mini|Logo der Stadt Königstein im Taunus

Königstein im Taunus ist eine Stadt und ein heilklimatischer Kurort mit  Einwohnern () im hessischen Hochtaunuskreis im Regierungsbezirk Darmstadt. Die Stadt liegt am südlichen Rand der waldreichen Hänge des Taunus im Umland der Stadt Frankfurt am Main im Rhein-Main-Gebiet.

Königstein im Taunus ist wie die Nachbarstadt Kronberg im Taunus für seine bevorzugten und teuren Wohnlagen mit einer großen Anzahl von Villen bekannt. Zudem wies die Stadt Königstein im Taunus im Jahr 2023 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 194 des Bundesdurchschnitts auf und belegt damit einen bundesweiten Spitzenwert. Königstein hatte im Jahr 2021 mit 62 Einkommensmillionären auf 10.000 Einwohner die höchste Millionärsdichte aller hessischen Städte und Gemeinden.

Geographie Nachbargemeinden Königstein grenzt im Norden an die Gemeinde Schmitten im Taunus und die Stadt Oberursel (Taunus), im Osten an die Städte Kronberg im Taunus und Schwalbach am Taunus, im Süden an die Städte Bad Soden am Taunus und Kelkheim (Taunus) (alle drei Main-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinde Glashütten.

Gliederung Königstein umfasst außer der Kernstadt drei Stadtteile: Falkenstein, Mammolshain und Schneidhain. Falkenstein ist seit 2002 ebenfalls mit dem Prädikat Heilklimatischer Kurort versehen; eine bundesweit einzigartige Konstellation, dass ein Stadtteil einer Kurstadt über eine eigenständige Prädikatisierung verfügt.

Geschichte mini|Blick von der Burgruine Königstein auf die Stadt mini|Blick auf die Burgruine mini|Königstein mit Burgruine vom Atzelbergturm gesehen

Einer örtlichen Sage nach soll König Chlodwig I. um 500 die Burg Königstein und eine Kapelle errichtet haben.Aloys Henninger: Nassau in seinen Sagen, Geschichten und Liedern fremder und eigner Dichtung, Band 1. Wiesbaden 1845, Die Entstehung der Burg Königstein S. 116–121.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Königstein 1215. Zu dieser Zeit befand sich die Burg im Besitz der Herren von Hagen-Münzenberg. Als dieses Geschlecht im Jahr 1255 erlosch, kam Königstein in den Besitz der Falkensteiner. Unter ihrer Herrschaft erhielt Königstein 1313 die Stadtrechte.

1418 mit dem Tod von Werner von Falkenstein erlosch auch das Geschlecht der Falkensteiner im Mannesstamm, und die Eppsteiner traten deren Erbe in Königstein an. Am 6. August 1505 erhielten die dem Haus Eppstein angehörenden Brüder Eberhard, Georg und Philipp vom römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. das Recht, den Titel „Grafen von Königstein“ zu führen. Damit war die Grafschaft Königstein begründet. Am 25. Mai 1535 starb Eberhard IV. von Eppstein, und sein Universalerbe Graf Ludwig zu Stolberg kam in den Besitz von Stadt und Burg Königstein. 1581 kam Königstein an Kurmainz. Mit der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde die weltliche Herrschaft des Mainzer Erzbischofs aufgehoben und sein Besitz aufgeteilt, wodurch Königstein dem Fürstentum Nassau-Usingen zugeschlagen wurde, das 1806 zum Herzogtum Nassau kam.

1851 wurde eine Kaltwasserheilanstalt errichtet, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. 1866 wurde Königstein nach dem für das Herzogtum Nassau verlorenen Preußisch-Österreichischen Krieg mit der Annexion Nassaus preußisch. 1935 wurde die Stadt zum „Heilklimatischen Kurort“ erklärt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Königstein zur Amerikanischen Besatzungszone und wurde Teil des 1946 neugegründeten Bundeslandes Hessen.

Vom 17. bis 21. Januar 1947 wurde das erste Deutschlandtreffen der Jungen Union in Königstein im Taunus veranstaltet. Der Ort gilt daher als Gründungsort der Jungen Union, der Jugendorganisation der CDU und der CSU.

Am 1. Januar 1977 erhielt die Stadt ihren heutigen amtlichen Namen Königstein im Taunus.

