Wettlauf nach Bombay ist ein vierteiliger deutsch-französischer Fernsehfilm aus dem Jahr 1981, der zu den Abenteuervierteilern gehört. Es handelt sich um die Verfilmung des Romans La Nouvelle malle des Indes von Jacques Robert. Regie führte Christian-Jaque.

Handlung

Im Oktober 1829 brechen der englische Marineleutnant Thomas Waghorn (Christian Kohlund) und der französische Naturforscher Martial de Sassenage (Jean-Pierre Bouvier) aus London auf, um innerhalb von drei Monaten Bombay (das heutige Mumbai) zu erreichen. Waghorn möchte den Beweis erbringen, dass die zu der Zeit übliche Route um das Kap der Guten Hoffnung, auf der man sechs Monate von London nach Bombay benötigt, nicht den schnellsten Weg nach Indien darstellt. Die Reise verläuft wie folgt:

Teil 1: (ZDF: 29. November 1981) Von London über den Ärmelkanal nach Nordfrankreich, von dort über Paris bis zur Grenze der Schweiz

Thomas Waghorn blitzt bei der East India Company ab mit der Idee, über das Mittelmeer und Suez eine Postverbindung nach Indien aufzubauen, die deutlich schneller ist als deren Schiffe um das Kap, die sechs Monate dafür benötigen. Dennoch gründet er in London, zusammen mit seinem französischen Freund Martial de Sassenage, den er bei einer Schlägerei in einem Wirtshaus kennengelernt hat, die Global Trade Company und will das Unternehmen auf eigene Faust durchführen. Er verspricht, Bombay auf dem Weg durch Frankreich und über Suez in weniger als drei Monaten zu erreichen, und erhält von der East India Company sogar eine schriftliche Bestätigung seiner Abreise am 28. Oktober 1829, die er dem Gouverneur in Bombay vorlegen will.

Ein reicher Londoner Reeder (Keramos), der Einbußen bei seinen Geschäften auf der Kap-Route fürchtet, hetzt den skrupellosen Schurken Taylor hinter ihm her, der mit seinen Kumpanen Bartholdo und Josephe verhindern soll, dass Waghorn in Bombay ankommt. Dazu soll er ihn allerdings zunächst nur effektiv aufhalten, nicht aber töten. (Später nimmt Taylor dieses Detail seines Auftrags nicht mehr ganz so genau.)

Martial de Sassenage ist Naturforscher und will im Auftrag von Baron Georges de Cuvier für den Jardin des Plantes in Indien lebende Bengalische Tiger nach Paris holen. Er reist voraus und verabredet sich mit Waghorn in Amiens. Thomas Waghorn kommt erstmal nur bis Boulogne-sur-Mer, wo gerade ein Aufstand gegen König Karl den Zehnten niedergeschlagen wurde und kein Reisender die Stadt verlassen darf. Er rettet einem flüchtenden Sträfling das Leben, der ihm als Dank, nachdem Waghorn es über Beziehungen nach Amiens geschafft hat, die Verfolger Bartholdo und Josephe in einer Scheune einschließt.

Während sich Tom und Martial in einer Gaststätte über ihre weiteren Pläne nach Suez unterhalten, werden zwei Beamte der Sûreté auf sie aufmerksam (Chefinspektor Fontanier und sein Gehilfe Vacherin) und heften sich an ihre Fersen. Sie halten sie für verdächtige Spione, die mit den Saint-Simonisten zusammenarbeiten und gegen den König intrigieren. In Paris erhalten sie vom Chef der Sûreté den Auftrag, die beiden bis an die Grenze Frankreichs zu verfolgen und notfalls auch ins Ausland. Die beiden Beamten haben jedoch keine Vorstellung davon, wie groß das Ausland ist.

Ein Theaterschauspieler aus Paris wird von Taylor bestochen, und Tom und Martial folgen diesem nach Paris. Dabei versäumen sie ihr Treffen mit den Saint-Simonisten, da Taylor sie in die Katakomben führen und dort anketten lässt. Wie durch ein Wunder kommt bald mit lauter Musik eine Gruppe von Medizinstudenten vorbei, die in den Katakomben Material für anatomische Studien suchen und Tom und Martial aus ihrer misslichen Lage befreien. Die beiden haben nichts besseres zu tun, als der wichtigen Tätigkeit nachzugehen, dem Schauspieler noch eine Ohrfeige zu geben – womit sich bald darauf wieder Taylor und seine Gehilfen an ihre Fersen heften.

Tom und Martial nehmen die Kutsche nach Chalon-sur-Saône und von dort das Boot Richtung Lyon, entdecken jedoch am Ufer Taylor und seine beiden Gehilfen, die zur nächsten Anlegestelle vorausreiten. Um dem Empfang zu entgehen, flüchten Tom und Martial im gestohlenen Beiboot ans Ufer und setzen sich bald darauf in Richtung Schweiz ab. Fontanier und Vacherin, die ebenfalls auf dem Boot sind, müssen Karteikarten von Herbergen aus den umgebenden Départements durchwälzen, sind dabei ausnahmsweise einmal erfolgreich und finden ihre Spur nahe der Schweizer Grenze wieder. Taylor muss erkennen, dass er die Spur der beiden verloren hat, und die drei trennen sich auf. Taylor reist nach Marseille, um sich dort nach Alexandria einzuschiffen. Bartholdo und Josephe sollen über die Schweiz nach Triest reisen und von dort nach Alexandria. Es gibt nur diese zwei Schiffsverbindungen nach Alexandria.

Teil 1 endet damit, dass Tom und Martial in einer Herberge an der Schweizer Grenze einkehren, wo gerade eine Fahndung der Zollinspektion läuft, da in letzter Zeit viel zu viele Schweizer Uhren nach Frankreich geschmuggelt wurden. Ebenfalls geschmuggelt wird Seide, unter dem Fell von Schafen und dann unter Stroh aufbewahrt, auf dem sich Fontanier und Vacherin mangels Herberge zur Nachtruhe begeben. Vacherin entdeckt die Seide, wird jedoch im Namen des Königs aufgefordert, umgehend Ruhe zu geben und einzuschlafen, was er dann auch tut.

Teil 2 (ZDF: 1. Dezember 1981) Durch die Schweizer Alpen und den Norden Italiens bis nach Venedig und Triest, von dort Abreise per Schiff nach Alexandria

Zwei Schweizerinnen schieben Tom und Martial eine Kiste mit Schweizer Uhren unter, die prompt von der Zollinspektion entdeckt wird. Zusammen mit den unverdächtigen Schmugglerinnen dürfen sie daraufhin eine gut bewachte Nacht in der Herberge verbringen. Ein Komplize der Schmugglerinnen verhilft ihnen allerdings glücklicherweise zur Flucht aus der Falle und an den Genfersee. Fontanier und Vacherin erwachen ebenfalls in den Fängen der Zollinspektion, und es dauert geraume Zeit, bis sie den Kollegen begreiflich machen können, dass sie von der Sûreté sind und es nicht sie waren, die die Seide geschmuggelt hatten. Auf dem Schaufelraddampfer La Suisse auf dem Genfersee fertigt ein Schüler ein Porträt von Thomas Waghorn an, der mit Sassenage bald den Weg über die Alpen nimmt, um nach Italien zu kommen, dicht gefolgt von Fontanier und Vacherin. Bartholdo und Josephe entdecken unter den Portraitzeichnungen der Schüler zufällig Waghorns Bild und bekommen mit rabiaten Methoden schnell heraus, dass die beiden Abenteurer auf dem Weg nach Mailand und Triest sind.

In der verschneiten Passregion ist es so kalt, dass die Leichen der Verstorbenen bis zum Frühjahr in einer Kapelle aufbewahrt werden. Unerschrocken richten sich Tom und Martial neben zwei Leichen für die Nacht ein, erschrecken dann allerdings doch noch, und zwar am Anblick von Fontanier und Vacherin, als diese sich mit ihren Maultieren ebenfalls der Kapelle nähern. Die Agenten wiederum erschrecken beim Eintritt in die Kapelle zunächst am Anblick der vier in der Kapelle aufbewahrten Leichen, geraten jedoch alsbald in Verzückung ob ihrer bevorstehenden Beförderung, da sie nur noch die Särge aus dem Dorf organisieren und die toten Spione nach Paris bringen müssen.

