Die Alpinen Skiweltmeisterschaften des Jahres 1941 wurden gemeinsam mit den nordischen Skiweltmeisterschaften vom 1. bis 9. Februar im italienischen Wintersportort Cortina d’Ampezzo ausgetragen. Cortina war bereits 1932 Schauplatz von Weltmeisterschaften gewesen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erklärte der Internationale Skiverband (FIS) diese Weltmeisterschaften beim 16. Kongress vom 27. bis 31. August 1946 in Pau nachträglich für ungültig,, abgerufen am 17. März 2016. da viele Nationen aufgrund der politischen Umstände nicht daran teilnehmen konnten. Alle Medaillen verloren nach Beschluss der FIS ihren offiziellen Status und werden nicht mehr gezählt. Teilnehmende Länder waren neben Italien und dem Deutschen Reich nur Bulgarien, Finnland, Schweden, Norwegen, Jugoslawien, Rumänien, Schweiz und Ungarn.

Ablauf Eröffnungsfeier Die Eröffnungsfeier fand am 1. Februar um 11 Uhr statt. Nach einer Nacht mit Schneefall war die Landschaft von einer 20-cm-Neuschneeschicht überzogen. 5000 Besucher wohnten der Zeremonie bei. Auf der Ehrentribüne glänzten die Uniformen der Offiziere von zwölf Nationen. Als erste Sportler marschierten zwei Bulgaren ein, als letzte waren es die Gastgeber. Fahnenträger des Schweizer Teams war dessen Wettkampfältester, August Sonderegger. Der Präsident des Italienischen Olympischen Komitees, Raffaele Manganiello, richtete die Begrüßungsansprache. FIS-Vizepräsident, Graf Hamilton (Schweden), überbrachte den Dank des Internationalen Skiverbandes.«Die erste Konkurrenz der FIS-Rennen in Cortina d'Ampezzo» mit Untertitel «Die Eröffnungsfeier am Samstag»; «Sport Zürich» Nr. 14 vom 5. Februar 1941, S. 1.

FIS-Kongress Am 3. Februar wurde ein FIS-Kongress abgehalten; vorerst war FIS-Vizepräsident Hamilton der Meinung gewesen, dass „es nicht Zeit daran wäre“. Bei dieser Tagung, welche unter Zuzug der 12 Teilnehmerländer erfolgte, wurde die Vergabe der nächstjährigen Weltmeisterschaften an Deutschland (Garmisch-Partenkirchen) und der nächste FIS-Kongress ein Jahr nach Kriegsschluss in Budapest beschlossen. Außerdem wurden einige Mutationen zur Kenntnis genommen, die die früheren Skiorganisitonen von Österreich und der Tschechoslowakei, sowie die Neuordnung des Sports in Finnland, Norwegen und der Slowakei betreffen.«Doch noch FIS-Kongress!»; «Sport Zürich» Nr. 14 vom 3. Februar 1941, S. 3; Spalte 2«FIS-Tagung in Cortina»; «Sport Zürich» Nr. 15 vom 5. Februar 1941, S. 3; Spalte 1

Schlusszeremonie Die Schlussfeier gab es mit untergehender Sonne nach dem Skispringen am 9. Februar, wobei der Duca di Bergamo (Mitglied der italienischen Königsfamilie) die Rangverkündigung vornahm, wobei er auch die vergangenen Bewerbe aufzählte.«Schlussfeier und Preisverteilung»; «Sport Zürich» Nr. 17 vom 10. Februar 1941, S. 5; Spalte 2

Männer Abfahrt Platz Sportler Land Zeit 1 Josef Jennewein 4:03,97 min 2 Alberto Marcellin 4:06,66 min 3 Rudolf Cranz 4:08,66 min 4 Vittorio Chierroni 4:09,46 min 5 Hellmut Lantschner 4:09,69 min 6 Rudolf Rominger 4:12,55 min 7 Randmod Sörensen 4:14,00 min 8 Albert Pfeifer 4:15,13 min 9 Albert Scheuring 4:18,06 min 10 Hans Hansson 4:19,09 min Datum: Sonntag, 2. Februar 1941

Teilnehmer: 27 gestartet; 25 gewertet

Das Rennen wurde um 11.30 Uhr gestartet. Es ging über 4,6 km mit 985 m Höhenunterschied und Start auf 2200 m am Fuß des mittleren Tofanastockes. Nach 1700 m Fahrt über freies Gelände wurde das 500 m lange «Kanonenrohr» («Canelone») anvisiert, dessen oberer Teil mit 5 blauen Toren markiert war. Eine weitere wichtige Passage war die «Druscie-Mauer» («plêce de résistance»), ein ungemein steiler, vereister Absturz, der ausgenützt werden musste, um die anschließende ebene Partie mit möglichst wenig Zeitverlust zu absolvieren. Danach ging es in gerader Fahrt über leicht welliges Gelände ins Ziel, wobei den Klassefahrern die zwei Straßenübergänge keinerlei Mühen bereiteten. Dies wurde erst an den Sturzfahrten der weniger Routinierten erkennbar. Die Schweden hatten sich in der Wachswahl vertan, überhaupt geriet der Bewerb zu einer Enttäuschung für die Nordländer, die sich zu den engsten Favoriten gezählt hatten. Die Zeit der Nr. 1, Marcellin, wurde nur mehr von der Nr. 7, Jennewein, unterboten. Seine Fahrt war derart, dass er auf der ganzen Strecke ohne Stoppuhr als der sichere Sieger erkannt werden konnte. Seiner Waghalsigkeit kam auf den kniffligen Streckenabschnitt nur der Alpini Marcellin nahe, die meisten anderen setzten beim «Canelone» mit einem kleinen Rutscher auf «Nummer sicher». Die Leistung von Rudolf Rominger hatte zwar in der Schweiz den Erwartungen entsprochen, aber der Slalom-Weltmeister hatte sich eine bessere Chance ausgerechnet. So hatte er im «Kanonenrohr» und an der Mauer länger geschwungen bzw. gerutscht – ähnliches wurde auch vom zweiten Schweizer Teilnehmer gesehen.«Die erste Konkurrenz der FIS-Rennen in Cortina d'Ampezzo» mit Untertitel «Die erste Konkurrenz: Der Abfahrtslauf» bzw. «J. Jennewein Weltmeister!»; «Sport Zürich» Nr. 14 vom 3. Februar 1941, S. 1 bis 3

Slalom Platz Sportler Land Zeit 1 Albert Pfeifer 2:01,50 min 1 Vittorio Chierroni 2:01,50 min 3 Alberto Marcellin 2:01,90 min 4 Rudolf Cranz 2:02,30 min 5 Rudolf Rominger 2:03,40 min 6 Josef Jennewein 2:03,50 min 7 Roberto Lacedelli 2:05,10 min 8 Albert Scheuring 2:07,60 min 9 Randmod Sörensen 2:08,00 min 10 Sixten Isberg 2:13,40 min Datum: Dienstag, 4. Februar 1941

Teilnehmer: 23 gestartet

Die Slalomrennen fanden bei starkem Schneegestöber statt, was eigentlich ein gutes Zeichen für Titelverteidiger Rominger sein sollte, denn in Zakopane hatte es dasselbe Wetter gegeben. Der Lauf war mit 39 Toren ausgesteckt, wobei im Startbereich 5 bis 6 „im Schuss“ gefahren werden konnten, und in Summe der Kurs die Draufgänger mehr bevorzugte als die Techniker. Willi Walch und Peter Alexander von le Fort waren die Kurssetzer, wobei Walch als Trainer der Deutschen seinen Läufern diese Kombinationen schon in den Trainings beigebracht hatte. Hellmut Lantschner eröffnete den Slalom und er fuhr mit 59,3 Bestzeit vor Chierroni, Pfeifer und Jennewein, bei dem man merkte, dass er den Kombinationstitel nicht riskieren wollte. Lantschner, wiederum als erster an der Reihe (wie es damals das Reglement für den 2. Lauf vorsah), kam zu schnell in den Steilhang, touchierte ein Tor, stürzte und kassierte zusätzlich 12 Strafsekunden. Über Chierroni wurde von italienischer Seite berichtet, dass er an Influenza erkrankt sei und über 38 Grad Fieber hätte. Marcellin gelang in 61,1 die beste Zeit des zweiten Laufes. Rominger konnte seine Zeit aus dem ersten Lauf wider Erwarten nicht verbessern.«Zwei Slalom-Weltmeister!» «Sport Zürich» Nr. 15 vom 5. Februar 1941, S. 2.

Von den in der Abfahrt gestarteten Läufern fehlten der Finne Erkki Penttilä wegen einer erlittenen Fußverletzung und der Slowake Michal Daňo. Der deutsche Jugendmeister Engelbert Haider fuhr als Vorläufer im ersten Durchgang mit 57,0 Sekunden die Bestzeit des Tages.Albert Pfeifer gewinnt den Torlauf. In: Tages-Post. 5. Februar 1941, S. 5.

Alpine Kombination Platz Sportler Land Punkte 1 Josef Jennewein 404,4 2 Alberto Marcellin 405,1 3 Vittorio Chierroni 407,4 4 Rudolf Cranz 407,6 5 Rudolf Rominger 412,8 6 Albert Pfeifer 413,7 7 Randmod Sörensen 421,0 8 Albert Scheuring 423,9 9 Roberto Lacedelli 424,6 10 Hellmut Lantschner 425,8 Datum: Sonntag, 2. und Dienstag, 4. Februar 1941

Teilnehmer: 27 gestartet; 21 gewertet

Josef Jennewein reichte der Vorsprung aus der Abfahrt, um die Kombination für sich zu entscheiden.