Eingemeindungen Anlässlich der Gebietsreform in Hessen genehmigte die Hessische Landesregierung mit Wirkung vom 1. April 1972 die Eingliederung der Gemeinde Schneidhain/Ts. in die Stadt Königstein i. Ts. im Obertaunuskreis. Am 1. August 1972 wurden kraft Gesetzes die Gemeinden Falkenstein und Mammolshain eingegliedert. Zudem wurde ein Gebiet der Nachbarstadt Bad Soden mit damals knapp 200 Einwohnern eingegliedert. Dieses Gebiet mit Namen Johanniswald, eine Siedlung des zu Bad Soden gehörenden Ortes Altenhain, wurde dem Königsteiner Stadtteil Schneidhain zugeteilt.

Für das Gebiet der drei eingegliederten Gemeinden wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

Religions- und Kirchengeschichte mini|hochkant|Denkmal für die Königsteiner Kirchenväter

Orden und religiöse Gemeinschaften Beeinflusst von Gabriel Biel berief Eberhard III. von Eppstein-Königstein 1466 die Brüder vom gemeinsamen Leben, auch „Kugelherren“ genannt, nach Königstein; sie waren Anhänger der devotio moderna („zeitgemäße Frömmigkeit“). Das Kugelherrenstift Königstein bestand bis 1540.

Graf Ludwig zu Stolberg führte Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation lutherischer Prägung ein und löste 1540 das Kugelherrenstift auf. Mit der Übernahme der Stadt durch Kurmainz kam es ab 1601 zur Gegenreformation. Zwischen 1646 und 1813 bestand das Kapuzinerkloster Königstein, das spätere Hotel Pfaff.

1884/1891 wurde das Ursulinenkloster gegründet, deren Schwestern es sich zur Aufgabe machten, die Sonntagsschule auszubauen. Aus diesem Vorhaben ging die St.-Angela-Schule hervor.

Philosophisch-Theologische Hochschule Königstein

Am 29. April 1949 wurde in Königstein eine Philosophisch-Theologische Hochschule Königstein als selbständige katholische Universität offiziell gegründet und von der hessischen Landesregierung „zur Kenntnis genommen“. Der erste Vertriebenenbischof Maximilian Kaller berief den Philosophieprofessor Erich Kleineidam Ende Mai 1947 als Professor an die neu gegründete Hochschule. 1948 wurde er zusätzlich Regens, 1949 Rektor der Hochschule. Neben Kleineidam lehrten an der kirchlichen Hochschule auch Anton Janko, Philipp Schäfer, Eduard Kroker und Leo Scheffczyk. Zu den bekannten Absolventen gehören Karl Gabriel, Johannes Gründel, Ehrenfried Schulz und Gerhard Pieschl. Aus der Hochschule sind 417 Priester hervorgegangen, die vor allem für den Einsatz in osteuropäischen Ländern vorgesehen waren. Die Hochschule wurde am 15. Februar 1978 aufgelöst.

Jüdische Gemeinde mini|Haus der jüdischen Kulturgemeinde und des Rabbiners Siegfried Wetzler – Ölmühlweg 19

Sowohl in Falkenstein als auch in Königstein befanden sich bis zur Auslöschung in der Zeit des Nationalsozialismus jüdische Gemeinden. Während die Synagoge in Falkenstein erhalten ist, wurde die Synagoge Königstein im Taunus beim Novemberpogrom 1938 niedergebrannt. Seit 1996 erinnert ein Bronzemodell der Synagoge an das Verbrechen. Der Jüdische Friedhof in Falkenstein steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

In der Stadt Königstein erinnern daneben etliche Stolpersteine an frühere jüdische Familien, die Opfer des NS-Regimes wurden. Mit öffentlicher Anteilnahme vieler Bürger wurden 2013 erstmals zur Erinnerung 18 Stolpersteine an verschiedenen Gedenkstellen im Stadtgebiet verlegt. Im Jahr 2015 kamen 24 weitere hinzu. Das Haus der jüdischen Kulturgemeinde befand sich bis Ende der 30er Jahre im Ölmühlweg 19.Stolpersteine Königstein.de – Familie Wetzler Rabbiner und Lehrer war bis zu seiner Verschleppung Siegfried Wetzler.Taunus Zeitung.de – „Und-plötzlich waren sie weg“

Stolpersteine

Bevölkerung Im Jahr 2020 entfielen in der Stadt Königstein im Taunus – statistisch – 60 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner, die hier steuerrechtlich gemeldet waren. Damit hat Königstein im Taunus die höchste Millionärsdichte aller hessischen Städte und Gemeinden. Im Jahr 2021 entfielen in der Stadt Königstein im Taunus – statistisch – 62 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner, womit die Stadt weiterhin den Spitzenplatz aller Städte und Gemeinden in Hessen einnimmt.

