Höchstädt an der Donau (amtlich Höchstädt a.d.Donau) ist eine Stadt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Höchstädt an der Donau. mini|Herzogin-Anna-Straße mit Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Höchstädt an der Donau

Geographie Die Stadt liegt sieben Kilometer nordöstlich von Dillingen und ca. 40 Kilometer nordwestlich von Augsburg.

Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Höchstädt an der Donau (Hauptort) mit Galgenmühle (Einöde) und Hofmadschwaig (Einöde) Deisenhofen mit Mittelmühle (kein eigenständiger Gemeindeteil mehr) Oberglauheim (Pfarrdorf) Schwennenbach (Pfarrdorf) Sonderheim (Pfarrdorf)

Geschichte

Der Ortsname wird erstmals 1081 in einer Urkunde erwähnt. Nach dem Ende der Stauferzeit kam Höchstädt zu Bayern. Von 1505 bis 1808 gehörte die Stadt zum Fürstentum von Pfalz-Neuburg („Junge Pfalz“). Unter Pfalzgraf Ottheinrich wurde Höchstädt 1542 mit dem Gebiet Pfalz-Neuburg evangelisch.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Höchstädt am 21. August 1634 von kroatischen Reitern unter deren Obristen Johann Ludwig Hektor von Isolani überfallen und ausgeplündert. Dabei wurden an der Bevölkerung sowie den hohen Würdenträgern innerhalb der Stadtmauern schreckliche Gräueltraten verübt. Die Leiden und das Elend der Einwohner waren so groß, dass „es nicht gnugsamb zu beschreiben / auch dergleichen in diesem ... Krieg niemals fast ärger gehört.“. Aufgrund dieses Ereignisses sahen viele Bewohner keine Zukunft mehr und verließen Höchstädt in Richtung der benachbarten, verschont gebliebenen Orte. Die vorhergehende Blütezeit der Stadt fand ein abruptes Ende.

Berühmtheit erlangte die Stadt im Jahr 1704, als vor ihren Toren die entscheidende Schlacht im Spanischen Erbfolgekrieg, die sogenannte Zweite Schlacht von Höchstädt, geschlagen wurde. Die Erste Schlacht bei Höchstädt – ebenfalls im Spanischen Erbfolgekrieg – hatte 1703 mit einem Sieg der französisch-bayerischen Truppen über österreichisch-brandenburgische Einheiten geendet. Die dritte Schlacht ereignete sich dann fast 100 Jahre später: Im Zweiten Koalitionskrieg gelang im Jahr 1800 Jean-Victor Moreau nach dem Übergang über die Donau mit der französischen Rheinarmee ein Sieg über eine österreichische Streitmacht und die mit ihr verbündeten württembergisch-bayerischen Truppen.

mini|Schloss Höchstädt, Wahrzeichen der Stadt

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 wurden im Rahmen der Gemeindegebietsreform die Gemeinden Deisenhofen, Oberglauheim, Schwennenbach und Sonderheim eingegliedert. Der Gemeindeteil Goldbergalm wurde 1980 zur Gemeinde Lutzingen umgegliedert.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2024 wuchs die Stadt von 4701 auf 7501 um 2800 Einwohner (59,6 %) – der höchste Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Politik Stadtrat Das Ergebnis der Stadtratswahl 2026 kann den Diagrammen entnommen werden.

Parteien undWählergemeinschaften%2026Sitze2026 %2020 Sitze2020 %2014 Sitze2014CSU Christlich-Soziale Union in Bayern19,74 18,7 4 24,2 5FW Freie Wähler19,24 19,8 4 19,5 4BD Bürgerblock Deisenhofen 13,43 13,7 3 11,0 2SPD SPD Bayern7,62 9,0 2 15,8 3PH Pro Höchstädt 7,41 3,4 1 – –HF Höchstädter Forum 6,71 2,4 0 4,3 1JH Junges Höchstädt5,61 5,5 1 4,9 1JU Junge Union5,61 4,9 1 – –WO Wählerschaft Oberglauheim 5,51 5,0 1 5,0 1WS Wählervereinigung Schwennenbach 5,01 5,6 1 4,8 1WSO Wählervereinigung Sonderheim4,11 4,4 1 4,5 1FDP FDP Bayern–– 5,1 1 6,2 1V-Partei³ V-Partei³ – Veränderung. Vielfalt. Vegan–– 2,6 0 – – Gesamt99,820 100 20 100 20 Wahlbeteiligung53,7 % 53,1 %

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 1. März 2024 Stephan Karg (CSU). Stellvertreter sind seit März 2024 Armin Hopfenzitz (Umland) als Zweiter Bürgermeister und Simone Bschorer (Freie Wähler) als Dritte Bürgermeisterin.

Wappen

Partnergemeinden

Höchstädt ist partnerschaftlich verbunden mit den deutschen Gemeinden Reinsdorf-Friedrichsgrün in Sachsen (seit 1991) und Ruppertsberg in Rheinland-Pfalz (seit 1935/1987).

Sehenswürdigkeiten

mini|Schloss Höchstädt an der Donau von Westen mini|hochkant|Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt Das Höchstädter Schloss ist ein Bau aus der Spätrenaissance. Es wurde zwischen 1589 und 1603 auf Wunsch von Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg errichtet. Im Heimatmuseum im Alten Rathaus von 1853 wird in zwei Dioramen mit etwa 10.000 Zinnfiguren die Schlacht von Höchstädt dem Besucher präsentiert. Seit dem Kunstraub durch den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg im Zweiten Weltkrieg verfügte das Museum auch über Ostereier (Pysanka) aus der Ukraine,Ulrike Hartung: Verschleppt und verschollen – eine Dokumentation deutscher, sowjetischer und amerikanischer Akten zum NS-Kunstraub in der Sowjetunion (1941–1948). Bremen: Temmen, 2000, ISBN 3-86108-336-1, S. 269 die 2011 restituiert wurden., Hans-Jürgen Heimsoeth, Deutsche Botschaft Kiew Die gotische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt besitzt eine Reliquie von Adolph Kolping. Obwohl im 15. Jahrhundert errichtet, besitzt die Hallenkirche eine barocke Ausstattung. Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Sonderheim besitzt Deckengemälde und Stuckdekor aus dem 18. Jahrhundert. Die katholische Pfarrkirche und ehemalige Wallfahrtskirche Maria Immaculata in Schwennenbach besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko mit Fresken von Johann Anwander und Stuck von Bartholomäus Hoiß. Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Deisenhofen besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko mit Fresken von Johann Anwander. Das ehemalige Kastenhaus Höchstädt (zur Aufbewahrung von Getreide) hat Barockgiebel an der Nord- und Südseite. Das ehemalige Kastnerhaus des Verwalters des Kastenhauses ist mit einem reich gegliederten dreigeschossigen Giebel mit S-Stufen (typisch für den Übergangsstil zwischen Gotik und Renaissance) versehen.

Bodendenkmäler

Wirtschaft Höchstädt an der Donau hat eine günstige Verkehrsanbindung. Direkt an der B16 zwischen Ingolstadt und Ulm gelegen, ist man innerhalb von 20 Minuten an der Autobahn A8 München-Augsburg. Der Bahnhof liegt direkt in Höchstädt und kann mit optimalen Anschlüssen an Bus- und Rufbusnetz aufweisen.

In den letzten Jahren haben sich die Gewerbegebiete Nord und Oberglauheimer Straße durch niedrige Hebesätze und preisgünstige Grundstückspreise zu einem interessanten Ansiedlungsgebiet entwickelt.

Bekannte ortsansässige Unternehmen sind unter anderem Grünbeck Wasseraufbereitung, NostaThanner, und WertaPharm.

Verkehr Straßenverkehr Durch die Stadt führt die Bundesstraße 16 (Cham – Füssen). Die Autobahn A7 (Würzburg – Ulm) ist über die Anschlussstelle Giengen/Herbrechtingen und die A8 (München – Stuttgart) über die Anschlussstelle Burgau zu erreichen.

Schienenverkehr Der Bahnhof Höchstädt befindet sich an der Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen und wird von Regionalbahnen der Agilis Eisenbahngesellschaft bedient. Tagsüber bestehen stündlich Verbindungen Richtung Ingolstadt und Richtung Ulm.

Radwege Die Stadt liegt am internationalen Donauradweg sowie am europäischen EuroVelo-Radweg 6, der vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer verläuft.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Johann Nepomuk August Ungelter von Deissenhausen (1731–1804), Weihbischof und Generalvikar des Bistums Augsburg Franz Xaver Bronner (1758–1850), Publizist Johann Georg Henle (1769–1852), Rotgerbermeister und Stifter des Augsburger Krankenhauses Magnobonus Markmiller (1800–1879), Gründer und Provinzial der Barmherzigen Brüder des Heiligen Johannes von Gott, in Bayern Franz Xaver Eggert (1802–1876), Glasmaler Hermann Beckler (1828–1914), Arzt, der als Naturforscher und Expeditionsteilnehmer in Australien wirkte Theodor Scherer (1889–1951), deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant Josef Donsberger (1898–1963), Politiker (CSU) Georg Winter (* 1951), Politiker (CSU) Doris Meyer (1957–2012), Müllermeisterin, Politikerin (CSU), Mitglied des Bundestages Irmgard Sinning (* 1960), Biochemikerin und Hochschullehrerin Marco Konrad (* 1974), Fußballspieler und -trainer Ulrike Stadlmayr (* 1977), Ruderin Ramona Bernhard (* 1988), Fotomodell Manuel Knoll (* 1990), Politiker (CSU), Mitglied des Bayerischen Landtags, Bezirksvorsitzender der Jungen Union Schwaben

Persönlichkeiten, die in Höchstädt gewirkt haben Ulrich Tengler (* um 1447; † nach 1511), Landvogt in Höchstädt an der Donau, verfasste hier den 1509 erstmals gedruckten Laienspiegel, eines der berühmtesten Rechtsbücher der Frühen Neuzeit.

Ehrenbürger Paul Winter (1894–1970), Verleihung 1960 Georg Strobel (1925–2013), Stadtheimatpfleger von Höchstädt, Verleihung 2002 Gerhard Kornmann (1940–2023), Bürgermeister 1978–2002, Verleihung 2005Würdigung auf der Homepage der Stadt, abgerufen am 19. April 2024

Literatur Heinrich Letzing, Sonderheim, in: Adolf Layer (Hrsg.): Höchstädt an der Donau. Eine kleine Stadt mit großem Namen. Festbuch zur 900-Jahr-Feier der Stadt Höchstädt, Höchstädt 1981, S. 395–399. Arbeitskreis Bildband 1704/2004 der Stadt Höchstädt (Hrsg.): 1704–2004. Die Schlacht bei Höchstädt/Blindheim. Festbuch zum Gedenkjahr 2004, ISBN 3-00-016329-8.

Weblinks

Stadt Höchstädt Höchstädt an der Donau: Historische Spurensuche – Die Junge Pfalz in Bayern (Haus der Bayerischen Geschichte)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Dillingen an der Donau Kategorie:Ort an der Donau Kategorie:Ersterwähnung 1081 Kategorie:Stadt in Bayern