Die Mainzelmännchen sind sechs Trickfiguren namens Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen, die im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) vor allem als Werbetrenner dienen. Außerdem sind sie gelegentlich in dessen Satiresendung heute-show (seit 2009) zu sehen. Ihr Name ist ein Wortspiel aus dem ZDF-Sitz in Mainz und den Heinzelmännchen. Ihr Schöpfer war Wolf Gerlach.
Die Mainzelmännchen waren von Beginn an beim Publikum sehr beliebt und haben sich zu Maskottchen und einem wichtigen Teil der Corporate Identity des Senders entwickelt. Ihr großer Erfolg führte zudem auch zu Auftritten in anderen Medien wie Hörspielen, Kinderbüchern und Kinderliedern sowie zahlreichen Merchandise-Produkten.
Aussehen und Auftreten mini|alternativtext=Conni mit einem Stromkabel in der Hand, zu sehen auf einem E-Auto|Conni mit einem Stromkabel in der Hand Die Mainzelmännchen sind zwerg- oder wichtelartige Wesen, die Ähnlichkeiten mit dem Heinzelmännchen aufweisen. Sie tragen nach Gartenzwergart eine phrygische Mütze, haben aber keine Bärte. Ihre meist etwa drei Sekunden langen Auftritte bestehen in der Regel aus einem einzelnen Gag. Sie sprechen, wenn überhaupt, nur wenig in einem charakteristischen Grummelton und stellen ihre Witze visuell und pantomimisch dar. Ihr bekanntester Spruch ist die traditionelle Zuschauer-Begrüßung „Gud’n Aaamd“.
Geschichte Die Ursprünge ab 1963 Die Mainzelmännchen waren am 2. April 1963 erstmals im ZDF zu sehen. Sie wurden entwickelt, um der staatsvertraglichen Verpflichtung zur Trennung von Werbung und Programm gerecht zu werden, und sind in der sendereigenen ZDF-Werbefernsehen-GmbH zu Hause. Für den Vertrag, der mit dem Produzenten der Mainzelmännchen gefertigt wurde, war der im Februar in die ZDF-Rechtsabteilung eingestellte Alfred Biolek zuständig.Alfred Biolek ist Mainzelmännchen-Fan in Kölner Stadt-Anzeiger vom 13. November 2012
Die kurzen Spots, die als auflockernde Trenner der Fernsehreklame dienen, dauern etwa drei Sekunden, in früheren Jahren waren sie länger.
Idee und das ursprüngliche Design stammen vom Grafiker und Bühnenbauer Wolf Gerlach. Zunächst wurden die Werbetrenner in schwarzweiß ausgestrahlt, seit 1967 sind sie farbig. Um 1968 zeichnete Wolf Gerlach eine Mainzelfrau, die aber nicht Bestandteil der Trickfilme wurde.„50 Jahre Mainzelmännchen – Die Geburtstagsausstellung!“ vom 2. bis 30. März 2013 in der Galerie: Mainzer Kunst! 1980 und 1990 gab es kleinere optische Veränderungen und Modernisierungen, beispielsweise keine Kinderschürzen mehr.
Von Beginn an wurden die Trickfilme der Mainzelmännchen nicht in Mainz, sondern in Wiesbaden von der Neuen Film Produktion hergestellt. Das Team um Chefzeichner Jürgen Titus König erstellt die Animationen nach wie vor Bild für Bild mit dem Bleistift. Lediglich das Ausmalen der Figuren wird mittlerweile vom Computer übernommen.
1975 gab es bereits über 10.000 Folgen der Mainzelmännchen, jährlich kamen etwa 500 dazu. Inzwischen gibt es etwa 50.000 Spots, und jährlich entstehen etwa 1000 weitere.
Ende der 1960er Jahre wurden die Kapriolen, längere Filmchen, ins Fernsehen gebracht. auf nfp.de Anschließend folgten noch Mini-Krimis,Mainzelmännchen Mini-Krimi auf zeichentrickserien.de zum Beispiel Sender Nordlicht (1977), Märchen und Retter in der Not.
Anfang der 1970er Jahre gab es Sammelbildchen von den Mainzelmännchen, die, in ein Album geklebt, Comics ohne Sprechblasen bildeten.
Neuerungen ab 2003 Am 1. Dezember 2003 erfolgte eine Neuauflage der Mainzelmännchen in Anlehnung an den Stil japanischer Mangas.Jeans statt Latzhosen. Nach 40 Jahren hat das ZDF seinen Mainzelmännchen eine Verjüngungskur verpasst: Die neuen „Mainzels“ seien „schlanker, moderner und frecher“, heißt es aus Mainz. auf stern.de, 2. Dezember 2003Andreas Platthaus: Die Anarchisten waren seine Brut. Gegenprogramm als Prinzip: Zum Tod des Mainzelmännchen-Erfinders Wolf Gerlach. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. November 2012 Es gab Zuschauer-Proteste gegen die Umgestaltung der bisherigen Mainzelmännchen. Auch wurden ihre Gebrauchsgegenstände modernisiert. So gibt es Mobiltelefone und aus einem Notizblock wurde ein Notebook.
