mini|Ausschnitt Modelleisenbahnanlage des TEA in der Spur 0 im Maßstab 1:45 in der Schweiz, 2016 mini|Ausschnitt einer Feldbahn-Modelleisenbahnanlage in der Spur 0-14 im Maßstab 1:43,5, mit einem Automodell im Maßstab 1:43, an einer Modelleisenbahn-Ausstellung in Luxemburg, 2015
Die Nenngröße 0 (gesprochen: Nenngröße Null) ist eine in den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM), den Normen des British Railway Modelling Standards Bureau (BRMSB) und den Normen der National Model Railroad Association (NMRA) festgelegte Baugröße für Modelleisenbahnen. Die Normalspur mit einer Vorbild-Spurweite von 1435 mm weist dabei eine Modell-Spurweite von 32 mm auf und wird umgangssprachlich als Spur 0 bezeichnet. Der Maßstab unterscheidet sich geschichtlich bedingt in den verschiedenen Regionen: In Kontinentaleuropa beträgt er meist 1:45, in Großbritannien und Frankreich meist 1:43,5 und in Nordamerika 1:48.
Geschichte Nenngröße 0 Der Begriff Nenngröße 0 fasst die verschiedenen Spurweiten der Nenngröße zusammen und setzte sich als solcher erst ab den 1960er Jahren durch.
Weltweit bieten zahlreiche Hersteller Rollmaterial, Gleismaterial und Zubehör für die Nenngröße 0 an.
Spur 0
mini|Spur 0 Modell des Schienenzeppelins (Märklin, 1932) im Zürcher Spielzeugmuseum Die Spur 0 für Modelleisenbahnen wurde um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts zum 20. Jahrhundert eingeführt. So präsentierte 1893 Märklin seine erste Spur 0 Modelleisenbahn an der Leipziger Messe.100 Jahre Spur 0 in der Internetseite der Spur 0 Modulgruppe Hamburg, abgerufen am 28. August 2023. Die Spur 0 löste die Spur I als meistverwendete Baugröße ab, weil der Platzbedarf geringer und die Modelle, auch dank der aufkommenden industriellen Großserienfertigung, billiger wurden. Sie wurde so zur zweiten prägenden Spurweite der Modellbahngeschichte. In den 1950er und 1960er Jahren wurde die Spur 0 von der Spur H0 und Spur 00 aus dieser Rolle verdrängt und erreichte einen vorläufigen Tiefpunkt.
Die Spur 0-Bahnen wurden zunächst noch nicht in konkreten Maßstäben gebaut. Die Lokomotiven und Wagen waren meist stark verkürzt und vereinfacht, viele Lokomotiven besaßen nur zwei Achsen. Einzelne Hersteller boten für die Spur 0 sogar unterschiedlich große Fahrzeuge in unterschiedlichen Preislagen an; kleine Bahnen mit einem Gleiskreis in einer Komplettpackung und größere Lokomotiven und Wagen zum schrittweisen Aufbau ausgedehnterer Bahnanlagen. Modelle und Zubehör eher spielzeughaften Aussehens der Spur 0 wurden in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich von Märklin und Bing angeboten. Neben Bing hatten viele andere Hersteller wie Kraus Fandor, Karl Bub, Distler und Doll ihren Sitz in Nürnberg.
Bereits in den 1920er Jahren wurden in Großbritannien detaillierte Fahrzeugmodelle von Firmen wie Bassett-Lowke, Leeds Model Company (LMC) und Millbro bewusst für Erwachsene Modelleisenbahner hergestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bot ab 1946 auch Konrad Dressler einfache Modelle an. 1949 kam Fleischmann hinzu, der als wesentliche Neuerung auf den Mittelleiter des Zweischienen-Mittelleiter-Gleissystem der meisten damaligen Mitbewerber verzichtete und auf das Zweischienen-Zweileiter-Gleissystem setzten. Im Gegensatz zu Märklin hatte Fleischmann auch einen wesentlich kleineren Anteil an Lokomotiven mit Uhrwerkantrieb im Angebot. Modelle und Zubehör der Spur 0 fertigten in der DDR die Metallwarenfabrik Stadtilm und Zeuke & Wegwerth. In der Schweiz waren Buco und HAG bekannte Hersteller in der Spur 0. In Österreich bot von 1948 bis 1955 die Firma Austria Email mit der Marke Ditmar eine Palette an Spur 0 Bahnen an.
