Die Liste von Seilbahnunfällen enthält eine chronologische Auflistung von Unfällen bei Luft- und Standseilbahnen, bei denen der Verlust von Menschenleben zu beklagen waren, Personen erheblich verletzt wurden oder die aus anderen Gründen erwähnenswert sind. Obwohl Seilbahn zu den sichersten Verkehrsmittel zählen, kann die Seilbahntechnik gelegentlich anfällig sein und Unfälle lassen sich nicht ganz ausschließen.

Seilbahnen werden regelmäßig von den Behörden kontrolliert, wobei die Sicherheits- und Kontrollvorschriften seit geraumer Zeit bei allen Alpenländern etwa gleich sind. Unfälle und Zwischenfälle werden von staatlichen Stellen untersucht, beispielsweise von der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) in Österreich oder von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST.

1930–1949 Schauinsland (Baden, ) – Bedienungsfehler Am 26. November 1932 wurde bei der Schauinslandbahn wegen eines Bedienungsfehlers eines Schaffners nur ein Zugseil an die Bahn gekuppelt. Dadurch geriet die Kabine über das herabgefallene Zugseil und wurde kurz vor der Talstation vom Tragseil gehebelt. Die Kabine stürzte 13 Meter in die Tiefe, wodurch drei Personen (darunter der Schaffner) ums Leben kamen. Nach umfangreichen Untersuchungen, durch die die grundsätzliche Sicherheit der Bahn bestätigt wurde, konnte der Betrieb im Januar 1933 wieder aufgenommen werden.

1950–1959 Herzogstand (Bayern, ) – Seilriss Am 20. März 1955 riss das Förderseil eines Sessellifts der Herzogstandbahn. Drahtbrüche im Seil wurden wegen oberflächlicher Überprüfung nicht bemerkt. Der Unfall forderte 2 Tote und 6 zum Teil schwer Verletzte.

Graz () – Sessellift setzte sich in Bewegung Am 2. April 1956 setzte sich die Sesselbahn Plabutsch nach einer Abschaltung selbstständig in Bewegung und erreichte annähernd das Fünffache ihrer Normalgeschwindigkeit. 1 Toter und 7 Verletzte waren zu beklagen. → Siehe auch Abschnitt Unfall 1956 im Artikel Sessellift Plabutsch

Göscheneralp (Uri, ) – Sturz aus großer Höhe mini|Unfallstelle auf der Göscheneralp Am 5. Januar 1958 stürzte bei der Rückfahrt von der Kraftwerkbaustelle der Göscheneralp eine Kabine aus großer Höhe mit drei Insassen ab. Die Kabine wurde zertrümmert. Zwei Personen starben, der dritte Passagier konnte schwer verletzt geborgen werden.

Cubatão (São Paulo, ) Am 28. August 1959 riss ein Seil einer Standseilbahn der Firma Light bei der Stadt Cubatãohttps://www.dgabc.com.br/Noticia/124805/da-billings-a-descida-da-serra-em-roteiro-turistico?utm_source=chatgpt.com (nahe der Hafenstadt Santos), in der sich 37 Mitarbeiter befanden, worauf hin diese 350 Meter abstürzte. 30 Tote, 5 Verletzte, zwei Personen blieben durch einen frühzeitigen Absprung unverletzthttps://www1.folha.uol.com.br/fsp/cotidian/ff2908200906.htm – nach anderen Berichten 32 Tote.http://www.gotech.at/archiv/archiv2019/raucher/unf_lle-katastrophen_august_2006e.pdf

1960–1969 Monte Faito (Kampanien, ) – Vier Tote beim Absturz einer Kabine Am 15. August 1960 kamen beim Absturz einer Kabine zwischen Castella Mare di Stabia und dem Monte Faito bei Neapel vier Menschen ums Leben, mehr als 30 wurden verketzt.

Chamonix (Haute-Savoie, ) – Militärflugzeug zerriss Zugseil Am 29. August 1961 durchtrennte ein Flugzeug der französischen Luftstreitkräfte im Tiefflug das Zugseil der Kleinkabinenbahn Vallée Blanche an der Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv. Drei Kabinen stürzten etwa 150 Meter tief ab, sechs Personen verstarben.6 in Mont Blanc Lifts Die as Jet Cuts Cable; 3 Cars Fall 500 Feet. In: The New York Times (online), 30. August 1961

Sofia (Witoscha, ) – Kollision zweier Gondeln, eine Kabine stürzte in die Tiefe Am 6. September 1962 löste sich die Klemme einer Gondel der Seilbahn Knjaschewo-Kopitoto 40 Meter nach der Ausfahrt aus der Bergstation und rutschte bis zur nächsten Gondel entlang des Tragseils, anschließend stürzte sie aus etwa 15 Meter Höhe. Durch den Zusammenprall und Absturz wurden sechs Person getötet, darunter drei Kinder im Alter von 6, 10 und 12 Jahren und drei weitere zum Teil schwer verletzt, ein Kleinkind hatte nur leichte Verletzungen. Als Unglücksursache wurde eine Missachtung der Sicherheitsregeln des Herstellers Girak durch das schlecht geschulte Personal der Seilbahn ermittelt, sie wurde erst wenige Wochen vor dem Unfall in Betrieb genommen.

Hallein (Salzburger Land, Österreich) – Kollision mehrerer Gondeln Am 19. März 1965 um 20.30 Uhr rollte in Hallein bei der letzten Fahrt eine Gondel zurück und riss zwei weitere Gondeln mit sich. Durch den Zusammenprall wurde eine Person getötet und zehn andere zum Teil schwer verletzt.Salzbergbahn Hallein. In: Salzburgwiki, abgerufen am 14. April 2026.

Puy de Sancy (Zentralmassiv, Frankreich) – Außenwand gebrochen, Menschen stürzten in Tiefe Am 25. Dezember 1965 brach beim Stopp einer Kabine der Seilbahn am Puy de Sancy wegen Stromausfalls eine Außenwand. 17 Menschen stürzten in die Tiefe, sieben davon kamen ums Leben.

Chamonix (Haute-Savoie, Frankreich) – Vier Tote bei Seilbruch Am 9. Juli 1966 stürzten wegen eines Seilbruchs einer Gondelbahn bei Chamonix an der Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv drei Gondeln ab. Es waren vier Tote zu beklagen.

1970–1979 Burgstall (Südtirol, Italien) – Absturz einer Materialbahn Am 6. Dezember 1970 stürzte die Transportkiste einer Materialseilbahn in Burgstall nahe Meran ab. Dabei starben fünf Menschen.Mitteilungsblatt 6/2010 der Gemeinde Burgstall, Erinnerung an den Unfall zum 40. Jahrestag, Seite 38 PDF, 8,6 MB, abgerufen am 19. Mai 2012

Betten (Wallis, Schweiz) – Zugseil gerissen mini|x230px|In der Talstation Betten bot sich ein Bild der Verwüstung. Am 12. Juli 1972 fuhr in Betten eine Pendelbahn mit 14 Personen in Richtung Talstation. Nach einigen hundert Metern riss das Zugseil, die Kabine donnerte talwärts und zerschellte Sekunden später an der Betonwand der Talstation. Elf Menschen waren sofort tot, zwei überlebten die Katastrophe. Ein Mann sprang aus der abstürzenden Kabine und kam ums Leben.

Les Deux Alpes (Département Isère, Frankreich) – Kollision und Absturz bei Probefahrt Am 26. Oktober 1972 stießen in Les Deux Alpes bei einer Testfahrt mit einer für den öffentlichen Verkehr noch nicht zugelassenen neuen Seilbahn zwei Kabinen mit großer Geschwindigkeit zusammen und stürzten ab. Die Kollision forderte neun Menschenleben.

Bergen () – Absturz einer Kabine Am 9. Juli 1974 forderte der Absturz einer Kabine der Ulriksbanen bei Bergen 9 Tote. → Siehe auch Abschnitt Unfälle im Artikel Ulriksbanen

Cavalese (Trient, Italien) – Riss des Tragseils aufgrund einer Fehlbedienung mini|Zertrümmerte Seilbahnkabine der Cermisbahn Am 9. März 1976 stürzte im Dolomitenort Cavalese eine Kabine der Cermisbahn nach einem Seilbruch ab. Der Unfall kostete 42 Personen das Leben. Aufgrund einer Fehleinschätzung einer Betriebsstörung, einem Überschlag von Zug- und Tragseil, wurde die Sicherheitsabschaltung außer Betrieb genommen. Dies war der folgenschwerste Unfall einer Luftseilbahn weltweit bis heute.Es war menschliches Versagen in Cavalese: Staatsanwalt stellte vier Haftbefehle aus. In: Oberösterreichische Nachrichten, 18. Oktober 1976

Vail (Colorado, ) – Abstürze wegen Schadens am Tragseil Am 26. März 1976 stürzten in Vail infolge eines Schadens am Tragseil mehrere Kabinen einer Kleinkabinenbahn ab. Die Bilanz waren vier Tote und fünf Schwerverletzte.

Squaw Valley (Kalifornien, Vereinigte Staaten) – Seil durchschlug Dach einer Kabine Am 15. April 1978 wurden in Squaw Valley während eines Orkans zwei Tragseile einer Seilbahn von der obersten Seilbahnstütze hinausgeschlagen. Eines der Seile durchschlug das Dach der Kabine, tötete vier Menschen und verletzte 22.

Melchsee-Frutt (Obwalden, Schweiz) – Mehrere Kabinen abgestürzt Am 22. Februar 1979 stürzten vier Vierergondeln in Melchsee-Frutt ab, weil das Tragseil wegen eines Defekts aus der Rollenbatterie im oberen Drittel der Gondelbahn sprang. Eine Person erlag einen Tag nach dem Unfall im Spital ihren Verletzungen, fünf weitere Passagiere wurden zum Teil schwer verletzt.Frutt-Chronik. Auf: www.melchsee-frutt.com, abgerufen am 4. April 2026.Nicolas Lurati: «Eitan wird das nie vergessen. Es ist brutal». In: Blick (online), 5. Juni 2021.

