Aschanes bzw. in der latinisierten Form Askanius ist nach der von den Brüdern Grimm gesammelten Sage vom Ursprung der Sachsen der Ahnherr und erste König der Sachsen. Er ist nach einer alten Volkssage aus den Harzfelsen mitten im grünen Wald bei einem süßen Springbrünnlein herausgewachsen.

Bei Georg Rollenhagen findet sich 1595 folgende Parodie:

Etymologisch ist der Name Aschanes/Askanius kaum mit Askrvgl. Jacob Grimm: Deutsche Mythologie Band 1. Dieterich, 1844. S. 537, dem ersten Mann in der nordischen Mythologie der Edda, in Verbindung zu bringen, vielmehr dürfte eine gelehrte Anlehnung an den römischen Ascanius vorliegen. Im frühen Mittelalter war es weitverbreiteter Brauch, auch germanische Völker und Herrschergeschlechter, wie die Merowinger, mit der Trojasage zu verknüpfen.vgl. Weddige 1989, S. 120

Teile der Sachsensage wurden mit dem Annolied (um 1080) und der Kaiserchronik (Mitte des 12. Jahrhunderts) erstmals in Landessprache überliefert, in kompletter Form findet sie sich im 13. Jahrhundert in der Sächsischen Weltchronik und im Sachsenspiegel.Weddige 1989, S. 122

Seit 1500 wurde der Ursprung der Sachsen (und somit der Deutschen) noch weiter zurückverlegt, bis hin zu Noahs Nachkommen Aschkenas. Vertreter dieser These waren u. a. Martin Luther, Philipp Melanchthon, Justus Georg SchotteliusWeddige 1989, S. 139 und im 19. Jahrhundert August Knobel.August Knobel: Die Völkertafel der Genesis. Ethnographische Untersuchungen. Gießen 1850, S. 35. Man versuchte, Bibel und die Germania von Tacitus in Einklang zu bringen, um Sachsen, Franken, Goten und weiteren Völkern eine Frühgeschichte der "Teutschen" zu erschaffen.Weddige 1989, S. 139

Literatur Hilkert Weddige: Heldensage und Stammessage. Iring und der Untergang des Thüringerreiches in Historiographie und heroischer Dichtung. Max Niemeyer, Tübingen 1989. ISBN 3-484-15061-0. S. 119–140.

Einzelnachweise

Kategorie:Germanische Mythologie