125px|rechts|Wappen der Stadt Stralsund

Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Stralsund führt chronologisch nach dem Jahrhundert der Geburt Personen auf, die in Stralsund geboren oder in Stralsund gestorben oder durch ihr Handeln in und um Stralsund bedeutsam für die Geschichte der Hansestadt Stralsund waren.

Die Hansestadt Stralsund, im Jahr 1234 mit Lübischem Stadtrecht versehen, war im Lauf ihrer Geschichte Schauplatz vieler bedeutender Ereignisse. Sie war zudem eine der bedeutendsten Städte der Hanse, später Mittelpunkt Schwedisch-Pommerns und einer der Hauptorte Pommerns. Als solche verfügte sie über eine große wirtschaftliche und militärische Bedeutung. Daher war Stralsund auch immer eine Stadt, in der bedeutende Persönlichkeiten lebten und wirkten. Viele später zu Bedeutung gelangte Personen wuchsen hier auf und erhielten im Gymnasium Stralsund ihr Grundwissen.

In der Aufzählung sind auch Bürgermeister und Oberbürgermeister enthalten; eine ausführlichere Auflistung dieser Personen steht unter Liste der Bürgermeister und Oberbürgermeister von Stralsund. Nicht aufgeführt sind die rügenschen und pommerschen Herrscher, siehe dazu die Liste der Herzöge von Pommern und Liste der rügenschen Fürsten.

14. Jahrhundert mini|hochkant|Nikolaus Lilienfeld

Nikolaus Lilienfeld († nach 1394) Uhrmacher, Ingenieur und Astronom. Er erbaute und vollendete 1394 die Astronomische Uhr in St. Nikolai (Stralsund) und wird auf Grund von Formenvergleichen als Erbauer weiterer Monumentaluhren im Ostseeraum vermutet. Sein in Stralsund überliefertes Bildnis gilt als das älteste Uhrmacherporträt im deutschen Sprachraum. Karsten Sarnow († 1393) Der Gewandschneider, der sich auch im Kampf gegen Piraten auf der Ostsee einen Namen gemacht hatte, übernahm 1390 das Bürgermeisteramt. Er erzwang 1391 eine Reform der Stralsunder Stadtverfassung. Zwei Jahre später ließen die Patrizier Sarnow hinrichten. Bertram Wulflam († 1394) Wulflam war von 1364 bis 1391 Bürgermeister von Stralsund. Er entstammte der gleichnamigen Kaufmannsfamilie. An die große Bedeutung der Wulflams für Stralsund, die 1370 im Frieden von Stralsund ihren Ausdruck fand, erinnert das Wulflamhaus, ein imposantes Giebelhaus, gegenüber dem Rathaus gelegen. Das Ufer des Frankenteichs wurde ihm zu Ehren Wulflamufer genannt.

15. Jahrhundert mini|hochkant|Johannes Aepinus

Otto Voge (* 1419; † 1475) War seit 1432 Mitglied des Stralsunder Rates. Er wurde 1443 zum Bürgermeister gewählt und erwarb sich große Verdienste um die Verwaltung und Befestigung der Stadt. Sabel Siegfried (* 1437; † 1491) Der gebürtige Stralsunder war Ratsherr und Bürgermeister in der Hansestadt Stralsund. Als Jurist war er als Gutachter im Stettiner Erbfolgekrieg tätig. Wichmann Kruse (* 11. Januar 1464; † 1534) Der römisch-katholische Theologe lehrte als Rechtswissenschaftler kanonisches Recht und führte insgesamt neunmal das Rektorat der Universität Greifswald. Franz Wessel (* 30. September 1487; † 19. Mai 1570) Der gebürtige Stralsunder war 18 Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatstadt. Johann Berckmann (geb. im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts; † 12. März 1560) Der wahrscheinlich aus Stralsund stammende Theologe und Chronist predigte in Stralsund die Lehre der Reformation. Er verfasste eine Stadtchronik, die die Jahre 1510 bis 1560 umfasst. Christian Ketelhot (* um 1492; † 1542) Der Theologe war einer der Reformatoren der Stadt. Er folgte 1535 Johannes Knipstro auf dem Posten des Superintendenten. Johannes Knipstro (* 1. Mai 1497; † 4. Oktober 1556) Der Theologe und Reformator war u. a. in Stralsund als evangelischer Prediger tätig. Seine Verkündigung hatte die Folge, dass die Evangelischen im Stadtregiment die Mehrheit bekamen. Stralsund wurde eine evangelische Stadt. Johannes Aepinus stellte die Kirchenordnung auf, die sogleich durchgeführt wurde. Während er zunächst noch Diakonus an St. Marien war, sollte er bald 1. Pfarrer an St. Nikolai werden. Von hier aus unternahm er zahlreiche Reisen, um für die Reformation in der pommerschen Kirche tätig zu sein. Unter den pommerschen Predigern stand er an erster Stelle. Roloff Möller (* 1498; † 1529) Der Stralsunder Patrizier war Bürgermeister der Stadt Johannes Aepinus (* 1499; † 13. Mai 1553) Der Theologe war hier von 1524 bis 1528 Rektor einer Privatschule auf dem St. Johanniskirchhof. Vom Rat der Stadt Stralsund wurde Aepinus mit der Ausarbeitung einer reformistischen Kirchenordnung beauftragt, die am 5. November 1525 eingeführt wurde und als erste evangelische Kirchenordnung bekannt ist. Zutfeld Wardenberg († 1527) Wardenberg entstammte einer alten Stralsunder Patrizierfamilie und war an 1516 de facto Bischof von Schwerin.

