Spellemannprisen ist ein norwegischer Musikpreis, der jährlich vergeben wird und als norwegisches Pendant zum US-amerikanischen Grammy gesehen werden kann.
Geschichte Die erste Preisverleihung stellte der Spellemannprisen 1972 dar, wobei Veröffentlichungen aus dem Jahr 1972 berücksichtigt worden sind, die Verleihung aber am 3. März 1973 stattfand. Auch in den Jahren danach bezog sich die Jahreszahl der Veranstaltung nicht auf das Datum der Verleihung, sondern auf das berücksichtigte Musikjahr. Vor allem zu Beginn der Veranstaltung wurde der Preis in den Medien oft als „Norwegens Antwort auf die Grammy Awards“ bezeichnet. Die Initiative für den Preis entsprang dem norwegischen Zweig der IFPI (International Federation of the Phonographic Industries).
Die Kategorien für den Preis haben sich über die Jahre hinweg gewandelt und die Zahl der Einzelpreise stieg stark an. Beim Spellemannprisen 2012 wurde die geschlechterspezifische Unterteilung, die zuvor in einigen Kategorien angewendet wurde, vollständig aufgehoben, nachdem es daran längere Zeit bereits Kritik gegeben hatte. In einzelnen Jahren wurden auch Kategorien deshalb gestrichen, weil es zu wenige Nominierungen von Seiten der Labels gab. Bei der Verleihung für das Musikjahr 2012 war dies etwa in der Hip-Hop-Kategorie geschehen.
Die Preisverleihung fand über die Jahre hinweg in verschiedenen Städten und Veranstaltungsorten statt. Häufig fand die Verleihung im Chateau Neuf in Oslo statt. Auch die übertragenden Rundfunkanstalten wechselten über die Zeit hinweg ab. Während die Ausstrahlung meist vom Norsk rikskringkasting (NRK) übernommen wurde, übertrug TV 2 ab dem Spellemannprisen 2002 mehrere Ausgaben. Der Spellemannprisen 2011 wurde schließlich erstmals wieder im NRK ausgestrahlt. Für den Spellemannprisen 2023 wurde die Zusammenarbeit mit NRK beendet und auf einen Livestream bei verschiedenen Internetauftritten von Amedia-Zeitungen umgestellt.
Nach dem Spellemannprisen 2024 wurde im April 2025 die Auszeichnung „Lied des Monats“ lanciert, um aus diesen Liedern heraus ab dem Spellemannprisen 2025 die Auszeichnung für das Lied des Jahres zu wählen. Das Lied des Monats wird auf Basis der norwegischen Single- und der Radiocharts bestimmt.
Kategorien Für das Musikjahr 2020 wurden Preise in 27 verschiedenen Kategorien verliehen. In den meisten Kategorien werden dabei mehrere Nominierte bekanntgegeben, andere Kategorien wie der „Årets Spellemann“ oder „Hederspris“ (deutsch: Ehrenpreis) werden ohne öffentliche Nominierungen gewählt. Die 27 Kategorien waren:
Åpen Klasse (Offene Klasse) Årets Gjennombrudd og Gramostipend (Durchbruch des Jahres und Gramostipend) Årets Internasjonale Suksess (Internationaler Erfolg des Jahres) Årets Låt (Lied des Jahres) Årets Låtskriver (Songwriter des Jahres) Årets Musikkvideo (Musikvideo des Jahres) Årets Produsent (Produzent des Jahres) Årets Spellemann (Spellemann des Jahres) Årets Tekstforfatter (Textautor des Jahres) Barnemusikk (Kindermusik) Blues Country Elektronika Folkemusikk/Tradisjonsmusikk (Volksmusik/Traditionsmusik) Hederspris (Ehrenpreis) Indie/Alternativ Jazz Klassisk (Klassisch) Metal Pop Rnb/Soul Rock Samtid (Zeitgenössisches) TONOs komponistpris (TONOs Komponistenpreis) Viser (Weisen)
Gewinner des Spellemann des Jahres/Årets Spellemann (seit 1985) 1985: A-ha – Hunting high and low 1986: Sissel Kyrkjebø – Sissel 1987: Jørn Hoel 1988: Det Norske Kammerorkester – Britten/Tsjaikovski/Mozart 1989: Øystein Sunde 1990: Gitarkameratene 1991: Dance with a Stranger 1992: DumDum Boys 1993: The September When 1994: Øystein Sunde 1995: Morten Harket 1996: D.D.E. 1997: Bjørn Eidsvåg 1998: Leif Ove Andsnes 1999: Ole Ivars 2000: Herborg Kråkevik 2001: Morten Abel 2002: Röyksopp 2003: Silje Nergaard 2004: Odd Nordstoga 2005: Madrugada 2006: Vamp – I full symfoni (med KORK) 2007: Hellbillies – Spissrotgang 2008: Espen Lind 2009: Alexander Rybak – Fairytales 2010: Karpe Diem – Aldri solgt en løgn 2011: Jarle Bernhoft 2012: Kaizers Orchestra 2013: Ole Paus – Avslutningen 2014: Nico & Vinz – Black Star Elephant 2015: Kygo 2016: Marcus & Martinus 2017: Astrid S 2018: Alan Walker 2019: Sigrid 2020: Tix 2021: Girl in Red 2022: Karpe 2023: Undergrunn
Ehrenpreis (seit 1972) 1972: Egil Monn-Iversen/Bør Børson JR. 1973: Sigbjørn Bernhoft Osa 1974: Nora Brockstedt 1975: Otto Nielsen 1976: Robert Levin 1977: Toralf Tollefsen 1978: Erik Bye 1979: Reidar Thommessen – Garden of memories 1980: Kari Diesen und Pete Knutsen/Bruno Oldani 1981: Henning Sommerro – Litt tå me und Svein Dag Hauge – Produksjon Pleasant Surprise 1982: Åge Aleksandersen 1983: Jahn Teigen 1984: Totto Johannessen 1985: Forente Artister – Sammen for livet und Bobbysocks / Rolf Løvland 1986: A-ha 1987: Dissimilis 1990: Marie Foss/Torstein Grythe 1992: Vidar Sandbeck 1996: Odd Børretzen 1998: Ole Paus 1999: Sven Nyhus 2000: A-ha 2003: Wenche Myhre 2005: Terje Rypdal 2006: Sissel Kyrkjebø / Bjørn Eidsvåg / Åge Aleksandersen 2007: DumDum Boys 2009: Jahn Teigen 2010: A-ha 2011: Jan Eggum 2012: Karin Krog 2013: Anne Grete Preus 2014: Morten Abel 2015: Tommy Tee 2016: Arve Tellefsen 2017: Mari Boine 2018: D.D.E. 2019: Philharmonisches Orchester Oslo 2020: Mayhem 2021: Hellbillies 2022: Lillebjørn Nilsen 2023: Ole Ivars
Weblinks
Offizielle Spellemannprisen-Seite (norwegisch) Spellemannprisen im Store norske leksikon (norwegisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Erstverleihung 1973 Kategorie:Musikpreis (Norwegen)