Vom 14. September 2003 bis 2004 gab es eine eigene Zeichentrickserie im Kinderprogramm unter dem Titel Die Mainzels (Autoren: Mario Giordano, Christian Matzerath, Thomas Brinx, Anja Kömmerling und andere). auf den Seiten des Produktionsunternehmens NFP In Fünf-Minuten-Geschichten erleben die „Mainzels“ kleine Abenteuer rund um ihr Haus, das sie mit zwei Mainzelmädchen (Zara und Lea) und deren Zottelhund Guudnberg bewohnen. Die Mainzelmännchen, die sonst nur über ein minimales Vokabular verfügen, können in dieser Serie als „Mainzels“ sprechen. Im Gegensatz zu den aktuellen Mainzelmännchen der Werbung ähnelt die Ästhetik der „Mainzels“ signifikant den ursprünglichen Mainzelmännchen.
Im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in Deutschland traten die Mainzelmännchen im Frühjahr 2020 auch mit den Forderungen #zuHausebleiben oder „Abstand halten“ auf. Namensgebung Laut Wolf Gerlach entstand der Name „Mainzelmännchen“ Ende 1962 ursprünglich als Spitzname für die Mitarbeiter des ZDF, die in den Studios in Berlin fleißig auf den Sendestart im April 1963 hinarbeiteten (in Anlehnung an die Heinzelmännchen und den Sitz des Senders in Mainz).Bruno Krammer: 30 Jahre im ZDF. Die bunte Erlebniswelt der Mainzelmännchen. Eine ganz menschliche Geschichte. ZDF Presse-Special zur Begleitung einer Ausstellung im Sendezentrum auf dem Lerchenberg, Mainz 1993, S. 6
Die Figuren selbst sind der handwerklich-begabte Praktiker Anton, der fleißige Berti, der musische Conni, der schlaue Det, der schelmische Edi und das sportliche Fritzchen, wobei Wolf Gerlach spontan Namen nach dem Alphabet erfunden hat. Die Charaktereigenschaften wurden erst im Laufe der Jahre nach und nach entwickelt, wobei Det die ersten Charakterzüge hatte, was durch das Tragen der Brille nicht schwerfiel. Erst ab 1993 hatte jedes Mainzelmännchen seinen eigenen vollständigen Charakter bekommen. Bisher gab es vier „Entwicklungsstufen“: 1963–1969: Schwarz-weiß 1969–1990er: Mainzelmännchen werden durch das Farbfernsehen farbig 1990er–2003: Alle Mainzelmännchen haben entsprechende Charaktere, zwei Mainzelmännchen (Edi und Fritzchen) haben keine Mützen mehr. seit 2003: Mainzelmännchen wurden deutlich modernisiert und Anime-hafter gezeichnet.
In der Zeichentrickserie wurden die Zwillingsschwestern Lea und Zara sowie der Hund Guudnberg eingeführt, dessen Name ein Wortspiel aus dem traditionellen Mainzelmännchen-Ausruf „Gud’n Aamd“ und dem ebenfalls aus Mainz stammenden Johannes Gutenberg ist.
Charaktere Name Aussehen ab 1990er Charakter ab 1990erBruno Krammer: 30 Jahre im ZDF. Die bunte Erlebniswelt der Mainzelmännchen. Eine ganz menschliche Geschichte. ZDF Presse-Special zur Begleitung einer Ausstellung im Sendezentrum auf dem Lerchenberg, Mainz 1993, S. 4. Aussehen ab 2003 Anton graue (seit den späten 70ern braune) Mütze rotes (seit den späten 70ern orange) Hemd weiße Schürze blaue Hose graue (seit den späten 70ern braune) SchuheEr wird als der Praktiker mit vollem Tatendrang dargestellt, der sich durch sein handwerkliches Geschick auszeichnet. braune Mütze oranger Pullover blaue Latzhose mit braunen Knöpfen braune Schuhe Berti rote (seit den späten 70ern orange) Mütze weißes Hemd hängt rechts aus der Hose graue (seit den späten 70ern blaue) Hose blaue SchürzeEr ist der Spaßvogel und der Lieferant für Ideen, stellt den Bastler und Tüftler der Gruppe dar. orange Mütze grünes Polohemd graue Hose orange Schuhe Conni graue Mütze brauner Overall weißes HemdEr hat das kindlichste Auftreten in der Gruppe und wird insbesondere von Det väterlich umsorgt, was impliziert, dass er der Jüngste der Gruppe ist. hellblaue Mütze weißes Hemd orangefarbener Pullover hellblaue Hose braune Schuhe Det weiße Mütze Brille graues Hemd hängt links aus der Hose schwarzer Overall weiße SchuheEr ist der Schlaueste und der Anführer der Gruppe, was sich auch in seinem Aussehen äußert – er trägt als Einziger eine Brille und ein graues Wams, was ihn älter und autoritärer als die anderen wirken lässt. weiße Mütze Brille weißes Hemd blauer Pullunder graue Hose weiße Schuhe Edi rote (seit den späten 70ern orange) Mütze (ab 1990er keine Mütze mehr) blaue Jacke weiße Hose helle (seit den späten 70ern blaue) SchuheEr ist der Schelm und das Schlitzohr der Gruppe und hat die meisten Flausen im Kopf, was sich auch darin äußert, dass er keine Mütze und als Einziger der Gruppe rote Haare trägt – rote Haare sind ein häufiges Symbol für Lausbuben und sind vielleicht eine Anspielung auf Pumuckl. keine Mütze rote Haare (gefärbt, eigentlich schwarz) hellblaues Hemd blaue Hose rote (In den Anfangsjahren braune) Schuhe Fritzchen blaue Mütze (ab 1990er keine Mütze mehr) rote (seit den späten 70ern orange) Jacke graue (seit den späten 70ern blaue) Hose graue (seit den späten 70ern braune) SchuheEr wird als der Sportlichste und Pfiffigste der Gruppe dargestellt, was sich auch daran zeigt, dass er (ab 1990er) als einziger der Gruppe ein Stirnband statt einer Mütze trägt. sportlich keine Mütze schwarze Haare roter Pullover weiße Hose rot-weiße Sportschuhe
Ehrungen Kirchenfenster Anton und Det sind seit 1970 in einem Chorfenster der Karmeliterkirche in Mainz zu sehen. Mainz: Mainzelmännchen-Ehrenwürde mini|hochkant|Mainzelmännchen-Ampel
Am 21. August 2013 verlieh Oberbürgermeister Michael Ebling die „Mainzelmännchen-Ehrenwürde“ an Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen. Dies ist laut Stadtverwaltung ein eigens für die Mainzelmännchen geschaffener Titel, denn formal darf die Ehrenbürgerwürde nur an lebende Personen verliehen werden.Mainzelmännchen sind „Ehrenbürger“ der Stadt Mainz. focus.de mit Material von dpa vom 21. August 2013Mainzelmännchen sind „Ehrenbürger“. RP Online, 21. August 2013 ffh.de, 21. August 2013
Urkundentext: Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen haben sich als mediale Botschafter der Landeshauptstadt Mainz in herausragender und besonders sympathischer Weise um das Renommee der Stadt verdient gemacht. Anlässlich ihres 50. Geburtstages wird ihnen die einmalige Mainzelmännchen-Ehrenwürde verliehen.
Zudem wurde seit der Verleihung der Ehrenwürde die Idee einer Mainzelampel angestrebt. Die erste Ampel mit Mainzelmännchen Det als Ampelmännchen wurde am 23. November 2016 am Neubrunnenplatz in Mainz-Altstadt durch Oberbürgermeister Ebling und ZDF-Intendant Thomas Bellut eingeweiht. Im Mai 2017 gab die Stadt Mainz bekannt, weitere Mainzelmännchen-Ampeln aufstellen zu wollen. Inzwischen sind sie beispielsweise an der Ecke Rhein-/Quintinstraße vor dem Rathaus, am Fischtorplatz und auf der Strecke entlang der Mainzelbahn bis zum Lerchenberg installiert.
Bad Zwischenahn: Mainzelmännchen am Meer mini|hochkant|Mainzelmännchen Det – Bronzeskulptur im Kurpark von Bad Zwischenahn zum Gedenken an Wolf Gerlach
In Bad Zwischenahn, dem letzten Wohnort von Mainzelmännchen-Erfinder Wolf Gerlach, wurde am 18. Oktober 2013 das Denkmal „Mainzelmännchen am Meer“ eingeweiht.Mainzelmännchen-Skulptur enthüllt. rlp.de, 18. Oktober 2013 In: Allgemeine Zeitung Mainz, sowie allgemeine-zeitung.de, 19. Oktober 2013 auf ndr.de vom 18. Oktober 2013Guten Abend: Mainzelmännchen grüßt vom Zwischenahner Meer. nwzonline.de vom 18. Oktober 2013Mainzelmännchen am Meer. weser-kurier.de vom 19. Oktober 2013
Wohlfahrtsmarken Am 3. August 2023 erschien in der Wohlfahrsmarkenserie Für die Jugend drei Zuschlagsmarken (85+40, 110+45 und 160+55 Eurocent) zum 60. Jubiläum. Alle drei Marken zeigen jeweils die 6 Mainzelmännchen in unterschiedlichen Anordnungen. Die Ersttagsstempel zeigen entweder Anton auf dem Berlin-Stempel oder Det auf dem Bonn-Stempel.
Ausstellungen Die Stadtbibliothek Mainz sowie das Tourismusbüro der Stadt Mainz hatten 2023 eigene Ausstellungen zum Thema Mainzelmännchen organisiert.
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