Der Finkelstein-Test (nach Harry Finkelstein, amerikanischer Chirurg, 1865–1939) ist ein klinischer Test in der Orthopädie, der als pathognomonisch (krankheitskennzeichnend) für die Tendovaginitis stenosans de Quervain (Quervain-Krankheit), einer chronischen Entzündung des ersten Sehnenfaches der Hand, gilt.B. G. Elliott: Finkelstein's test: a descriptive error that can produce a false positive. In: J Hand Surg [Br]. 17(4), Aug 1992, S. 481–482. PMID 1402284 Darüber hinaus ist der Test auch beim Wartenberg-Syndrom positiv, einem Nervenkompressionssyndrom eines Endastes des Nervus radialis.
Die Durchführung wurde in der Originalarbeit von Finkelstein (1930)H. Finkelstein: Stenosing tendovaginitis at the radial styloid process. In: The Journal of Bone & Joint Surgery. 1930, 12, S. 509–540. folgendermaßen beschrieben:
In einer anderen Version, die sich heute in der Literatur weitgehend durchgesetzt hat, wird der Daumen in die Finger eingeschlagen und die Hand dann passiv im Gelenk zur Elle hin abgespreizt. Die Durchführung des Tests auf diese Weise führt allerdings zu falsch-positiven Ergebnissen bei der Diagnose der Quervain-Krankheit. Sie geht ursprünglich auf eine Veröffentlichung von Eichhoff (1927)E. Eichhoff: Zur Pathogenese der Tenovaginitis stenosans. In: Bruns' Beitrage Zur Klinischen Chirurgie. CXXXIX, 1927, S. 746–755. zurück. Die Verwechslung erfolgte in einer Arbeit von Leão. (1958),L. Leão: De Quervain's disease. A clinical and anatomical study. In: Journal of Bone and Joint Surgery. 40A, 5, 1958, S. 1063–1070. an der sich spätere andere Autoren orientierten.
Angesichts dieser Tatsache wird heute manchmal der heute gebräuchliche Test (mit eingeschlagenem Daumen) historisch korrekt als Eichhoff-Test und die Version mit freiem Daumen als eigentlicher Finkelstein-Test bezeichnet.
Einzelnachweise
Weblinks Ole Daniel Enersen: bei whonamedit.com
Kategorie:Diagnostisches Verfahren in Orthopädie und Unfallchirurgie Kategorie:Klinisches Untersuchungsverfahren