Der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte wurde 1976 aus Anlass des 65. Geburtstags von Bruno Kreisky ins Leben gerufen, da dieser keine persönlichen Geschenke annehmen wollte.Bruno Kreisky Stiftung: .http://www.kreisky.org/human.rights/deutsch/stiftung.htm Auch Unternehmen und Institutionen, die nicht dem sozialdemokratischen Lager Österreichs zuzurechnen waren, beteiligten sich an der Aufbringung des Stiftungskapitals.

Auswahl und Jury Der Preis wird alle zwei Jahre an Einzelpersonen, Gruppen, Institutionen oder Projekte verliehen, die sich um die Menschenrechte verdient gemacht haben. Das Preisgeld liegt zwischen 7.000 und 30.000 Euro.Bruno Kreisky Stiftung: Nominierung

Die Preisträger werden sowohl vom Kuratorium der Bruno Kreisky Stiftung als auch von einer internationalen Jury bestimmt. Zu dieser zählten unter anderem bereits Marion Gräfin Dönhoff, Willy Brandt, Olof Palme, Roland Dumas und der Sohn Peter Kreisky.

Preisträger 1979 Kardinal Raúl Silva Henríquez, Chile für die Verteidigung der Menschen- und Gewerkschaftsrechte gegen das Regime Pinochet, Issam Sartawi, Palästina, und Arie Lova Eliav, Israel, als Wegbereiter eines israelisch-palästinensischen Dialogs. Erzbischof Miguel Obando Bravo, Nicaragua Hildegard Goss-Mayr und Jean Goss, Österreich und Christiaan Frederick Beyers Naudé, Südafrika für ihren pazifistischen Einsatz und den Ost-West Dialog. Amnesty International, Österreichische Sektion für ihren Einsatz für eine politische Gefangene in Argentinien. Committee for Human Rights, International Trade Union, Österreich

Preisträger 1981 Gewerkschaft Histadrut, Israel, Simha Flapan, Israel und Raymonda Tawil, Israel für ein Projekt zur Förderung des Zusammenlebens von palästinensischen Arabern und Juden Nelson Mandela, Südafrika, zu jener Zeit noch inhaftiert. Domitila Barrios de Chungara, Bolivien als führende Frauenrechtsaktivistin Orlando Fals Borda, Kolumbien und Enrique Álvarez Córdoba, El Salvador für ihren Kampf gegen Armut und Unterdrückung Kim Chi-ha und Kim Dae Jung, Südkorea, als führende Personen der Demokratie und Menschenrechtsbewegung in Südkorea. Fondation pour une entraide intellectuelle Européenne, Frankreich für ihre humanistische Arbeit und die Unterstützung von Wissenschaftlern und Intellektuellen im kommunistischen Osteuropa. Felix Ermacora, Österreich, und Rosa Jochmann, Österreich, für langjähriges Wirken gegen Faschismus

Preisträger 1984 Hilfskomitee für Nicaragua, Österreich, für die Aufbauarbeit Volkshilfe Österreich Österreichische Liga für Menschenrechte für ihren Beitrag zur Verbreitung des Menschenrechtsbewusstseins in Österreich. Union of Concerned Scientists für die Unterstützung des friedlichen Dialoges zwischen Ost und West Freunde der Universität Tel Aviv, Österreich Vicaría de la Solidaridad, Chile, für die Arbeit zur Unterstützung der politischen Gefangenen Oswald Amstler, Österreich Erzbischof Raymond G. Hunthausen, USA, für seinen Aufruf zur nuklearen Abrüstung. Muzaffer Saraç, Türkei, für seine Arbeit für Menschenrechte und Demokratie Schulamit Aloni, Israel, als Aktivistin des israelisch-palästinensischen Dialoges Luiz Inácio Lula da Silva, Brasilien, für seine mutige Arbeit unter der brasilianischen Militärdiktatur Prälat Leopold Ungar, Österreich, für humanitäre Verdienste in Österreich Yolanda Urízar Martínez de Aguilar, Guatemala, und Marianella García Villas, El Salvador, für ihre Tätigkeit als Menschenrechtsanwältin

Preisträger 1986 Herbert Amry (posthum), Österreich Stiftung Bruno Kreisky Archiv, Österreich Wiener Institut für Entwicklung und Zusammenarbeit, Österreich Österreichisches Institut für Friedensforschung und Erziehung Komitee der Mütter der Verschwundenen, El Salvador Menschenrechtskommission, Guatemala Österreichische Flüchtlingshilfe International Historians of the Labour Movement (ITH) Jewish-Arab House in Beth Berl, Israel Erich Weisbier, Österreich

Preisträger 1988 Bischof Leonidas Proaño Frei Betto, Brasilien Benazir Bhutto, Pakistan Latif Dori, Israel Committee for Israeli-Palestinian Dialogue founded by Israelis of Oriental Origin, Israel Anton Lubowski, Namibia Sergio Ramírez, Nicaragua Claudia Vilanek, Österreich Freunde des Chaim Sheba Medical Center Tel Hashomer, Österreich Gesellschaft für österreichisch-arabische Beziehungen, Österreich Greenpeace, Österreich Guatemaltekische Menschenrechtsorganisation GAM, Guatemala Internationale Helsinki Föderation, Österreich Justitia et Pax, Koreanische Kommission Katholische Sozialakademie, Österreich Komitee für soziale und medizinische Hilfe für Palästinenser, Österreich Neve Shalom Wahat al-Salam, Israel Unitad Nacional de Trabajadores, El Salvador Verein für die Geschichte der Arbeiterbewegung, Österreich

