Die Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation ist ein Energie- und Infrastruktur-Dienstleister mit Sitz in der Landeshauptstadt Salzburg in Österreich und versorgt im gesamten Bundesland Salzburg und angrenzendem Oberösterreich derzeit etwa 433.000 Strom-Kundenanlagen.
Geschichte
links|mini|Aktie über 100 RM der Salzburger AG für Elektrizitätswirtschaft vom Juni 1940
Die Salzburg AG entstand aus zwei Unternehmen, Infrastruktur-Versorgern der Stadt und des Landes Salzburg.Status & Geschichte, salzburg-ag.at
Das Energieversorgungsunternehmen der Stadt Salzburg wurde im Jahr 1887 als Städtische Elektrizitätswerke gegründet. Diese wurden 1950 mit den 1940 gegründeten Städtischen Verkehrsbetrieben Salzburg zur neuen Gesellschaft Salzburger Stadtwerke vereinigt. Diese betrieben damals die Geschäftsfelder Verkehr, Elektrizität sowie Gas- und Wasserversorgung und erbauten im selben Jahr die erste Fernwärme-Anlage des Landes für die Landeskrankenanstalten Salzburg. 1997 stiegen die Salzburger Stadtwerke als Anbieter in das Internet- und 1998 ins Telekommunikationsgeschäft ein.
Die Salzburger AG für Energiewirtschaft (SAFE) wurde 1920 als Landes-Elektrizitätsversorgungsunternehmen gegründet, betrieb bis 1980 vor allem die Stromversorgung des Bundeslandes außerhalb der Landeshauptstadt. 1980 kamen die Geschäftsfelder Erdgas und Kabel-TV hinzu; 1989 errichtete das Unternehmen ein Fernwärme-Netz in der Stadt Hallein. 1996 bot die SAFE erstmals Telekommunikationsdienstleistungen an und stieg 1997 ebenfalls als Provider in das Internetgeschäft ein.
Im Jahr 1999 begannen erste Fusionsgespräche der Stadtwerke mit dem Konkurrenten SAFE. Am 15. September 2000 entstand schließlich durch die Fusion der beiden Dienstleister zur neuen Salzburg AG ein neues Unternehmen der Energiewirtschaft, das seither im Bundesland Salzburg (samt Stadt :Salzburg) führend ist.
In den folgenden 15 Jahren hat das Unternehmen mehr als 2 Milliarden Euro investiert und ist damit einer der Motoren der regionalen Wirtschaft. Für das Jahr 2016 sind Investitionen in Höhe von 150 Mio. Euro geplant.Julian Höhner: Hohe Investitionen. (auf hlk.co.at).
Eigentumsverhältnisse
Das Eigentum an der Salzburg AG ist zwischen dem Land Salzburg (42,56 %), der Stadt Salzburg (31,31 %) und der Energie AG Oberösterreich Service- und Beteiligungsverwaltungs-GmbH (26,13 %) aufgeteilt.
