Green Planet Energy eG (vormals Greenpeace Energy eG) ist ein bundesweiter Öko-Energieversorger. Erklärtes Ziel der von Greenpeace Deutschland gegründeten eingetragenen Genossenschaft ist laut eigenen Angaben die Förderung von und Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Der gelieferte Strom ist ausschließlich Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Wind und Sonnenenergie).

Tochtergesellschaften von Green Planet Energy sind die Green Planet Projects GmbH für Anlagenbau und die Green Planet Solutions GmbH & Co. KG für dezentrale Energiewendelösungen.Strom für 14 500 Haushalte. In: Neue Württembergische Zeitung, S. 18. 16. Mai 2023.

Geschichte Entstehung mini|Ehemaliges Logo 1998–2008 mini|Ehemaliges Logo 2008–2010 mini|Logo bis 2021 mini|Logo ab 2021 Im Jahr 1998 startete die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Initiative „Stromwechsel“.Greenpeace will Strom anbieten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 261, S. 31. 9. November 1999. Dort konnten sich Verbraucher melden, die zu einem umweltfreundlichen Stromanbieter wechseln wollten.Kristina Simons: Von allen für alle. In: taz. Die Tageszeitung, S. 35. 7. Juli 2018.Greenpeace sammelt Erfahrungen als Stromhändler. In: taz. Die Tageszeitung, S. 23. 29. Januar 2000. Aufgrund des großen Interesses an der Aktion wurde über ein öffentliches Ausschreibungsverfahren ein geeigneter Stromanbieter gesucht.Greenpeace agiert als Stromhändler. In: Handelsblatt, Nr. 218, S. 18. 10. November 1999. Während sich immer mehr Verbraucher bereit erklärten, den Stromanbieter zu wechseln, fand Greenpeace jedoch keinen Anbieter, der alle Kriterien erfüllte.Gernot Knödler: Greenpeace goes business. In: taz. Die Tageszeitung, S. 9. 21. September 2000. Deshalb wurde am 28. Oktober 1999 die Einkaufgenossenschaft Greenpeace Energy eG gegründet, die sich diesen eigenen Kriterien verpflichtete.Greenpeace Energy nimmt Greenpeace aus dem Namen. In: Energate. 22. Juni 2021. Die Namensverwendung war vertraglich mit der Bedingung verknüpft, dass Greenpeace Energy die vom Greenpeace e. V. aufgestellten Qualitätskriterien für „sauberen Strom“ erfüllt. Die Umweltschutzorganisation und das Unternehmen sind wirtschaftlich und rechtlich voneinander unabhängig.Volker Stephan: Green Planet Energy zufrieden mit leichtem Plus. In: Powernews. 6. Juli 2023.

2000 bis 2021 Am 1. Januar 2000 startete Greenpeace Energy mit 186 Kunden. Seit dem 28. April 2000 gibt es das „Strombarometer“ auf der Website von Greenpeace Energy, das anzeigt, wie hoch der jeweilige Anteil von Wind- und Wasserenergie im Strommix war.Greenpeace will Transparenz bei Íkostrom steigern. In: Nordkurier. 30. Mai 2000. Im Jahr 2001 wurde die Tochtergesellschaft Planet energy GmbH gegründet, um neue Kraftwerke zu planen und zu betreiben.Konstantin Schwarz: Greenpeace-Tochter baut Solardach für Messe. In: Stuttgarter Nachrichten, S. 16. 15. April 2008. In Schwäbisch Hall wurde eine 100-Kilowatt-Solaranlage in Betrieb genommen. Zum Jahresbeginn 2001 hatte die Genossenschaft bundesweit etwa 10.000 Kunden und 6.500 Mitglieder.Das erste eigene Kraftwerk von Greenpeace geht im April ans Netz. In: Die Welt, Nr. 74, S. 43. 28. März 2001.

