mini|Eckquaderung (regelmäßiges Kurz- und Langwerk), 1806Mit den Begriffen Eckstein (auch EckquaderEckquader. In: Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 149 (= Kröners Taschenausgabe, Band 194); (PDF; 15 MB) abgerufen am 10. Juni 2024 oder Ortstein; ;Ortstein auf zeno.org, Meyers-1905/A/Ortstein, abgerufen am 5. Juni 2026.Joseph J. M. Timmers: Eckstein. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band IV. 1956, Sp. 708–712; rdklabor.de abgerufen am 11. Juni 2024.) werden glatt oder grob behauene Werksteine in den Ecken eines Bauwerks bezeichnet.

In einer Nebenbedeutung wurde früher auch ein Radabweiser, ein der Hausecke vorgelagerter Prellstein, als Eckstein bezeichnet.Eckstein. In: Oscar Mothes: Illustrirtes Bau-Lexikon. Band 2: C bis G. Leipzig 1882, S. 196; Digitalisat

Eckstein in einer Gebäudeecke

Funktion und Gestaltung Ecksteine wurden ursprünglich in Natursteinmauerwerken (vor allem Trocken- und Bruchsteinmauerwerk) als Verstärkung der Ecke eingebaut. Insbesondere an Gebäuden haben Ecksteine eine tragende Funktion, da sie durch die wechselweise Überlagerung der Schmal- und Breitseiten und ihr größeres Gewicht insgesamt stabilisierend wirken. Wegen dieser baustatischen Funktion sind Ecksteine meist größer und besser bearbeitet als die übrigen Steine des Gemäuers.

Daneben werden Ecksteine als architektonisches Gestaltungsmittel und als Grundstein eines Gebäudes eingesetzt. Das häufigste Gestaltungsmittel ist der gleichmäßige Wechsel von Ecksteinen mit deren Schmal- und Breitseiten als sogenanntes Lang- und Kurzwerk.Lang- und Kurzwerk. In: Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar. 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, S. 306 (= Kröners Taschenausgabe, Band 194): Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 10. Juni 2024. Teilweise wurden die Ecksteine bzw. Eckquader in einer Putzfassade besonders herausgearbeitet gezeigt.

Wenn die Eckquaderung (auch Eckquadrierung genannt) ausschließlich der Gestaltung dient, kann sie als Ritzquaderung oder als Sgraffitotechnik ausgeführt sein. Ebenso ist das Aufmalen oder Aufputzen als Scheinarchitektur oder Trompe-l’œil möglich.

Geschichte Die Anwendung von Eckquadern bei Bruchsteinmauerwerk war schon bei den Etruskern üblich. An vielen Bruchstein- oder Feldsteinbauten der Antike und des Mittelalters sind Ecksteine die einzigen exakt behauenen Werksteine.

Symbolische Bedeutung mini|hochkant|Eckstein als Grundstein mit Bronzerelief (Bonifatiuskirche Aachen)Der Eckstein ist symbolisch auch der Grundstein.Günter Bandmann: Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger. Gebrüder Mann, Berlin 1951 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 9. Auflage 1990), S. 73. In der Bibel wird das Wort Eckstein im übertragenen Sinne verwendet. Im Psalm 118 wird das Heilswirken Gottes als Eckstein-Legung empfunden:

Im Neuen Testament wird diese Psalmstelle von Jesus zitiert (, sowie ) und auf ihn bezogen: . Sie wird ebenfalls in der Apostelgeschichte des Lukas von Petrus gegenüber dem Hohen Rat zitiert.

Verwendung in einem Abzählreim Beim Versteckspiel wird der Eckstein ebenfalls genannt. Bevor die Suche beginnt, gibt der Sucher mit dem Reim Eins, zwei, drei, vier, Eckstein, alles muss versteckt sein, hinter mir, da gilt es nicht, eins, zwei, drei, jetzt komme ich! Gelegenheit, ein Versteck zu suchen.

Eckstein als Radabweiser mini|Ecksteine an Radabweiser an Gebäudeecken In älteren Fachlexika wird der Begriff Eckstein in einer Nebenbedeutung zudem für den einer Hausecke vorgelagerten Radabweiser verwendet.

→ Hauptartikel: Radabweiser

Literatur Joseph J. M. Timmers: Eckstein. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band IV. 1956, Sp. 708–712. (Abschrift auf rdklabor.de abgerufen am 5. Januar 2026)

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Einzelnachweise

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