mini|hochkant|Hans van Manen (1986) Hans Artur Gerhard van Manen (* 11. Juli 1932 in Nieuwer-Amstel; † 17. Dezember 2025 in Amsterdam) war ein niederländischer Choreograf. Er gilt als einer der ganz großen Neuerer des europäischen Balletts. Seine klassizistische, aus der Musik entwickelte Tanzsprache konnte sich von seinem Vorbild George Balanchine emanzipieren. Männer und Frauen agieren in seinen Choreografien gleichberechtigt.

Leben Van Manen war der Sohn einer deutschen Mutter und eines niederländischen, im Krieg gefallenen Vaters.Wiebke Hüster: Umstandslos und genial einfach, Nachruf in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. Dezember 2025, S. 9. Nach einer Ausbildung zum Maskenbildner begann van Manen mit seiner Ballettausbildung. Er studierte unter anderem bei Sonia Gaskell, Françoise Adret und Nora Kiss. Ab 1952 tanzte er beim Ballet Recital, dann beim Ballett der Amsterdamer Oper und 1959 bei der Kompanie von Roland Petit.

1957 choreografierte er mit Feestgericht sein erstes Ballett. 1960 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Nederlands Dans Theater, dessen künstlerischer Leiter er von 1961 bis 1970 war. Anschließend arbeitete er freischaffend und von 1974 bis 1987 als Ballettmeister für Het Nationale Ballet.

Ab 1988 entstanden seine Choreografien wieder überwiegend für das NDT. Van Manens Werk umfasst etwa 120 meist kürzere Choreografien, wobei er häufig auch als Kostüm-Designer verantwortlich zeichnete. Daneben betätigte er sich als künstlerischer Fotograf. Sein langjähriger Lebensgefährte war der niederländische Kameramann Henk van Dijk.Henk van Dijk auf www.wiener-staatsoper.at, abgerufen am 21. Dezember 2025.

Choreografien Obwohl van Manen betonte, dass Tanz nur vom Tanz handle, ziehen sich durch sein Œuvre die Beziehungen von Menschen. Er zeigt starke Persönlichkeiten, die von der Gleichberechtigung von Mann und Frau geprägt sind. Dabei verwendet er fast ausschließlich Musik, die nicht für Ballett geschrieben wurde, häufig Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Seine wichtigsten Werke befinden sich im Repertoire zahlreicher Kompanien.

Auszeichnungen 1993: Deutscher Tanzpreis 2000: Erasmuspreis 2004: Musikpreis der Stadt Duisburg

Literatur Katja Schneider: Manen, Hans van. In: Manfred Brauneck, Wolfgang Beck (Hrsg.): Theaterlexikon 2. Schauspieler und Regisseure, Bühnenleiter, Dramaturgen und Bühnenbildner. Rowohlts Enzyklopädie im Rowohlt Taschenbuch Verlag. Reinbek bei Hamburg, August 2007, ISBN 978-3-499-55650-0, S. 462 f. Horst Koegler, Helmut Günther: Reclams Ballett Lexikon. Reclam, Stuttgart 1984, ISBN 3-15-010328-2, S. 289 f.

Weblinks

Webpräsenz von Hans van Manen

Einzelnachweise

Kategorie:Choreograf (Moderner Tanz) Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Kategorie:Träger des Erasmuspreises Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann