Der Aftokinitodromos 2 / Αυτοκινητόδρομος 2 (griechisch für ‚Autobahn 2‘) ist in Griechenland die wichtigste Straßenverbindung sowie die erste Autobahn in Nordgriechenland von West nach Ost. Zugleich ist sie das größte Infrastrukturprojekt im modernen Griechenland. Offiziell wird sie auch als Egnatia Odos (, „Egnatia-Straße“) bezeichnet, was auf die römische Via Egnatia zurückgeht. Die gesamte A2 ist zugleich Bestandteil der Europastraße 90 (E90).
Verlauf mini|links|Egnatia Odos in der Nähe von Ioannina mini|links|Der Abstieg der Autobahn 2 zum Hafen von Igoumenitsa mini|links|Der Südeingang des Driskos-Tunnels mit West- und Ost-Röhre mini|links|Die in Bau befindliche Arachthos-Brücke (im April 2009 fertiggestellt) mini|links|Baustelle der Metsovitikos-Brücke 2007 zwischen Panagia und Metsovo mini|links|Metsovitikos-Brücke bei Metsovo (in Bau). Im April 2009 fertiggestellt mini|links|Greveniotikos-Brücke bei Grevena links|mini|Abschnitt Veria-Polymylos. Eingang zu einem der vielen doppelröhrigen Tunnel auf dem 22 km langen Abschnitt mini|links|Abschnitt Thessaloniki-Profitis. Im Hintergrund das Autobahnkreuz Langadas mit der Autobahn A25 (Langadas-Serres-Promachonas) mini|links|Abschnitt Profitis-Rendina mini|links|Abschnitt Asprovalta-Strymonas
Die Autobahn 2 (A2) verbindet den Hafen Igoumenitsa am Ionischen Meer im Westen Griechenlands (Region Epirus) mit der türkischen Grenze (Region Westthrakien) im Osten. Sie wurde am 7. Juli 2009 mit der Verkehrsfreigabe der Tunnel Tyria und Agios Kostandinos fertiggestellt. Die Gesamtlänge beträgt 670 km. Sie ist damit die längste Autobahn in Griechenland, noch vor der Autobahn 1 (A1).
Westabschnitt (Epirus; Igoumenitsa–Ioannina–Metsovo–Panagia) Igoumenitsa–Ioannina Die A2 beginnt im unmittelbaren Hinterland des neuen Fährhafens von Igoumenitsa und führt nach Südosten direkt auf die Bergregion des westlichen Pindos-Gebirges in Epirus zu. Im Gegensatz zur Zeit vor der Fertigstellung der Autobahn 2 wird hiermit die Stadt Igoumenitsa nicht mehr durchquert, sondern in ihrem Süden umgangen. Entlang eines Flusstales führt die A2 in Richtung Südosten auf die Ortschaft Vassilikos zu, schwenkt bei dieser um ca. 90 Grad nach Nordosten und verläuft entlang der Nordküste des Chaskova-Sees. Sie biegt am Nordostende des Chaskova-Sees wieder nach Südosten und kreuzt bei der Ortschaft Neochori die Nationalstraße 18, welche südlich der A2 in die Ortschaft Paramythia führt; die A2 läuft nördlich von Paramythia weiter nach Osten zwischen den Massiven der Berge Kourendon (Norden) und Alysos (Süden) über die Ortschaften Selles und Tyria auf Dodoni zu.
Vor Dodoni wird der südöstlich gelegene Berg Tomaros (Olytsika) in einem Nordostbogen umgangen (wie Dodoni auch). Nordöstlich von Dodoni wird die Bergkette, welche die Ebene von Ioannina und Dodoni trennt, in einem Tunnel unterquert. Der Dodoni-Tunnel verläuft ca. 1 km südlich der Nationalstraße 17 von Ioannina nach Dodoni, welche die Bergkette als Passstraße kurvenreich überquert. Mit dieser Nationalstraße ist die A2 in der Anschlussstelle Dodoni (4) verbunden und bindet somit die archäologische Stätte des Dodoni-Orakels an die A2 an.
Ioannina–Metsovo Der Dodoni-Tunnel hat sein Ostportal im Südwesten der Hochebene von Ioannina. Die A2 führt ostnordöstlich orientiert im Süden von Ioannina vorbei und kreuzt bei der Ortschaft Pedini die Nationalstraße 5. Hier (siehe Ionia Odos) endet die Autobahn 5, welche entlang der Westküste Griechenlands (Ionisches Meer) in den Nordwesten des Peloponnes führt. Die Hochebene von Ioannina wird in ihrem Südosten am Fuß des Berges Driskos mit dem Driskos-Tunnel verlassen; dieser ist zugleich der längste Autobahntunnel im Verlauf der A2. An der Ostflanke des Berges Driskos endet der gleichnamige Tunnel im Tal des Flusses Arachthos (Westseite), welcher von Norden nach Süden verläuft.
