mini|hochkant=1.5|Die Lage Österreichs in Europa und der Welt Dieser Artikel beschreibt die Geographie Österreichs. Österreich ist ein Staat in Mitteleuropa, der südöstlich von Deutschland und südlich von Tschechien gelegen ist. Die Landfläche Österreichs beträgt Quadratkilometer. Höchster Punkt ist der Großglockner mit 3798 Metern.
Physische Geographie Großlandschaften mini|hochkant=1.5|Satellitenbild von Österreich (NASA), mit den Großlandschaften mini|hochkant=1.5|Physische Karte Österreichs
Österreich umfasst drei grundlegende Naturräume, die sich nach allgemein-geographischen Aspekten folgendermaßen auffassen lassen:Gemeinschaftsinitiative LEADER + Programmplanungsdokument Österreich. Strukturfondsperiode 2000–2006. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Genehmigt 26. März 2001 K(2001)820 (Webdokument, PDF 1,1 MB)Fink, Moog, Wimmer: Fliessgewässer-Naturräume 6.1 Die Grosslandschaften, S. 26 ff.
Vorländer und randalpine Becken Diese Ebenen und Hügelländer bilden mit etwa einem Drittel den wichtigsten Siedlungsraum Österreichs. Sie gliedern sich in: Alpen- und Karpatenvorland Anteile am Alpenvorland Salzburgisch-oberösterreichisches Alpenvorland, mit dem Hügelzug des Hausruck Niederösterreichisches Alpenvorland, mit dem Tullnerfeld Anteile am Karpatenvorland (9.500 km², 11,3 %) Waschbergzone Wiener Becken mit dem Marchfeld, und kleinen Anteilen an der kleinen ungarischen Tiefebene (3.700 km², 4,4 %) Südöstliches Alpenvorland, die Randgebiete zum Hauptteil des Pannonischen Tieflands (9.500 km², 11,3 %)
Gneis- und Granithochland Das Granit- und Gneisplateau liegt nördlich der Donau und ist der österreichische Anteil an der böhmischen Masse (8.500 km², 10,1 %)
Österreichische Alpen Das ist der Anteil Österreichs an den Alpen. Die Gebirgszone Österreichs umfasst knapp zwei Drittel des Landes, und liegt gänzlich in den Ostalpen, wobei etwa zwei Drittel dieses Gebirgsteils auf Österreich entfallen. (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche) Die österreichischen Alpen lassen sich grob gliedern in: Nordalpen, Zentralalpen und Südalpen (wobei der österreichische Anteil an diesem Gebirgszug recht gering ist) Nach großen Gebirgsgruppen: Die wichtigsten Großgruppen sind die Hochgebirge am Alpenhauptkamm, vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, sowie die nördlichen und südlichen Kalkalpen, die Grauwackenzone und etliche Randgebirge, insbesondere die Flyschzone (Bregenzerwald, Wienerwald) und das Steirische Randgebirge Eingelagert in die Gebirgszüge der Alpen sind die Längstalfurchen – hauptsächlich von Inn, Salzach, Enns, Mur/Mürz und Drau – und das Rheintal, sowie die inneralpinen Becken, insbesondere das Klagenfurter Becken. Sie bilden die Hauptsiedlungsräume der österreichischen Alpenzone
Orographie Von der Gesamtfläche Österreichs ( km²), liegen nur 32 % tiefer als 500 m, aber 40 % über 1000 m. durchschnittliche Höhe: tiefster Punkt: Teich in Andau (Burgenland) höchster Punkt: Großglockner (Kärnten/Osttirol)
Berge Die 35 höchsten Gipfel Österreichs sind (wobei diese teilweise keine eigenständigen Berge darstellen):
(Alle Höhenangaben beziehen sich auf den in Österreich verwendeten Pegel Triest 1875 – Meter über Adria)
