Laakirchen ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Gmunden in Oberösterreich mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Laakirchen liegt auf 441 m Höhe im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7 km, von West nach Ost 7,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 32,4 km². 11,1 % der Fläche sind bewaldet, 77,2 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Aktuell wird von der Statistik Austria für das Gemeindegebiet von Laakirchen nur eine Ortschaft ausgewiesen. Früher wurden für das Gemeindegebiet folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011) ausgewiesen: Diethaming (248) Kirchham (48) Kranabeth (46) Laakirchen (4114) Lindach (675) Oberndorf (191) Oberweis (2248) Ölling (128) Rahstorf (109) Schweigthal (147) Stötten (1514)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Diethaming, Kranabeth, Laakirchen, Lindach, Oberweis, Ölling, Schwaigthal und Stötten.

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Gmunden.

Nachbargemeinden

Geschichte 1996 wurden bei archäologischen Ausgrabungen im Friedhof Laakirchen Teile einer Villa Rustica aus dem 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus freigelegt.

Die erste urkundliche Nennung Laakirchens erfolgte im Jahre 1165 als Lochchirchen.Stiftsurbare OÖ 2, 92, Nr. 19 Der Name setzt sich aus ‚Wald, Hain, Holz, Gehölz‘ oder ‚Auwald‘ und ‚Kirche‘ zusammen.Laakirchen. In: Isolde Hausner, Elisabeth Schuster, Kommission für Mundartkunde und Namenforschung: Altdeutsches Namenbuch: die Überlieferung der Ortsnamen in Österreich und Südtirol von den Anfängen bis 1200. Teil 9, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1989, S. 636, Sp. 2 ().ausführlich: K. Eder: Erklärung des Ortsnamens Laakirchen. In: Skg.-Ztg. 16 (1909), Nr. 14, S. 17. Die Wandlung loh zu lah ist typisch für die heutigen Gebirgsdialekte des Krems- und Almtales.vergl. P. Benedikt Pitschmann OSB: P. Matthias Höfer v. Kremsmünster u. sein etymologisches Wörterbuch (1815). II. Teil. In Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 115a, Linz 1970, S. 201 (ganzer Artikel S. 199–210, , dort S. 3): .

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Der Bau der heutigen Pfarrkirche dürfte um das Jahr 1450 begonnen worden sein und war um 1500 vollendet.

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Im späten 19. Jahrhundert entwickelte sich Laakirchen zum lokalen Zentrum der Zuckerindustrie. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Am 9. Juli 1984 wurde die Gemeinde Laakirchen zur Marktgemeinde erhoben. Die oberösterreichische Landesregierung hat in der Sitzung vom 22. Jänner 2007 beschlossen, die Marktgemeinde Laakirchen gemäß der OÖ Gemeindeordnung zur Stadt zu erheben. Am 7. Juni 2007 fand die feierliche Stadterhebung mit einem viertägigen Fest und Veranstaltungen statt.

Bevölkerungsentwicklung

Das Wachstum in den letzten Jahrzehnten beruht auf positiver Geburtenbilanz und positiver Wanderungsbilanz. Speziell in den Jahren von 1991 bis 2001 gab es eine sehr starke Zuwanderung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Vom Moor gespeister Teich hinter dem Badhäusl

Moorbad Gmös: Das Gmöser Moor ist eines der wenigen Alpenvorlandmoore in Oberösterreich. Es entstand nach der Mindel-Eiszeit aus einem Toteisloch. Im Jahr 1987 wurde das Gmöser Moor mit einer Ausdehnung von 3,4 ha vom Land Oberösterreich zum Naturschutzgebiet erklärt. Seither kann man in einem idyllischen Rundweg seltene Tier- und Pflanzenarten beobachten. Im Jahr 2002 wurde die bald 100-jährige Kuranstalt zum Schauplatz einer Folge der Fernsehserie Schlosshotel Orth. mini|Einer der Ausstellungsräume des Papiermachermuseums Österreichisches Papiermacher-Museum: Das Museum wurde 1997 in den alten Werkshallen der Papierfabrik Steyrermühl (1868–1988) errichtet und umfasst mit den Veranstaltungsräumlichkeiten 3.300 m² Fläche. Die Hauptattraktionen sind eine Handschöpferei, in der selbst Papier geschöpft werden kann und ein funktionstüchtiger Nachbau der ersten Papiermaschine der Welt – von Nicolas-Louis Robert, patentiert 1799. Das Papiermachermuseum war Ausstellungsort der oberösterreichischen Landesausstellung 2008 „Salzkammergut“. In das Papiermachermuseum inkludiert sind ein Feuerwehrmuseum mit über 100 Jahre alten Exponaten, das die Entwicklung der sechs Laakirchner Feuerwehren zeigt, und ein Druckereimuseum zur Geschichte des Druckens.https://www.papiermuseum.at Österreichisches Papiermachermuseum Laakirchen-Steyrermühl, Website des Museums mini|Valentinskirche mit Mittelsäule und Orgelempore Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden, Europas erste kontinentale Bahnlinie Pfarrkirche St. Valentin, gotische Hallenkirche mit Mittelsäule Schloss Lindach, erste Zuckerfabrik Oberösterreichs Schloss Oberweis Expositurkirche Steyrermühl

Wirtschaft und Infrastruktur Zwei Papierfabriken, vier Metall verarbeitende Betriebe, sowie etliche Gewerbebetriebe bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Gemeinde. Laakirchen ist die größte Industriegemeinde im Bezirk Gmunden und die zweitgrößte im südlichen Oberösterreich.

Verkehr Die Westautobahn A1 (am Nordrand der Gemeinde) hat bei km 212 beidseitig die Autobahnstationen Lindach (-Nord bzw. -Süd) und bei km 213 den Exit Laakirchen mit einem Truckstop und einem Zentrallager des Diskonters Lidl.

Die Westbahn hat in Attnang-Puchheim einen größeren Bahnhof, 17,5 Straßen-Kilometer (13,5 km über eine kleine Straße) von Laakirchen entfernt. Näher (11,5 km) liegt die Bahnstation Schwanenstadt. Mit 8,5 km noch etwas näher liegt der Bahnhof Gmunden der Salzkammergutbahn.

Laakirchen liegt an der Trauntalbahn Lambach–Gmunden, welche seit 1988 nur mehr im Güterverkehr bedient wird. Die Landesstraße B144 verbindet ebenfalls Lambach mit Gmunden und verläuft ebenfalls bis auf den Anschluss in Lambach durchwegs rechts der Traun. Die touristische Radroute Traunradweg verläuft 85 km weit von Gmunden nach Asten an der Donau und in Laakirchen traunufernah und zum Traunfall.

Historisch (bis 1911) wurde auf der Traun bei Laakirchen Salz, doch im Vergleich zu den Nebenflüssen Ager, Vöckla und Alm nur wenig Holz geflösst, da der Salzbergbau in Hallstatt und die Salzgewinnung durch Sieden in Ebensee großen Holzbedarf hatten. Der kurz nach Laakirchen liegende Traunfall wurde durch einen Kanal (aus 1552) umfahren. 17 km traunabwärts war Stadl-Paura Zwischenlager für Salz in „Stadeln“, gleichzeitig Ort zum Bau flacherer Flöße und Schiffe für die Weiterfahrt auf der hier seichteren, verästelten Traun bis zur Mündung in die Donau östlich von Linz. Von hier gingen Salz nach Norden und Holz in größeren Flößen donauabwärts bis Wien und Budapest.Alfred Sohm: Das Schiffleutmuseum in Stadl-Paura. Die Bedeutung der Traun als Schifffahrtsweg. 2006, 3 Seiten ().

Ansässige Unternehmen Laakirchen Papier AG (Teil der Heinzel Group) – Papier UPM-Kymmene Steyrermühl GmbH – Papier Steyrermühl-Konzern – Papier Voith Paper Rolls GmbH & Co KG – Papiermaschinen Carvatech Karosserie- und Kabinenbau GmbH (vormals Swoboda Seilbahnbau) Automobile Swoboda Automobile Schuster Automobile Mairhuber Linsinger Austria Maschinenbau GmbH Miba AG – Gründungsort, Konzernzentrale und Gleitlagerwerk; weitere Werke in der Umgebung, darunter Miba Frictec (Reibbeläge) unmittelbar nördlich des Gemeindegebiets in Roitham am Traunfall BEMA Holding GmbH – Mischkonzern DVD Personal – Arbeitskräfteüberlassung

Bildung Ausbildungszentrum der österreichischen Papierindustrie

Sport Die größten Vereine sind die ASKÖ Steyrermühl (1919 als ATSV Steyrermühl gegründet)Alfred Ursprunger: Steyrermühl – Die „alte Fabrik“. Österreichisches Papiermachermuseum Laakirchen-Steyrermühl 2003, S. 44. die ASKÖ Laakirchen und UNION Laakirchen.

