mini|hochkant|Statue Adolf Clarenbachs (rechts) am Rathausturm Köln, links Anton Woensam
Adolf Clarenbach (auch Klarenbach; * um 1497 in Buscher Hof bei Lüttringhausen; † 28. September 1529 in Köln) gilt aufgrund seines Wirkens als Reformator als einer der ersten evangelischen Märtyrer am Niederrhein.
Leben und Wirken mini|Eine Gedenktafel auf dem Buscherhof erinnert an den Geburtsort Adolf Clarenbachs
Adolf Clarenbach wurde kurz vor dem Ende des 15. Jahrhunderts auf dem „Buscherhof“, einer politisch damals zu Lennep und kirchlich zu Lüttringhausen gehörenden Hofschaft, geboren. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt. An seinem Geburtshaus erinnert eine Gedenktafel an den „Bergischen Reformator“. Clarenbach, der im August 1514 ein Studium an der Universität Köln aufnahm und im Juni 1515 zum Baccalarius promoviert wurde,Keussen, Matrikel II, 732. versuchte seit 1523 als Lehrer in Münster, dann in Wesel reformatorische Grundsätze zu verbreiten und wurde deshalb von Herzog Johann von Jülich-Kleve-Berg seines Amtes entsetzt. 1525 begab er sich nach Osnabrück und wurde auch von hier, ebenso wie später aus Lüttringhausen, Büderich und Elberfeld wegen seines offenen Bekenntnisses für die Lehre Luthers vertrieben.
Als er seinen Freund und Glaubensgenossen Johann Klopreis nach Köln vor das geistliche Gericht begleitete, wurde Clarenbach am 3. April 1528 selber gefangengesetzt. Während Klopreis die Flucht gelang, wurde Clarenbach nach anderthalbjähriger Gefangenschaft zusammen mit einem anderen Glaubensgenossen, dem „Gotteslästerer“ Peter Fliesteden, am 28. September 1529 verbrannt. Die Hinrichtungsstätte befand sich am Melatenhof südlich des heutigen Melaten-Friedhofs im Bereich der Straßenkreuzung Clarenbachstraße/Lortzingstraße.
mini|Gedenkstein für Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden
Axel Bluhm gibt Clarenbachs letzte Aussagen wieder:
Diese Worte habe er dem Gerichtsherrn zugerufen, ehe er in die als Scheiterhaufen dienende Strohhütte geführt wurde.
Gedenken 300 Jahre nach seinem Tod wurde in seinem Geburtsort Lüttringhausen an der heutigen Lüttringhauser Straße das Adolf-Clarenbach-Denkmal errichtet. Es trägt die Inschrift „Adolf Clarenbach dem Zeugen der Wahrheit, das bergische Land den 28.Septbr.1829“ auf der der Straße zugewandten Seite, „geboren zu Buscherhof verbrannt zu Köln 28.9.1529“ auf der dem Buscherhof zugewandten Seite, sowie Bibelzitate aus , , und .
Auch sein Geburtshaus in der Hofschaft Buscherhof ist 800 Meter westlich des Denkmals erhalten.
miniatur|Gedenktafel am Adolf-Clarenbach-Denkmal miniatur|Adolf-Clarenbach-Denkmal in Lüttringhausen Bei der Grundsteinlegung am 28. September 1829 sollen, wie berichtet wird, 12.000 Menschen zugegen gewesen sein. Seit 2002 wird dort im Sommer ein vom Heimatbund Lüttringhausen organisierter „Musikalischer Sommerabend“ veranstaltet, dessen Einkünfte zur Renovierung des Denkmals dienen. Ebenfalls ihm zu Ehren wurde 1829 ein Kronleuchter gestiftet, der noch heute die evangelische Stadtkirche Remscheid-Lüttringhausen ziert. Das Alten- und Pflegeheim („Haus Clarenbach“), eine Grundschule („GGS Adolf Clarenbach“) sowie die Adolf-Clarenbach-Straße im historischen Dorfkern von Lüttringhausen sind nach dem bergischen Reformator benannt.
In der Nachbarstadt Solingen trägt eine Straße seinen Namen. In Berlin erinnern die um 1910 angelegte Klarenbachstraße im Moabiter Reformatorenviertel sowie der Glockenturm der Gnade-Christi-Kirche im Ortsteil Borsigwalde an Adolf Clarenbach.