Frauen Abfahrt Platz Sportler Land Zeit 1 Christl Cranz 4:10,30 min 2 Käthe Grasegger 4:17,58 min 3 Anneliese Proxauf 4:25,33 min 4 Vreni Fuchs 4:29,58 min 5 Celina Seghi 4:34,09 min 6 Vreni Keller 4:36,38 min 7 Rosemarie Proxauf 4:37,63 min 8 Eva May Nilsson 4:40,25 min 9 Louise Boulaz 4:43,77 min 10 Ruth Graffer 5:45,36 min Datum: Sonntag, 2. Februar 1941

Teilnehmer: 10 gestartet; 10 gewertet

Die Damenabfahrt führte über dieselbe Strecke wie bei den Herren, war aber in der Starthöhe um 200 m gekürzt, was bei 15 bis 20 Sekunden Fahrt bedeutete. Die Leistung der überlegenen Siegerin war umso beachtlicher, indem sie wegen eines Beinkrampfes das halbe Rennen in Hockestellung fahren musste. Von den Schweizer Läuferinnen gab es erfreuliche Platzierungen für Vreni Fuchs (Basel-Davos), die in eleganter Fahrt scheinbar spielend ins Ziel fuhr. Vreni Keller (Zürich) war in 4:36,38 gestoppt worden und damit um gute 2 Sekunden langsamer als Celina Seghi (4:34,09). Loulou Boulaz (Genf), die Mannschaftsführerin war, stürzte nach einem Kantenfehler schon zwischen dem zweiten und dritten Tor. May Nilsson litt unter dem gleichen Übel mit der falschen Wachswahl wie ihre männlichen Kollegen.«Die erste Konkurrenz der FIS-Rennen in Cortina d'Ampezzo» mit Untertitel «Die erste Konkurrenz: Der Abfahrtslauf» bzw. «Christl Cranz eine Klasse für sich»; «Sport Zürich» Nr. 14 vom 3. Februar 1941, S. 1 bis 3

Slalom Platz Sportler Land Zeit 1 Celina Seghi 2:05,61 min 2 Christl Cranz 2:09,98 min 3 Anneliese Proxauf 2:17,39 min 4 Rosemarie Proxauf 2:20,06 min 5 Käthe Grasegger 2:25,90 min 6 Vreni Fuchs 2:30,35 min 7 Vreni Keller 2:38,83 min 8 Louise Boulaz 3:02,73 min DQU Eva May Nilsson - DNF Ruth Graffer - Datum: Dienstag, 4. Februar 1941

Teilnehmer: 10 gestartet; 8 gewertet

Man gab der kleinen Celina Seghi gegen die deutsche Übermacht keine Chance, doch holte sie gegen die vielfache Weltmeisterin aus dem Oberallgäu beinahe 5 Sekunden Vorsprung heraus, wobei sie mit Start-Nr. 1 schon im ersten Lauf eine Bestzeit (2,8 Sekunden besser als Cranz) vorgelegt hatte. May Nilsson hatte zwei Tore ausgelassen und wurde disqualifiziert. Seghi fuhr auch im zweiten Durchgang Bestzeit. Cranz wollte nicht zu viel riskieren. Vreni Fuchs fuhr ein solides Rennen, kam aber knapp vor dem Ziel zu Sturz, und im Glauben, dass sie bereits die Zeitnahme ausgelöst habe, blieb sie liegen, verstand die auf Italienisch gegebene Aufforderung vorerst nicht, aufzustehen und weiter zu fahren, was ihr wertvolle Zeit kostete.

Alpine Kombination Platz Sportler Land Punkte 1 Christl Cranz 406,0 2 Celina Seghi 424,7 3 Anneliese Proxauf 430,1 4 Käthe Grasegger 432,6 5 Rosemarie Proxauf 445,7 6 Vreni Fuchs 457,2 7 Vreni Keller 474,0 8 Loulou Boulaz 502,8 DNF Ruth Graffer - DNF Eva May Nilsson - Datum: Sonntag, 2. und Dienstag, 4. Februar 1941

Teilnehmer: 10 gestartet; 8 gewertet

Christl Cranz reichte der Vorsprung aus der Abfahrt, um die Kombination für sich zu entscheiden.

Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 20px Deutsches Reich 5 2 4 11 2 20px Italien 2 3 2 7

Weblinks Als Athleten im Schützengraben wienerzeitung.at

Einzelnachweise

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