mini|Roy Ayers, 2019 Roy Edward Ayers (* 10. September 1940 in Los Angeles; † 4. März 2025 in New York City) war ein US-amerikanischer Vibraphonist, Sänger, Komponist und Arrangeur. Ayers zählte zu den wichtigsten Vertretern des Jazzfunk.

Werdegang Seine Eltern, der Vater spielte Posaune und die Mutter Klavier, führten Ayers an die Musik heran. Er erlernte andere Instrumente und begann erst im Alter von 17 Jahren mit dem Vibraphon, obwohl er als Kind von Lionel Hampton ein Paar Vibraphonschlägel geschenkt bekommen hatte.

In den 1960er Jahren arbeitete er hauptsächlich in Los Angeles, wo er mit Teddy Edwards, Hampton Hawes und Harold Land auftrat, bevor er bei Curtis Amy spielte und dann zur Band von Jack Wilson gehörte, mit dem auch erste Alben entstanden, die ihn herausstellten. Leonard Feather empfahl ihn für ein erstes Album unter eigenem Namen. Herbie Mann engagierte ihn als musikalischen Leiter seiner Band, nachdem er 1966 mit ihm aufgetreten war. Mit Mann nahm er mehrere Alben auf, darunter dessen erfolgreiches Album Memphis Underground. Nach seinem Umzug nach New York gründete Ayers sein Ensemble Ubiquity (1970), das mit einer regelmäßig wechselnden Besetzung von Musikern und einem Repertoire aus Jazz, Soul, Popmusik, Blues und Funk aufwartete; er arbeitete nun auch als Sänger und Komponist. 1973 verantwortete er den Soundtrack zum Blaxploitation-Film Coffy mit Pam Grier. In der Pop- und Disco-Szene feierte er Erfolge, etwa mit seinem Hit Everybody Loves the Sunshine (1976).

Nachdem er 1979 mit Fela Kuti durch Nigeria getourt war, fühlte er sich inspiriert, soziale Fragen anzusprechen; diese Themen prägten 1981 sein Album Africa, Center of the World. 1982 gründete er mit Kuti das Label Uno Melodic Records, auf dem er die Werke anderer Musiker produzierte. In den späten 1980er Jahren fungierte Ayers mit seiner Gruppe als Hausband im Ronnie Scott’s Jazz Club in London und produzierte mehrere Live-Alben. Später war er als Gast an dem Album Nu Yorican Soul (Blue Thumb, 1997) beteiligt.

Ayers’ Musik wurde insbesondere von Hip-Hop-Musikern gesampelt; sie war vor allem in England erfolgreich und in der Acid-Jazz-Szene populär. Ende der 1990er nannten Produzenten der Nu-Jazz-Szene Ayers als wichtige Inspiration. Der einflussreiche britische DJ Gilles Peterson rückte Ayers’ Musik wieder ins Bewusstsein, indem er seine alten Stücke häufiger in seiner Sendung „Worldwide“ im BBC-Radio spielte. 2001 erschien ein Album mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen von 1976 bis 1981 („Virgin Ubiquity: Unreleased Recordings 1976–1981“), die als Grundlage für viele Remixe dienten und Ayers’ Musik zu neuerlicher Beliebtheit in der elektronischen Tanzmusik verhalf.

Ayers’ letztes eigenes Album Mahogany Vibe erschien 2004. Auch kam es zu Kollaborationen mit Erykah Badu und Talib Kweli. Auf einer Europa-Tournee trat er 2010 mehrmals in Deutschland und Frankreich auf.„Fazit-Playlist“. Deutschlandradio Kultur, 10. September 2010; CD des Tages anlässlich seines 70. Geburtstags.

Ayers starb infolge einer langen Krankheit im Alter von 84 Jahren.»Everybody Loves The Sunshine«: Roy Ayers ist tot In: Spiegel online vom 6. März 2025.

Diskografie

Studioalben (Solo)

Weitere Studioalben 1963: West Coast Vibes 1967: Virgo Vibes 1968: Stoned Soul Picnic 1969: Daddy Bug 1970: Ubiquity 1983: Silver Vibrations 1983: Drivin’ On Up 1987: I’m the One (For Your Love Tonight) 2000: Perfection

Roy Ayers Ubiquity

Weitere Alben 1972: He’s Coming 1973: Red Black and Green 1973: Virgo Red 1975: A Tear to a Smile 1978: Starbooty

Zusammenarbeiten

Weitere Zusammenarbeiten 1963: The Jack Wilson Quartet featuring Roy Ayers (mit Jack Wilson) 1966: Ramblin’ (mit Jack Wilson Quartet) 1970: Unchain My Heart (mit Bruno Carr, Miroslav Vitouš & Sonny Sharrock) 1980: Music of Many Colors (mit Fela Kuti) 1997: Smiling Faces (mit The Soul Society) 1998: Spoken Word (mit Bonita Brisker) 2002: Room at the Top (mit James Taylor Quartet & Ian Anderson)

Livealben 1972: Live at the Montreux Jazz Festival 1990: Fast Money 1991: Searchin’ 1992: Hot 1993: Good Vibrations 1999: Live from West Port Jazzfestival Hamburg (mit Ray Gaskins Band & Jocelyn Brown)

Kompilationen 1976: Daddy Bug & Friends 1979: The Best of Roy Ayers 1983: Lots of Love 1992: Double Trouble (mit Rick James) 1993: Good Vibrations 1993: Vibrant 1993: Shining Symbol: The Ultimate Collection 1993: King of Vibes (Roy Ayers Super Collection) 1995: Evolution: The Polydor Anthology 1995: Vibesman (Live at Ronnie Scott’s) 1996: Searchin’ (Live) / Hot 1996: Good Vibrations / The Essential Groove – Live 1998: In the Dark / You Might Be Surprised 1998: The Collection 1999: Juice 1999: Smooth Jazz 1999: Daddy Bug / Virgo Vibes 2002: Essential Vibes 2002: For Café Après-Midi 2003: Destination Motherland: The Roy Ayers Anthology 2003: Snoop 2003: Virgin Ubiquity (Unreleased Recordings 1976–1981) 2004: Mahogany Vibe 2005: Virgin Ubiquity II (Unreleased Recordings 1976–1981) 2006: Virgin Ubiquity Remixed 2011: Step Into Our Life & Prime Time (mit Wayne Henderson) 2015: Searching for Sunshine (1973–1980)

Soundtracks 1973: Coffy – die Raubkatze

Singles

Gastbeiträge

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

2022: für die Single Everybody Loves The Sunshine

Weblinks

RoyAyers.com Offizielle Website (englisch)

, Website zur Dokumentation von Ayers’ vielfältigem Einfluss Nachrufe Stephen Thomas Erlewine: Roy Ayers, Jazz-Funk-Virtuose, im Alter von 84 Jahren verstorben In: Rolling Stone vom 6. März 2025 Jan Wiele: Zum Tod des Jazzmusikers Roy Ayers: Die Ambivalenz des Sonnenscheins In: Faz.net vom 6. März 2025 Musikbeispiele

Einzelnachweise

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