Die Liga MX (offiziell Liga BBVA Bancomer nach dem Sponsor BBVA), bis 2013 als Primera División de México und in den 1940er Jahren als Liga Mayor bekannt, ist die höchste mexikanische Fußballliga. Sie wurde 1943 gegründet und besteht aktuell aus 18 Mannschaften; davon drei aus Mexiko-Stadt sowie je zwei aus Guadalajara und Monterrey. Rekordmeister ist der Club América mit 16 Titeln (Stand: Mai 2026).
Modus Anders als in Europa werden jährlich zwei Meisterschaften durchgeführt: Die „Clausura“ findet in der ersten Hälfte eines Kalenderjahres und somit während der Rückrunde einer europäischen Saison statt; die „Apertura“ entsprechend in der zweiten Hälfte eines Kalenderjahres bzw. während der Hinrunde.
Die 18 Mannschaften spielen je einmal gegeneinander. Nach den 17 Spieltagen der regulären Saison qualifizieren sich die bestplatzierten Mannschaften für die Playoffs, die sogenannte „Liguilla“. Sie spielen im K.-o.-System mit Hin- und Rückspiel um den Meistertitel.
Die Mannschaften der Liga MX können sich für die CONCACAF Champions League des nord- und mittelamerikanischen Verbands CONCACAF qualifizieren.
Mannschaften In der Saison 2026/27 sind folgende Mannschaften in der Liga MX vertreten:
Name Ort Bundesstaat Club América Mexiko-Stadt CF Atlante Mexiko-Stadt Atlas Guadalajara Guadalajara Atlético San Luis San Luis Potosí CD Cruz Azul Mexiko-Stadt CD Guadalajara Guadalajara FC Juárez Ciudad Juárez Club León León CF Monterrey Monterrey Club Necaxa Aguascalientes CF Pachuca Pachuca de Soto Club Puebla Puebla Querétaro FC Santiago de Querétaro Pumas UNAM Mexiko-Stadt Santos Laguna Torreón Tigres UANL Monterrey Club Tijuana Tijuana Deportivo Toluca Toluca de Lerdo
Geschichte der mexikanischen Profiliga Die mexikanische Fußball-Profiliga startete in der Saison 1943/44 und ersetzte die bisher auf Amateurbasis ausgetragene Fußballmeisterschaft Primera Fuerza. Wie diese firmierte sie in der Anfangszeit als Liga Mayor (deutsch: Höchste Liga).
Gründungsmitglieder Die zehn Gründungsmitglieder der Profiliga waren América, Asturias, Atlante, España und Marte (alle aus Mexiko-Stadt und vormals gemeinsam in der Primera Fuerza vertreten), Atlas Guadalajara und Deportivo Guadalajara (aus der alten Liga de Occidente und in der Primera Fuerza indirekt durch die Selección Jalisco vertreten) sowie drei Vereine aus dem Bundesstaat Veracruz: der CF Veracruz aus der gleichnamigen Hafenstadt sowie A.D.O. und Moctezuma, die beide in der seinerzeit industriell bedeutsamen Stadt Orizaba beheimatet waren. Moctezuma kam ebenfalls aus der alten Primera Fuerza, der durch Mitglieder der beiden Vereine España und Sporting Veracruz neu gebildete CF Veracruz sowie die Asociación Deportiva Orizabeña, kurz A.D.O., aus der alten Liga Veracruzana.
Eine besondere Anmerkung verdient die Tatsache, dass der erste Meister der neu installierten Profiliga, Asturias, die Vorjahressaison in der Primera Fuerza noch auf dem letzten Platz beendet hatte. Umgekehrt landete der letzte Meister der Primera Fuerza, Marte, am Ende der Eröffnungssaison der Profiliga auf dem letzten Platz. Dieses Kuriosum sollte sich bereits ein Jahrzehnt später wiederholen. Denn auch als Meister der Saison 1953/54 belegte Marte im folgenden Spieljahr 1954/55 den letzten Platz. Doch zu jener Zeit bedeutete dies zugleich den Abstieg aus dem Fußballoberhaus, in das Marte nie wieder zurückkehren konnte.
Die ersten Meister Die erste Meisterschaft 1943/44 endete mit zwei punktgleichen Teams an der Tabellenspitze. Weil die Tordifferenz nicht zur Entscheidung des Meisters herangezogen wurde, wurde gleich im ersten Jahr ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft erforderlich, in dem sich ausgerechnet die beiden spanischen Erzrivalen Asturias und España gegenüberstanden. Hier behielt Asturias mit 4:1 überraschend deutlich die Oberhand. Dafür gewann España die Meisterschaft in der folgenden Saison. Doch bedeutete dieser Triumph zugleich das Ende der spanisch dominierten Epoche. Denn von nun an sollte keine spanische – oder sonstige ausländische – Mannschaft mehr den Titel gewinnen. 1 Für die Hauptstädter war der Verlust der spanischen Teams Segen und Fluch zugleich. Ein Segen, weil die Mexikaner den Spaniern aufgrund der Historie ähnlich ablehnend gegenüberstehen wie den US-Amerikanern und sie auch im Fußball bestrebt waren, sich von der Vorherrschaft der Spanier zu befreien. Ein Fluch aber auch, weil nun die Provinz 2 die Liga zu dominieren begann und mit dem Titelgewinn des CF Veracruz im Jahr 1946 für die Hauptstädter eine 20 Jahre währende Durststrecke begann, in der nicht ein einziger Meistertitel in die Metropole ging. Erst 1966 konnte América diese Negativserie beenden.
