mini|300px|Fussballspiel im Rheinpark Stadion Vaduz (2002) Fussball ist in Liechtenstein – neben dem Wintersport – eine der beliebtesten Sportarten. In dem 160 km² grossen und etwa 38.000 Einwohner zählenden Fürstentum Liechtenstein gibt es sieben Vereine mit rund 2100 aktiven Fussballern. Damit ist der Liechtensteiner Fussballverband (LFV) einer der kleinsten der Welt, in Relation zur Bevölkerungszahl aber einer der grössten.
Die Liechtensteiner Vereine tragen keine eigene Meisterschaft aus. Der 1934 gegründete Liechtensteiner Fussballverband ist mit seinen Vereinen dem Schweizerischen Fussballverband angegliedert und beteiligt sich dort am Punktspielbetrieb, führt aber einen eigenständigen Cupwettbewerb durch.
Anfänge des Fussballsports mini|300px|Landessportplatz in Vaduz (1938) Der Fussballsport kam erst relativ spät in Liechtenstein auf. Während in den Nachbarländern Schweiz und Österreich bereits Ende des 19. Jahrhunderts Fussball gespielt wurde, fand der Sport in Liechtenstein anfänglich nur zögerliche Aufnahme. Der Sport genoss kein Ansehen und wurde verspottet – das Leben im damals noch hauptsächlich bäuerlichen Liechtenstein war hart und die Bevölkerung darbte zu sehr, als dass solchen Freizeitbeschäftigungen der Durchbruch gelungen wäre. Volkserzieherische und weltanschauliche Ziele existierten noch nicht. Staatliche Hilfeleistungen waren ausgeschlossen, die Errichtung von Sportanlagen eine Utopie. Trotz der anfänglich vorhandenen Bremsfunktion von Gesellschaft, Kirche und auch Schule setzte sich der Fussball ab etwa 1930 in Liechtenstein schrittweise durch.
Bereits vor der offiziellen Gründung der ersten Liechtensteiner Fussballklubs fanden sich einige Idealisten zusammen, um an verschiedenen Plätzen zu tschutten, ohne eine grosse Ahnung von den Regeln des Fussballsports zu haben. Den wenigen heute noch verfügbaren Quellen zufolge befand sich im Gebiet Mühleholz bereits im Jahr 1923 ein Fussballplatz. 1927 wurde der AC Mauren gegründet, der schon im Frühjahr desselben Jahres auf seinem Sportplatz im Maurer Ortsteil Hinterbühlen Freundschaftsspiele austrug und einen regelmässigen Trainingsbetrieb abhielt. Ab 1928 sind auch Einzelheiten über den FC Kickers Mühleholz bekannt, dessen Spieler zwar aus dem Hauptort Vaduz stammten, der Fussballplatz befand sich jedoch auf Schaaner Gemeindegebiet. Im selben Jahr nahmen die Kickers erstmals an der regulären Meisterschaft des österreichischen Bundeslands Vorarlberg teil. Ab 1931 wurden die ersten Anstrengungen zur Gründung offizieller Fussballvereine gemacht. Nachdem sich eine Interessengruppe erfolgreich darum bemühte, auf dem Vaduzer Gemeindegebiet einen Fussballplatz zugewiesen zu bekommen, erfolgte im Dezember 1931 die Gründung des FC Vaduz als erstem Liechtensteiner Fussballverein. Bereits im darauf folgenden Jahr wurden der FC Balzers, der FC Triesen und der FC Schaan aus der Taufe gehoben. Während sich der FC Balzers, der FC Schaan und der FC Triesen sofort dem Schweizerischen Fussballverband anschlossen, bestritt der FC Vaduz seine erste Meisterschaftsrunde 1932 noch beim österreichischen Vorarlberger Fussballverband. Bereits ein Jahr später schloss sich jedoch auch der FC Vaduz dem Schweizer Verband an, in dessen Ligasystem seither alle Liechtensteiner Vereine integriert sind.