# Name Höhe Gebirge 1 Großglockner 3798 m 2 Kleinglockner 3770 m Hohe Tauern 3 Wildspitze (Südgipfel) 3768 m Ötztaler Alpen 4 Weißkugel 3739 m Ötztaler Alpen 5 Glocknerwand: Pöschlturm 3721 m 6 Glocknerwand: Hörtnagelturm 3719 m Hohe Tauern 7 Glocknerwand: Hofmannspitze 3711 m Hohe Tauern 8 Glocknerwand: Weitzenböckturm 3702 m Hohe Tauern 9 Glocknerwand: Draschturm 3701 m Hohe Tauern 10 Glocknerwand: Gerinturm 3700 m Hohe Tauern 11 Glocknerhorn 3680 m Hohe Tauern 12 Teufelshorn 3677 m Hohe Tauern 13 Großvenediger 3674 m 14 3628 m Ötztaler Alpen 15 Hintere Schwärze 3624 m Ötztaler Alpen 16 Similaun 3597 m Ötztaler Alpen 17 Großes Wiesbachhorn 3564 m 18 Rainerhorn 3560 m 19 Ötztaler Urkund 3556 m Ötztaler Alpen 20 Östliche Marzellspitze 3550 m Ötztaler Alpen 21 Großer Ramolkogel 3549 m Ötztaler Alpen 22 Schalfkogel 3537 m Ötztaler Alpen 23 Watzespitze 3533 m Ötztaler Alpen 24 Mittlere Marzellspitze 3532 m Ötztaler Alpen 25 Hochvernagtspitze 3530 m Ötztaler Alpen 26 Weißseespitze 3526 m Ötztaler Alpen 27 Mutmalspitze 3522 m Ötztaler Alpen 28 Fineilspitze 3516 m Ötztaler Alpen 29 3515 m Ötztaler Alpen 30 Hochfeiler 3510 m Zillertaler Alpen 31 Teufelskamp 3509 m Hohe Tauern 32 Romariswandkopf 3508 m Hohe Tauern 33 Zuckerhütl 3505 m Stubaier Alpen 34 Hohes Aderl 3504 m Hohe Tauern 35 Fluchtkogel 3500 m Ötztaler Alpen
Flüsse mini|Österreichische Flusseinzugsgebiete: mini|Donau Der größte Teil Österreichs, 80.566 km², wird über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert, nur kleine Gebiete über Rhein (2.366 km²) oder Elbe (918 km²) zur Nordsee.
Große Nebenflüsse der Donau sind (von Osten nach Westen): Die Drau, die Kärnten und Osttirol ostwärts entwässert. Sie durchfließt Slowenien und mündet in Kroatien in die Donau. Das Einzugsgebiet der Drau kennzeichnet die Alpensüdseite Österreichs, also die südlich des Alpenhauptkamms liegenden Gebiete, die nicht mehr zum atlantischen Einflussbereich gehören, sondern der illyrischen Klimaprovinz zugerechnet werden Die Gurk in Kärnten Die Drau nimmt in Kroatien auch die Mur auf, die die Steiermark und den Salzburger Lungau entwässert, zur Mur fließt die Mürz aus dem südlichen Niederösterreich – die beiden Flüsse bilden im Oberlauf die Mur-Mürz-Furche, die Mur wendet sich dann südwärts und an (entlang) der südlichen Staatsgrenze nach Osten.
Die Donau-Nebenflüsse des pannonischen Alpenostrands und Granit- und Gneishochlandes sind: Die Raab der Oststeiermark, in Ungarn zur Donau Die Leitha entwässert das südliche Niederösterreich und das nördliche Burgenland über Ungarn. Die Thaya erfasst das nordöstliche Niederösterreich (Waldviertel, Weinviertel), erst ostwärts und ist dabei Grenzfluss zu Tschechien. Bei Hohenau, beim Hauptgrenzstein XI/6 in 147,5 m ü. A. mündet die Thaya in die March, welche dann südwärts der Grenzfluss zur Slowakei ist. Aus dem Waldviertel kommt auch der Kamp.
Die folgenden Flüsse sind die großen Nordalpenflüsse zum nördlichen Alpenvorland, die durch die atlantischen Nordstaulagen gekennzeichnet sind: Die Enns entwässert den Salzburger Ennspongau, den Nordrand der Steiermark und den Südosten Oberösterreichs, im Oberlauf bildet sie das Ostende der Salzach-Enns-Längstalfurche und durchsticht dann die Nördlichen Kalkalpen Die Traun, der Fluss des Salzkammerguts Der Inn: Er kommt aus der Schweiz, durchquert Tirol, und fließt dann in Bayern – im Unterlauf ist er Grenzfluss zu Oberösterreich. Er ist der wasserreichste Nebenfluss der Donau auf österreichischem Gebiet. Die Salzach entwässert den Großteil Salzburgs, auch sie fließt wie die Enns zuerst ostwärts, und wendet sich dann abrupt nach Norden. Der Lech entspringt in Österreich, bleibt hier aber ein kleinerer Gebirgsfluss.
Der Rhein, der den größten Teil Vorarlbergs entwässert, kommt von der Schweiz her, bildet die Grenze, und verlässt Österreich im Bodensee. Er mündet in die Nordsee. Zum Einzugsgebiet Rhein gehört der Großteil Vorarlbergs.
Die Lainsitz und der Kettenbach sind zwar nicht auf Grund ihrer Größe von Bedeutung, entwässern aber als einzige größere österreichische Bäche über Tschechien zur Elbe und damit zur Nordsee. Zum Einzugsgebiet Elbe gehören der Raum Gmünd im Waldviertel, und kleine Gebiete am Nordrand des Mühlviertels.
