Giesen ist eine Ortschaft der Gemeinde Giesen im niedersächsischen Landkreis Hildesheim.

Geographie Die Ortschaft Giesen liegt zwischen Hildesheim und Sarstedt direkt an der Innerste und am Fuße des Giesener Forstes (nordöstlich). Nachbarortschaften sind Hasede, Emmerke, Ahrbergen und Groß Förste.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1146. Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1146 Gesim, 1147 Iesen, 1100–1200 Iesen, 1151 Iesen, 1181–1190 Ihesen, 1181 Iesen und 1193 Gesem. Auffällig ist bei dem Ortsnamen das Schwanken im Anlaut: „G-“ wechselt mit „J-“, jedoch ist dieses im Niederdeutschen gar nicht so selten. Es weist häufig auf eine Bezeichnung für „Gischtwasser“ hin: „wes-/*ges-“ für „schäumen, gären“ im Sinne von „Stelle am schäumenden Wasser“. mini|Klein Giesen, altes Wirtschaftsgebäude und Turm von St. Martin Die Unterscheidung in Groß und Klein Giesen erfolgte bereits ab dem 14. Jahrhundert. Zwischen Giesen und Emmerke lag der Ort Beelte, der im Dreißigjährigen Krieg ausgelöscht wurde. Es wird davon ausgegangen, dass viele der Giesener Familien ihren Ursprung in der Ortschaft Groß Beelte haben.

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die beiden Gemeinden Groß Giesen und Klein Giesen zusammen mit vier weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Giesen zusammengefasst. Groß- und Klein Giesen existieren bis heute als Gemarkungen weiter.

Religion Giesen hat zwei katholische Kirchen, St. Vitus (Groß Giesen) von 1670 und St. Martin (Klein Giesen). Die Pfarrei St. Vitus mit Sitz in Groß Giesen umfasst seit dem 1. November 2014 die Kirchen Maria Mutter der Kirche und St. Peter und Paul (beide Ahrbergen), St. Pankratius (Groß Förste), St. Vitus (Groß Giesen), St. Andreas (Hasede), St. Johannes (Klein Förste) und St. Martin (Klein Giesen). Zuvor bildeten die beiden Giesener Kirchen St. Vitus und St. Martin mit den beiden Kirchen in Ahrbergen eine Seelsorgeeinheit.

Die evangelische Kirchengemeinde der Ortschaft Giesen ist die Pauluskirche in Hasede.

Politik Ortsrat Der Ortsrat setzt sich aus elf Ratsmitgliedern zusammen. Zusätzlich befinden sich im Ortsrat fünf beratende Mitglieder (drei CDU, zwei SPD). CDU: 5 Sitze SPD: 4 Sitze Bündnis 90/Die Grünen: 1 Sitz Parteilose: 1 Sitz (Stand: 12. September 2021)

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeisterin ist Andrea Keienburg (CDU).

Wappen Wappen von Groß Giesen

Wappen von Klein Giesen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Verschiedenes Heimatmuseum Giesen Hügelgräberfeld aus der Bronzezeit im Giesener Forst Der Westturm der katholischen Pfarrkirche St. Vitus wurde 1672–75 erbaut, das heutige Kirchenschiff 1929. Im Kircheninneren sind die barocken Altäre vom Ende des 17. Jahrhunderts sowie sechs Deckengemälde aus der Zeit um 1675 beachtenswert. Der Hochaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert, während die Kanzel um 1520 angefertigt wurde und ursprünglich in der Nikolaikapelle in Hildesheim stand. Die Giesener Teiche (gehören zum Gebiet der Stadt Hildesheim). Man kann hier seltene Pflanzen und Vögel beobachten. Hier entstand die Schilderung Die Teiche von Hermann Löns. Nach dem Abzug der Streitkräfte aus Hildesheim Ende 2007 wurde das Gebiet südlich der Giesener Teiche, der sogenannte Osterberg als Naturschutzgebiet „Lange Dreisch und Osterberg“ durch ein sogenanntes Kleeblatt, welches die Form der Wege widerspiegelt, für die Bevölkerung erschlossen. Landschaftlich spiegelt diese Landschaft nördlich von Hildesheim eine kleine Rhön wider. Das „inoffizielle Wahrzeichen“ von Giesen ist die Abraumhalde des ehemaligen Kali-Werkes. Sie kündet schon von weitem sichtbar vom Wetter, indem sie sich von weiß nach dunkelgrau verfärbt und stellt somit eine Besonderheit dar.

Sport Mehrzweckhalle (mit Tennisplatz und Beachvolleyballplatz), Emmerker Straße Sportplatz, Waldstadion B-Sportplatz, Latherwischweg

Wirtschaft und Infrastruktur Die Ortschaft Giesen ist überwiegend durch Wohnbebauung geprägt.

Unternehmen Das größte Unternehmen der Ortschaft war bis in die 1990er-Jahre die Firma Kali und Salz AG (Kaliwerk Siegfried-Giesen). Seit 2015 wird im Rahmen einer Studie die Wirtschaftlichkeit der Wiederinbetriebnahme des Reservebergwerks Schacht Siegfried geprüft. Eine Inbetriebnahme würde Investitionen in Höhe von ca. 500 Mio. Euro nach sich ziehen und nachhaltig die Entwicklung der Ortschaft Giesen beeinflussen.

Bildung Kindergarten, Schöne Aussicht Kindergarten, Hainweg Grundschule Giesen-Hasede, Groß Beelter Straße

Verkehr Giesen liegt verkehrsgünstig in der Nähe der Bundesstraße 6. Auch die Bundesautobahn 7, sowie auch die Bundesautobahn 2, sind innerhalb kürzester Zeit erreichbar.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Hermann Schnipkoweit (1928–2018), Politiker (CDU), in Groß Giesen geboren Jan Stöß (1973), Politiker (SPD), Richter, in Groß Giesen aufgewachsen

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Erich Riebartsch (1902–1986), römisch-katholischer Theologe, war Pfarrkooperator in Groß Giesen Heinrich Biermann (1938–2003), Architekt und Politiker (CDU), lebte in Klein Giesen

Weblinks

Ortsteile Giesen auf der Webseite der Gemeinde Giesen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Hildesheim Kategorie:Giesen Kategorie:Ersterwähnung 1146