mini|200px|Logo bis Oktober 2021 Die Costa Crociere S.p.A. (auf dem deutschsprachigen Markt Costa Kreuzfahrten) ist ein italienisches Kreuzfahrtunternehmen mit Sitz in Genua. Das Unternehmen ist eine der vier operativen Gesellschaften der Carnival Corporation & plc. Über sie betreibt der Weltmarktführer für Kreuzfahrten neben der gleichnamigen Marke Costa Crociere auch die Schiffe der Marke AIDA Cruises.

Das zur Mitte des 19. Jahrhunderts für den Handel mit Olivenöl gegründete Familienunternehmen stieg zunächst in die Frachtreederei, dann in den Liniendienst mit Passagieren ein. Ab den 1960er Jahren konzentrierte sich die Familie aufs Kreuzfahrtgeschäft, auf das man sich zunächst nur zur Auslastung der Passagierschiffe in den Sommermonaten eingelassen hatte. Auf Erfolge als Pionier in dieser sich schnell entwickelnden Branche folgten jedoch immer wieder finanzielle Schwierigkeiten. Durch Beteiligung einer weiteren Genueser Handelsfamilie im Jahr 1967 und mit dem Verkauf sämtlicher neben dem Kreuzfahrtgeschäft bestehender Geschäftsbereiche 1986, konnte man beim Wettlauf um immer größere und modernere Schiffe weiter mithalten. Im Jahr 1997 entschied sich jedoch die Familie zum Verkauf an die finanzstarke amerikanische Carnival Corporation. Die Reederei ist inzwischen vollständig im Carnival-Konzern aufgegangen.

Das Erkennungszeichen der heute noch unter dem Namen der ehemaligen italienischen Traditionsreederei betriebenen Schiffe ist ein zylinderförmiger gelber Schornstein mit blauem Großbuchstaben „C“.

Geschichte Giacomo Costa fu Andrea Der spätere Schifffahrtskonzern wurde 1854 von den Brüdern Giobatta und Giacomo Costa als Giacomo Costa fu Andrea als Handelsunternehmen für Olivenöl gegründet. Die beiden kauften Olivenöl in verschiedenen Ländern um das Mittelmeer und verkauften es dann in Italien. Ab 1860 führte Giacomo das Unternehmen allein. Nach seinem Tod im Jahr 1916, erweiterte das Unternehmen unter der Leitung seiner Söhne die Geschäftstätigkeit auch auf Herstellung des Öls und der Behälter für den Transport und Verkauf. Der Handel mit „Olio Costa“ bzw. „Olio Dante“ reichte zu diesem Zeitpunkt bereits bis nach Amerika und Australien. Die Expansion folgte den italienischen Emigranten, die ihre traditionelle Küche auch in der neuen Heimat beibehalten wollten. Dante Olivenöl gibt es noch heute. Im Jahr 1985 erwarb die niederländisch-britische Unilever die Namensrechte mit der Produktionsstätte in Inveruno, seit 2009 gehört die Marke dem italienischen Olivenölproduzenten Oleifici Mataluni.

Erst siebzig Jahre nach der Unternehmungsgründung versuchten sich Giacomos Söhne Federico, Eugenio und Enrico 1924 erstmals als Reeder und kauften mit dem Dampfer Ravenna ein erstes Tankschiff. Der Auftakt war ein Fehlschlag. Es kam zu Lieferverzögerungen von etwa einem Monat. Gerade zu dieser Zeit brach der Welthandelspreis für Olivenöl stark ein. Der Wertverlust des auf Abtransport wartenden Öls überstieg sogar den Kaufpreis des Schiffes. Dennoch setzten die Brüder weiterhin auf Schiffe und kauften 1928 die Langano. Im Jahr 1931 folgte die Federico und mit ihr begann die Tradition, die Schiffe nach Angehörigen der Familie zu benennen. In den Jahren 1934 Eugenio Costa und Enrico Costa, 1935 Antonietta Costa, Beatrice Costa und Giacomo Costa. Zusätzlich zum Transport des eigenen Olivenöls übernahm die Flotte auch Frachtdienste für andere Unternehmen, insbesondere Textilien zwischen Genua und Sardinien. Die Caterina Costa im Jahr 1942 war das erste Schiff des Unternehmens, das nicht gebraucht gekauft, sondern im eigenen Auftrag gebaut wurde. Den Zweiten Weltkrieg überstand von den zuletzt acht Schiffen aber nur die Langano unbeschadet.

Linea C Die Costa-Familie begann nach Kriegsende umgehend mit dem Wiederaufbau. Angesichts einer weitgehenden Zerstörung der italienischen Passagierschiffsflotte und einer Flut von Emigranten entschied man sich, in den Passagierdienst nach Südamerika einzusteigen. Im November 1946 erwarb die Reederei deshalb drei Schiffe aus der Flotte der Luckenbach Steamship Co., darunter auch die ehemalige Pommern des Norddeutschen Lloyd, die von der US Navy im Ersten Weltkrieg beschlagnahmt und unter dem Namen Rappahannock zwischenzeitlich als Pferdetransporter eingesetzt worden war. Costa ließ Kabinen für 50 Passagiere einbauen, nannte das Schiff Maria C. und setzte es im Liniendienst von Genua nach Montevideo und Buenos Aires ein. Als erstes Passagierschiff des Unternehmens startete am 31. März 1948 die Anna C. mit 768 Passagieren von Genua nach Rio de Janeiro., In: Cruise Industry News 27. März 2008 (englisch) 1953 folgte die Luisa C. nach Venezuela und Franca C. zu den Antillen. Noch im selben Jahr änderte die Reederei ihren Namen in Linea „C“. Die Leitung war mit Angelo Costa auf die nächste Generation der Familie übergegangen. Die Website der heutigen Costa Kreuzfahrten bezeichnet ihn, nicht Giacomo Costa, als Gründer des späteren Kreuzfahrtunternehmens.Unternehmen, auf der Markenwebsite costakreuzfahrten.de, abgerufen am 1. März 2018

Die Schiffe boten nach heutigem Maßstab keinen Luxus, aber man achtete von Beginn an auf einen gewissen Komfort. Bereits mit der Anna C. verfügte die Flotte über klimatisierte Kabinen in der ersten und zweiten Klasse. Dies ermöglichte der Reederei, vor allem in Monaten mit geringer Passagierauslastung, die Andrea C. und Anna C. auch für Vergnügungsfahrten im Mittelmeerraum einzusetzen. Es folgten weitere Schiffe bis hin zur Federico C. im Jahr 1957, dem ersten von Costa selbst in Auftrag gegebenen Passagierschiff. Bei der Werft Ansaldo in Genua gebaut, war diese zwar noch in die im Liniendienst üblichen drei Passagierklassen aufgeteilt, aber durch mehrere Restaurants und ungewöhnlich geformte Schwimmbecken schon ganz bewusst auf das neue Geschäftsfeld ausgerichtet.

Im Jahr 1959 bot das Unternehmen mit der Franca C. als weltweit erster Betreiber Kreuzfahrten in die Karibik an. Das Schiff war zu Anfang des Jahres umgebaut worden, so dass nunmehr jede Kabine mit eigener Dusche und WC ausgestattet war. Routen nach Südamerika bis hinunter in die Antarktis sowie in Europa auf dem Schwarzen Meer folgten nach kurzer Zeit. Am 22. Oktober 1961 brach nach einer Explosion an Bord der Bianca C. ein Feuer aus, das Schiff versank vor der Karibikinsel Grenada. Ein von der Reederei gestiftetes Denkmal erinnert im Hafen von St. George’s an die erfolgreiche Rettung aller Passagiere. 1964 bestellte die Linie C mit der Eugenio C. ihren ersten Neubau, der ganz auf Einteilung in Passagierklassen verzichtete und mit seinem Hauptdeck als Zentrum bereits ein für spätere Kreuzfahrtschiffe typisches Design aufwies.

Costa Armatori S.p.A. und Costa Line Inc. Im Jahr 1967 wandelte sich das Unternehmen vom Familienbetrieb zur Holdinggesellschaft. Die Schifffahrtsaktivitäten wurden in der Costa Armatori S.p.A. mit Sitz in Genua gebündelt. Alle übrigen Bereiche, vor allem das Olivenöl und der Textilhandel davon getrennt und überwiegend verkauft. Die Familie blieb Haupteigentümer mit 90 Prozent der Anteile. 10 Prozent erwarb die Familie Romanengo.

Ein Jahr später wurde die Costa Line Inc. als Tochtergesellschaft in den Vereinigten Staaten gegründet. Ebenfalls 1968 nahm die Eugenio C. den Dienst auf. Ab 1977 beteiligte sich Costa Armatori an der teilweise privaten, teilweise staatlichen Kooperation „Italia Crociere Internazionali (ICI)“, die gegründet wurde, um die bis 1976 unter hohen Verlusten im Liniendienst nach Amerika eingesetzten Schiffe der staatlichen Italia di Navigazione S.p.A. ins Kreuzfahrtgeschäft zu übernehmen. Nach einem Misserfolg unter Eigenregie, setzte das Staatsunternehmen seine Hoffnung auf die Zusammenarbeit mit erfahrenen privaten Partnern. Die Schiffe erfüllten die Erwartungen jedoch nicht, und nach Uneinigkeiten im Management beendete man die Partnerschaft im Jahr 1981. Eines der daran beteiligten Schiffe, die Guglielmo Marconi, wurde im Anschluss von Costa übernommen, umgebaut und 1983 als Costa Riviera wieder in Dienst genommen.

