mini|hochkant|Vladimír Suchánek (2013)

Vladimír Suchánek (* 12. Februar 1933 in Nové Město nad Metují; † 25. Januar 2021) war ein tschechischer Graphiker, Maler, Illustrator und Briefmarkenkünstler. Er galt als bedeutender Vertreter der tschechischen Farblithographie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Leben und Werk Suchánek studierte von 1952 bis 1954 an der Pädagogischen Fakultät der Karls-Universität Prag bei Cyril Bouda, Karel Lidický und Martin Salcman. Anschließend studierte er bis 1960 an der Akademie der Bildenden Künste Prag im Atelier für Graphik bei Vladimír Silovský.

Nach dem Schulabschluss durfte er aus politischen Gründen zunächst nicht studieren und arbeitete zeitweise als Arbeiter im Aero-Werk in Prag-Vysočany.

Suchánek arbeitete in den Bereichen Graphik, Malerei, Buchillustration, Briefmarkengestaltung und Exlibris. Seit den 1970er Jahren wurden seine Farblithographien international ausgestellt und als Beispiele moderner tschechischer Graphik präsentiert. Seine Arbeiten zeichnen sich durch symbolhafte Figurenkompositionen, poetische Bildsprache und technisch anspruchsvolle Mehrfarbendrucke aus.

Im Bereich des graphischen Exlibris zählt Suchánek zu den bedeutenden zeitgenössischen Künstlern; für Sammler aus aller Welt schuf er mehr als 300 Exlibris.

Bis 2016 hatte Suchánek rund 170 Einzelausstellungen im In- und Ausland sowie Beteiligungen an fast 300 internationalen Ausstellungen und Biennalen. Seine Werke wurden unter anderem in den USA, Japan, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Polen und der Slowakei gezeigt.

Werke Sucháneks befinden sich unter anderem in der Nationalgalerie Prag, der Albertina in Wien sowie im Rockford Art Museum in den Vereinigten Staaten.

Suchánek war Mitglied der Künstlervereinigung Hollar und gehörte zu den Persönlichkeiten, die nach der Samtenen Revolution am Wiederaufbau der Vereinigung beteiligt waren. Von 1995 bis 2015 war er Vorsitzender der Vereinigung, anschließend deren Ehrenvorsitzender.

Daneben war er auch musikalisch aktiv und spielte zeitweise in der Künstlerband Grafičanka.

1997 wurde Suchánek Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Wien. 2006 erhielt er die tschechische Verdienstmedaille III. Klasse.

Suchánek erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen für seine graphischen Arbeiten und seine Farblithographien.

Briefmarkenkunst mini|hochkant=0.8|Deutsche Briefmarke von 1997 zum 1000. Todestag des heiligen Adalbert

Suchánek entwarf zahlreiche Briefmarken für die Tschechische Republik. Internationale Bekanntheit erlangte die Gemeinschaftsausgabe zum 1000. Todestag des heiligen Adalbert aus dem Jahr 1997, die gleichzeitig in Deutschland, Polen, Ungarn, dem Vatikan und der Tschechischen Republik erschien.

Auszeichnungen 1974: Goldmedaille der Internationalen Kunstbiennale in Triest 1990: Goldmedaille der XIII. Internationalen Exlibris-Biennale in Malbork 1998: Goldmedaille des International Art Festival in Peking 2003: Grand Prize der International Print Biennial in Peking 2006: Grand Prize der Seoul Space International Print Biennial 2006: Verdienstmedaille III. Klasse

Literatur Leo van Maris: Portfolio Vladimír Suchánek. In: Maatstaf. Oktober 1976, De Arbeiderspers, Amsterdam. Vladimír Suchánek: Grafika. Akropolis, Prag 1997, ISBN 978-80-85770-51-3. Vladimír Suchánek: Ex graphicis. Výběr z grafické komorní tvorby / Selected small graphic prints. Gallery, Prag 2009, ISBN 978-80-86990-78-1. Vladimír Suchánek, Jiří Suchý: Texty a koláže z šedesátých let. Gallery, Prag 2010, ISBN 978-80-86990-61-3. Vladimír Suchánek: Melancholická ulita. Prag 2013, ISBN 978-80-260-3795-8.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Tschechien) Kategorie:Illustrator (Tschechien) Kategorie:Briefmarkenkünstler (Tschechien) Kategorie:Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste Kategorie:Träger der tschechischen Verdienstmedaille Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Tscheche Kategorie:Geboren 1933 Kategorie:Gestorben 2021 Kategorie:Mann