mini|Fertigmodell der POLA Maxi Spur 0 E 69 02 Die Formen von Pola waren bei verschiedenen Herstellern sowohl für Bausätze wie auch Fertigmodelle im Einsatz und werden teils heute noch verwendet. Da die Detaillierung den damals von 1969 bis Anfang der 1990er Jahre in großen Stückzahlen produzierten Modellen von Lima und Jouef für die Spur H0 entsprach, waren die Preise im Vergleich zu Produkten von Kleinserienherstellern entsprechend günstig. Zusammen mit den ebenfalls günstigen Spur 0 Fahrzeugmodellen und Gleisen von Lima und Rivarossi verbesserte sich die Marktstellung der Spur 0 vielerorts in Europa.
Ab 2007 begann Lenz Elektronik, Spur 0 Fahrzeugmodelle und Gleise nach deutschen Vorbildern in Großserientechnik herzustellen. Das hat eine Renaissance der Spur 0 in Deutschland und der Schweiz ausgelöst, obschon die Stellung in der Schweiz schon vorangehend verhältnismäßig stark war. Die Spur 0 hat sich inzwischen in Deutschland, wo die Stellung im Vergleich zu anderen Nationen wegen der Verbreitung der Spur 1 (Märklin) jahrzehntelang schwach war, wieder auf ein mit der Spur 1 vergleichbaren Niveau gehoben.
In den letzten Jahren sind diesbezüglich weitere Hersteller dazugekommen: Brawa, Busch, MBW, MTH, Viessmann und andere. Popularität und Marktanteil sind weiter gewachsen haben, aber zwischenzeitlich den Höhepunkt überschritten. Einige dieser bekannten Hersteller stellten jedoch zwischenzeitlich die Produktion von Produkten für die Nenngröße 0 wieder ein. Beispielsweise Brawa. Produkte für die Spur 0 finden sich immer mehr Modelleisenbahnläden und im Onlinehandel. Auch die Fachpresse bringt vermehrt Artikel über Spur 0.
Das Zweischienen-Mittelleiter-Gleissystem hat in Nordamerika insgesamt nach wie vor einen hohen Stellenwert, vergleichbar mit dem Anteil des Zweischienen-Mittelleiter-Gleissystems von Märklin in der Spur H0. In Großbritannien und in Kontinentaleuropa ist dies nur noch bei den Anhänger historischer Modelleisenbahnen der Fall.
Spur 0-16,5, Spur 0e und Spur 0n30 mini|Schwarze Spur 0e Märklin MINEX Dampflokomotive, beim Vorbild eine Meterspurlokommotive, umgebaut für den Zweischienen-Zweileiter-Digitalbetrieb, an einem FREMO Treff in Stromberg, 2012
Weltweit wurden und werden in der Modelleisenbahn-Szene Schmalspurbahnen der Nenngröße 0 mehrheitlich auf Gleisen mit einer Modellspurweite von 16,5 mm betreiben. Diese Gleise mit einer Modellspurweite von 16,5 mm haben ihren Ursprung in den Gleisen der Spur 00 und Spur H0, die Märklin 1935 und American Flyer 1938 auf den Markt brachten, die dieselbe Modellspurweite haben. Die mutmaßlich erste Spur 0e Anlage im heutigen Sinne mit entsprechenden Fahrzeugen lässt sich auf das Jahre 1938 belegt zurückzuverfolgen, wenn auch es nicht ausgeschlossen ist, dass es schon einige Jahre zuvor entsprechende Fahrzeugmodelle und Anlagen gab.
Es ist weit verbreitet, dass auch andere Vorbildspurweiten als in den Normen, Empfehlungen und Richtlinien vorgegeben und zwischen etwa 650 mm und 850 mm liegen im Modell mit der Modellspurweite von 16,5 mm wiedergeben werden. Dies aus Gründen des umfangreichen Materials der Spur H0 bezüglich Gleisen und Fahrgestellen für Modellbauer. Somit wurden und werden auf der Modellspurweite von 16,5 mm aus pragmatischen gründen Modelleisenbahnanlagen und Modelleisenbahnfahrzeuge auch nach Vorbildspurweite von etwa 500 mm bis etwa 1100 mm realisiert. Dies beinhaltet beispielsweise die Vorbildspurweite von 600 beziehungsweise 610 mm für Feldbahnen und die Vorbildspurweite von 1000 mm für die Meterspur.
