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Thomas Dekker (* 6. September 1984 in Dirkshorn) ist ein ehemaliger niederländischer Radrennfahrer.

Dekker galt als eines der größten Talente des niederländischen Radsports. Bis zu einer Sperre wegen Dopings ab Juli 2009 galt er als die größte Hoffnung auf den nächsten niederländischen Tour-de-France-Sieg nach Jan Janssen 1968 und Joop Zoetemelk 1980.

Beginn der Profikarriere 2005 erhielt Dekker einen Vertrag bei Rabobank, nachdem er vorher zwei Jahre für dessen Nachwuchs-Mannschaft gefahren war. 2004 errang er bei den Weltmeisterschaften im Straßenrennen und im Zeitfahren der U23-Klasse jeweils Silber. 2003 wurde er Dritter im Straßenrennen der U23.

2005 gewann Dekker beim Critérium International die Bergetappe und wurde Zweiter im Gesamtklassement. Bei den ProTour-Rennen Eneco Tour und Polen-Rundfahrt wurde er Vierter bzw. Dritter in der Gesamtwertung und gewann bei letzterer Rundfahrt die achte Etappe, ein 19 Kilometer langes Bergzeitfahren. Bei seiner ersten großen Rundfahrt, dem Giro d’Italia 2005 erreichte er den 75. Gesamtrang.

Sein bis dahin größter Erfolg gelang ihm im März 2006, als er die einwöchige italienische Pro-Tour-Rundfahrt Tirreno–Adriatico gewann. Bei dieser übernahm er auf der fünften Etappe die Führung in der Gesamtwertung und konnte sie bis zum Ende verteidigen. Im Jahr darauf gewann er Anfang Mai die Gesamtwertung der Tour de Romandie, nachdem er das Einzelzeitfahren für sich entschieden hatte. Auf der sechsten Etappe der Tour de Suisse, bewies er seine Kletterqualitäten und entschied die Bergankunft für sich.

Im August 2008 wurde die vertragliche Bindung (bis 2009) zu seinem Arbeitgeber Rabobank vorzeitig beendet.rad-net.de: Trennung: Thomas Dekker nicht mehr bei Rabobank, vom 15. August 2008 Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass Dekker mit der Teamleitung unzufrieden sei – er wurde nicht für die Tour de France 2008 nominiert – und mit dieser nur noch über seine Anwälte kommuniziere. Zudem zog er sich aus der Auswahl für die Olympischen Spiele in Peking zurück, da er nicht in guter Form sei. Ab Beginn der Saison 2009 fuhr er im Team von Silence-Lotto.

Doping und Comeback Bei Urin-Nachkontrollen aus dem Jahr 2007 wurde Thomas Dekker am 30. Juni 2009 nach langen Verdächtigungen des Dopings mit Erythropoetin (EPO) überführt. Sofort wurde er aus dem Tour-de-France-Kader des Teams Silence Lotto gestrichen und suspendiert.radsport-news.com vom 1. Juli 2009: Dekker: Alter Verdacht mit neuen Methoden bestätigt Schon im Frühjahr 2009 hatte das Nachrichtenmagazin Focus Dekker als mutmaßlichen Kunden des Dopinghändlers Stefan Matschiner benannt.Focus: Radsport: Niederlande droht Doping-Skandal. 20. April 2009

Anfang März 2010 wurde bekannt, dass Thomas Dekker bis 1. Juli 2011 gesperrt wurde.Radsport-News.com: Thomas Dekker bis Juli 2011 gesperrt Nach Ablauf seiner Sperre wurde Dekker vom Chipotle Development Team verpflichtet,cyclingnews.com vom 26. Juli 2011: Dekker to make Chipotle debut at Tour of Portugal einem Farmteam von .

Mit einem Wechsel 2012 zu Garmin-Sharp fuhr er wieder in einem Team der höchsten Kategorie UCI ProTeam. Nennenswerte Siege bei bekannten Rennen konnte er allerdings dort nicht einfahren. Zur Saison 2015 fusionierte sein Team mit dem und sein Vertrag wurde von der neu entstandenen Mannschaft nicht verlängert.

Im Februar 2015 machte Thomas Dekker den Versuch, den wenige Wochen zuvor vom Australier Rohan Dennis aufgestellten Stundenweltrekord in Aguascalientes zu verbessern, verpasste aber eine neue Bestmarke um 270 Meter. Nachdem sein Versuch, durch einen neuen Stundenweltrekord einen Vertrag bei einem Team zu bekommen, gescheitert war, gab Dekker rund vier Wochen später seinen Rücktritt vom aktiven Radsport bekannt.

In der Erklärung zu seinem Rücktritt im März 2015 schrieb Dekker: „Als Jung-Profi wolle ich nur eines: Rennen gewinnen. Und am besten so viele wie möglich. Ich wollte um jeden Preis gewinnen. Das war meine Stärke, und zur gleichen Zeit hat es mich in die Falle gelockt. Es hat mich sehr tief sinken lassen.“

Privates und Berufliches 2016 machte Thomas Dekker zunächst private Schlagzeilen in der Boulevardpresse. Es wurde bekannt, dass er der Lebensgefährte von Nathalie Marciano ist, der geschiedenen Ehefrau von Maurice Marciano, einem der Gründer des Modeunternehmens Guess. Er sei „in die Butter gefallen“ und führe jetzt ein Jetset-Leben in Los Angeles, so eine der Zeitungen.

Im November 2016 erschien Dekkers Autobiographie Mijn Gevecht. In dem Buch beschuldigt er unter anderen den einstigen Sportlichen Leiter des Teams Bianchi, Jacques Hanegraaf, dieser habe ihn an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes vermittelt. Der Mitautor, der ehemalige Radprofi und Journalist Thijs Zonneveld, berichtete von Klage- und Gewaltandrohungen gegen Dekker. Im Juni 2017 erschien das Buch unter dem Titel Thomas Dekker: Unter Profis auf Deutsch im Covadonga Verlag.

Erfolge mini|Dekker bei Lüttich–Bastogne–Lüttich (2012) 2004 Gesamtwertung Olympia’s Tour Niederländischer Meister – Zeitfahren GP Eddy Merckx (mit Koen de Kort) Gesamtwertung Tour de Normandie Gesamtwertung Internationale Thüringen Rundfahrt

2005 Niederländischer Meister – Zeitfahren GP Stad Zottegem eine Etappe Polen-Rundfahrt

2006 Gesamtwertung Tirreno–Adriatico

2007 Trofeo Pollença Gesamtwertung und eine Etappe Tour de Romandie eine Etappe Tour de Suisse Gesamtwertung und zwei Etappen 3-Länder Tour

2011 Duo Normand (mit Johan Van Summeren)

2012 Mannschaftszeitfahren Tour of Qatar eine Etappe Circuit Cycliste Sarthe

Grand-Tour-Platzierungen

Teams 2003–2004 2004–2008 (bis 15. August) 2009 2011 (ab 1. August) 2012–2014

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Radsportler (Niederlande) Kategorie:Olympiateilnehmer (Niederlande) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2004 Kategorie:Nachwuchsradsportler des Jahres (Niederlande) Kategorie:Niederländischer Meister (Radsport) Kategorie:Dopingfall im Radsport Kategorie:Doping (Königreich der Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Mann