C. S. Lewis erzählt in seiner Romanreihe Die Chroniken von Narnia Ereignisse aus der fiktiven Welt von Narnia. Dieser Artikel schildert diese Welt sowie die wesentlichen Orte, Landschaften, Völker und Figuren, die in den Romanen erwähnt werden. mini|hochkant=2.5|Eine Karte der Welt von Narnia
Zeitablauf Die Chroniken von Narnia sind in einem eigenen, vom Autor erdachten Weltentwurf angesiedelt. In diesem existiert eine unbekannte und riesige Zahl von Universen, zwischen denen Lebewesen durch mächtige Zauberei wechseln können. Die Zeitabläufe in den Universen sind voneinander unabhängig, so dass nach einem Jahr in dem einen Universum in der anderen Welt hundert oder tausend Jahre vergangen sein können, wie es in mehreren Romanen geschieht. So vergeht zwischen dem ersten und letzten Roman auf der realen Welt nur etwa ein halbes Jahrhundert, während in der fiktiven Welt Narnia mehrere tausend Jahre in die Lande ziehen, praktisch die ganze Bestehenszeit dieser Welt.
Eine Besonderheit des Wechsels zwischen Welten in den Narnia-Romanen ist, dass man in die eigene Welt stets in dem Alter zurückkehrt, in dem man sie verlassen hat, auch wenn man in der besuchten Welt um Jahre gealtert ist. Zeitsprünge nach hinten kommen außer bezüglich des Rückkehreralters jedoch nicht vor, und die Zeit läuft in allen Universen in die gleiche Richtung.
Orte Die Gestalt der Universen in Lewis’ fiktiver Welt ist sehr unterschiedlich. So ist die Welt von Narnia flach mit einem Rand, einer Himmelskuppel und einer Unterwelt, während die reale Welt gemäß den wissenschaftlichen Kenntnissen des 20. Jahrhunderts gestaltet ist. In fünf von sieben Narnia-Romanen sind nur zwei Universen, Narnia und die reale Welt, Handlungsschauplatz. Der größte Teil der Handlungen spielt in Narnia.
Die Welt Narnia Das Land Narnia Narnia ist ein Land, das von Aslan (siehe unten) erschaffen wurde. Es wird von Menschen, sprechenden Tieren und weiteren Geschöpfen wie Sagengestalten, aber auch „normalen“ Tieren bewohnt. Das Land ist eine üppige und magische Naturlandschaft mit großen Wäldern, Wiesen und eingestreuten menschlichen Siedlungen, die im Laufe der Jahrhunderte wachsen. Der bekannteste Wald im Land ist das Laternendickicht an der Westgrenze, in dem seit Anbeginn Narnias eine von der Erde stammende Laterne steht, die Aslan beim Schöpfungsakt des Landes aus einem mitgebrachten Stück Laternenmetall geschaffen hat. Zentrum des Landes Narnia ist, außer in den ersten Jahrhunderten der Telmarer Herrschaft (siehe Geschichte), das mächtige Schloss Cair Paravel (in anderen Übersetzungen „Feeneden“) an der Küste des östlichen Meeres.
Zu Narnia gehört eine Reihe von Inseln im östlich von Narnia gelegenen Meer. Die am weitesten entfernten „Einsamen Inseln“ bestehen aus den Inseln Felimath, Doorn und Avra und werden von einem Gouverneur regiert. Weiterhin existieren die Inseln Galma und Terebinthia sowie eine Gruppe mit Namen „Die Sieben Inseln“, die näher an der narnianischen Küste liegen.
Vorbild in der realen Welt für die Landschaft in Narnia ist, nach Auskunft von Lewis selbst, Nordirland, wo dieser seine Jugend verbracht hat. Für den Namen hat er sich vom lateinischen Namen Narnia der heutigen italienischen Stadt Narni inspirieren lassen.
Cair Paravel Cair Paravel, oder auch oft Feeneden genannt, ist ein Schloss an der Ostküste von Narnia an der Mündung des großen Stroms, in dem die Könige und Königinnen von Narnia herrschen. Erstmals wird das Schloss im Buch Der König von Narnia erwähnt, in dem es schon besteht. In dem Buch Prinz Kaspian von Narnia steht die Burgruine auf einer Insel im Meer und wird von den wieder zurückgerufen Pevensie-Kindern entdeckt. Im sechsten Band Der Silberne Sessel wird berichtet, dass das Schloss von Kaspian X. wieder aufgebaut worden ist. Im darauf folgenden Buch Der letzte Kampf ist das Schloss umgeben von einer Stadt. Während der Handlung des Buches werden das Schloss und die Stadt von den Kalormenen erobert. Das Wort Cair leitet sich vom walisischen cear ab, was im Englischen castle (deutsch: Schloss) bedeutet.