Seen Der größte See ist der Neusiedler See im Burgenland, der mit etwa 77 % seiner Gesamtfläche von 315 km² in Österreich liegt, gefolgt vom Attersee mit 46 km² und dem Traunsee mit 24 km² in Oberösterreich. Auch der große Bodensee mit seinen 536 km² im Dreiländereck mit Deutschland und der Schweiz liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet. Allerdings sind die Staatsgrenzen innerhalb des Bodensees nicht genau bestimmt.
Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen die größte Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die bekanntesten sind der Wörthersee, der Millstätter See, der Ossiacher See und der Weißensee. Weitere bekannte Seen sind der Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich. Als große Alpenseen sind auch der Zeller See im Salzburgischen zu erwähnen und der Achensee Tirols.
Klima
Das Klima in Österreich lässt sich nach der deskriptiven Klassifikation der feucht-warmgemäßigten Zone zuordnen. Im Westen und Norden Österreichs herrscht ozeanischer beeinflusstes, oft von feuchten Westwinden geprägtes Klima vor. Im Osten überwiegt hingegen pannonisch-kontinentaleres, niederschlagsarmes Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Besonders in den Südalpen ist der Einfluss niederschlagsreicher Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeerraum spürbar.Ingeborg Auer u. a.: ÖKLIM – Digitaler Klimaatlas Österreichs. In: Christa Hammerl u. a. (Hrsg.): Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik 1851–2001. Leykam, Wien 2001, ISBN 3-7011-7437-7.
Tatsächlich ist das regionale Klima Österreichs von der alpinen Topografie stark überprägt. Häufig bestehen innerhalb kurzer Entfernungen und geringer Seehöhenunterschiede beträchtliche klimatische Unterschiede. Mit zunehmender Seehöhe sind zunächst montanes und alpines, in den Gipfelbereichen nivales Gebirgsklima anzutreffen. Nicht nur der Alpenhauptkamm fungiert als Klimascheide. Sonnenreiche Föhntäler (z. B. Inntal) stehen nebelanfälligen Beckenlandschaften (z. B. Klagenfurter Becken), niederschlagsreiche Gebirgsränder (z. B. Bregenzerwald) stehen inneralpinen Trockentälern (z. B. Ötztaler Alpen) gegenüber.
Lufttemperatur mini|hochkant=1.5|Mittlere jährliche Lufttemperatur in Österreich Der Gesamtbereich des Jahresmittels der Lufttemperatur reicht in Österreich von über 11 °C in den inneren Bezirken Wiens bis unter −9 °C auf dem Gipfel des Großglockners. In den dicht besiedelten Niederungen liegt es größtenteils zwischen 8 und 10 °C. Das Flächenmittel beträgt 6,0 °C. Die Null-Grad-Isotherme liegt im Jahresmittel in einer Seehöhe von etwa 2200 m. In abgeschlossenen Becken, Tälern und Mulden unter 800 bis 1200 m Seehöhe treten im Winterhalbjahr häufig Temperaturzunahmen mit der Höhe auf (Temperaturinversion).
Während im Großteil Österreichs Jänner und Juli im Durchschnitt der kälteste und wärmste Monat des Jahres sind, trifft dies im Hochgebirge auf den Februar und August zu. Das langjährige Jännermittel der Lufttemperatur liegt in den Flachlandschaften des Ostens zwischen 0° und −2 °C und sinkt in rund 1000 m Seehöhe −4° bis −6 °C. Der tiefste Wert im Bereich der höchsten Gipfel ist rund −15 °C. Im Juli schwanken die langjährigen Mittelwerte im Osten zwischen 18 und 20 °C und in 1000 m zwischen 13 und 15 °C. Am Großglockner wird auch im Hochsommer im Mittel die Nullgradgrenze nicht überschritten.Johann Hiebl u. a.: Multi-methodical realisation of Austrian climate maps for 1971–2000. In: Advances in Science & Research, Nr. 6, 2010, S. 19–26, doi:10.5194/asr-6-19-2011.
Niederschlag mini|hochkant=1.5|Mittlere jährliche Niederschlagssumme in Österreich Bei den häufigen West- bis Nordwestlagen liegen der Bregenzerwald und die gesamten Nördlichen Kalkalpen im Luv. Ähnliches gilt an der Südgrenze Österreichs, die bei Anströmung aus dem Mittelmeerraum intensive Stauniederschläge erhalten. Gemeinsam mit den zentralalpinen Hohen Tauern erreichen die gemessenen Jahresniederschlagssummen in den genannten Regionen im langjährigen Durchschnitt um 2000 mm, vereinzelt an die 3000 mm. Im Gegensatz dazu erhalten das östliche Waldviertel, das Weinviertel, das Wiener Becken und das Nordburgenland weniger als 600 mm Niederschlag im Laufe eines Jahres. Als niederschlagsärmster Ort Österreichs kann Retz mit knapp unter 450 mm genannt werden.