Die A2 überquert mit der längsten Brücke im gesamten Streckenverlauf diesen Fluss auf die Ostseite des Tales. Anschließend schwenkt sie stärker nach Nordosten entlang des Flusses Metsovitikos (Arachthos-Nebenfluss) und verläuft südlich der Zagoria-Region zwischen den Bergen Demati (Nord) und Gradetsi bzw. Lakmos (Süden) auf die Ortschaft Votonosi zu. Bei der Ortschaft Votonosi im Tal des Flusses Metsovitikos verschwenkt die A2 nach Südost und führt um Metsovo herum. Die Umgehung der Hochebene von Metsovo (ca. 1.100 m Höhe) wird auch mit Hilfe des Metsovo- und Anilio-Tunnels (beide Tunnel länger als 2 km) realisiert. Der im Osten von Metsovo liegende Katara-Pass wird dabei unterquert.
Dieser Streckenabschnitt ist sowohl technisch als auch ökologisch der schwierigste auf der gesamten Trasse der Autobahn 2. Infolgedessen sind viele Brücken und Tunnels erforderlich, selbst die Gestaltung der Anschlussstellen ist ohne größere Bauwerke nicht möglich: bei der Anschlussstelle Metsovo (7) musste ein Kehrtunnel in den Autobahnzubringer eingebracht werden, um eine Überwindung der Höhenunterschiede zwischen dem bestehenden Straßennetz und der A2 zu ermöglichen.
Metsovo–Panagia Nach dem Verlassen des Metsovo-Tunnels führt die A2 weiter durch schwieriges Gelände nach Ost-Nordost auf die Ortschaft Panagia zu. Bei Panagia schwenkt die A2 deutlich nach Nordost ab und führt erneut durch technisch schwieriges Gelände nach Grevena. Epirus wird bei Panagia verlassen, und für ein kurzes Stück wird ein nordwestlicher Zipfel von Thessalien durchquert, bevor die A2 nach Westmakedonien läuft. Bei Panagia findet die Nationalstraße 6 Anschluss an die A2 und ermöglicht das Erreichen der Meteora-Klöster bei Kalambaka. Zukünftig wird hier wahrscheinlich die Autobahn 3 (A3, Odos Kentrikis Elladas) enden, welche über Kalambaka und Trikala nach Lamia führen wird.
Mittelabschnitt (Makedonien; Panagia–Thessaloniki–Kavala) Panagia–Grevena–Siatista–Kozani Nach Verlassen von Panagia und dem Schwenk nach Nord-Nordost (auch mittels des Panagia-Tunnels) beginnt der Abschnitt der A2 in Westmakedonien. Entlang von Flusstälern im Einzugsgebiet des Aliakmonas werden die Bergketten des zentral-östlichen Pindos-Gebirges durchlaufen (Westen: Kopanes, Trypimeni, Simandro; Osten Chasia Ori), die Ortschaft Agia Paraskevi passiert und der Fluss Venetikos überbrückt. Die Stadt Grevena im Regionalbezirk Grevena (eine der am dünnsten besiedelten Regionen in Griechenland) wird von Süden her kommend nach Nordosten führend umgangen. Bei der Umgehung wird auch der Fluss Greveniotikos in einer großen Brücke überquert.
Nach Grevena verläuft die A2 zunächst in unveränderter Richtung nach Siatista im Tal des Aliakmonas. Dieser wird überquert, kurz danach biegt die Nationalstraße 15 nach Nordwesten in Richtung Kastoria und dann weiter zur albanischen Grenze hin ab. Im Rahmen des Baus der A2 wird die Nationalstraße 15 durch eine parallel verlaufende Autobahn 29 (A29) entlastet. Bei Siatista, welches von Süden nach Nordosten südlich passiert wird, ändert die A2 ihre Richtung und wendet sich nach Nordosten und verläuft im Tal zwischen der Nordflanke des Vourinos-Berges und der Südflanke des Askio-Bergs in die Ebene von Kozani hinein. Kozani wird im Norden umgangen, die Nationalstraße 3 hierbei gekreuzt. Unmittelbar neben der Überquerung der Nationalstraße 3 befindet sich das Autobahnkreuz Kozani-Nord, in welchem sich die A2 und die Autobahn 27 (A27; Kozani–Ptolemaida) kreuzen.
