Die Georg-Müller-Schule Bielefeld ist eine staatlich anerkannte evangelikale Bekenntnisschule mit drei Grundschulen in Bielefeld, Steinhagen und Senne sowie einer Gesamtschule und einem Gymnasium in Bielefeld. Getragen wird sie von dem Trägerverein der evangelikalen Bekenntnisschulen Bielefeld, dem nur bekehrte, wiedergeborene Christen beitreten dürfen. Sie ist Mitglied im Verband Evangelischer Bekenntnisschulen. Namensgeber ist der deutsch-englische Waisenhausgründer Georg Müller (1805–1898).

Schulen (in chronologischer Reihenfolge ihrer Gründung) Grundschule Bielefeld

Die Grundschule Bielefeld befindet sich am Lipper Hellweg 230 in Stieghorst.

Als erste staatlich anerkannte Ersatzschule der Georg-Müller-Schulen wurde die Grundschule Schuljahr 1990/1991 in der Paulusstraße in Bielefeld-Mitte mit etwa 45 Erstklässlern eröffnet und wuchs in den folgenden vier Jahren auf etwa 180 Schüler. Im Jahr 2000 zog die Schule nach Stieghorst in die Detmolder Str. 284. 2024 zog die Schule in das Gebäude der ehemaligen Bonifatiusschule am Lipper Hellweg 230.

Die Grundschule an diesem Standort ist vierzügig.

Gesamtschule

Im Schuljahre 1994/95 wurde als weiterführende Schule die Gesamtschule in einem angemieteten provisorischen Unterrichtsgebäude im Bielefelder Stadtteil Ummeln eröffnet. 49 Schüler wurden von vier Lehrern in zwei fünften Klassen unterrichtet. Zum Schuljahr 1995/96 kamen weitere 83 Schüler hinzu, die in vier Klassen von elf Lehrern unterrichtet wurden. Im März 1995 wurde ein 37.500 m² großes Grundstück in Bielefeld-Senne an der Buschkampstraße gekauft. Für einen Neubau wurde dort keine Genehmigung erteilt. 1997 wurden vier Gebäude und ein 8000 m² großes Grundstück der ehemaligen britischen Ripon-Kasernen im Stadtteil Stieghorst in der Detmolder Straße 284 erworben. Zum Schuljahr 1997/98 zog die Gesamtschule von Ummeln nach Stieghorst um. Erster Schultag am neuen Standort war der 18. August 1997. Im Schuljahr 1997/98 wurden 334 Schüler in 12 Klassen (5.–8. Klasse) von 21 Lehrern in den neuen Räumen unterrichtet. Zunächst war nur ein Gebäude fertiggestellt. Es dauerte neun Jahre bis zum Schuljahr 2005/06, bis alle vier Gebäude fertiggestellt waren.

Zum Schuljahr 1999/2000 gab es den ersten Abgangsjahrgang der 10. Klasse. 2003 konnte die neu errichtete Vierfach-Turnhalle eingeweiht werden und der erste Abiturjahrgang wurde verabschiedet. Seit dem 15. März 2005 besteht eine Partnerschaft mit der Scholengemeenschap Jacobus Fruytier (Apeldoorn, Niederlande); im Frühjahr 2017 ging die Georg-Müller-Schule eine Partnerschaft mit der Hope School (East London, Südafrika) ein.

Die Gesamtschule ist vier- bis fünfzügig (G9 – mit Übergangsmöglichkeit in die gymnasiale Oberstufe).

Grundschule Steinhagen

Im August 1997 wurde eine weitere Georg-Müller-Grundschule in Steinhagen (Kreis Gütersloh) gegründet. Sie liegt am Stadtrand von Steinhagen in ländlicher Umgebung. Zum Einzugsbereich der zweizügigen Schule gehören außer Steinhagen die westlichen und einige nördliche Stadtteile Bielefelds sowie die Bereiche Halle und Harsewinkel. Die Schule ist eine offene Ganztagsschule.

Das anfangs genutzte Gebäude, eine ehemalige Näherei, wurde 2024 abgerissen.

Grundschule Senne

2007 wurde für die dritte Georg-Müller-Grundschule das ehemalige Gebäude der „Grundheider Schule“ in Senne aus dem Immobilienbestand der Stadt Bielefeld erworben. Kurz darauf fanden Sanierungsmaßnahmen statt, so dass 2008 der Betrieb mit einer ersten Klasse starten konnte. 2011 fand der vollständige Ausbau der Zweizügigkeit statt. Ein Jahr später wurde ein zusätzliches Pavillon-Gebäude in Betrieb genommen.

