mini|Mittellandkanal

Barleben ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geographie Die Einheitsgemeinde liegt direkt nördlich von Magdeburg und südlich von Wolmirstedt an der Bundesautobahn 2 (Hannover–Berlin). Nördlich durchquert der Mittellandkanal das Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung Ortschaften der Gemeinde: Barleben Ebendorf Meitzendorf

Geschichte Barleben wurde erstmals im Jahre 1062 in einer kaiserlichen Urkunde unter dem Namen Partunlep erwähnt.

Von 1952 bis 1994 lag Barleben im Kreis Wolmirstedt (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Ohrekreis, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Börde.

In ihrer heutigen Form entstand die Gemeinde am 1. Juli 2004 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Barleben, Ebendorf und Meitzendorf, die zuvor die Verwaltungsgemeinschaft Mittelland bildeten. Der ursprüngliche Name der neuen Gemeinde war ebenfalls „Mittelland“,StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands doch wurde die Gemeinde am 2. Juni 2005 in Barleben umbenannt.Gemeinde Barleben (Hrsg.) online auf barleben.de: Dabei änderte sich auch der amtliche Gemeindeschlüssel.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.691 2005 9.222 2010 9.090 2015 9.133 2020 9.178 Jahr Einwohner 2021 9.185 2022 9.106 2023 9.118 2024 9.137 2025 9.170

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1990 und 2005 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Religion mini|Heilig-Geist-Kapelle Die evangelische Kirche St. Peter und Paul gehört zum Kirchspiel Barleben, das auch die Kirchen in Ebendorf und Meitzendorf umfasst. Mit den Kirchengemeinden Dahlenwarsleben und Gersdorf bildet es den Pfarrbereich Barleben, der zum Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Die römisch-katholische Heilig-Geist-Kapelle wurde 1952 im ehemaligen Gewerkschaftshauses am Breiteweg von Weihbischof Friedrich Maria Rintelen geweiht, nachdem sich infolge des Zweiten Weltkriegs die Zahl der Katholiken im Raum Barleben durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches stark erhöht hatte. Zuvor fanden bereits einige Jahre lang katholische Gottesdienste in Barleben seitens der Magdeburger St.-Agnes-Gemeinde in einem Klassenraum der Grundschule und in der evangelischen Kirche statt. Seit den Gemeindefusionen im Bistum Magdeburg 2010 gehört die Kapelle zur Magdeburger Pfarrei St. Johannes Bosco.https://www.johannes-bosco-magdeburg.de/kirchen_hlgeist.php

Der Zensus 2011 zeigte, dass von den 8.946 Einwohnern der Gemeinde Barleben 9,2 % der evangelischen Kirche und 2,5 % der römisch-katholischen Kirche angehörten. Die Mehrzahl der Einwohner gehörte keiner Religionsgemeinschaft an.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Barleben besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 34,4 % 7 34,3 % 7 Freie Wählergemeinschaft (FWG) 25,1 % 5 21,8 % 4 AfD – – 21,7 % 4 FDP 15,6 % 3 7,2 % 2 SPD 6,8 % 2 7,0 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 5,2 % 1 4,8 % 1 Die Linke 6,3 % 1 3,3 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 6,6 % 1 – – Insgesamt 100 % 20 100 % 20

FWG und Linke sowie SPD und UWG haben sich jeweils zu einer Fraktion zusammengeschlossen.

Bürgermeister mini|Rathaus Barleben 2004–2018: Franz-Ulrich Keindorff seit 2018: Frank Nase (CDU)

Nase wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 8. April 2018 mit 59,5 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 8. April 2018 Er wurde am 25. Mai 2025 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2025 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde erstmals am 6. Oktober 1993 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt und am 29. August 2005 durch den Ohrekreis bestätigt.