16. Jahrhundert mini|hochkant|Denkmal für Lambert Steinwich von Wilhelm Jacobi mini|hochkant|Wallenstein

Nikolaus Gentzkow (* 6. Dezember 1502; † 24. Februar 1576) Der Jurist und Chronist war 20 Jahre lang Bürgermeister von Stralsund. Sein Tagebuch liefert eine genaue Beschreibung des damaligen Lebens. Thomas Kantzow (* um 1505; † 25. September 1542) Der gebürtige Stralsunder war ein deutscher Chronist und Historiker. Er sammelte historische Nachrichten über Pommern. Dabei hat er unter anderem die Pommeria von Johannes Bugenhagen weiterentwickelt, so dass er sich durch seine Arbeit einen Platz in der deutschen Geschichtsliteratur gesichert hat. Seine niederdeutsche Schrift mit dem Titel „Fragmenta der pommerischen Geschichte“ war die erste deutsche Chronik von Pommern die vom Anfang der Geschichte Pommerns bis zum Jahre 1534 reichte. Diese wandelte er 1538 in eine hochdeutsche Chronik, die elf Bücher umfasst. Statius von Düren (* 1520; † 1570) Der Terrakottabildhauer schuf u. a. Wandfliesen am Minervahaus am Alten Markt. Bartholomäus Sastrow (* 21. August 1520; † 7. Februar 1603) Sastrow übersiedelte 1555 nach Stralsund, wo er 1562 Stadtrat und 1578 Bürgermeister wurde. Seine Autobiographie „Bartholomäi Sastrowen Herkommen, Geburt und Lauf seines ganzen Lebens (1595–96)“ gilt als das bedeutendste Werk autobiographischer Prosa des 16. Jahrhunderts. Hippolytus Steinwehr († 1529) Der aus einem pommerschen Rittergeschlecht stammende Priester hatte ab 1521 das Oberpfarramt in Stralsund inne. Zacharias Orth (* um 1530; † 2. August 1579 in Barth) Der Klassischer Philologe, Hochschullehrer und neulateinischer Dichter des Deutschen Humanismus wurde in Stralsund geboren, Salomon Gesner (* 8. November 1559; † 7. Februar 1605) Der evangelische Theologe war von 1592 bis 1593 am hiesigen Gymnasium und beim Pfarrer beschäftigt. Elias Herlitz (* um 1566; † 6. Februar 1615) Herlitz war von 1591 bis zu seinem Tod Organist an der Nikolaikirche (Stralsund). Lambert Steinwich (* 19. Mai 1571; † 13. August 1629) Der deutsche Jurist, Diplomat und Politiker war von 1616 bis 1629 Bürgermeister von Stralsund. Während der Belagerung von Stralsund im Dreißigjährigen Krieg 1628 führte er die Verhandlungen mit Albrecht von Wallenstein. Gleichzeitig verhandelte Steinwich heimlich mit Dänen und Schweden, mit deren Hilfe Stralsund erfolgreich verteidigt werden konnte. Heute erinnert ein von Bildhauer Wilhelm Jacobi geschaffenes Denkmal am Wulflamufer an ihn. Des Weiteren tragen eine Stralsunder Schule und Straße seinen Namen. Jakob Liefer (* 1571; † 1655) Der Pfarrer, der u. a. die Kirche Voigdehagen betreute, verfasste 1639 das Epos Bellum Sundense, das die Belagerung Stralsunds durch fürstliche Truppen im 14. Jahrhundert behandelte. Petrus Bestenbostel (* 24. August 1572; † 6. März 1624) Der in Stralsund geborene Bestenbosel war Jurist. Axel Oxenstierna (* 16. Juni 1583; † 28. August 1654) Der schwedische Kanzler half den Stralsunder Verteidigern bei der Abwehr der Belagerung durch Wallenstein im Jahr 1630. Johannes Corvinus (* 4. August / 14. August 1583; † 27. März 1646) Der lutherische Theologe war Anfang des 17. Jahrhunderts Diakon an der Nikolaikirche in Stralsund. Wallenstein (* 24. September 1583; † 25. Februar 1634) Der für die Katholische Liga des Kaisers kämpfende Feldherr Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein belagerte 1628 vergeblich die Stadt, die bei der Verteidigung schwedische Unterstützung erhielt und in der Folge für fast 200 Jahre zu Schweden gehörte. Wallenstein wird der Ausspruch zugeschrieben: „Und sei die Stadt mit Ketten an den Himmel geschmiedet – ich werde sie herunterholen!“ Das Wallensteinfest ist heute das bedeutendste historische Fest in Mecklenburg-Vorpommern. Joachim Andreae (* um 1586; † 2. Mai 1655) Der in Stralsund geborene Andreae ging zum Studium in die Niederlande. Er wurde Professor der Rechte an der Universität Franeker und war anschließend mehr als 25 Jahre Richter am Hohen Rat, dem obersten Gericht Frieslands. Er reiste während des Dreißigjährigen Krieges als Diplomat zu Verhandlungen nach Polen, Dänemark und Schweden. Als Präsident der Generalstaaten unterzeichnete er 1648 die Ratifikationsurkunde zum Frieden von Münster. Joachim von Braun (* 1587; † 1659) Der Rechtsgelehrte war Gesandter der Stadt Stralsund bei den Verhandlungen in Osnabrück, die 1648 zum Westfälischen Frieden geführt haben. Heinrich von Holk (* 1599; † 9. September 1633) Der Offizier verteidigte 1628 Stralsund gegen Wallenstein. Friedrich Stellwagen (* Februar 1600; † März 1660) Nachdem Stellwagen 1651–1653 seinen ersten Neubauauftrag in der Hansestadt Stralsund abgeschlossen hatte (in der Johannskirche) und an der Orgel der Jakobikirche Instandhaltungsarbeiten ausgeführt hatte, schuf er in der Marienkirche einen noch heute erhaltenen Eigenbau.