Gymnasium

Seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es in der Detmolder Straße 284 in Bielefeld-Sieker, auf dem gleichen Schulgelände wie die Gesamtschule, ein eigenständiges, zweizügiges Gymnasium (G8).

Das Gymnasium gehörte zunächst zu den drei Schulen in NRW, die noch weiterhin das G8-Modell praktizieren wollten. Wegen fehlender Anmeldezahlen wurde auch hier 2021 beginnend bei den unteren Klassen die Rückkehr zum G9-Abitur eingeleitet.

Schulträger und Fördervereine Für die Georg-Müller-Schulen gibt es drei Vereine.

Der Trägerverein der evangelikalen Bekenntnisschulen Bielefeld e. V. ist Betreiber der Schulen und Arbeitgeber, mit ihm schließen die Eltern einen Schulvertrag ab. Darüber hinaus hat er einen unmittelbaren Einfluss auf das Tagesgeschäft der einzelnen Schulen: Gemeinsam mit den Schulleitungen werden aktuelle Themen besprochen und entschieden. Dem Trägerverein dürfen nur „bekehrte, wiedergeborene Christen“ beitreten.

Der Förderverein der Evangelikalen Bekenntnisschulen Bielefeld e. V. verantwortet neben einer finanziellen Unterstützung des Trägervereins zur Gewährleistung des Schulbetriebs die Vorschulen, die Offenen Ganztagsschulen und sonstige Betreuungsangebote.

Der Förderverein der Evangelikalen Bekenntnisschule Georg-Müller-Schule – Sekundarstufe I wird schulintern als „Bauverein“ bezeichnet. Er ist Eigentümer der Schulgebäude und zeichnet für die Immobilien verantwortlich.

Schulkonzept

Die Schule orientiert sich an der Bibel und erzieht junge Menschen nach dem biblischen Menschenbild. Die Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule sollen so angewendet werden, dass die bibelorientierten Zielsetzungen bei der Gestaltung des Zusammenlebens und des Unterrichts zur Geltung kommen. Das Lehren und Lernen soll im Rahmen des christlichen Menschenbildes und der Erziehungsziele ein bewusst christliches Gepräge erhalten.

Die konkreten Unterrichtsziele basieren auf den Richtlinien für die Grundschule des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Rahmenrichtlinien führen aus: „Funktion der Richtlinien und Lehrpläne: … In Bekenntnisschulen gemäß Art. 12 der Landesverfassung werden die Richtlinien und Lehrpläne so angewendet, dass die Grundsätze des betreffenden Bekenntnisses in Unterricht und Erziehung sowie bei der Gestaltung des Schullebens insgesamt zur Geltung kommen.“

Das gilt ebenso für die weiterführenden Schulen.

Sexualerziehung, Homosexualität und vor- und außereheliche Beziehungen Für die Sexualerziehung gilt u. a. der Grundsatz, dass „die auf Lebenszeit angelegte Ehe zwischen einem Mann und einer Frau der gottgewollte exklusive Rahmen für die sexuelle Vereinigung zweier Menschen“ ist. Homosexuelle Lehrer sind an der Georg-Müller-Schule unerwünscht, da sich das persönliche Leben von Lehrern vorbildhaft an „biblischen Maßstäben“ orientiert sein soll: „Die persönliche moralische Lebensführung der Lehrer schließt z. B. das Leben in Homosexualität und in vor- und außerehelichen Beziehungen aus.“

Hölle und ewige Verdammnis Die Schule glaubt u. a. an die Hölle und die ewige Verdammnis.

Religionsunterricht Der Evangelische Religionsunterricht wird konsequent an der Bibel als dem verbindlichen Wort Gottes ausgerichtet. Die Bibel bzw. Gott ist die Autorität, der sich der Schulträger und die Lehrer verpflichtet und verantwortlich fühlen.

Biologieunterricht Unter anderem wegen der Verwendung des kreationistischen Buches Evolution. Ein kritisches Lehrbuch von Reinhard Junker im Biologieunterricht kam es 2007 zu zwei Kleinen Anfragen im Landtag Nordrhein-Westfalen. Über die Kritik der Grünen-Politikerin Sigrid Beer am kreationistischen Biologieunterricht wurde in der Presse berichtet.

Genehmigung Schulneugründung abgelehnt Der Prüfungsantrag zur Errichtung einer Werkrealschule in Halle, welches etwa 15 km von Bielefeld entfernt ist, wurde 2026 vom Stadtrat mit knapper Mehrheit abgelehnt, weil es bereits genug weiterführende Schulen im Ort gebe.

Weblinks

Homepage der Georg-Müller-Schulen Bielefeld

Einzelnachweise

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