Blasonierung: „In Rot eine schräggelegte Barte mit goldenem Stiel, darunter eine silberne Rose.“

Durch die im Jahre 2004 erfolgte Fusion der drei Gemeinden zur neuen Einheitsgemeinde Mittelland verloren alle drei Gemeindewappen den Status eines Hoheitszeichens. Bereits im Folgejahr 2005 benannte sich die neue Gemeinde jedoch wieder um und führt seit dem den Namen Barleben. Man machte von der Möglichkeit Gebrauch und beschloss zukünftig das Wappen des gleichnamigen Ortsteils als Hoheitszeichen weiter zu nutzen.

Historisches Wappen Das Wappen wurde am 5. Oktober 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Rot über silberner Zinnenmauer ein schräggestelltes silbernes Beil (Barte) mit goldenem Stiel.“

Der Ort, bis ins 16. Jahrhundert Bardeleben genannt, ist der Stammsitz der Familie von Barleben. In Anlehnung an deren Wappen und an die alte Namensform wurde die Barte als redendes Wappenbild gewählt. Die Mauer bezieht sich auf das nach 1403 wieder verschwundene Schloss der Magdeburger Erzbischöfe in Barleben. mini|Flagge der Gemeinde Barleben

Das ursprüngliche Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Flagge Die Flagge wurde erstmals am 11. September 2001 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt und am 29. August 2005 durch den Ohrekreis bestätigt. Die Flagge ist rot-weiß-rot (1:4:1) gestreift (Hissflagge: Streifen senkrecht verlaufend, Querflagge: Streifen waagerecht verlaufend) mit dem mittig aufgelegten Wappen der Gemeinde. Sie wurde vom Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Gemeindepartnerschaften Partnergemeinden mit Partnerschaftsvertrag sind die Gemeinden Wittmund (Deutschland/Niedersachsen), Notre-Dame-d’Oé (Frankreich), Lukavac (Bosnien und Herzegowina) und Zarewo (Bulgarien). Als Partnergemeinde mit partnerschaftlichen Beziehungen wird die Gemeinde Nebelschütz (Deutschland/Sachsen, Lausitz) geführt.

Darüber hinaus gibt es partnerschaftliche Beziehungen zur Ortschaft Ebendorf der Stadt Mistelbach an der Zaya (Österreich).

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|links|Alte Kirchstraße mini|hochkant|Kirche St. Peter und Paul Die Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.

Der historische Ortskern von Barleben umfasst eine Fläche von etwa 30 ha und hat 13 Einzeldenkmale, darunter die Kirche St. Peter und Paul und die Alte Post. Mit Hilfe des Förderprogrammes „Städtebauliche Sanierung im ländlichen Bereich“ wurde der Ortskern seit dem Jahre 2000 saniert.

Die Mittellandhalle, eine Multifunktionshalle, wurde 2004 im denkmalgeschützten Ensemble eines alten Vierseithofes im Ortskern von Barleben eröffnet. Sie bietet Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten und wird auch als Veranstaltungshalle genutzt. Im Jahr 2012 wurde sie durch die Sporthalle II ergänzt.

Seit 2008 bietet der Heimatverein Barleben eine historische Führung durch den alten Ortskern in alten Trachten an.

Mit der Insel der Alternativen e. V. und dem Kids Club verfügt Barleben über zwei Jugendclubs. Weiterhin bestehen drei Seniorentreffs, eine Gemeindebibliothek mit fast 10.000 Medien und die Heimatstube Barleben.

Geschichtsdenkmale Sammelgrab aus dem Jahre 1945 auf dem Alten Friedhof für zehn französische Häftlinge des KZ Dora-Mittelbau, die beim Todesmarsch im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden Grabstätte aus dem Jahre 1945 auf dem Neuen Friedhof in der Bahnhofstraße für einen unbekannten ungarischen KZ-Häftling des gleichen Todesmarsches

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Insgesamt wurden nach der politischen Wende 1990 fünf Gewerbegebiete erschlossen.

