Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha (kurz Da Da Da) ist ein Lied der deutschen Band Trio. Es wurde am 9. Februar 1982 veröffentlicht und entwickelte sich zu einem der größten kommerziellen Erfolge der Neuen Deutschen Welle, auch außerhalb des deutschsprachigen Raums. Das Lied wurde in etwa 30 Ländern veröffentlicht. In Europa wurden etwa drei Millionen Singles verkauft, die internationalen Verkaufszahlen betrugen insgesamt etwa 13 Millionen Exemplare.Porträt bei LAUT.de Der Text stammt von Stephan Remmler, die Musik von Kralle Krawinkel.

Das Lied wurde von Klaus Voormann produziert und zeichnet sich durch eine äußerst sparsame Instrumentierung (vordergründig nur Schlagzeug, Gitarre und Keyboard), einen minimalistischen Text (84 mal „da“ und 18 mal „aha“ in der Single-Version) und Sprechgesang aus. Prägnant ist der Rhythmus, der von einem „Spielzeug-Keyboard“ (Casio VL-1) stammt.

Formaler Aufbau Instrumentierung mini|Schlagzeugfigur aus „Da Da Da“ Schlagzeug Keyboard E-Gitarre E-Bass Kastagnetten Sprechgesang Hintergrundgesang

Ablauf mini|400px|Notenbeispiel: Die Strophen des Liedes Da Da Da bestehen nur aus Sprechgesang mit Schlagzeugbegleitung. Das Lied beginnt mit einem gesprochenen „Aha aha aha“, worauf unmittelbar die Begleitung von Schlagzeug und Keyboard einsetzt, die sich ohne Variationen oder Akzentuierungen durch das gesamte Lied fortsetzt. Es folgt die erste im Sprechgesang vorgetragene Strophe, die aus drei Zeilen in deutscher und zwei Zeilen in englischer Sprache besteht. Jede der fünf Strophenzeilen wird mit einem „Aha.“ beendet. Als Überleitung zum Refrain fungiert die viermal hintereinander gesprochene Zeile „Ich lieb dich nicht du liebst mich nicht“, wobei der Sprechgesang durch Verwendung eines Kehlkopfmikrofons klanglich verfremdet wird.

Zum Refrain setzen die E-Gitarre und ein sehr leise abgemischter Bass ein. Textlich umfasst der Refrain 12-mal die Zeile „Da Da Da“ und viermal wiederum die Zeile „Ich lieb dich nicht du liebst mich nicht“ und wird zusätzlich von einer weiblichen Stimme (Annette Humpe) gesungen. Am Ende des Refrains setzt eine aus fünf Tönen bestehende Melodie ein, die vom Keyboard gespielt wird. Gleichzeitig sind Kastagnetten zu hören.

Nach dem Refrain setzen E-Gitarre und Bass wieder aus, und es spielen nur noch Schlagzeug und der Takt des Keyboards. Hierzu flüstert eine Frauenstimme viermal „Ich lieb dich nicht du liebst mich nicht“ – jeweils gefolgt von einem gesprochenen „Aha.“ Danach setzt sich das Lied wie in der ersten Strophe fort, der ein weiterer Refrain folgt. Am Ende wird das Lied ausgeblendet.

Bedeutung Die Band Trio selbst äußerte sich nie dazu, wie das Lied zu verstehen sei, verwahrte sich aber gegen Vorwürfe, es handele sich um einen „Blödelsong“.Musikexpress / Sounds, Nr. 4, April 1983

Trios grundsätzliches musikalisches Gesamtkonzept bestand darin, verschiedene Musikrichtungen mit einem minimalen musikalischen Aufwand darzubieten. Diese selbst auferlegte Beschränkung hatte zur Folge, dass die stilprägenden Elemente verschiedenster Musikrichtungen mit minimalen Mitteln so herausgearbeitet wurden, dass die beabsichtigten Stile noch zu identifizieren waren.Linernotes zum Album „Trio Deluxe Edition“ von Joachim Hentschel (2003) Vor diesem Hintergrund ist auch „Da Da Da“ zu interpretieren.

Da Da Da kann als eine auf ein musikalisches Minimum reduzierte Schlagerparodie verstanden werden, wobei die drei Silben „Da Da Da“ als Synonym für leere Worthülsen wie beispielsweise „Schubidua“ stehen. Natürlich ist die Phrase auch eine Anspielung auf den Dadaismus. Die in gängigen Schlagern häufig verwendeten folkloristischen Elemente finden in dem Einsatz von Kastagnetten ihren Ausdruck. Auch die in der Schlagermusik oft eingesetzten einfachen Dur-Akkordfolgen werden mit nur einer Gitarre gespielt, während die simple Erkennungsmelodie auf dem Casio-Keyboard fast nur angedeutet wird. Dass das Lied textlich im Gegensatz zum Schlager kein Liebeslied ist, sondern inhaltlich nüchtern „ich lieb dich nicht du liebst mich nicht“ konstatiert, verleiht dem Lied eine gewisse Doppelbödigkeit.M. O. C. Döpfner und Thomas Garms: Neue Deutsche Welle – Kunst oder Mode?, ISBN 3-548-36505-1.