Aus Gründen einer regional bedingten unterschiedlichen Entwicklung haben Schmalspurbahnen der Nenngröße 0 auf einer Modellspurweite von 16,5 mm unterschiedliche Bezeichnungen und haben leicht abweichende Maßstäbe. Spur 0-16,5 mit dem Maßstab 1:43,5 in Großbritannien, Spur 0e mit dem Maßstab 1:43,5 und 1:45 in den kontinentaleuropäische Länder und Spur 0n30 mit dem Maßstab 1:48 in Nordamerika.
Spur 0m
Spur 0m (Spur 0-22,5) mini|Historischer handgefertigter französische Modelleisenbahnzug mit einer Dampflokomotive aus den Jahren 1953 bis 1963 in der Spur 0m (Spur 0-22,5), 2023 mini|Spur 0m, Spur 0-22,5 nach NEM 110, Meterspur, Zusammenfassung der Vorbildspurweiten von 850 bis < 1250 mm. Die Spur 0m (Spur 0-22,5) fasst die Vorbild-Spurweiten von 850 bis 1250 mm und mit ihr die Meterspur im Modell zusammen. Dies sowohl für Modelleisenbahnen im Maßstab 1:43,5 als auch im Maßstab 1:45. Meterspur-Modellbahner nutzen in der Regel die Spur 0m mit einer Modellspurweite von 22,5 mm.
Mit Stand 2023 lassen sich Modelleisenbahn-Schmalspurbahnfahrzeuge für die Modellspurweite von 22,5 mm bis auf das Jahr 1954 zurück datieren.Lot en 0m ancien, écartement 22,5 mm in der Schweizerischen Online Auktionsplattform Ricardo, abgerufen am 25. März 2023 Das ist vier Jahre vor der Erstausgabe der NEM-Normen von 1958, die die Modellspurweite der Spur 0m mit eben diesen 22,5 mm festlegte. Im Frankofonen Raum, wo nach wie vor meist der Maßstab 1:43,5 verwendet wird, gibt es mehrere gängige dazugehörende Modellspurweiten mit 22,0 mm, 22,5 mm, Tussen Klei en Leuze, un tram à voie métrique en Om, deutschsprachig sinngemäß: Tussen Klei en Leuze, eine Überlandstrassenbahn mit Meterspur in der Spur 0m, ein YouTube Film aus dem Jahre 2018 von Aiguillages, abgerufen am 27. Februar 2022Tussen Klei en Leuze in der Internetseite der Französischen Modelleisenbahnausstellung Transmania, Maßstab 1:43,5, Nenngröße 0, voie de 22,5 mm, deutschsprachig: Spurweite von 22,5 mm, abgerufen am 27. Februar 2022. 22,8 mm (Stichwort Loco Diffusion) und 23,0 mm. Meist wird aber auch hier die Modell-Spurweite von 22,5 mm verwendet.
mini|links|Gartenbahn (Modelleisenbahn) Modelle von UTZ und Roco Alpinline in der Spur 0m (Spur 0-22,5), 2022 Ab Mitte der 1980er und bis in die 2010er Jahre war die Spur 0m (Spur 0-22,5) im Alpenraum populär. Dies nachdem die Firma Gebrüder MatterGebrüder Matter, Firmenbezeichnung nach swisscollections.ch, abgerufen am 5. Mai 2022 1985 ein vollständiges Gartenbahn (Modelleisenbahn) taugliches Alpenbahnprogramm anfänglich unter dem Markenname FAMA Alpenbahn zu günstigen Preisen initiierte. 1988Roco Katalog 1996/1997, im Forum Spur Null Magazin, abgerufen am 5. Mai 2022 verkaufte sie dieses Programm jedoch an die Firma UTZ. Nach weiteren Verkäufen der entsprechenden Produktsparte, verbunden mit der Auslagerung der Produktion, sank der Marktanteil kontinuierlich. Die Spur 0m mit einer Modellspurweite von 22,5 mm ist aber nach wie vor beispielsweise auf den Anlagen der Schweizerischen Modelleisenbahn-Vereine weit verbreitet.Modellbahn Meiringen, ehemalige Spur 0m (Spur 0-22,5) Modelleisenbahnanlage von SBB Historic in Interlaken betreibt durch den Bahn-Treff in Interlaken.
Spur 0m (0-22,2) mini|Modelleisenbahn-Diorama nach Vorbild der Sernftalbahn mit dem SeTB Triebwagen BCFe 2/2 4 in der Spur 0m (Spur 0-22,2), 2021