Preisträger 1991 Bärbel Bohley, Deutschland Congress of the South African Trade Unions, Südafrika Yael Dayan, Israel Faisal Husseini, Palästina International Center for Peace in the Middle East, Israel/Palästina İnsan Hakları Derneği, Türkei Horst Kleinschmidt, Südafrika/Großbritannien Komitee Cap Anamur, Deutschland Felicia Langer, Israel Paulinho Paiakan Kayapoo, Brasilien Ständiges Komitee für Nationalen Dialog, El Salvador Poznań Human Rights Center, Polen Dschalal Talabani, Syrien/Irak Alfredo Vázquez Carrizosa, Kolumbien Anti-Apartheid Movement, Österreich CARE, Österreich Flughafensozialdienst, Flughafen Schwechat, Österreich Liesl Frankl, Österreich Frauensolidarität, Österreich Gesellschaft für bedrohte Völker, Österreich Bischof Erwin Kräutler, Brasilien Österreichisches Rotes Kreuz, Österreich „Wissenschaftsladen“ der Universität Linz, Österreich Hilfskomitee für Flüchtlinge in Österreich, Österreich

Preisträger 1993 Abe J. Nathan, Israel Das indigene Volk der Canela, Brasilien Gani Fawehinmi, Nigeria Nicolae Gheorghe, Rumänien Christine Hubka und Gertrud Hennefeld, Österreich Pater Georg Sporschill, SJ, Rumänien

Kemal Kurspahić und Zlatko Dizdarević, Bosnien-Herzegovina Tanja Petovar, Jugoslawien Memorial, GUS Rudolf Pichlmayr, Deutschland Martha Kyrle, Österreich SOS Mitmensch, Österreich Kroatisch-Muslimisch-Serbischer-Dialog, Österreich

Preisträger 1995 Sumaya Farhat-Naser, Palästina Sergei Adamowitsch Kowaljow, Russland Ken Saro-Wiwa, Nigeria Leyla Zana, Türkei

Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Österreich World University Service Graz, Österreich Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM), Österreich Flüchtlingshilfe Poysdorf, Österreich Obdachlosenasyl „Die Gruft“, Österreich Pater August Janisch, Österreich

Preisträger 1997 Abbas Amir Entezam, Iran Emily Lau, Hongkong Uri Avnery, Israel Ivan Zvonimir Čičak, kroatischer Politiker Otto Tausig, Österreich Willi Resetarits, Österreich Ernst Fürlinger für das Österreichische Netzwerk gegen Armut

Preisträger 2000 Radhika Coomaraswamy, Sri Lanka, UNO-Sonderbotschafterin über Gewalt an Frauen The Belgrade Centre for Human Rights, Belgrader Menschenrechtszentrum, Jugoslawien NGO-Projekt „Ein Antidiskriminierungsgesetz für Österreich“ Karlheinz Böhm, Österreich/Äthiopien

Preisträger 2002 Kardinal Franz König, Alterzbischof von Wien, für seinen Einsatz für Toleranz und Dialog Ute Bock, Wien, für ihren Einsatz für Flüchtlinge aus aller Welt Amira Hass, Tel Aviv/Ramallah, für ihre herausragenden, unabhängigen, journalistischen Arbeiten Das Palestinian Centre for Human Rights, in Ghaza-Stadt, für seinen jahrelangen mutigen Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten

Preisträger 2005 Nadja Lorenz und Georg Bürstmayr aus Wien Andrej Sannikow aus Belarus

Preisträger 2007 Gao Zhisheng, China Jovan Mirilo, Serbien Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit (ZARA), Österreich Manfred Nowak, Österreich Ehrenpreis: Kofi Annan, ehemaliger UNO-Generalsekretär

Preisträger 2011 Daniel Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra die Hilfsorganisationen ASPIS, ESRA und Hemayat

Preisträger 2013 Mazen Darwish, syrischer Journalist und Menschenrechtsaktivist Bogaletch Gebre, äthiopische Menschenrechtsaktivistin Cecily Corti, Gründerin von VinziRast in Wien-MeidlingBruno Kreisky Stiftung: Verleihung 2013

Preisträger 2015 Vian Dakhil, im irakischen Parlament, Vertreterin der Jesiden, Laudatio: Violet Al Raheb Marijana Grandits, 2000–2012 Mitglied der Menschenrechtskommission im Innenministerium Österreichs, Laudatio: Manfred Nowak Nachbarinnen in Wien, für Migrantenfamilien mit türkischer, arabischer, somalischer und tschetschenischer Muttersprache, Laudatio: Sandra Frauenberger

Preisträger 2017 Aslı Erdoğan Wolfgang Kaleck

Preisträger 2019 Amal Fathy. Abgerufen am 17. Mai 2019.Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis geht an ägyptische Aktivistin. Artikel vom 14. Mai 2019, abgerufen am 17. Mai 2019. Verein Shalom Alaikum – Jewish Aid for Refugees Projekt „Kenne deine Rechte“ – Alexandra Stocker, David Weiss und andere Ehrenpreis: Michael Landau

Preisträger 2022

Maria Kalesnikawa Al-Haq asylkoordination österreich Martin Hochegger

Preisträger 2024

Wladimir Kara-Mursa und Ehefrau Jewgenija Kara-Mursa Gerald Rockenschaub Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser

Siehe auch Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch

Weblinks Bruno Kreisky Menschenrechtspreis auf der Website der Bruno Kreisky Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Österreichische Auszeichnung Kategorie:Menschenrechtspreis Kategorie:Friedenspreis Kategorie:Bruno Kreisky Kategorie:Erstverleihung 1979