Costa Crociere S.p.A. Im Jahr 1986 wurde die Firma unter dem Namen Costa Crociere S.p.A. grundlegend neu organisiert. Alle zuvor noch neben den Kreuzfahrten existierenden Geschäftsbereiche wurden verkauft oder eingestellt. Frisches Kapital verschaffte man sich 1989 mit dem Gang an die Börse. 20,5 Prozent des Unternehmens kamen über 12,5 Millionen Aktien zu je 2.500 Lire in den regulären Handel oder wurden über 3,5 Millionen Belegschaftsaktien zu je 1.000 Lire den damals 1.767 Mitarbeitern der Costa-Gruppe angeboten.

Im Jahr 1990 schloss der Unternehmensvorstand Nicola Costa einen Vertrag mit der sowjetischen AKP Sowkomflot zur Gründung eines Joint Venture unter dem Namen „Prestige Cruises“. Seitens Costa wurden die Daphne und Danae an Prestige Cruises überstellt. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion scheiterten jedoch weitere Pläne. Etwa zeitgleich reorganisierte Costa sein Amerikageschäft. Unter Beibehaltung der Geschäftsräume in Miami und Hollywood, Florida wurde die US-Tochter durch Costa Cruise Lines, N.V. eine neue, auf den niederländischen Antillen registrierte Firma ersetzt und die Flotte weitgehend von Italien nach Liberia ausgeflaggt.

Im Jahr 1993 wuchs die Flotte der Costa durch Übernahme der französischen Croisieres Paquet um die beiden Schiffe Mermoz und Costa Playa. Vier Jahre später wurde Costa Crociere dann jedoch selbst übernommen. Carnival Corporation und Airtours plc teilten sich 1997 die Anteile je zur Hälfte. Im September 2000 verkaufte Airtours seinen Anteil und Carnival erhielt die vollständige Kontrolle über das Unternehmen.

Carnival Corporation & plc Nach Zusammenlegung der Carnival Corp. mit dem Kreuzfahrtgeschäft der Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. Ltd. (P&O) zur Carnival Corporation & plc wurde die Entscheidung getroffen, die Costa-Flotte wieder auf die italienische Tricolore zurückzuflaggen. Darüber hinaus überließ der Konzern seiner italienischen Tochter ab November 2004 auch die Betreuung der deutschen Marke AIDA Cruises.

Ab dem Jahr 2006 positionierte sich der Konzern mit Costa Asia auf dem noch wenig entwickelten asiatischen Kreuzfahrtmarkt und überführte die Costa Allegra nach Hongkong. Der Einstieg in Asien begann jedoch schwierig. Im April war es im Hafen von Colombo, Sri Lanka zu Protesten unter den rund 800 Passagieren gekommen, nachdem Toiletten und Klimaanlagen der Costa Allegra ausgefallen waren und gleich auf der ersten Südasien-Kreuzfahrt im Juli 2006 musste der Reiseverlauf wegen Problemen mit der Maschinenanlage geändert werden.

Zur weiteren Expansion auf dem spanischsprachigen Markt hatte die Carnival Corporation & plc bereits im Jahr 2007 mit der Orizonia Corporaciòn das Joint Venture Ibero Cruceros gegründet. Die operative Steuerung des Kreuzfahrtbetriebs mit vier Schiffen delegierte der Konzern auf seine Südeuropatochter Costa Crociere. Nach Ausscheiden der Orizonia aus dem Joint Venture im Jahr 2009 erhielt Costa Crociere die Gesamtverantwortung für die spanische Marke, einschließlich des Vertriebs. Noch im selben Jahr erfolgte die Auslieferung der Costa Pacifica, des größten bis dahin in Italien gebauten Passagierschiffes.

Am 13. Januar 2012 lief die Costa Concordia unter dem Kommando des 51-jährigen Kapitäns Francesco Schettino auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer nahe der toskanischen Küste auf Grund und sank steuerbordseitig unter die Wasserlinie. Das Schiff musste evakuiert werden. Zum Zeitpunkt der Havarie befanden sich 4229 Menschen an Bord, von denen 32 ums Leben kamen. Am 27. Februar 2012, nur einen Monat später, brach im Maschinenraum der Costa Allegra etwa 260 Seemeilen vor den Seychellen ein Feuer aus. Das Schiff wurde in den Hafen von Mahé geschleppt, wo die Passagiere unverletzt an Land gehen konnten.