Der „Technologiepark Ostfalen (TPO)“ hat per Bebauungsplan 300 ha verfügbar, und er ist bis auf 900 ha erweiterbar. Zurzeit ist dort eine Fläche von etwa 90 Hektar mit rund 120 Unternehmen und etwa 2300 Arbeitsplätzen belegt. Der größte Arbeitgeber im TPO ist die Salutas Pharma GmbH, ein Unternehmen der Sandoz-Gruppe, die in Arzneimittel herstellt und etwa 1170 Mitarbeiter beschäftigt. Am 5. Juli 2021 wurde veröffentlichtHelloFresh baut zweite Produktionsstätte in Deutschland Pressemitteilung HelloFresh, Bericht des MDR., dass HelloFresh ab 2022/2023 bis zu 1500 neue Arbeitsplätze im TPO schaffen wird und damit der größte Arbeitgeber werden wird.

Im Gewerbegebiet Kurze Sülte stehen 17 Hektar Gewerbefläche vollerschlossen zur Verfügung, davon sind etwa 74 % belegt. 35 Unternehmen mit etwa 300 Mitarbeitern haben sich dort angesiedelt. Unter anderem wird hier im Bauer-Verlagsdruckhaus die Tageszeitung für das nördliche Sachsen-Anhalt, die Volksstimme, gedruckt.

Das Gewerbegebiet Kurze Sülte Nord mit 4,2 ha Gewerbefläche, ist fast ausgelastet. Zurzeit befinden sich dort drei Unternehmen mit ca. 50 Mitarbeitern.

In der Ortschaft Meitzendorf befinden sich zwei weitere Gewerbegebiete. Das Gewerbegebiet Meitzendorf I ist zu 98 % ausgelastet, auf der 27,3 ha großen Fläche haben sich 20 Unternehmen angesiedelt. Unter anderem ist das Discounter-Unternehmen Aldi-Nord mit einer ihrer Regionalniederlassungen ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers. Des Weiteren gibt es das Gewerbegebiet Meitzendorf II mit einer Fläche von 7,91 ha.

Insgesamt bestehen in der Gemeinde Barleben etwa 1000 gewerbliche Anmeldungen. Neben der verkehrsgünstigen Lage ist vor allem die Nähe zur Landeshauptstadt Magdeburg ein wesentlicher Grund für die Gewerbeansiedlungen.

Energie 2011 hat der Projektentwickler ABO Wind in Barleben eine Biogasanlage mit Direkteinspeisung errichtet, die 2012 in Betrieb genommen und von UDI, einem Anbieter ökologischer Geldanlagen aus Nürnberg, erworben worden ist., Website der ABO Wind. Abgerufen am 19. Juni 2024. Es handelt sich nach Angaben der Unternehmen um eine der ersten Anlagen, die hauptsächlich Schweinegülle und Putenmist vergären und das aufbereitete Biogas ins Erdgasnetz einspeisen. Das Investitionsvolumen betrug rund 14 Millionen Euro. Die Anlage ist dafür ausgelegt, jährlich 17.000 Tonnen Schweinegülle, 14.000 Tonnen Putenmist und 20.000 Tonnen Maissilage zu verarbeiten. Damit liegt der Anteil von Mist und Gülle bei knapp über 60 Prozent. Die jährliche Gasausbeute ist mit gut 45 Gigawattstunden kalkuliert. 70 Prozent des Biogases werden zu Bioerdgas aufbereitet (350 m³/h) und in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist. Das verbleibende Drittel wandelt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von 600 Kilowatt in Strom und Wärme um. Während der Strom in das Netz des örtlichen Energieversorgers fließt, dient die Wärme zur Beheizung der Fermenter. Die Vergärung der Substrate erfolgt in zwei parallel angeordneten Stahlfermentern.

Verkehr Folgende wichtige Verkehrswege tangieren die Gemeinde: Bundesautobahn 2 Berlin–Dortmund mit zwei Anschlussstellen, Bundesautobahn 14 Dresden–Magdeburg mit einer Anschlussstelle, Bundesstraße 189 und die Bundesstraße 71, die Bahnstrecke Glindenberg–Oebisfelde mit einem Bahnhof (Barleben) und einem Haltepunkt (Meitzendorf) in der Gemeinde, sowie die Bahnstrecke Magdeburg–Wittenberge mit einem Haltepunkt (Barleber See).

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