Zwischen 1932 und 1937 wurde eine Liechtensteiner Fussballmeisterschaft ausgetragen. Die Spieldauer der Partien betrug anfangs vermutlich nur zwischen 30 und 45 Minuten. Die erste Spielzeit fand am 15. August 1932 in Mühleholz statt und wird als inoffiziell gewertet. Der FC Vaduz gewann das Finale mit 2:0 gegen den FC Balzers. Im Frühjahr 1934 wurde ein offizielles Turnier, das als die erste offizielle liechtensteinische Fussballmeisterschaft gilt, im Rahmen der Meisterschaft des Kantons St. Gallen ausgetragen, da die teilnehmenden Liechtensteiner Vereine auch Mitglied im Ostschweizer Fussballverband waren. Der FC Triesen gewann das Turnier. Im August 1934 fand eine weitere inoffizielle Meisterschaft in Mühleholz statt. Neben den liechtensteinischen Vereinen FC Vaduz, FC Schaan, FC Triesen, FC Balzers und Kickers Mühleholz nahm zudem die Schweizer Mannschaft FC Buchs II aus Buchs SG teil. Das Finale gewann der FC Schaan mit 3:1 gegen die Kickers aus Mühleholz. Ende Juli 1935 folgte eine zweite offizielle Meisterschaft, die erneut im Rahmen der Meisterschaft der Kantons St. Gallen stattfand. Es nahmen lediglich der FC Triesen, der die Austragung für sich entschied, der FC Balzers und der FC Vaduz teil. In der dritten offiziellen Meisterschaft im Mai 1936 spielten nur der FC Triesen und der FC Vaduz, der schlussendlich den Titel gewann. An der vierten offiziellen Meisterschaft 1937, die ein weiteres Mal in Verbindung mit der kantonalen Meisterschaft St. Gallen ausgetragen wurde, nahm nur noch der FC Triesen teil, da alle anderen liechtensteinischen Vereine aus dem Ostschweizer Verband ausgetreten waren. Der FC Triesen gewann somit, ohne ein Spiel bestritten zu haben, die liechtensteinische Meisterschaft. Ab 1938 wurde keine weitere Meisterschaft ausgetragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss der Liechtensteiner Fussballverband die Gründung des Liechtensteiner Cups, der seitdem als wichtigster Liechtensteiner Vereinswettbewerb fungiert.
Fussballverband 1934 schlossen sich die vier liechtensteinischen Vereine, die bislang in den Schweizerischen Fussball- und Athletikverband (SFAV) – wie sich der Schweizerische Fussballverband damals nannte – eingetreten waren, zum Liechtensteiner Fussballverband zusammen. Dies waren der FC Balzers, FC Triesen, FC Schaan und FC Vaduz. Die anderen Klubs FC Kickers Mühleholz und eine Mannschaft aus Ruggell, die beide wenig später den Spielbetrieb einstellten, waren kein Mitglied des SFAV. Der Liechtensteiner Fussballverband trägt seit 1946 auch einen eigenen Wettbewerb – den Liechtensteiner Fussballcup – aus. 1954 kam der USV Eschen-Mauren – der bis 1963 als FC Mauren geführt wurde – als weiteres Mitglied hinzu. 1958 wurde der FC Ruggell aufgenommen und zuletzt 1972 der FC Triesenberg.
Der Liechtensteiner Fussballverband ist Mitglied des Liechtensteinischen Olympischen Sportverbandes (LOSV) und Partnerverband des Ostschweizer Fussballverbandes (OFV). 1974 wurde der Verband als 142. Mitglied des Weltverbandes FIFA, und als 34. Mitglied des europäischen Fussballverbandes UEFA aufgenommen; acht Jahre später wurde das erste Länderspiel der Liechtensteiner Fussballnationalmannschaft, das sowohl von der FIFA als auch vom LFV in die offizielle Länderspielstatistik aufgenommen wurde, ausgetragen. Inzwischen hat der Liechtensteiner Fussball bereits erste kleine Erfolge aufzuweisen.
Fussballnationalmannschaft Die Liechtensteiner Fussballnationalmannschaft trug ihr erstes Länderspiel am 14. Juni 1981 gegen Malta im Daejeon-Hanbat-Stadion in der südkoreanischen Stadt Daejeon aus. Das Spiel fand im Rahmen des President’s Cup 1981 statt und wird, ebenso wie das zwei Tage später ausgetragene Spiel gegen Thailand, lediglich von der FIFA als offizielles Länderspiel gewertet. Im selben Monat spielte die Liechtensteiner Auswahl gegen die Vereinsmannschaften Danubio FC aus Uruguay und Vitória FC aus Brasilien. Der 3:2-Sieg gegen Indonesien am 22. Juni 1981 wertet die FIFA als drittes offizielles Länderspiel und stellt somit laut dem Weltfussballverband den ersten Sieg der Nationalmannschaft des Fürstentums dar. Die Liechtensteiner beendeten den Wettbewerb in Südkorea als Fünfter in Gruppe B. Im Oktober 1981 folgte ein Freundschaftsspiel in Balzers gegen Malaysia, das die Mannschaft von Trainer Hans Müntener mit 1:0 gewann. Die Partie wird ebenfalls nur von der FIFA als offiziell gewertet. Sämtliche bis dahin ausgetragene Spiele wurden von einer sogenannten Aktiv-Auswahl bestritten, das heisst, dass die Spieler laut dem damaligen Regelwerk zwar in liechtensteinischen Vereinen tätig sein, allerdings nicht die liechtensteinische Staatsbürgerschaft besitzen mussten. So erzielte die Tore gegen Malta und Malaysia beispielsweise der Deutsche Ludwig Sklarski.
Erst acht Jahre nach dem Beitritt zur FIFA und der UEFA bestritt die Liechtensteiner Auswahl ihr erstes vom Liechtensteiner Fussballverband als offiziell gewertetes Länderspiel. Es fand am 9. März 1982 vor 4500 Zuschauern in Balzers gegen die Schweiz statt und endete mit einer 0:1-Niederlage. In den folgenden Jahren wurden nur vereinzelt weitere Länderspiele ausgetragen. Es folgte 1982 eine sowohl von FIFA als auch vom LFV als inoffiziell betrachtete Partie gegen eine Klubauswahl aus Peking, die die Liechtensteiner mit 2:0 gewannen. 1984 trug man zum 50-jährigen Verbandsjubiläum des LFV ein Spiel gegen Österreich aus, das das Team von Coach Pius Fischer mit 0:6 verlor. Die Partie, die die FIFA und der Österreichische Fussballverband seit jeher als inoffiziell werten, wurde im Jahr 2020 auch vom Liechtensteiner Verband als inoffiziell erklärt. Weitere Spiele wurden erst 1990 gegen die USA (1:4) und 1991 gegen die Schweizer Nachbarn (0:6) ausgetragen. Erstmals stellte man sich dann unter dem deutschen Trainer Dietrich Weise im Rahmen der Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft 1996 dem internationalen Wettbewerb. Die vorausgegangene Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 hätte laut damaligem LFV-Präsidenten Ernst Nigg eine zu grosse, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu bewältigende administrative Herausforderung bedeutet, weshalb man eine Meldung für die WM-Qualifikation wieder zurückgezogen hatte.„Der Fußball-Weise von Liechtenstein“ von Hartmut Scherzer in Sport-Bild vom 29. Dezember 1992, S. 18–20
Seit 1994 nimmt Liechtenstein regelmässig an der Qualifikation für die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft teil. Bei ihren ersten Auftritten in den Qualifikationsrunden kassierten die Liechtensteiner zum Teil sehr hohe Niederlagen, wie beispielsweise gegen Rumänien (0:8 und 1:7) oder Mazedonien (1:11).
1998 erreichte man durch ein 2:1 gegen Aserbaidschan den ersten Sieg in einem Pflichtspiel. Bei der Qualifikation zur Fussball-WM 2002 wurde Liechtenstein in seiner Gruppe zwar sieg- und torlos Letzter, doch die Niederlagen fielen schon nicht mehr so hoch aus wie in der Vergangenheit. Bei der Vorausscheidung zur Europameisterschaft in Portugal 2004 schaffte man zwar ein 1:1-Unentschieden gegen Mazedonien, doch erneut blieb nur der letzte Tabellenplatz.
In der Qualifikation für die Fussball-WM 2006 sorgte das Auswahlteam Liechtensteins für manche Überraschung. Gegen Luxemburg siegte das Team auswärts deutlich mit 4:0 und erreichte zuhause ein 3:0. Gegen den Tabellenzweiten Slowakei konnte Liechtenstein einen Punkt sichern. Die grösste Überraschung waren jedoch die Spiele gegen den späteren Gruppensieger Portugal. Zuhause wurde ein 0:2-Rückstand noch aufgeholt und am Ende ein sensationelles 2:2-Unentschieden erreicht. Im Rückspiel in Aveiro gingen die Liechtensteiner sogar durch ein Tor von Benjamin Fischer mit 1:0 in Führung, doch Pauleta und Nuno Gomes konnten am Ende eine Niederlage verhindern und den 2:1-Sieg für den Vize-Europameister sichern. Portugal hat bei dieser Qualifikation somit drei der fünf Gegentore von Liechtenstein kassiert. In der Qualifikationsgruppe 3 zur WM 2006 belegte Liechtenstein am Ende zwar den vorletzten Platz, erreichte aber immerhin 8 Punkte bei einem Torverhältnis von 13:23.
Liechtenstein wollte auf diese Erfolge aufbauen und nahm sich insbesondere für die Qualifikation zur Fussball-EM 2008 in den Nachbarländern Österreich und der Schweiz einiges vor. Tatsächlich artete kein einziger Auftritt Liechtensteins zu einem Torfestival aus, und am 28. März konnte in einem Heimspiel sogar der erste Sieg eingefahren werden, ein 1:0 gegen den Teilnehmer der EURO 2004 Lettland. Am 17. Oktober 2007 gelang der Nationalmannschaft sogar ein 3:0-Sieg über die Mannschaft von Island, dennoch belegte Liechtenstein in ihrer Gruppe den letzten Platz.
Die Heimspiele werden derzeit im Rheinpark Stadion in Vaduz ausgetragen.
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