An einem steilen und verschneiten Hang stürzt Martial vom Pferd und muss für einige Tage mit einem schwer verstauchten Fuß im St.-Bernhard-Hospiz verbringen. Er drängt Tom dazu, zunächst alleine nach Mailand weiterzureisen. Waghorn trifft im Kloster auf den englischen Lord Ovingston, der die geheime Widerstandsgruppe der Carbonari in Italien gegen die österreichische Fremdherrschaft unterstützt und mit ihnen bei Ivrea verabredet ist, allerdings von einem Agenten beschattet wird und daher in Lebensgefahr schwebt. Er schickt Waghorn mit der Times unter dem Arm zu den Carbonari, die ihn erstmal in Ketten legen und ihn auch dann, als nach Tagen endlich jemand kommt, der englisch spricht, nicht wirklich freilassen. Frei ist man in Norditalien als Ausländer in jenen unruhigen Zeiten nicht allzu häufig, wie auch Martial de Sassenage feststellen darf, dem es vor seiner Verhaftung gerade noch gelingt, einer Pariser Opernsängerin eine Nachricht für den französischen Konsul mitzugeben. In die Wege geleitet worden war die Verhaftung von den beiden Agenten der Sûreté, die an die Auferstehung der Toten nicht geglaubt hatten und sich nun mit dem österreichischen Polizeidirektor Schulz bestens verstehen.

Da Martial Comte de Sassenage ein Neffe des Generalstaatsanwalts in Paris ist, erzwingt der französische Konsul in Mailand die unverzügliche Freilassung des Naturforschers und praktischerweise gleich den österreichischen Schutz auf der Reise nach Venedig dazu. Thomas Waghorn landet mit dem englischsprachigen Carbonari auch in Mailand, der durch einen Schuss verwundet wird, was die beiden dazu zwingt, auf dem Anwesen des Grafen Conte Lupo Unterschlupf zu suchen. Auch dessen Haus wird von der österreichischen Polizei überwacht, die mitbekommt, dass die Gräfin Comtessa Vanini kurz darauf mit den zwei Männern in einer Kutsche nach Venedig fährt. Sie wird jedoch durch alle Sperren gelassen, da bekannt ist, dass sie mit Schulz liiert ist. Fontanier und Vacherin folgen bald darauf.

Tom ist im Palast in Venedig gefangen, die Comtessa hat die Verriegelung aller Türen angeordnet und kümmert sich in ihrem Bett persönlich um ihren Gast, bis Waghorn sich nachts aus einem Fenster abseilt, durch Venedigs Gassen irrt und fast direkt wahlweise in die Hände oder Gondeln der österreichischen Polizei, der französischen Sûreté oder der inzwischen alarmierten Bewacher der Comtessa fällt. Letztere bekommen zunächst den Zuschlag, dicht gefolgt von der Gondel der Polizei. Glücklicherweise steht Martial de Sassenage auf einer Brücke und hat zufällig ein Seil dabei, sodass Thomas Waghorn auf die Brücke gezogen werden und nach Triest entkommen kann. Die Comtessa kann ihre unangenehme Situation, in die sie sich durch das Abenteuer mit dem Engländer gebracht hat, nur dadurch retten, dass die den Heiratsantrag von Schulz annimmt.

In Triest müssen sowohl Tom und Martial als auch Fontanier und Vacherin feststellen, dass sie das Schiff nach Alexandria um wenige Stunden verpasst haben. Die beiden Abenteurer entscheiden sich für einen schnellen Ritt entlang der Küste, um das Schiff doch noch zu erreichen, während sich die französischen Geheimagenten auf ein anderes Schiff leiten lassen, die Santa Maria, dessen Sicherheit bei näherer Inspektion wohl nicht mehr ganz den zu jener Zeit gültigen Sicherheitsrichtlinien entsprochen hätte. Bereits in Alexandria angekommen sind Bartholdo und Josephe, wo sie sich mit Taylor getroffen haben, der bei den örtlichen Behörden bereits erfolgreich das Gerücht verbreitet hat, auf dem Schiff aus Triest sei die Pest ausgebrochen.

Teil 3 (ZDF: 5. Dezember 1981) Ankunft in Alexandria, von dort nach Kairo und Suez, über das Rote Meer nach Arabien

Mit einem Segelschiff erreichen Tom und Martial die Hafenstadt Alexandria. Hier gibt es sofort Ärger, da das Schiff unter Quarantäne gestellt wird und der Kapitän nach Tom und Martials Flucht an die Küste am nächsten Morgen die Flucht melden muss – mit dem Ergebnis, dass die Polizei alle Ausländer peinlich genau kontrolliert. Die beiden Freunde können in Alexandria bei einem ägyptischen Freund mit französischen Wurzeln untertauchen, der ihnen seinen Sohn Karim als Führer nach Kairo mitgibt. Weniger Glück haben zunächst Fontanier und Vacherin, die mit der Santa Maria Schiffbruch erlitten hatten, mit den Wellen an die Küste der Sahara gespült worden waren, und die, als sie glücklicherweise von einem Einheimischen gefunden und auf Eseln nach Alexandria kommen, sofort von der Polizei verhaftet und mit Pestverdacht ins Kastell eingesperrt werden.