbahnhof Marburg (Lahn).
Der Bahnhofsumbau startete im Laufe des Jahres 2010. Das Bahnhofsgebäude wurde saniert. Im Obergeschoss wurden Wohnungen eingerichtet. Die Unterführungen und Bahnsteige sowie Gleise wurden auch erneuert. Auf dem Vorplatz wurde ein Busbahnhof platziert mit einer elektronischen Abfahrtsanzeige.
Interessant ist, dass die Deutsche Bahn den Bahnhof niemals Hauptbahnhof genannt hat, selbst für viele Einheimische ist der Hauptbahnhof einfach nur der „Bahnhof“.
Marburg Süd mini|Treppe zum Bahnsteig am Südbahnhof Richtung Gießen