Geschichte mini|Trio 1982 (v. l. n. r.: Kralle Krawinkel, Peter Behrens, Stephan Remmler) mini|Dieser voreingestellte Rhythmus „Rock-1“ hat das Casio VL-1 berühmt gemacht. Da Da Da entstand Mitte 1981, als Trio auf Deutschland-Tournee waren. Es begann damit, dass Stephan Remmler bei einem Fototermin ein Casio-Keyboard von dem Musikproduzenten Klaus Voormann geschenkt bekam.Nach Aussage von Stephan Remmler in der Sendung „Lanz“ Andere Quellen berichten, dass Remmler das Keyboard bei der Fotosession vom Fotografen Peter Maltz geschenkt bekam.

Als Krawinkel im Übungskeller des gemeinsamen Hauses der Band in Großenkneten ein von ihm geschriebenes Lied mit dem Titel I love you forever auf der Gitarre übte, spielte Remmler gerade im Erdgeschoss auf dem Casio-Keyboard herum. Er hörte Kralles Gitarrenspiel aus dem Kellerspiegel.de am 18. Januar 2012, Interview mit Peter Behrens: 30 Jahre „Da Da Da“ „Gefeiert, gesoffen, den Luxus genossen“ und übernahm eine Akkordfolge, die Remmler an Twist and Shout von den Isley Brothers erinnerte. Remmler verfasste einen neuen Text für das nunmehr Da Da Da betitelte Lied. Der Text entstand aus Beobachtung einer Beziehung in ihrem Umfeld. Im Gegensatz zur später veröffentlichten Fassung begann diese frühe Version mit einer englischen Strophe, während die zweite Strophe auf Deutsch gesungen wurde. Gemeinsam erarbeiteten Remmler, Krawinkel und Behrens das minimale Arrangement von Da Da Da.

Da Da Da wurde in das Programm der laufenden Tournee eingebaut. Die früheste bekannte Aufführung stammt aus dem Oktober 1981, als Trio in einem Jugendclub in Bramsche spielte. Im November 1981 spielte Trio im Hamburger „Onkel Pö“. Das Konzert wurde im Radio übertragen. Zu diesem Zeitpunkt klang Da Da Da noch deutlich anders als die später veröffentlichte Version. Prägnant war zu diesem Zeitpunkt, dass Trio das Lied nach dem ersten Refrain unterbrachen und versuchten, dem Publikum das Lied zu erklären: „Das ist Minimal-Art. Das ist so minimal, dass es schon wieder Art ist.“ Der Titel kam beim Publikum gut an, und der Trio-Produzent Klaus Voormann entschloss sich, das Lied für eine Single-Veröffentlichung aufzunehmen.

Weihnachten 1981 spielten Trio drei Tage lang im Berliner „Kant Kino“. Hier lernten sie die Band Ideal kennen. Sie vereinbarten, dass Ideal bei der Aufnahme von Da Da Da mitmachen sollten – allerdings ohne einen Credit. Die Aufnahmen fanden Anfang 1982 im Zürcher Studio der Band Yello statt, die bei derselben Plattenfirma wie Trio unter Vertrag stand und mit ihnen auch befreundet war. Trio produzierte von vornherein die etwa sechseinhalbminütige „Lange Version“ von Da Da Da. Dazu spielte Peter Behrens zunächst als Fundament knapp sieben Minuten lang sein Schlagzeug zum Beat des Casio-Keyboards ein. Weitere Instrumente und Gesang folgten im Overdub-Verfahren. Erst später wurde aus der fertigen langen „Maxi-Version“ die bekannte, knapp dreieinhalbminütige Single-Version erstellt, indem am Anfang einige Takte herausgeschnitten und das Lied im zweiten Refrain vorzeitig ausgeblendet wurde. Der Produzent Klaus Voormann spielte bei der Aufnahme einen sehr dezenten Bass ein – bis dahin ein Unikum in Trio-Songs, die bislang bewusst auf einen Bass verzichtet hatten. Die Band Ideal war zunächst nicht dabei – sie steuerten ihren Beitrag nachträglich im Berliner Audio-Studio bei. Annette Humpe übernahm im Refrain den Chor, und Ideal-Schlagzeuger Hans-Joachim Behrendt spielte die Kastagnetten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Video zu Da Da Da gedreht. Im Live-Programm wurde das Lied weiterhin mit einer Lücke in der Mitte gespielt, die Trio wahlweise mit Werbung für ihre neue Single oder mit der Aufführung des Videos füllten.