17. Jahrhundert mini|hochkant|Carl Gustav Wrangel mini|hochkant|Axel von Löwen mini|hochkant|Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf

Johann Vierdanck (* 1605; † 1. April 1646) Der aus Dresden stammende Organist kam 1635 nach Stralsund und arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1646 als Organist in der Marienkirche. Caspar Movius (* 26. Oktober 1610; † 24. Januar 1671) Der Kirchenmusiker und Komponist wurde 1624 als Subrektor an das Gymnasium nach Stralsund berufen. Bis zu seinem Tode im Jahre 1667 wirkte er dort als Konrektor. Johann Michaelis (* 27. Januar 1612; † 11. März 1674) Der gebürtige Stralsunder lutherischer Theologe war Hochschullehrer an der Universität Stralsund. Carl Gustav Wrangel (* 5. Dezember 1613; † 24. Juni 1676) Der schwedische Feldmarschall war von 1648 bis zu seinem Tod im Jahr 1676 Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern. In den Jahren 1660 bis 1665 ließ Wrangel in Stralsund in der dortigen Heilgeiststraße das “Wrangelsche Palais” errichten. Nicodemus Tessin d. Ä. (* 1615; † 1681) Der gebürtige Stralsunder war Architekt und Baumeister. Er ging bereits in jungen Jahren nach Schweden, zu dem Stralsund zu dieser Zeit gehörte. Johann Friedrich Coch (* 1624; † 1683) Ratsherr und Bürgermeister von Stralsund Fabian von Fersen (* 7. Februar 1626; † 30. Juli 1677) Fabian von Fersen war von 1659 bis 1662 königlich schwedischer Oberkommandant in Stralsund. Augustinus Balthasar (* 23. September 1632; † 26. November 1688) Der evangelische Theologe wurde als Pfarrer nach Stralsund berufen. Hier wurden ihm lukrative Angebote zum Wechsel nach Schweden an den Königshof unterbreitet, die er jedoch ausschlug. 1680 wurde er Generalsuperintendent in Pommern. Hans Adam von Schöning (* 1. Oktober 1641; † 28. August 1696) Der kurbrandenburgische und kursächsische Feldmarschall war im Krieg gegen Schweden 1675–1679 an der Eroberung Stralsunds beteiligt. Franz Wolff (* 13. Oktober 1644; † 23. Juni 1710) Der lutherische Theologe war Professor für Logik, später für Theologie an der Universität Rostock. Pastor war er in Rostock und in Hamburg. Georg Detharding (* 2. Februar 1645; † 11. März 1712) Der gebürtige Stettiner war von 1677 bis 1679 in Stralsund als Arzt tätig. Nikolaus Michaelis (* 19. Dezember 1645; † 2. September 1708) Der Jurist, Hochschullehrer und Bürgermeister von Greifswald wurde in Stralsund geboren. Joachim Christian Coch (* vor 1647; † 1713)