Die ASKÖ Steyrermühl ist der älteste Verein in Laakirchen und verfügt über die Sektionen Fußball, Tennis, Turnen, Bogenschießen, Tischtennis, Badminton und Darts.Geschichte, veröffentlicht auf der Homepage der ASKÖ Steyrermühl unter: http://www.askoe-steyrermuehl.at/hauptverein/geschichte.html, abgerufen am 3. August 2026.

Politik mini|Rathaus von Laakirchen Gemeinderat Der Gemeinderat hat 37 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 24 SPÖ, 10 ÖVP und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 SPÖ, 13 ÖVP, 6 FPÖ und 1 BZÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SPÖ, 11 ÖVP, 9 FPÖ und 3 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 SPÖ, 10 ÖVP, 7 FPÖ und 4 GRÜNE.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1850AmtszeitNamePartei1850–1857Franz Bixner1857–1861Jakob Viertbauer1861–1864Matthias Kronberger1864–1867Franz Forstinger1867–1871Ignaz Sonntag1871–1874Franz Muckenhuber1874–1882Emil Neumann, Ritter von Spallart1882Karl Bauman1882–1903Franz Mayrhofer1903–1919Karl Plank1919–1932Karl KrottenauerCSP1932–1934Franz HitzenbergerCSP1934–1938Johann KundtnerCSP1938–1941Karl DannerNSDAP1941–1945Gerhard MarklNSDAP1945August KönigSPÖ1945–1949Franz EderSPÖ1949–1968Franz OberhumerSPÖ1968–1979Hubert SchererSPÖ1979–1996Karl NeuwirthSPÖ1996–2009Klaus SilbermayrSPÖ2009–2015Anton HolzleithnerÖVPseit 2015Fritz FeichtingerSPÖ

Wappen Blasonierung: In Rot ein silberner Wellenbalken; oben aus der Teilungslinie wachsend drei goldene, fächerförmig angeordnete Ähren mit zwei Blättern, unten ein silbernes Mühlrad. Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb.

Das Gemeindewappen wurde 1967 verliehen. Der Wellenbalken stellt die Traun dar, die Ähren stehen für die Landwirtschaft in der Region und das Mühlrad für die Papierindustrie.

Gemeindepartnerschaften , Deutschland, seit 1972 , Italien, seit 2000

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt

Leopold Sonntag (1807–1877), Abgeordneter im ersten Österreichischen Reichstag Mathias Auinger (1810–1890), Paläontologe Julius Schulte (1881–1928), Architekt Karl Eder (1889–1961), Historiker Franz Plasser (1893–1970), Politiker Anton Fellner (1908–1967), NS-Propagandist Leopold Mitterbauer (1912–1971), Politiker (NSDAP) Leopold Spitzer (1918–2012), Beamter und Bürgermeister von Wels Walter Schlosser (* 1936), Politiker (SPD) Alois Mosser (1937–2022), Historiker Peter Mitterbauer (* 1942), von 1996 bis 2004 Präsident der Industriellenvereinigung Walter Schübler (* 1963), Biograf und Literaturwissenschaftler Stefan Matschiner (* 1975), Mittelstreckenläufer und Sportmanager

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

Monika Forstinger (* 1963), 2000–2002 Infrastrukturministerin. Geboren 1963 in Schwanenstadt, Volks- und Hauptschule in Laakirchen, Ingenieurin und Hochschulassistentin (BOKU Wien), später FPÖ-Politikerin, Abgeordnete in OÖ; heute Unternehmensberaterin Franz Keim (1840–1918), Dichter und Schriftsteller: Am 28. Dezember 1840 in Alt-Lambach geboren, kam er mit zwölf Jahren nach Lindach, da sein Vater das Schloss Lindach mit Brauerei, Gasthaus und Landwirtschaft kaufte. Die Familie verzog später nach Gmunden. Keim fühlte sich von der Landschaft um Gmunden und Laakirchen auch später noch sehr angezogen, was zahlreiche Besuche beweisen. Seiner Sehnsucht hat der bedeutende Dichter und Schriftsteller in seinem Gedicht „s’Traunstoan-Hoamweh“ Ausdruck gegeben.