Die Zahl der Kunden wuchs bis zum Jahresende 2002 weiter auf ca. 17.000, die Genossenschaft hatte zu diesem Zeitpunkt mehr als 10.000 Mitglieder. Im Januar 2003 startete die Aktion Atomstromfreies Internet.Neue Kampagne in kürze gegen Atomstrom. In: taz. Die Tageszeitung, S. 9. 27. Januar 2003.Titus Arnu: Klimakiller Internet. In: Süddeutsche Zeitung, S. 12. 23. Oktober 2007. 2004 wurde die Stromkennzeichnung mit Strommix und Umweltbilanz auf den Stromrechnungen eingeführt.Cerstin Gammelin: Versorger müssen Herkunft ihres Stroms offenlegen. In: Financial Times Deutschland. 4. Januar 2005. Der Windpark Parndorf 2, an dem die Planet energy GmbH mit 34 Prozent beteiligt ist, wurde in Betrieb genommen. Im Jahr 2005 hatte die Genossenschaft 11.000 Mitglieder und 22.000 Kunden.Gernot Knödler: Mit dem Knopf im Ohr. Greenpeace energy hat in fünf Jahren 22.000 Kunden gewonnen und feiert das Jubiläum mit einem Kongress an der Universität Hamburg. In: taz. Die Tageszeitung, S. 22. 14. Oktober 2004.Öko-Strom: „Unsere Zeit kommt noch“. In: Die Presse, S. 28. 18. September 2004. Am 25. Oktober 2005 wurde die Übernahme aller Stromkunden der Marke unit[e] naturstrom bekannt.Übernahme in der Ökostrombranche. In: Frankfurter Rundschau, S. 9. 25. Oktober 2005.Übernommen. In: taz. Die Tageszeitung, S. 22. 25. Oktober 2005. Zum Jahresende stieg die Kundenzahl dadurch auf 55.000 und die Mitgliederzahl auf 12.000.Gernot Knödler: Ökostrom nah dran. In: taz. Die Tageszeitung, S. 29. 14. Januar 2006. Im Dezember 2006 wurde im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg eine 31.000 Quadratmeter große Photovoltaik-Aufdachanlage mit einer Leistung von 1,56 MWp in Betrieb genommen,Andreas Scherer: Günstige Strompreise per Mausklick – Energieportal "findhouse AG" ermöglicht einfachen Wechsel zum billigeren Anbieter. In: Allgemeine Zeitung. 22. November 2007. deren Baukosten 8,2 Millionen Euro betrugen. 2001 wurde Planet energy Teil eines Konsortiums für die Konzeptentwicklung eines neuen Weserkraftwerks in Bremen und 2006 lag der Link Planfeststellungsbeschluss für das geplante Weserkraftwerk vor.Ralf Köpke: Kunden und Versorger ziehen an einem Strang. In: Financial Times Deutschland. 9. Dezember 2008.Harald Czycholl: Strom aus der Weser für 17 000 Haushalte. In: Die Welt, Nr. 252, S. 29. 28. Oktober 2011. Zum Jahresende wurde die Genossenschaft von 14.000 Mitgliedern getragen und versorgte 60.000 Kunden mit Strom.Strom von Greenpeace. In: Rheinische Post. 31. Januar 2007. 2008 hatte das Unternehmen 86.000 Kunden und 16.000 Mitglieder. Im Jahr 2010 stieg die Zahl der Kunden auf 95.000, die der Genossenschaftsmitglieder auf 18.000.Norbert Bangert: Eigene Ökokraftwerke als Ziel. In: Rheinische Post. 4. Februar 2011. Ein neuer Windpark in Suderburg mit einer Windparkleistung von 6 MW (3 × 2 MW) wurde in Betrieb genommen. 2011 stieg die Zahl der Kunden auf 110.000, die der Genossenschaftsmitglieder auf 23.000.Interesse am Ökostrom sinkt. In: Südkurier, S. 7. 23. Dezember 2011.

Am Ende des Jahres 2014 hatte die Genossenschaft 110.715 Stromkunden, 9.280 Gaskunden und 22.841 Genossenschaftsmitglieder.Wolfgang Kempkens: Ökostrom-Speicher: Kraftwerk speist Wasserstoff aus Windkraft ins Gasnetz. In: Wirtschaftswoche Green. 12. Dezember 2014. Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 meldete die Genossenschaft 130.235 Stromkunden, 19.839 Gaskunden und 25.048 Genossenschaftsmitglieder.Jürgen Flauger: Kampf um grünen Strom. In: Handelsblatt, Nr. 64, S. 20. 3. April 2018.Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018. Greenpeace Energy eG. In: Bundesanzeiger. Veröffentlicht am 18. März 2020. Die Zahl der Mitarbeiter wurde mit 102 angegeben. Der Umsatz inklusive Stromsteuer betrug rund 102 Millionen Euro, die Bilanzsumme 62,8 Millionen Euro. Der Stromabsatz im Jahr 2018 wurde mit 387 Gigawattstunden angegeben.

Die Bereiche Netzmanagement und Energieabrechnung wurden bis 2017 von den Stadtwerken Schwäbisch Hall als Dienstleister übernommen. Seit dem Jahr 2018 werden diese Bereiche unternehmensintern von Hamburg aus geleitet.Green Planet Energy Blog: Komplett auf eigenen Füssen; abgerufen am 1. Januar 2018.