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Königstein im Taunus 15.718 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 3114 Einwohner unter 18 Jahren, 6216 zwischen 18 und 49, 3015 zwischen 50 und 64 und 3375 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 2257 (14,4 %) Ausländer, von denen 1186 aus dem EU-Ausland, 403 aus anderen europäischen Ländern und 668 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 14,6 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 19,7 %.) Die Einwohner lebten in 7044 Haushalten. Davon waren 2337 Einpersonenhaushalte, 1974 Paare ohne Kinder und 2058 Paare mit Kindern, sowie 531 Alleinerziehende und 144 Wohngemeinschaften. In 1614 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 4719 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 303 evangelische (= 17,68 %), 1358 katholische (= 79,23 %), 53 jüdische (= 3,09 %) Einwohner • 1961: 3139 evangelische (= 43,13 %), 3772 katholische (= 51,83 %) Einwohner • 1987: 5596 evangelische (= 37,9 %), 6249 katholische (= 42,3 %), 2925 sonstige (= 19,8 %) Einwohner • 2011: 5440 evangelische (= 34,6 %), 5000 katholische (= 31,8 %), 5600 sonstige (= 35,6 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Die hessische Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge ALK CDU FDP SPD Grüne Klimaliste AfD 2021 Stimmanteil 33,5 30,9 15,4 5,9 9,8 2,8 1,8 Sitze (von 37) 12 11 6 2 4 1 1 2016 Stimmanteil 35,5 31,0 17,4 9,3 6,8 – – Sitze (von 37) 13 12 6 3 3 – – 2011 Stimmanteil 32,0 37,2 11,8 10,9 7,9 – – Sitze (von 37) 12 14 4 4 3 – – 2006 Stimmanteil 33,2 37,3 13,6 13,0 2,9 – – Sitze (von 37) 12 14 5 5 1 – – 2001 Stimmanteil 23,7 44,4 13,0 14,9 3,9 – – Sitze (von 37) 9 16 5 6 1 – – 1997 Stimmanteil 22,4 45,8 10,1 16,1 5,6 – – Sitze (von 37) 8 17 4 6 2 – – ALK CDU FDP SPD Grüne Klimaliste AfD

Bürgermeister mini|Rathaus der Stadt Königstein im Taunus Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Königstein im Taunus neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und acht weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeisterin ist seit dem 1. Juni 2024 Beatrice Schenk-Motzko (CDU). Sie wurde als Nachfolgerin von Leonhard Helm, der nach drei Amtszeiten nicht mehr kandidiert hatte, am 18. Februar 2024 in einer Stichwahl bei 49,62 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,65 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterstichwahl Stadt Königstein im Taunus 2024

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: Einzelergebnisse sind nicht archiviert – Votemanager: Wahltermine Stadt Königstein im Taunus, seit 2004 2024–2030 Beatrice Schenk-Motzko (CDU) (* 1986) 2006–2024 Leonhard Helm (* 1964) 2000–2006 Siegfried Fricke (CDU) (* 1954) 1991–2000 Bertram Huke (CDU) (* 1959) 1972–1991 Antonius Weber (CDU) (1930–2022)Traueranzeigen Antonius Weber – erster Bürgermeister nach der Gebietsreform 1966–1972 Ehrenfried Wilke (CDU) 1945–1966 Hubert Faßbender (CDU) (1899–1981)

Wappen

Städtepartnerschaften mini|Straßenschild mit der Aufschrift Königstein – Kreis Sächsische Schweiz

Die Stadt Königstein im Taunus unterhält Städtepartnerschaften mit Le Cannet-Rocheville, einem Vorort von Cannes (also soziologisch vergleichbar) an der Côte d’Azur in Frankreich, Königstein in der Sächsischen Schweiz, seit Juli 2005 mit der polnischen Stadt Kórnik (Kurnik) und seit April 2022 mit der englischen Kleinstadt Faringdon (Grafschaft Oxfordshire). Der Stadtteil Falkenstein hat zudem eine Partnerschaft mit dem normannischen Le Mêle-sur-Sarthe in Frankreich. Freundschaftliche Beziehungen (keine Partnerschaft) bestehen darüber hinaus zu Königstein in der Oberpfalz.

Wirtschaft und Verkehr Kaufkraft