Da Da Da erschien am 9. Februar 1982 zunächst als Single und Maxi-Single. Am 22. Februar 1982 wurde das Lied erstmals im Fernsehen aufgeführt – in der Sendung Dr. Mambos Musikjournal beim Sender Freies Berlin. Trio spielte am Abend der Erstausstrahlung in der TU-Mensa in Bremen und unterbrach das Konzert, um sich gemeinsam mit dem Publikum die Fernsehausstrahlung anzusehen. Der zunächst ausbleibende Erfolg der Single stellte sich erst ein, als das Lied am 23. März 1982 in der Musiksendung Bananas vorgestellt wurde. Ab da drang das Lied mehr und mehr in eine breitere Öffentlichkeit. Trio war in den Medien omnipräsent und profitierte von der bereits angebrochenen Neuen Deutschen Welle. Letztlich kletterte die Single bis auf Platz zwei in den deutschen Singlecharts und hielt sich 18 Wochen in den Top 10. Platz eins belegte zu diesem Zeitpunkt die Grand-Prix-Gewinnerin Nicole mit dem Lied Ein bißchen Frieden. In Österreich und der Schweiz dagegen erreichte Da Da Da die Spitzenposition. Auf dem selbstbetitelten Debütalbum Trio wurde es nachträglich eingefügt. Weitere Popularität erlangte das Lied, als Trio mit Da Da Da als erste Vertreter der Neuen Deutschen Welle am 3. Mai 1982 in der ZDF-Hitparade auftraten und aufgrund der ungewöhnlichen Konzeption des Liedes für Irritationen sorgten. Trio belegte mit 7,9 % der Zuschauerstimmen Platz 5 in der Sendung.

Mit der englischen Version von Da Da Da gelang Trio schließlich auch der Sprung ins internationale Musikgeschäft. Eine Einladung in die britische Musiksendung Top Of The Pops öffnete den Weg in weitere Länder. Insgesamt brachte Da Da Da es auf rund 30 Auslandsveröffentlichungen. Speziell in Kanada (hier wurde die Single für über 150.000 verkaufte Einheiten mit fünffach Platin ausgezeichnet) und Lateinamerika (v. a. Brasilien) erzielte das Lied großen Erfolg; in den USA und in Japan blieb dieser jedoch aus.

Coverversionen Der Erfolg von Da Da Da zog eine Vielzahl von Nachahmungen nach sich, wie beispielsweise von den Remmler-Söhnen Cecil Jonni Lauro, Herbert Grönemeyer (für die Kompilation Pop 2000 Das gibt’s nur einmal) oder von der englischen Band Elastica. Für die Musiksendung MTV unplugged präsentierte der deutsche Rapper Sido 2010 eine Version von Da Da Da, die ausschließlich auf akustischen Instrumenten dargeboten wird und bei welcher Stephan Remmler selbst als Begleitsänger auftritt.Maurice Summen: Ach egal, amen! In: Berliner Zeitung, 30. Januar 2010.

Im Großteil der Coverversionen wurde die Originalversion 1:1 kopiert. Nur wenige Künstler erweiterten das Arrangement. Elastica unterlegten beispielsweise den Refrain mit lauten, verzerrten Gitarren. Die Version von Herbert Grönemeyer wurde im südamerikanischen Stil mit Bläsern unterlegt. mini|1991 produzierte Stephan Remmler unter seinem Pseudonym Jay Schatz einen Remix von Da Da Da und veröffentlichte ihn als MCDaDa. Insbesondere in den 1990ern wurde das Lied für diverse Techno-Remixe verwendet, unter anderem von Jason Nevins, der einen Remix einer Version von Soul-O fertigte. Remmler selbst veröffentlichte unter dem Pseudonym MCDaDa 1991 einen Remix und war der einzige, der dazu auf das Multitrack-Tonband des Originals zurückgreifen konnte. Alle anderen Remixe beruhen auf Neueinspielungen des Liedes – teilweise auch in anderen Sprachen. Für die Version von Soul-O sang Remmler 1997 exklusiv den Text erneut ein und gestaltete auch handschriftlich das Single-Cover. 2008 sang Remmler das Lied noch einmal für eine Veröffentlichung des deutschen Musikers Señor Coconut ein..