Auf dem Melaten-Friedhof in Köln befindet sich ein Gedenkstein zum Andenken an Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden. Clarenbach wurde bei der Neuausstattung des Rathausturms mit Ratsturmfiguren berücksichtigt. 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde in Köln das Clarenbachwerk gegründet, welches sich vorwiegend um die Pflege und Betreuung älterer Menschen kümmert. Seit 1950 gibt es in Köln eine Clarenbach-Kirchengemeinde, deren Kirche im Stadtteil Braunsfeld Ende 1951 eingeweiht wurde. In Köln gibt es neben der Clarenbachstraße auch den nach ihm benannten Clarenbachkanal.
In Bonn gibt es ein nach ihm benanntes Konvikt, das Adolf-Clarenbach-Haus. In Düsseldorf gibt es die Klarenbachkirche; bis Ende 2019 gehörte sie zur Evangelischen Klarenbach-Kirchengemeinde Düsseldorf, in der es zudem das Klarenbachhaus gab. In Hösel gibt es eine Adolf-Clarenbach-Kirche, in Remscheid eine Clarenbach-Kirchengemeinde und eine Adolf-Clarenbach-Schule. Weitere Adolf-Clarenbach-Schulen gibt es in Heiligenhaus und in Neuss.
Der Gedenktag Adolf Clarenbachs im Evangelischen Namenkalender ist der 28. September.Joachim Schäfer:
Literatur
Axel Bluhm (Hrsg.): Allein Gottes Wort: Vorträge, Ansprachen, Besinnungen anlässlich des 450. Todestages der Märtyrer Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden (= Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte. Band 62). Rheinland-Verlag, Köln / Habelt, Bonn 1981, ISBN 3-7927-0571-0.
Deutsches Geschlechterbuch. Bd. 168, S. 177–416 (Genealogie der Familie Clarenbach). Johann Friedrich Gerhard Goeters, Albert Stein, Friedrich Gerhard Venderbosch (Hrsg.): Bekenner und Zeugen. Zum Gedenken an den 450. Todestag der Märtyrer Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden. Düsseldorf 1979. Hermann Klugkist Hesse: Frühlicht am Rhein. Adolf Clarenbach – Sein Leben und Sterben. Neukirchen 1929. Hermann Klugkist Hesse: Adolf Clarenbach. Ein Beitrag zur Geschichte des Evangeliums im Westen Deutschlands. Neuwied 1929 (ThAWPRh N.F., 25). Hans Kadereit: Wo noch gebeiert, gehaspelt und gedengelt wird: ein Hauch von Lüttringhauser Nostalgie. RGA-Buchverlag, Remscheid 2009, ISBN 978-3-940491-07-7. Werner Lauff: Adolf Clarenbach. Räudiges Schaf und faules stinkendes Glied oder Märtyrer der Kirche. In: Karl-Heinz zur Mühlen, André Ritter (Hrsg.): 100 Jahre Evangelisch-theologisches Studienhaus Adolf Clarenbach. 1897–1997. Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte 125, Rheinland-Verlag, Köln 1997, S. 55–78. August Ernst Rauschenbusch: Adolf Clarenbach’s und Peter Fleisteden’s Märtyrthum, wie dieselben am 28. Sept. 1529 zu Cöln verbrannt sind. Schwelm 1845. Karl Krafft: Die Geschichte der beiden Märtyrer der evangelischen Kirche Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden, hingerichtet zu Köln am Rhein, den 28.9.1529; nach gleichzeitigen städtischen und landesherrlichen Urkunden und aus wieder aufgefundenen Druckschriften erzählt. Evangelische Gesellschaft, Elberfeld 1886. Rainer Sommer: Der Ketzerprozess gegen Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden (1528–1529). In: Hermann von Wied: Erzbischof und Kurfürst von Köln. Teil 1: 1477–1539 (= Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte. Band 142). Rheinland-Verlag, Köln 2000, S. 177 ff.
Rainer Neu: Adolph Clarenbach und die Anfänge der Reformation am Niederrhein. In: der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern 3/2024, S. 94–96.
Weblinks
World Biographical Information System Online (WBIS): Eintrag zu Adolf Clarenbach
Einzelnachweise
Kategorie:Märtyrer Kategorie:Reformator Kategorie:Person (Büderich, Wesel) Kategorie:Person des Christentums (Wesel) Kategorie:Person (Remscheid) Kategorie:Hingerichtete Person (Heiliges Römisches Reich) Kategorie:Hingerichtete Person (16. Jahrhundert) Kategorie:Person des evangelischen Namenkalenders Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1529 Kategorie:Mann