Beteiligungen Tochterunternehmen mit 100 % Beteiligung Erdgas Import Salzburg GmbH, Salzburg Future Energy Photovoltaics Italy Srl., Bozen MyElectric Energievertriebs und –dienstleistungs GmbH, Wien one2zero GmbH, Salzburg Salzburg AG Kundenservice GmbH, Salzburg Salzburg AG Tourismus GmbH, St. Wolfgang Salzburg Linien Verkehrsbetriebe GmbH, Salzburg Salzburg Netz GmbH, Salzburg Salzburg Ökoenergie GmbH, Salzburg
Tätigkeitsbereiche mini|Direktion der Salzburg AG in Salzburg-Schallmoos
Energie und Wasser Das Unternehmen versorgt heute das gesamte Bundesland Salzburg mit jährlich etwa 13.700 GWh Strom, 11.110 GWh Erdgas, 930 GWh Fernwärme und die Stadt Salzburg noch als Wasserversorger mit 11,6 Millionen m3 Trink- und Nutzwasser (Stand: Dezember 2016). Die Salzburg AG betreibt in Salzburg die fossil befeuerten Fernheizkraftwerke AG FHW Mitte Salzburg, FHW Nord Salzburg, HW Elsbethen in der Rainerkaserne (HW Salzburg Süd 2007 stillgelegt)Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation: Heizkraftwerke und Heizwerke – Wärme und Strom. Folder, o. D. (pdf, salzburg-ag.at) und das des Landeskrankenhauses Salzburg. Dabei werden mehr als 200.000 t CO2 je Jahr emittiert., abgerufen am 26. Oktober 2010., abgerufen am 26. Oktober 2010. Im Dezember 2011 wurde der drittgrößte Fernwärmespeicher Europas beim Heizkraftwerk Nord in Betrieb genommen. Er ist 45 m hoch und hat einen Nutzinhalt von 30.000 m3 Heißwasser.Riesiger Wasserboiler geht ans Netz. Meldung bei ORF Salzburg online vom 9. Dezember 2012 Daneben betreibt sie auch die Heizwerke Hallein, Wals-Siezenheim (seit 2007 in das Fernwärmenetz Salzburg Stadt integriert) und etliche kleinere Heizwerke im Inselbetrieb (Bruck, Bramberg, Radstadt, Saalfelden, Abtenau, Altenmarkt, Wald, Fusch), teils Biomassekraftwerke.
Wasserkraftwerke mini| Kraftwerk Sohlstufe Lehen
Die Salzburg AG betreibt im gesamten Bundesland Salzburg 28 Wasserkraftanlagen (Stand: 2017). Angegeben sind in der Aufzählung der Kraftwerksname, ggf. die Lage (Gemeindegebiet), genutzte Gewässer, Engpassleistung und Jahreszahlen der Inbetriebnahme bzw. Erweiterung.
Liste von Wasserkraftwerken im Bundesland Salzburg Kraftwerksgruppe Flachgau/Tennengau:Infofolder über die Kraftwerke Flachgau/Tennengau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012) Kraftwerk Eichetmühle, Almkanal (154 kW, erbaut 1899) Kraftwerk Hammer, Alm-Mühlbachkanal (125 kVA, erbaut 1919) mini|Geöffnetes Wehr beim Kraftwerk Hammer Kraftwerk Gamp, Salzach bei Hallein (8,58 MW, Inbetriebnahme 2007) Kraftwerk Wiestal, Wiestal-Stausee, Mörtelbach, Schwarzaubach (28 MW, 1913–1939, 1977) Kraftwerk Strubklamm, Hintersee, Strubklamm-Stausee (15 MW, errichtet 1924/1983) Kraftwerk Rott, Saalach an der Grenze zu Bayern (5 MW, neu errichtet 2004) Kraftwerk Urstein, Gde. Puch bei Hallein, Salzach, Königsseeache (22,7 MW, Inbetriebnahme 1971) Kraftwerk Sohlstufe Hallein, Salzach, Almbach (11,7 MW, Inbetriebnahme 1987) Kraftwerk Sohlstufe Lehen, Stadt Salzburg (13,7 MW, Inbetriebnahme 2013)
Kraftwerksgruppe Oberpinzgau:Infofolder über die Kraftwerke im Oberpinzgau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012) Kraftwerk Wald (Wald im Pinzgau), Krimmler Ache (23,5 MW, Inbetriebnahme 1987) Kraftwerk Trattenbach (Wald im Pinzgau), Trattenbach und Tortalbach (4,97 MW, Inbetriebnahme 2005) Kraftwerk Hollersbach, Hollersbach und Bürgerbach (1,32 MW, Inbetriebnahme 1949)
Kraftwerksgruppe Mitterpinzgau:Infofolder über die Kraftwerke im Mitterpinzgau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012) Kraftwerk Dießbach, Dießbach, Weißbach, Kallbrunnbach, Dießbach-Stausee (24 MW, Inbetriebnahme 1964/68) Bärenwerk (Gemeinde Fusch) Fuscher Ache u. andere (9,84 MW, Inbetriebnahme 1924, Erweiterung 1956) Kraftwerk Bachwinkl (Saalfelden), Öfenbach und Lärchbach (120 kW, errichtet 1905)
Gemeinschaftskraftwerke Mittlere Salzach:Infofolder über die Gemeinschaftskraftwerke der Salzburg AG und der Verbunf Hydro Power AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012) Bei diesen Gemeinschafts-Kraftwerken übernahm die Verbund AG Planung und Bau, die Salzburg AG hat die Betriebsführung inne. Kraftwerk St. Johann (St. Johann im Pongau), Salzach bei Fluss-km 128,5 (16,5 MW, Inbetriebnahme 1990/91) Kraftwerk Urreiting (St. Johann im Pongau), Salzach bei Fluss-km 123,9 (16,5 MW, Inbetriebnahme 1985) Kraftwerk Bischofshofen, Salzach bei Fluss-km 119,5 (16 MW, Inbetriebnahme 1984/85) Kraftwerk Kreuzbergmaut (Pfarrwerfen), Salzach bei Fluss-km 114,4 (17,7 MW, Inbetriebnahme 1995) Kraftwerk Werfen-Pfarrwerfen (Pfarrwerfen), Salzach bei Fluss-km 110,295 (16 MW, Inbetriebnahme 2009)
Kraftwerksgruppe Lungau:Infofolder über die Kraftwerke im Lungau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 2. Juni 2012) Kraftwerk Murfall (Gemeinde Muhr), Gewässer: Mur (780 kW, Inbetr. 1922/49) Kraftwerk Rotgülden, Obere Mur (4,7 MW, Inbetriebnahme 1956/68) Kraftwerk Zederhaus, Gewässer: Speicher Schliereralm, zehn Gebirgsbäche in zwei Beileitungen (10 MW, Inbetriebnahme 1984) Kraftwerk Hintermuhr (Gemeinde Muhr) Gewässer: Unterer Rotgüldensee, Öllschützen, Mur, Muritzen und Altenbergbach (Kavernenkraftwerk und Pumpspeicher, 108 MW, Inbetriebnahme 1991, Erweiterung ab 2008)Neues Kraftwerk Hintermuhr eröffnet, Bericht in ORF Salzburg vom 11. April 2012
Kraftwerke im Gasteinertal: Kraftwerk Nassfeld, Ortsteil Sportgastein in Bad Gastein, Naßfelder Ache (Pumpspeicher, 31,5 MW, Inbetriebnahme 1982) Kraftwerk Böckstein, Ortsteil Böckstein in Bad Gastein, Naßfelder Ache (Tagesspeicher, 44,5 MW, Inbetriebnahme 1981) Kraftwerk Remsach, Ortsteil Remsach in Bad Gastein, Anlaufbach und Angerbach (Tagesspeicher, 30,9 MW, Inbetriebnahme 1995)
IT-Dienstleistungen Zusätzlich ist die Salzburg AG auch in den Tätigkeitsbereichen Telekommunikation, Kabel-TV und Internet als Netzbetreiber und Provider verankert. Marke ist CableLink.https://www.salzburg-ag.at/cablelink/, auch cablelink.at
Verkehr Öffentlicher Personennahverkehr mini|Bis 2012 gültiges Logo der Schienenverkehrssparte mini|Von 2012 bis 2016 gültiges Logo der gesamten Verkehrssparte mini|Im Frühjahr 2016 eingeführtes Logo der Salzburger Lokalbahn mini|Im Frühjahr 2016 eingeführtes Logo der Pinzgauer Lokalbahn mini|Im Frühjahr 2016 eingeführtes Logo des Oberleitungsbusses mini|Ein Triebwagen der Salzburg AG in der Haltestelle Pabing am Haunsberg mini|Bis 2012 verwendetes Logo des Oberleitungsbusses mini|Ein Oberleitungsbus der Salzburg AG in Liefering
Im Öffentlichen Personennahverkehr übernahm die Salzburg AG vom Vorgängerunternehmen die Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen, die Bahnstrecke Bürmoos–Ostermiething, die Standseilbahn auf die Festung Hohensalzburg, den Oberleitungsbus Salzburg (zwölf Linien), den 1890 eröffneten Mönchsbergaufzug sowie den kommunalen Omnibusverkehr. Damit ist sie größter Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs in der Landeshauptstadt. Alle Verkehrsmittel der Salzburg AG sind in den Salzburger Verkehrsverbund (SVV) integriert. Mit den Strecken nach Lamprechtshausen (S1) und Bürmoos (S11) betreibt die Salzburg AG auch zwei von fünf Linien der S-Bahn Salzburg.
