mini|Skyline von Doha am Morgen, 2014 Doha ([], , im Dialekt ad-Dōḥa, „die Bucht“) ist die Hauptstadt von Katar und liegt am Persischen Golf. Die Einwohnerzahl lag im Dezember 2020 bei rund 872.000. In der Agglomeration Dohas leben (Stand Dezember 2020) knapp 1,2 Millionen Menschen. Doha wächst mit der neun Kilometer entfernten Stadt Ar-Rayyan schnell zusammen. Die Stadt beherbergt den Hamad International Airport, wichtige Teile der Öl- und Fischereiindustrie sowie mit der „Education City“ ein Gebiet für Forschung und Bildung.

Geschichte mini|Dromedare neben Al Koot, einer alten Festung in der Innenstadt mini|Doha im Januar 1904 Nachdem die karge Halbinsel wohl schon seit Jahrtausenden von nomadisierenden Beduinen durchzogen wurde, wurde erst im Jahr 1850 die Stadt Doha („Al-bida“) gegründet. Al-Wadschba, eine Festung im Südwesten Dohas, wurde 1882 von ar-Rayyan gebaut. Sie war im folgenden Jahr Schauplatz einer Schlacht, in der die Bevölkerung Katars unter Scheich Qasim und der Führung der Briten das Osmanische Reich bekämpfte und den Grundstein zur späteren politischen Unabhängigkeit Katars legte.

Unter britischer Oberherrschaft wurde die Stadt 1916 Hauptstadt des Protektorates Katar, sie verblieb auch nach der Unabhängigkeit 1971 in dieser Funktion. Als äußeres Zeichen der gewonnenen Macht wurde 1917 im Zentrum der Stadt von Scheich Abdullah bin Qasim Al Thani die Festung al-Kut erbaut.

Die noch unter britischem Protektorat im Jahr 1949 begonnenen Ölexporte aus Doha begründeten den künftigen Wohlstand Katars. Der größte Teil der Investitionen fließt in die Hauptstadt, in deren Metropolregion heute fast die Hälfte der katarischen Bevölkerung lebt. Das 1969 in Betrieb genommene Government House, Sitz der britischen Kolonialverwaltung, gilt heute als bekanntes Wahrzeichen Katars.

Demographie Bevölkerungsentwicklung März 1986 März 1997 März 2004 April 2010 April 2015 Dezember 2020 217.294 264.009 339.847 521.283 587.055 872.048

Bildung, Kultur und Sport Universität mini|HEC Paris, Doha Die Universität von Katar in Doha, eine nördlich gelegene Campusuniversität, wurde 1973 eröffnet. Sie ist aus der älteren Pädagogischen Hochschule hervorgegangen. Die Ausbildung folgt angelsächsischen Mustern: In sechs Colleges und einer Medizinfakultät können Bachelor- und Mastergrade erworben werden. Eine Besonderheit dieser Universität ist, dass hier nebeneinander sowohl das westliche Rechtswesen als auch das islamische Recht (Scharia) und die entsprechenden islamischen Studien betrieben werden können. Mit etwa 73 % der 7660 Studenten im Wintersemester 2005/06 hatte die Universität einen hohen Frauenanteil. Außerdem haben sechs ausländische Universitäten (z. B. Carnegie Mellon) kleinere „Ableger“ vor Ort eingerichtet. Besonders hier findet ein reger Austausch von Studenten, Postgraduierten und Dozenten statt, sodass sich das einst unbedeutende und abgelegene Doha in die Standorte mit internationaler wissenschaftlicher Sichtbarkeit eingereiht hat.

Die Stadt verfügt über weitere Hochschuleinrichtungen wie die HEC Paris in Qatar.

Fernsehen Der in alle arabischen Länder ausstrahlende Fernsehsender Al Jazeera sendet seit 1996 aus seinen Hauptstudios in Doha. Seit März 2011 strahlt von hier auch der Sender der libyschen Opposition Libya TV sein Programm aus.

Sport Seit 1998 wird das Qatar Masters, ein internationales Golfturnier, auf der Anlage des Doha Golf Club ausgetragen. Im Dezember 2006 war die Stadt Gastgeberin der 15. Asienspiele. Für diese internationale Großveranstaltung wurde eigens ein etwa 200 Hektar großes Sportgelände mit Stadien, überdachter Großhalle, Eissporthalle usw. errichtet. Als Erkennungszeichen leuchtete die olympische Fackel im 318 m hohen Aspire Tower. Nach dem guten Eindruck der Asienspiele bewarb sich Doha für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016, wurde jedoch nicht zum offiziellen Kandidaten des Internationalen Olympischen Komitees erklärt. Desgleichen geschah mit der Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2020: Das Klima in Katar gilt im Sommer als zu heiß; eine Verschiebung der Wettkämpfe in den Herbst passt nicht in den Zeitplan der meisten Mannschaftssportarten, da dann die nationalen Ligen ihre Spieltätigkeit aufnehmen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wurde in Katar im Winter ausgetragen, in der Hauptstadt Doha fanden in sechs klimatisierten Stadien zahlreiche Spiele statt.