Umfirmierung und Weiterentwicklung Im Herbst 2021 änderte das Unternehmen seinen Namen in Green Planet Energy.Greenpeace Energy bekommt einen neuen Namen. In: Hamburger Abendblatt, S. 29. 23. Juni 2021. Die Umfirmierung war bereits einige Monate zuvor von der Vertreterversammlung der Genossenschaft beschlossen worden. Der neue Name sollte die rechtliche, organisatorische und finanzielle Unabhängigkeit von Energiegenossenschaft und der Umweltschutzorganisation Greenpeace noch klarer erkennbar machen. Im Jahr 2021 hatte das Unternehmen 210.000 Kunden und 26.321 Genossenschaftsmitglieder.Green Planet Energy eG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023, veröffentlicht im Unternehmensregister am 12. Dezember 2024, abgerufen am 22. Oktober 2025.

Außerdem kam ein neuer Solarpark in Roigheim dazu.Rudolf Landauer: Sonnenstrom vom "Himmel" kann bald fließen. In: Heilbronner Stimme, S. 29. 23. April 2022. Ebenso erwarb Green Planet Energy 2023 einen 20 prozentigen Anteil an einem neuen Batteriespeicher im fränkischen Haßfurt, der seit 2021 in Betrieb ist.Green Planet Energy wird Mitbetreiber einer netzgekoppelten 9-Mw-Batterie. In: Europe Oil Telegram, Heft 14/2023, S. 5–6.

Im Wärmesektor bietet Green Planet Energy Energiedienstleistungen an, die über die 2023 neu gegründete Tochtergesellschaft Green Planet Solutions GmbH vertrieben werden. Die Tochtergesellschaft Planet energy GmbH wurde in Green Planet Projects GmbH umbenannt.

Das Unternehmen versorgte im April 2025 rund 200.000 Strom- und Gaskunden und hatte dabei rund 44.000 GenossenschaftsmitgliederNewsletter vom 27. September 2024 Damit ist sie neben der Prokon Regenerative Energien eG die mitgliederstärkste Bürgerenergiegenossenschaft Deutschlands.

Die Genossenschaft Green Planet Energy wählte bei der Gründung die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft (eG). Ziel war es, von Banken und Großanteilseignern unabhängig zu sein und das Eigenkapital auf einer großen Basis von Anteilseignern aufzubauen sowie möglichst günstigen Strom anbieten zu können. Eine Rendite wurde erstmals für das Geschäftsjahr 2014 an die Anteilseigner ausgeschüttet. Die Genossenschaft ist Mitglied im Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften.

Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist formell abhängig vom Strombezug – laut Satzung, §9, (1), f) kann ein Genossenschaftsmitglied, das „seinen Bedarf an elektrischer Energie nicht durch Lieferungen der Genossenschaft deckt“ ausgeschlossen werden. Dieses Recht seitens der Genossenschaft wird jedoch ausdrücklich nicht wahrgenommen, was unter anderem damit begründet wird, dass manche Genossenschaftsmitglieder den Strom von Green Planet Energy nicht beziehen können.

Nach eigener Aussage verfolgt die Genossenschaft explizit nicht das Ziel der Gewinnmaximierung. Als Gründungsmitglied hält der Verein Greenpeace e. V. einen symbolischen Anteil an der Genossenschaft. Green Planet Energy bietet bundesweit denselben Preis an.

„Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“ Green Planet Energy arbeitet auf der Grundlage der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“.Anne-Kathrin Bronsert: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. In: Die Welt, Nr. 252, S. 19. 29. Oktober 2007. Die Festlegung dieser Kriterien erfolgte durch den Greenpeace e. V., eine Anpassung an die Marktgegebenheiten fand zuletzt im November 2017 statt.

Strommix-Kriterien Strom aus erneuerbare Energien (Windkraft, Windgas, Bioenergie, Wasserkraft, Photovoltaik, Solarthermie und Geothermie). Mindestanteil an fluktuierenden erneuerbaren Energien (26 Prozent in 2023, danach jährlicher Anstieg um 2 Prozent). Anteil aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Erdgas) muss geringer als der Anteil an fluktuierenden erneuerbaren Energien sein.

Verbrauchsangepasste Versorgung Der Strom wird zu jeder Zeit entsprechend dem Verbrauch eingespeist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Versorgung für die Green Planet Energy-Kunden zu jeder Zeit ohne Strom aus Kern- oder Kohlekraftwerken auskommt (ohne Berücksichtigung der Netzverluste). Für die zeitgleiche Einspeisung muss immer eine Reservestrommenge vorgehalten werden, um auch den Ausfall einzelner Anlagen kompensieren zu können.

Bau von Neuanlagen