Der Schienenverkehr der Salzburg AG wird seit deren Gründung im Jahr 2000 unter der traditionsreichen Bezeichnung Salzburger Lokalbahn (SLB) vermarktet. Der Oberleitungsbus- und Autobusverkehr tritt hingegen unter der Marketingbezeichnung Obus Salzburg auf.
Im Zuge einer Neustrukturierung des städtischen Omnibusverkehrs in Salzburg übernahm die Salzburg AG im Jahr 2005 49 Prozent des privaten Autobusunternehmens Albus Salzburg Verkehrsbetrieb. Im Gegenzug wurden die letzten beiden Autobuslinien der Salzburg AG, die Linien 15 und 27, samt allen damals im Bestand befindlichen Autobussen an Albus abgegeben, um Synergiepotenziale ausnützen zu können. Seitdem ist die Salzburg AG eine der wenigen Verkehrsunternehmen weltweit, die zwar Oberleitungsbusse, aber keine Autobusse betreiben.
Im März 2006 übernahm die Salzburg AG außerdem den Betrieb der Schafbergbahn sowie die Wolfgangseeschifffahrt von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und brachte diese in die neu gegründete Salzkammergutbahn GmbH ein.Beteiligungen & Töchter, salzburg-ag.at Im Juli 2008 übernahm die Salzburg AG zusätzlich den Betrieb auf der vom Land Salzburg erworbenen schmalspurigen Pinzgauer Lokalbahn; sie gehörte ursprünglich ebenfalls zur ÖBB.
Seit 2009 ist die Salzburg AG mit der Länderbahn an einem Konsortium namens Berchtesgadener Land Bahn (BLB) beteiligt, das von Dezember 2009 bis Dezember 2021 die S-Bahn-Linie S 4 auf den vollständig in Deutschland gelegenen Bahnstrecken Freilassing–Bad Reichenhall und Bad Reichenhall–Berchtesgaden betrieb. Diese Kooperation ist das Ergebnis einer 2006 erfolgten Ausschreibung, aus der die Bietergemeinschaft als Sieger hervorging.
Zuletzt übernahm die Salzburg AG Mitte Juni 2010 im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain den Betrieb der dort neu entstandenen Museumsfeldbahn Großgmain. 2016 beförderte die Salzburg AG in ihren Verkehrsmitteln zusammengenommen 50,5 Millionen Fahrgäste.
2012 änderten sich die Markenbezeichnungen erneut, die Verkehrssparte firmierte ab diesem Zeitpunkt unter der einheitlichen Dachmarke Salzburger Lokalbahnen, der Obus wurde fortan als ObusSLB bezeichnet., Meldung vom 22. Mai 2012. Im Frühjahr 2016 wurde dieses Konzept allerdings erneut geändert und alle Bereiche (Salzburger Lokalbahn (S1, S11), Pinzgauer Lokalbahn, Obus, Wolfgangseeschifffahrt/Schafbergbahn) werden seither unter einer eigenen Bezeichnung immer jeweils mit dem Zusatz Salzburg AG geführt.