Des Weiteren war Doha Austragungsort der Kurzbahnweltmeisterschaften 2014 im Schwimmen, der Treppenlauf-Weltmeisterschaft 2015 im Aspire Tower, der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2015, der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2016, der Turn-Weltmeisterschaften 2018 und der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019.

Religiöse Einrichtungen mini|Souq Waqif Moschee am Abend In der gesamten Stadt finden sich eine Vielzahl von Moscheen, die architektonisch von sehr schlicht bis prachtvoll und modern rangieren. Die zehn bekanntesten Moscheen sind:10 Notable Mosques of Qatar Imam Muhammad Ibn Abd Al-Wahhab Moschee: Sie wurde nach dem Namen des saudischen Predigers Muhammad Ibn Abd Al-Wahhab benannt. Sie liegt im Stadtteil Jubailat und ist die nationale Freitagsmoschee von Katar. Hamad International Airport Moschee: Sie befindet sich am Hamad International Airport und weist äußerlich die Form eines Wassertropfens auf. Souq Waqif Moschee: Sie befindet sich im traditionellen Souq Waqif. Ihre architektonische Realisierung entspricht nicht dem im Golf vorherrschenden Stil, sondern ist eine Nachahmung der Großen Moschee von Samarra. Katara Moschee: Sie liegt im Kulturdorf Katara. Education City Moschee: Sie wurde vom spanischen Architekturbüro Mangera Yvars Architects entworfen.Projektseite des spanischen Architekturbüro Mangera Yvars Architects. Die Gebetshalle und der Sahn bietet insgesamt ca. 1.800 Gläubigen Platz für ihr Gebet. Sie ist vor allem aufgrund ihres herausstechenden Erscheinungsbilds bei Touristen als Sehenswürdigkeit beliebt. Musheireb Moschee: Sie liegt im Stadtteil Musheireb und wird auch die Scheich-Moschee genannt. Universitätsmoschee: Die kleine Moschee befindet sich auf dem Campus der Universität von Katar und wurde 1985 ihrer Bestimmung übergeben. Pearl Qatar Moschee: Die kleine Moschee liegt auf der künstlichen Insel The Pearl. Al Rayyan Moschee. Al Qebab Moschee.

2008 bekam Doha erstmals eine katholische Kirche, „Unserer lieben Frau vom Rosenkranz“ geweiht, die elf bis zwölf Millionen Euro kostete. Es handelt sich dabei um das erste christliche Gotteshaus im Land seit den islamischen Eroberungen., FAZ, 20. März 2008. In ihr finden Messen auf Arabisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und weiteren Sprachen statt.Plan der Gottesdienste in der Kirche "Unserer lieben Frau vom Rosenkranz"

Museen mini|Nationalmuseum von Katar mini|Der Blick auf die Skyline vom Museum für Islamische Kunst Das Nationalmuseum von Katar wurde zunächst 1975 im ehemaligen Herrscherpalast eröffnet. Es wurde später durch einen von Jean Nouvel entworfenen Neubau in Form einer Sandrose an der Corniche ersetzt und ist seit dem 28. März 2019 für die Öffentlichkeit zugänglich.Offizielle Website des Nationalmuseums Katar in Englisch. In insgesamt elf Ausstellungsräumen werden auf über 40.000 Quadratmetern Ausstellungsstücke zur Geschichte Katars gezeigt.

Ende 2008 wurde das markant am Hafeneingang liegende Museum of Islamic Art (MIA) eröffnet. Dessen Sammlung islamischer Kunst gilt als herausragend, mit 45.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist es eines der größten Museen der Welt. Das eigenwillige verschachtelte Gebäude wurde von Ieoh Ming Pei entworfen, die Innenausstattung von Jean-Michel Wilmotte.Offizielle Website des Museums für islamische Kunst in Englisch.

Im Arabischen Museum für moderne Kunst (MATHAF), gegründet 2010, werden Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst von arabischen Künstlern ausgestellt. Die Sammlung umfasst über 9000 Kunstwerke.

Das 3-2-1 Olympische und Sport-Museum Katar (QOSM) zeigt in sieben Galerien und in Wechselausstellungen verschiedene Themenbereiche rund um Sport und die olympischen Spiele.

