Andre Gingrich (* 12. September 1952 in Wien) ist ein österreichisch-US-amerikanischer Ethnologe bzw. Sozialanthropologe und Wissenschaftshistoriker.
Leben Andre Gingrich studierte an der Universität Wien Völkerkunde, Soziologie und Islamwissenschaften und wurde dort 1979 mit einer Arbeit über den Einfluss von Lewis H. Morgans Werk „Ancient Society“ in der Ethnologie der DDR (1945–1962) zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 1989 an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien mit einer ethnologischen Studie zum Agrarkalender der Munebbih in Südwestarabien. Er ist seit 1989 Gründungsmitglied der European Association of Social Anthropologists (EASA).
Von 1998 bis 2017 war Gingrich ordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Seit 2002 ist er wirkliches Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), deren Verlagskommission er von 2008 bis 2017 vorsaß. Von 2007 bis 2019 war Gingrich Gründungsdirektor des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW.Nachweis zur Leitung des Instituts für Sozialanthropologie auf oeaw.ac.at Er war von 2011 bis 2019 stellvertretender Sprecher des FWF-Sonderforschungsbereichs Visions of Community (VISCOM; Vergleichende Betrachtungen zu Ethnizität, Region und Reich in Christentum, Islam und Buddhismus, 400–1600 u. Z.).
Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Identitätskonzepte, Gender Studies, Ethnizität sowie die Geschichte der Sozialanthropologie bzw. Völkerkunde.
Publikationen mit Ulf Hannerz (Hrsg.): Small Countries: Structures and Sensibilities. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 2017. mit Fernand Kreff, Eva-Maria Knoll (Hrsg.): Lexikon der Globalisierung. transcript, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1822-8. mit Thomas Fillitz und Lutz Musner: Kulturen und Kriege: Transnationale Perspektiven der Anthropologie. Freiburg i. Br.: Rombach, 2007. mit Fredrik Barth, Robert Parkin & Sydel Silverman: One Discipline, Four Ways: British, German, French, and American Anthropology. The Halle Lectures. Chicago: University of Chicago Press, 2005. mit Gerd Baumann (Hrsg.): Grammars of Identity/Alterity: A Structural Approach. London: Berghahn, 2004. Erkundungen. Themen der ethnologischen Forschung. Wien-Köln-Weimar: Böhlau, 1999. Südwestarabische Sternenkalender. Eine ethnologische Studie zu Struktur, Kontext und regionalem Vergleich des tribalen Agrarkalenders der Munebbih im Jemen (Wiener Beiträge zur Ethnologie und Anthropologie, Bd. 7). Wien: WUV, 1994.
Auszeichnungen 2000: Wittgenstein-Preis 2015: Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften
Mitgliedschaften Mitglied der American Anthropological Association, 1994 Wirkliches Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2002 Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, 2007 Fellow, The World Academy of Sciences (TWAS), 2015 Korrespondierendes Mitglied der British Academy, 2022 Honorary Fellow, Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland, 2022
Weblinks
Gingrich bei Wittgenstein 2000 Institut für Kultur- und Sozialanthropologie - Andre Gingrich Andre Gingrich auf Academia.edu ORF ON Science - Beiträge von A. Gingrich
Einzelnachweise
Kategorie:Ethnologe Kategorie:Anthropologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Anthropologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Wissenschaftshistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien) Kategorie:Vereinsfunktionär Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Wittgenstein-Preisträger Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann