Die Region Timbuktu liegt im Norden Malis und war bis zur Abtrennung von Taoudénit die größte Region des Landes mit Timbuktu als Hauptstadt. Sie hat 1.047.917 Einwohner (2023).

Geschichte Die Region Timbuktu ist weltberühmt für ihre Hauptstadt, die antike Stadt Timbuktu (französisch: Tombouctou), die für die Europäer des 19. Jahrhunderts gleichbedeutend war mit einem geheimnisvollen, schwer erreichbaren Reiseziel. Die Stadt erlangte 1390 Berühmtheit, als ihr Herrscher, Mansa Musa I., eine Pilgerreise nach Mekka unternahm, mit seinem Gefolge in Ägypten Halt machte und so viel Gold verteilte, dass es zur Entwertung der ägyptischen Währung führte.

Der Niedergang von Timbuktu begann mit der Eroberung der Stadt durch Marokko im Jahr 1592. Viele islamische Gelehrte wurden verstreut, einige davon nach Marokko. Letztendlich war es jedoch der Aufschwung des Seehandels entlang der westafrikanischen Küste, der den Landwegen, die Nordafrika mit Subsahara-Afrika verbanden, was der Ortschaft die ökonomische Basis entzog. Während der französischen Kolonialzeit vernachlässigt, fristete die Region ein Dasein als periphere Region im unabhängigen Mali.

Anfang 2012 fegten die Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad und andere militante Gruppen, die sich gegen die Regierung von Mali stellten, durch die Region und marschierten nach einer Vereinbarung mit lokalen arabischen Milizen kampflos in Timbuktu ein. Am 6. April 2012 wurde die Region als Teil des neuen Staates Azawad für unabhängig von Mali erklärt. Zwar geriet Timbuktu 2013 mit französischer Hilfe wieder unter Kontrolle der Regierung Malis, allerdings ist die staatliche Herrschaft über die Region auch in der Folgezeit nur unzureichend ausgeprägt.

Gliederung Die Region ist in 13 Kreise (cercles) gegliedert. Nach Angaben von OCHA umfasst sie 34 Arrondissements, 53 Gemeinden und 1220 Dörfer. Code KreisKreisGemeinden0601Timbuktu40602Goundam70603Diré130604Soumpi20605Rharous 40606Bintagoungou40607Saraféré40608Bambara-Maoudé30609Léré20610Gossi20611Tonka20612Ber20613Gargando4

Bevölkerung Die Hauptbevölkerungsgruppen sind Songhai (sesshaft, am Nigerbogen) und Tuareg (Berber, nomadisch), ergänzt durch Mauren (arabisch-berberisch) und Fulbe (Hausa-Fulani, Viehzüchter). Die Region erlebt durch sehr hohe Geburtenraten ein rasantes Bevölkerungswachstum und zunehmende Landkonflikte zwischen den Ethnien. +BevölkerungsentwicklungJahrEinwohnerzahl1998469.5322009653.33120231.047.917

Einzelnachweise

Timbuktu Kategorie:Azawad