Die Feuerwache ist ein neunmonatiges Gastprogramm von September bis Juni, bei dem Künstler, die in Katar wohnen, in einem der fünf Stockwerke des Gebäudes der Feuerwache Atelierflächen beziehen. Im Gebäude befindet sich die Garagen-Galerie mit wechselnden Ausstellungen.Offizielle Website der Feuerwache in Englisch.

Entwicklung des Stadtbildes mini|Doha in den 1980er Jahren mini|Schiff vor der Skyline von Doha, 2013 mini|Kulturviertel Katara, 2023 Wie in vielen größeren Städten am Persischen Golf wird auch die Skyline Dohas zunehmend von meist solitären Hochhäusern dominiert, teilweise mit markanten arabischen Stilzitaten. Dazu werden immer mehr eher niedrige Wohnbauten in die Fläche gebaut. Die ältere historisch eher unbedeutende Bausubstanz wird durch Neubautätigkeit reduziert. Begrünt sind meist nur die Straßen, kleine Plätze und Verkehrsinseln in Küstennähe.

Die von kleinen Parkanlagen gesäumte östliche Corniche zieht sich etwa sechs Kilometer entlang der halbkreisförmigen Bucht. Das sich nördlich anschließende Tourismusgebiet wird von zwei besonderen Projekten markiert: der von Kanälen durchzogenen Buchten- und Villenlandschaft „West Bay Complex“ und dem für 30.000 Bewohner konzipierten kurz vor der Küste aufgeschütteten Eiland The Pearl. Ein weiteres, wesentlich größeres Entwicklungsvorhaben nördlich entlang der Küste außerhalb Dohas ist Lusail City, geplant zur Aufnahme von 200.000 Menschen.

Um der weiteren, zunächst recht planlosen Ausdehnung im Inneren Dohas eine städtebauliche Richtung zu geben, wurde von 2000 an ein Masterplan aufgestellt. Kern des innerstädtischen Entwicklungsgebiets sind ein Mehrzweck-City-Center mit 129.000 Quadratmetern Einkaufsfläche, ein großes Hotel, je vier Büro- und Wohnhochhäuser und 2500 Parkplätze. Hinzu soll eine offene Verkaufs- und Unterhaltungszone mit Kaufhäusern und Marken-Outlet-Geschäften sowie Restaurants, Kinos, Eislaufring, Bowlingbahnen usw. kommen. Die Architekten wurden beauftragt, eine besonders „einkaufsfreundliche“ Suq-Bauweise zu bevorzugen. Das soll mit speziellen Dach- und Fassadenkonstruktionen und durchgängigen Arkaden erreicht werden, die die Sonne aus den Gassen fernhalten.

Politik Obwohl Katar eine absolute Monarchie ist, gibt es eine kommunale Selbstverwaltung. Dieses Prinzip wurde bereits in Kuwait eingeführt. Am 1. April 2007 wurde der 29-köpfige Stadtrat von Doha neu gewählt. Zur Wahl waren insgesamt 125 Kandidaten angetreten, unter ihnen drei Frauen. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,1 % gegenüber 31 % 2003.

Städtepartnerschaften Banjul, Gambia (2011) The Daily Observer (online) vom 28. Oktober 2011

Wirtschaft

Wirtschaftliche Zukunft Obwohl Katar kein baldiges Ende der Erdöl- und Erdgasgewinnung voraussieht, ist man bereits jetzt bestrebt, private und öffentliche Investitionen in andere Wirtschaftsbereiche fließen zu lassen. Doha soll sich als Sport-, Freizeit-, Finanz- und Bildungszentrum entwickeln – damit tritt es in Konkurrenz zu Dubai und Abu Dhabi.

Finanzplatz Die 2005 gegründete Freihandelszone Qatar Financial Centre (QFC) soll ein Umfeld für internationale Regulierungsstandards im Finanzsektor schaffen. Ebenso bemüht sich Katar um strategische Partnerschaften mit europäischen Börsen, um die bisher unbedeutende Regionalbörse (Qatar Stock Exchange) in die globalen Märkte einzuführen.

Gesundheit Auch das Medizingeschäft und der im Nahen Osten bedeutende Gesundheitstourismus werden bedient: Bis 2012 sollten drei neue Medizinzentren und Spezialkliniken eröffnen.

Tourismus Der Tourismus ist in Doha in voller Entwicklung: Von 2008 bis 2010 sollte sich die Zahl der Hotelzimmer von 6084 auf 13.000 mehr als verdoppeln. Die Auslastung der Beherbergungsstätten war im Jahr 2008 mit 69 % noch steigerungsfähig, dies möchte man u. a. durch den Bau eines großen Konferenz- und Ausstellungszentrums erreichen.

Verkehr mini|Msheireb tram