Beruna Beruna ist eine Stadt am Großen Strom von Narnia. Die Stadt hat einen Hafen und gilt als wichtiger Militärstützpunkt während der Kriege und wird auch öfters im Bezug auf Schlachten erwähnt. Obwohl bei Beruna eine natürliche Furt existiert, wird im Buch Prinz Kaspian von Narnia im Auftrag von Miraz eine Brücke über den Großen Strom gespannt, da die Telmarer das Wasser fürchten. Nach der Schlacht am Steinernen Tisch wird sie von Aslan zerstört.
Biberdamm Der Biberdamm ist ein Schauplatz, der während der Entstehung des Buchs Der König von Narnia von Herr und Frau Biber erbaut und vollendet wird. In späteren Büchern wird der Biberdamm oft als Handelszentrum im Laternendickicht erwähnt und spielt nach der Eroberung Narnias durch die Telmarer eine wichtige und zentrale Rolle für dessen Volk.
Miraz' Schloss Das Schloss Miraz' ist während des Buchs Prinz Kaspian von Narnia der Hauptsitz und Wohnort des amtierenden Herrschers Miraz und seiner Gefolgsleute. Es war davor schon der Hauptsitz der Könige Kaspian VIII. und Kaspian IX. Das Schloss und die darum liegende Stadt sind von dem ehemaligen Schloss der weißen Hexe nicht weit entfernt. Das Hauptschloss und die Stadt sind durch eine Brücke voneinander getrennt und durch ein Tor bewacht. Nach der Krönung von Kaspian X. wird der Hauptsitz von Narnia wieder nach Cair Paravel verlegt.
Schloss der Weißen Hexe Das Schloss der Weißen Hexe Jadis ist der Hauptsitz während ihrer Zeit als selbsternannte Königin von Narnia. Das Schloss liegt auf einer Insel inmitten eines Bergsees, die nur durch eine natürliche Brücke zu erreichen ist. Es ist umgeben von zwei sehr spitz zulaufenden Bergen im Norden Narnias. Im Innenhof des Schlosses und in weiteren inneren Räumen befinden sich viele in Stein verwandelte Tiere und Fabelwesen, die Jadis für gefährlich einstufte oder die gegen das Gesetz verstoßen hatten. Die Wände des Schlosses sind von Eis umrahmt, das langsam zu schmelzen beginnt als die Pevensie-Kinder in Narnia eintreffen, um den 100-jährigen Winter zu beenden. Nach der Tötung der Hexe durch Aslan bleibt das Schloss unbewohnt.
Laternendickicht Das Laternendickicht ist ein bewaldetes Gebiet in dessen Mitte eine durch Aslan aus einem Bruchstück einer Londoner Laterne geschaffene Laterne steht. Es ist ein Schauplatz von vielen Geschehnissen, zum Beispiel landet Lucy Pevensie hier, nachdem sie durch den Schrank gegangen ist, und lernt den Faun Tumnus kennen.
Archenland Archenland ist ein kleines Land südlich von Narnia und nördlich der großen Wüste, hinter welcher Kalormen liegt. Es wird von einem menschlichen König regiert, dessen Schloss Anvard das Zentrum des Landes darstellt. Archenland ist gebirgig und dünn besiedelt. Der größte Fluss heißt „Schlängenpfeil“ und durchquert das Land von Westen nach Osten. Archenland lebt traditionell im Frieden mit dem Land Narnia, mit dem südlichen Kalormen besteht aufgrund der dazwischen liegenden Wüste kaum Kontakt. Die Könige von Archenland stammen vom selben Ursprung wie die erste Dynastie Narnias (jüngere Linie des Hauses von Frank I. und Helena I.).