Erste Zu- und Abgänge Bereits in der zweiten Spielzeit 1944/45 wurde die Profiliga um die Vereine León, Oro und Puebla auf 13 Teilnehmer aufgestockt und wiederum ein Jahr später bestand die Liga bereits aus 16 Mannschaften. Darunter auch der CF Monterrey als erster Vertreter aus Nordmexiko, der sich aufgrund von internen Problemen aber bereits nach nur einer Saison wieder zurückziehen musste, wodurch er gleichzeitig die erste Mannschaft bildete, die aus der Profiliga ausschied.
Die erste gigantische Umwälzung fand 1950 statt. Zum Saisonende 1949/50 hatten sich Asturias, España und Moctezuma als Folge von Verbandsstreitigkeiten zurückgezogen. Bereits ein Jahr zuvor war die A.D.O. aufgrund von internen Querelen ausgeschieden, so dass in der Saison 1950/51 bereits vier der ehemals zehn Gründungsmitglieder nicht mehr am Spielbetrieb teilnahmen. In derselben Saison wurde übrigens erstmals eine landesweite zweite Liga, die Segunda División, ausgetragen und die erste Liga erhielt ihren neuen und noch heute gültigen Namen Primera División. Seither gibt es zwischen den beiden Ligen je einen Auf- und Absteiger. Der erste Absteiger war San Sebastian, Zacatepec der erste Aufsteiger.
Titelverteidiger, Serienmeister und „ewige Mitglieder“ Die erste Mannschaft, die ihren Titel verteidigen konnte, war León (1948/49). Eine weitere Titelverteidigung gelang den Esmeraldas noch einmal in der Clausura 2014. Auch Toluca (1967/68), Necaxa (1994/95) und die UNAM Pumas (Apertura 2004) konnten ihren Titel verteidigen. Drei Vereinen gelang die (mehrfache) Titelverteidigung sogar je zweimal: Je eine Titelverteidigung und ein Hattrick gelangen Cruz Azul (Titelverteidigung 1979/80 und vorheriger Hattrick zwischen 1972 und 1974) und América (Titelverteidigung 1988/89 und vorheriger Hattrick zwischen 1983/84 und PRODE 85) sowie Guadalajara, dem einzigen Verein, der die Meisterschaft zwischen 1959 und 1962 sogar viermal in Folge gewinnen konnte und dem auch 1964/65 noch einmal eine Titelverteidigung gelang. Hätte Guadalajara nicht das letzte Spiel der Saison 1962/63 gegen seinen unmittelbaren Verfolger Oro verloren, wäre Guadalajara sogar siebenmal in Folge Meister gewesen. Mit insgesamt 12 Titeln war Guadalajara lange Zeit Rekordmeister der Profiliga, wurde aber mittlerweile von seinem Erzrivalen América überholt, der 16 Mal erfolgreich war. Diese beiden Vereine sind auch die einzigen, die immer in der Profiliga vertreten waren.
Moduswechsel Bis einschließlich zur Saison 1969/70 wurde der Meister durch eine Gesamttabelle ermittelt. Ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft wurde nur bei Punktgleichheit erforderlich, da die Tordifferenz zur Ermittlung des Meisters unberücksichtigt blieb.
In der Saison 1970/71 wurde die Meisterschaft in zwei Gruppen ausgetragen, obwohl alle in der Liga vertretenen Mannschaften gegeneinander spielten (ein Verfahren, das im Prinzip bis heute erhalten blieb). Die beiden Gruppensieger bestritten das Finale. Der Modus mit zwei Gruppen wurde auch in den folgenden Jahren beibehalten, die Endrunde jedoch auf die jeweils beiden Bestplatzierten einer Gruppe und ein Halbfinale erweitert.
Seit 1975/76 wird die Meisterschaft in vier Gruppen ausgetragen und nach der eigentlichen Saison in Play-offs (in Mexiko Liguilla genannt) ab dem Viertelfinale entschieden. Seit 1996/97 werden zwei Meisterschaften pro Jahr ausgetragen. Die Hinrunde galt anfangs als Winter-Saison (Invierno) und die Rückrunde als Sommer-Saison (Verano), da ihr Abschluss in die entsprechende Jahreszeit fiel. Seit der Saison 2002/03 wird die Vorrunde als Apertura und die Rückrunde als Clausura bezeichnet.
Anmerkungen 1 Vor dem Ersten Weltkrieg wurde die mexikanische Fußballmeisterschaft ausschließlich von Mannschaften ausgetragen, die von Briten gegründet wurden und die die Clubs weitgehend dominierten. Erfolgreichste Mannschaft dieser Epoche war der Reforma Athletic Club. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde der mexikanische Vereinsfußball immer wieder von spanischen Clubs dominiert, von denen der Real Club España der mit Abstand erfolgreichste war. Mit dem Rückzug von España und Asturias im Sommer 1950 endete die Epoche der von Ausländern dominierten Clubs. Dies galt jedoch keineswegs für die Mannschaften selbst. Viele mexikanische Vereine kauften massenweise ausländische – vor allem südamerikanische und hier in erster Linie argentinische und brasilianische – Spieler ein, die gleich reihenweise so genannte Legionärstruppen produzierten. Einzig der Club Deportivo Guadalajara widersetzte sich vehement diesem Trend und verpflichtete ausschließlich in Mexiko geborene Spieler. Mit dieser Selbstverpflichtung widersetzte er sich zugleich der neu aufgetretenen Gewohnheit, ausländische Spieler einzubürgern, nachdem der mexikanische Fußballverband eine Begrenzung ausländischer Spieler auferlegt hatte.
2 Als Provinz gilt in Mexiko gemeinhin das gesamte Land außerhalb des Hauptstadtbezirkes.
Übersicht aller bisherigen Teams der höchsten mexikanischen Profiliga