mini|Bester Hauptdarsteller: Ulrich Mühe für Das Leben der Anderen 220px|mini|Bester Nebendarsteller: Ulrich Tukur, ebenfalls für Das Leben der Anderen Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2006 am 12. Mai 2006 dominierte Florian Henckel von Donnersmarcks Film Das Leben der Anderen. Das Drama um einen Stasi-Hauptmann, der beauftragt wird einen berühmten DDR-Schriftsteller zu bespitzeln, konnte sieben seiner elf Nominierungen in Siege umsetzen, darunter in den Kategorien Bester Spielfilm (Filmpreis in Gold, dotiert mit 500.000 Euro), Regie, sowie Ulrich Mühe und Ulrich Tukur als beste Darsteller. Mit dem Filmpreis in Silber (dotiert mit je 400.000 Euro) wurden die Produktionen Requiem und Knallhart von Hans-Christian Schmid bzw. Detlev Buck prämiert. Requiem schildert, frei nach einer wahren Begebenheit, einen zu Beginn der 1970er Jahre vorgenommenen Exorzismus an einer jungen Studentin. Hauptdarstellerin Sandra Hüller die für ihre schauspielerische Leistung bereits den Silbernen Bären der Berlinale und den Bayerischen Filmpreis gewann, wurde in Abwesenheit mit der Goldenen Lola als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Knallhart basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Gregor Tessnow und erzählt die Geschichte von einem fünfzehnjährigen Jungen (gespielt von David Kross) der mit seiner Mutter (Jenny Elvers-Elbertzhagen) aus dem gutsituierten Berliner Stadtteil Zehlendorf in den sozial schwachen Bezirk Neukölln ziehen muss. Der Ehrenpreis für Verdienste um den deutschen Film wurde an die Künstleragentin Erna Baumbauer verliehen.
Zu den unterlegenen Filmen des Abends zählte Andreas Dresens Tragikomödie Sommer vorm Balkon. Der Film über zwei Berliner Freundinnen auf der Suche nach dem privaten Glück, blieb trotz sechs Nominierungen unprämiert. Die beiden Hauptdarstellerinnen Inka Friedrich und Nadja Uhl waren u. a. 2005 auf dem Chicago International Film Festival mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Bereits im Vorfeld der Verleihung wurde Oskar Roehlers Drama Elementarteilchen zu den Verlierern gezählt. Die hochgelobte Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michel Houellebecq erhielt nur durch Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck Nominierungen in den Darstellerkategorien. Ebenfalls keine Berücksichtigung fand Hany Abu-Assads Drama Paradise Now, das mit deutschen Fördergeldern produziert wurde. Der von Kritikern kontrovers aufgenommene Film, nominiert in der Kategorie Bester Spielfilm und Bestes Drehbuch, gewann 2006 den Golden Globe, sowie eine Oscar-Nominierung als Bester fremdsprachiger Film.
Durch die Gala des mit 2,845 Mio. Euro höchstdotierten deutschen Kulturpreises führte der Comedian und Filmregisseur Michael „Bully“ Herbig. Über Sieg und Niederlage entschieden in einer geheimen und schriftlichen Wahl die Filmakademie, die aus über 700 Mitgliedern aus allen künstlerischen Bereichen des deutschen Films besteht. Die Wahl steht unter Aufsicht des Berliner Notars Hellmut Sieglerschmidt, der als einziger die Gewinner der Lola im Voraus kennt.
Preisträger und Nominierte
Meiste LolasDas Leben der Anderen (7 Auszeichnungen)Meiste NominierungenDas Leben der Anderen (11 Nominierungen)
Bester Spielfilm Das Leben der Anderen (Filmpreis in Gold) – Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann
Requiem (Filmpreis in Silber) – Produzent Hans-Christian Schmid
Knallhart (Filmpreis in Silber) – Produzent Claus Boje Außerdem nominiert: Komm näher Paradise Now Sommer vorm Balkon
Bester Dokumentarfilm Lost Children – Regie: Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz Die große Stille – Regie: Philip Gröning
Bester Kinder- und Jugendfilm Die Höhle des gelben Hundes – Regie: Byambasuren Davaa Der Schatz der weißen Falken – Regie: Christian Zübert
Beste darstellerische Leistung – männliche Hauptrolle Ulrich Mühe – Das Leben der Anderen Moritz Bleibtreu – Elementarteilchen Milan Peschel – Netto
Beste darstellerische Leistung – weibliche Hauptrolle Sandra Hüller – Requiem Inka Friedrich – Sommer vorm Balkon Jasmin Tabatabai – Fremde Haut Nadja Uhl – Sommer vorm Balkon
Beste darstellerische Leistung – männliche Nebenrolle Ulrich Tukur – Das Leben der Anderen Burghart Klaußner – Requiem Andreas Schmidt – Sommer vorm Balkon
Beste darstellerische Leistung – weibliche Nebenrolle Imogen Kogge – Requiem Meret Becker – Komm näher Martina Gedeck – Elementarteilchen
Beste Regie Florian Henckel von Donnersmarck – Das Leben der Anderen Andreas Dresen – Sommer vorm Balkon Hans-Christian Schmid – Requiem
Beste Kamera/Bildgestaltung Hagen Bogdanski – Das Leben der Anderen Michael Hammon – Willenbrock Jürgen Jürges – Schatten der Zeit
Bester Schnitt Dirk Grau – Knallhart Patricia Rommel – Das Leben der Anderen Bernd Schlegel und Hansjörg Weißbrich – Requiem
Bestes Szenenbild Silke Buhr – Das Leben der Anderen Nathan Amondson – Don’t Come Knocking Christian M. Goldbeck – Requiem
Bestes Kostümbild Bettina Marx – Requiem Gabriele Binder – Das Leben der Anderen Lisy Christl – Schatten der Zeit
Beste Filmmusik Bert Wrede – Knallhart T-Bone Burnett – Don’t Come Knocking Stéphane Moucha und Gabriel Yared – Das Leben der Anderen
Beste Tongestaltung Lars Ginzel, Dirk Jacob, Marc Parisotto, Martin Steyer – Requiem Christian Bischoff, Jörg Elsner, Marc Parisotto – Wholetrain Stefan Busch, Michael Kranz – Barfuss Hubertus Rath, Christoph von Schönburg, Arno Wilms – Das Leben der Anderen
Bestes Drehbuch Florian Henckel von Donnersmarck – Das Leben der Anderen Hany Abu-Assad und Bero Beyer – Paradise Now Wolfgang Kohlhaase – Sommer vorm Balkon Bernd Lange – Requiem
Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film Erna Baumbauer (Münchner Künstleragentin)
Weblinks Webpräsenz der Deutschen Filmakademie Nominierungsliste 2006 (PDF; 387 kB)
Special mit vielen Fotos vom Roten Teppich und der Party zum Filmpreis
#2006 Kategorie:Preisverleihung 2006 Kategorie:Filmjahr 2006 Kategorie:Filmpreisverleihung in Berlin Kategorie:Palais am Funkturm