1980–1989 Tarsch (Südtirol, Italien) – Sessellift lief mit hoher Geschwindigkeit rückwärts Am 28. Dezember 1981 kostete in Tarsch im Vinschgau das Versagen aller drei Bremsen eines Sessellifts zwei Personen das Leben. 23 wurden verletzt.Wie Dreschflegel. In: Der Spiegel (online), 3. Januar 1982.

Champoluc (Aostatal, Italien) – Absturz dreier Kabinen Am 13. Februar 1983 kamen beim Absturz dreier Kabinen in Champoluc im Val d’Ayas elf Menschen ums Leben. Die Kabinen wurden durch eine starke Windböe aus der Verankerung gerissen und stürzen mehr als 50 Meter in die Tiefe.

Sentosa () – Gondeln stürzen wegen Fahrlässigkeit ins Meer Am 29. Januar 1983 stürzten in Sentosa Seilbahnkabinen ins Meer, weil eine panamaische Ölplattform gegen das Tragseil stieß. Trotz einer Höhenbeschränkung für Schiffe kannten weder Kapitän noch Erster Offizier die Höhe ihrer Ölplattform. Beim Unfall fanden acht Personen den Tod. Obwohl bereits im November 1973 während der Bauarbeiten der Seilbahn der Mast eines Passagierschiffs die Seile berührte, wurden keine Maßnahmen getroffen, um das Wiederauftreten solcher Ereignisse zu verhindern.Qi Rui Vincent Koh: Cable car tragedy at Sentosa. Auf: Singapore Infopedia, 22. September 2014.

Luz Ardiden (Département Hautes-Pyrénées, Frankreich) – Betonblock löste sich aus Verankerung Am 1. März 1987 fielen bei Luz Ardiden in den Pyrenäen beim Absturz mehrerer Liftsessel sechs Fahrgäste zum Opfer, 39 wurden verletzt. Ein mehrere Tonnen schwerer Betonblock, der die Spannung der Seile sicherstellte, löste sich in der Gipfelstation aus seiner Verankerung. Der Sessellift war erst drei Wochen zuvor eingeweiht worden.Seilbahnunglück in den Pyrenäen. In: Die Tageszeitung (online), 3. März 1987.

Passo Falzarego (Venetien, Italien) – Militärflugzeugs durchtrennte Tragseil Am 27. Juli 1987 durchtrennte in Passo Falzarego ein italienischer Militärjet das Zugseil der Lagazuoi-Seilbahn. Fünf Personen wurden leicht verletzt.Giorgio Cecchetti: Un aereo contro la la funivia. In: La Repubblica (online), 28. Juli 1987.

→ Siehe auch Abschnitt Unfall vom 27. Juli 1987 im Artikel Lagazuoi-Seilbahn

Vaujany (Département Isère, Frankreich) – Neue Seilbahn abgestürzt Am 13. Januar 1989 starben in Vaujany im Skigebiet von Alpe d’Huez bei Testfahrten einer erst kürzlich errichteten Seilbahn sechs Techniker. Die Kabine stürzte mehr als 100 Meter tief in eine Schlucht. Die Seilbahn war noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.6 Die In Cable Car Fall. In: Deseret News (online), 14. Januar 1989.

1990–1999 Dalaas (Vorarlberg, Österreich) – Bäume stürzten auf Sessellift Am 27. Februar 1990 stürzten während eines Sturms in Dalaas mehrere Bäume auf einen Sessellift und verletzten mehrere Wintersportler schwer.Tony Walser: Seilbahn haftet für Sturmschäden. Auf: Vorarlberger Nachrichten, 31. Juli 1992.

Tiflis () – Seilbruch einer Standseilbahn Am 1. Juni 1990 waren bei einem Seilbruch einer Standseilbahn in Tiflis 19 Tote zu beklagen. Die Opfer waren vor allem Kinder und Jugendliche, die einen Ausflug auf den Mtazminda unternommen hatten. Die Ursachen des Unfalls blieben ungeklärt.Falk Krentzlin: In: Kaukasische Post, Nr. 31.

Mérida (Mérida; ) – Gondelabsturz wegen fehlendem Unterhalt Am 24. November 1991 brach am letzten Masten bei der vierten Teilstrecke das Seil der Méridabahn, was zwei Fahrgästen das Leben kostete. Die Pendelbahn bei Mérida ist die höchstgelegene Seilbahn der Welt. Sie überwindet 722 Meter Höhenunterschied und ist mit 3071 Meter Fahrtstrecke die längste Seilbahn.

→ Siehe auch Abschnitt Unfall vom 24. November 1991 im Artikel Méridabahn

Nassfeld (Kärnten, Österreich) – Gebrochene Führungsrolle