Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ist eine überparteiliche und unabhängige Denkfabrik, die zur Weiterentwicklung der sozialen zu einer ökosozialen Marktwirtschaft arbeitet. Das Ziel ist, dass Preise die ökologische und soziale Wahrheit sagen und Kosten weder verschleiert noch Dritten, der Gesellschaft oder künftigen Generationen aufgebürdet werden. Verursachungsgerechtigkeit und die Internalisierung externer Kosten von Umwelt- und Klimaschäden stehen im Zentrum der inhaltlichen Arbeit. Sie sollen durch ökonomische Instrumente wie z. B. CO2-Preis, Emissionshandel, Energie- und Ressourcensteuern und den Ab- und Umbau umweltschädlicher Subventionen und Steuerbegünstigungen erreicht werden.
Arbeitsweise Das FÖS erarbeitet Inhalte zu allen großen Sektoren (Energie, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft) auf Basis von wissenschaftlichen Methoden, publiziert diese in Form von Studien, Policy Briefs u. ä. und trägt die Inhalte aktiv in die Netzwerkarbeit mit politischen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Historie Der 1994 unter dem Namen „Förderverein Ökologische Steuerreform“ gegründete eingetragene Verein hat seinen Sitz in Berlin. Am 1. Juni 2008 wurde im Rahmen einer Mitgliederversammlung eine Namensänderung beschlossen, um „den Vereinszweck und seine Ziele deutlicher im Vereinsnamen abzubilden“. Zum 1. Januar 2013 wurde eine Fusion mit dem Ökosozialen Forum Deutschland vollzogen.
Finanzierung Die Finanzierung wird auf der Homepage der Organisation öffentlich dargelegt. Größtenteils arbeitet das FÖS unabhängig und projektfinanziert. Die Projektfinanzierungen erfolgen insbesondere von der öffentlichen Hand, NGOs und Stiftungen, in geringem Umfang auch von Wirtschaftsunternehmen. Zusätzlich finanzieren Mitgliedsbeiträge und Spenden die Arbeit des FÖS.https://foes.de/de-de/ueber-uns/transparenz
Ziele Nach Auffassung des FÖS sollten Preise in einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft die ökologische und soziale Wahrheit sagen, um wirklich nachhaltige Investitions- und Konsumentscheidungen zu ermöglichen. Dabei sollen Kosten weder verschleiert noch Dritten, der Gesellschaft oder künftigen Generationen aufgebürdet, sondern transparent den Verursachern und Verursacherinnen zugeordnet werden. Die Steuerpolitik ermutigt ökologisch und sozial verträgliches Wirtschaften und belastet nicht-nachhaltige Geschäftsmodelle. Subventionen, die umweltschädliches Wirtschaften fördern, werden abgebaut. Dies eröffnet dem Staat die notwendigen finanziellen Spielräume zur Finanzierung notwendiger Investitionen in Infrastrukturen, Forschung und Entwicklung, in die Resilienz der Ökosysteme und reduziert die Schuldenlast künftiger Generationen. Die Spielregeln der Marktwirtschaft werden so gestaltet, dass es für Einzelpersonen und Unternehmen rational ist, sich nachhaltig zu verhalten. Die Kräfte des Marktes arbeiten für einen sozial gerechten Wohlstand innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten.
Organisation Die Arbeit des FÖS wird vor allem durch die hauptamtlichen Mitarbeitenden geleistet. Carolin Schenuit ist seit 2020 geschäftsführende Vorständin. Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand, dem die Vereinsgeschäftsführung obliegt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates ist Kai Schlegelmilch. Der Beirat hat die Aufgabe, die Ziele des Vereins im gesellschaftlichen Raum mitzutragen und bei der Umsetzung mitzuwirken.https://foes.de/de-de/ueber-uns/team
Das FÖS ist Mitglied im Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen, der Klimaallianz Deutschland und gemäß Lobbyregistergesetz im Lobbyregister gelistet.
Beirat Ein Beirat mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützt und berät das FÖS zu aktuellen und grundsätzlichen Fragen.
Mitglieder des Beirats sind u. a.:
Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik Seit 2004 verleiht der Verein den Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik. Den Preis bekamen verliehen:Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik. Website des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft. Abgerufen am 25. Februar 2025.
2004: Hans Christoph Binswanger, Universität St. Gallen 2005: Dieter Ewringmann, Universität zu Köln 2006: Jürgen Trittin, Bündnis 90/Die Grünen 2007: Klaus Töpfer, CDU 2008: Barbara Hendricks, SPD und Reinhard Loske, Bündnis 90/Die Grünen 2009: Jos Delbeke, Europäischen Kommission 2010: Josef Göppel, CSU 2011: Ernst Ulrich von Weizsäcker, SPD 2012: Algirdas Šemeta, EU-Steuer-Kommissar 2013: Hans Eichel, ehemaliger Bundesfinanzminister 2014: Horst Köhler, ehemaliger Bundespräsident 2015: Janez Potočnik, UNEP International Resource Panels 2016: Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) 2018: Achim Steiner, Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen 2019: Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen 2021: Mariana Mazzucato, University College London 2024: Angelika Zahrnt, ehemalige Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Weblinks Offizielle Website Wissenschaftliche Artikel zu Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft
Einzelnachweise
Kategorie:Denkfabrik in Deutschland Kategorie:Umweltschutzorganisation (Deutschland) Kategorie:Verein (Berlin) Kategorie:Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland Kategorie:Vereinsgründung 1994 Kategorie:Förderverein Kategorie:Deutscher Naturschutzring