Kalormen Kalormen ist ein riesiges Reich südlich von Narnia und Archenland jenseits einer großen Wüste. In der als sehr groß beschriebenen Hauptstadt Tashbaan regiert ein Herrscher mit der Bezeichnung Tisroc. Die menschlichen Bewohner von Kalormen, die Kalormenen, sind wesentlich zahlreicher als die von Archenland und Narnia. Sprechende Tiere und andere Fabelwesen gibt es dort jedoch nicht, sie sind nicht einmal bekannt. Das Land Kalormen hat teilweise einen orientalischen Charakter und ist streng hierarchisch organisiert. Unter dem Tisroc existiert eine mächtige Adelsschicht, die alle wichtigen Posten im Land besetzt. Am unteren Ende der Gesellschaft gibt es zahlreiche Sklaven. Dem Gott des Landes, Tash, haben die Kalormenen in Tashban einen Tempel gebaut. Eine weitere „Sehenswürdigkeit“ der Hauptstadt sind riesige, bienenstockförmige Grabanlagen für alle verstorbenen Tisrocs am Nordrand der Stadt. Tash, dem Gott Kalormens, werden im Land auch Menschenopfer dargebracht. Die kalormenische Gesellschaft ist patriarchalisch organisiert, alle wichtigen Posten sind von Männern besetzt. Selbst adelige Frauen, die im Luxus leben, haben keinerlei Mitspracherecht, nicht einmal bei der Ehegattenwahl.
Die Wilden Lande des Nordens Die Wilden Lande des Nordens sind ein subarktisches Gebiet nördlich von Narnia. Es ist nur dünn besiedelt, und als einzige intelligente Wesen leben dort Riesen. Deren ruinenartige Stadt Harfang ist die einzige in den Romanen erwähnte Stadt in den Wilden Landen des Nordens. Südlich von Harfang befindet sich eine Ruinenstadt unter der ein Weg ins Unterland beginnt. Neben einer kargen Landschaft existiert im Süden das riesige Ettinsmoor, das ebenfalls von Riesen bewohnt wird, die aber dümmer sind, als die Riesen in Harfang. Die Grenze zwischen Narnia und den Wilden Landen des Nordens bildet der Fluss Scribble.
Die Wilden Lande des Westens Die Wilden Lande des Westens sind durch eine nahezu unüberwindliche Bergkette vom Land Narnia getrennt und deshalb nur in wenigen Romanen erwähnt. In der Region befindet sich ein magischer Garten, der gegen Anfang und Ende der Welt Narnia eine zentrale Rolle spielt.
Telmar Jenseits der Wilden Lande des Westens liegt Telmar. Die Telmarer erobern unter Kaspian I. Narnia (daher: Kaspian der Eroberer). Von ihm stammen alle folgenden Könige ab. Die Telmarer kommen eigentlich aus unserer Welt: von einer Pirateninsel in der Südsee, auf der sich ein Tor nach Narnia befindet. Einen Teil von ihnen schickt Aslan wieder dorthin zurück.
Unterland Unterland liegt tief unter der Erde und ist ein weit verzweigtes Höhlen- und Gangsystem mit einem unterirdischen Meer. In der Zeit, in der Der silberne Sessel spielt, um die Regierungszeit Kaspian des Zehnten, wird es von der grünen Hexe regiert und wird nach ihrem Tod weitgehend überflutet. Im Unterland schlummern auch die Wesen (zum Beispiel Vater Zeit), die später an der Apokalypse Narnias beteiligt sein werden. Diese bleiben von der Überflutung verschont.
Inseln am Ende der Welt Jenseits der „Einsamen Inseln“ gibt es im Osten weitere Inseln, die nah an Narnias Grenze liegen. Sie werden von König Kaspian X. auf einer Expedition erforscht. Die hiervon am westlichsten gelegene Dracheninsel wird für Narnia in Besitz genommen, östlicher liegen die „Verbrannte“ Insel, die Todeswasserinsel, die Insel der Tölpelbeiner, die Dunkle Insel, Ramandus' Insel und das Letzte Meer mit unter Wasser lebenden Bewohnern. Hinter dem letzten Meer liegt Aslans Land, das man aber wegen einer großen Wasserwand nicht sehen kann.
Die Welt Charn Charn ist der Name einer sterbenden Welt und deren gewaltiger Metropole im Roman „Das Wunder von Narnia“, neben der es noch weitere Städte wie Felinda, Sorlois und Bramandin gegeben hat. Charn wird gegen Ende ihres Bestehens von Jadis, der ältesten Tochter des Königs, regiert. Nach einem fürchterlichen Kampf gegen ihre Schwester um die Macht tötet sie kurz vor einer drohenden Niederlage mit einem Zauber, dem unaussprechlichen Wort, sämtliche Menschen und Tiere, um die Macht für sich zu behalten. Jadis selbst fällt in eine Art Schlaf im Saal der Ahnenbilder, aus dem sie durch Reisende aus der realen Welt erweckt wird und mit ihnen Charn verlässt. Charn selbst verfällt nach der Abreise seiner letzten Bewohnerin, und seine riesige rote Sonne verlischt. Im Wald zwischen den Welten verschwindet parallel dazu der zur Welt gehörige Teich als Zeichen ihrer Zerstörung.
Die reale Welt