Kozani–Veria–Thessaloniki Die Ebene von Kozani wird bis zu ihrem Westzipfel bei der Ortschaft Polymylos geradewegs durchquert. Kurz vor der Ortschaft Polymylos wird das Vermio-Massiv an dessen Südflanke im Bogen passiert. Die A2 verläuft dabei parallel zum Fluss Aliakmonas und zu dessen Stausee, ist von diesem aber minimal 8 km entfernt. Die Passage der Vermio-Südflanke ist technisch ebenfalls schwierig und wird mit vielen Brücken und Tunneln bewältigt. Die zuvor notwendige Passage dieses Streckenabschnitts auf der parallel verlaufenden Nationalstraße 4 (Kastania-Pass) entfällt für Fernreisende.
Nach Passage der Vermio-Südflanke schwenkt die A2 für einen kurzen Streckenteil nach Norden in Richtung der Stadt Veria und betritt damit die zentralmakedonische Tiefebene. Im Süden von Veria biegt die A2 wieder nach Nordosten, um parallel zum Aliakmonas durch die zentralmakedonische Tiefebene an die Küste der Thermaischen Golfs zu verlaufen. Sie passiert dabei die Stadt Alexandria im Süden und trifft bei der Ortschaft Klidi auf die aus Süden kommende Autobahn 1 (A1; E 75; PATHE), die in Nord-Süd-Richtung Thessaloniki mit Athen entlang der Ostküste der griechischen Festlands verbindet.
Ab dem Dreieck Klidi vereinigen sich die beiden Autobahnen und führen als gemeinsame Trasse und Fahrbahn in einem Bogen um den Thermaischen Golf herum. Sie beschreiben dabei einen 90° Kreisumfang, überqueren die Flüsse Loudias und Axios. Nach der Brücke über den Axios teilen sich die Trassen am Dreieck Axios wieder auf: die A1 führt nach Norden in Richtung Evzoni zur mazedonischen Grenze, die A2 verläuft weiter entlang der Küste des thermaischen Golfs in nordöstlicher Richtung nach Thessaloniki bzw. den Vorort Kalochori. Bei Kalochori führt ein Abzweig der A2 direkt in das Stadtzentrum von Thessaloniki und dessen Hafen hinein. Die Haupttrasse der A2 schwenkt am Kreuz Kalochori strikt nach Norden, um den westlichen Abschnitt des Autobahnrings von Thessaloniki zu beginnen.
Zunächst nach Norden verlaufend werden die östlichen Vororte von Thessaloniki umfahren. Nach der Kreuzung mit der Nationalstraße 2 bei Nea Ionia, schwenkt die A2 in nordöstliche Richtung und umgeht die Vororte Thessalonikis Stavroupoli und Evosmos. Bei Evosmos biegt die A2 für ein kurzes Stück strikt nach Osten ab und führt durch dicht bebautes Gebiet zum Vorort Efkarpia. Am Kreuz Evkarpia (auch Kreuz Titan oder K4 genannt) besteht ein Anschluss an die Innere Ringstraße von Thessaloniki, der die Stadt in weitem Bogen nach Süden umfährt und anschließend auf die Chalkidiki führt und Anschluss an die Nationalstraßen 16 und 67 hat.
Thessaloniki–Rendina Die A2 schwenkt nach Efkarpia wieder nach Nordosten, passiert die Nordwest-Ausläufer des Chortiatis und trifft bei Derveni/Liti auf die Nationalstraße 12 (nach Serres und Bulgarien). Ein bis zwei Kilometer weiter östlich wird die Autobahn 25 (zugleich Europastraße 79) am Autobahnkreuz Langadas an die A2 angeschlossen; über erstere können die Nationalstraße 12 ersetzend die Ziele Kilkis, Serres und Promachonas an der Grenze zu Bulgarien erreicht werden. Der See Koronia wird an seiner Nordküste bis zur Landbrücke zwischen den Seen Koronia und Volvi in einer Ebene umfahren; der Namensvetter der A2, die alte Nationalstraße 2, führt an den Südküsten der Seen Koronia und Volvi strikt nach Osten auf das Rendina-Tal zu. Die A2 hat auf der schmalen Nordküste des Sees Volvi schwieriges Gelände, bevor sie das Tal von Rendina nach Osten laufend erreicht.
Rendina–Kavala Das Rendina-Tal wird nach Osten führend in dessen Norden umgangen, womit die A2 wieder an der Küste der Ägäis (Strymonischer Golf) ist. Die A2 orientiert sich auf die Abhänge der Küstenberge (Kerdylio (Berg)) und verläuft somit nördlich der Touristenzentren Nea Vrasna und vor allem Asprovalta auf die Mündung des Flusses Strymonas zu. Der Fluss Strymonas wird in der Höhe des antiken Amphipolis mit einer Brücke überquert: dabei wird Zentralmakedonien verlassen und Ostmakedonien betreten.