Die Schwarzviolette Akelei (Aquilegia atrata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Akeleien (Aquilegia) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie wird von manchen Autoren auch als Unterart Aquilegia vulgaris subsp. atrata zur Gewöhnlichen Akelei (Aquilegia vulgaris ) gestellt.
Beschreibung mini|links|Illustration aus Atlas der Alpenflora mini|Detailansicht der Blüte mini|Habitus und Blüten
Vegetative Merkmale Die Schwarzviolette Akelei ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 (selten bis zu 100) Zentimetern erreicht. Die Laubblätter sind am Grund gestielt und doppelt dreiteilig. Die Fiederblättchen besitzen einen unregelmäßigen gezackten Rand. Die Stängelblätter sitzen wechselständig.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die braunviolette Blüten weisen einen Durchmesser von 4 bis 6 Zentimetern auf. Die äußeren Blütenhüllblätter sind länglich mit zugespitztem oberen Ende. Dazwischen befinden sich fünf innere Blütenblätter (Nektarblätter) mit deutlich gebogenem Sporn. Die zahlreichen Staubblätter ragen weit aus der Blüte hervor. Es sind meist fünf Fruchtblätter vorhanden.
Die Balgfrüchte sind bis zu 15 Millimeter lang.
Es liegt Diploidie vor, mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14.Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae). Seite 227, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6.
Vorkommen Aquilegia atrata kommt in den Alpen und dem Alpenvorland sowie den Mittelgebirgen Südwesteuropas (Apennin) vor. Sie wächst von der montanen bis zur alpinen Höhenstufe, doch ist sie in der subalpinen Höhenstufe am häufigsten. Sie hat ursprüngliche Vorkommen in Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Österreich und in Slowenien.
Standorte dieser kalkliebende Pflanze sind meist Wälder (besonders Rotföhrenwälder) Säume, Niedermoorwiesen und Hochstaudenfluren. Sie kommt von der Tallage bis in Höhenlagen von etwa 2000 Metern vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern auf dem Geißfuß bis in eine Höhenlage von 1950 Metern auf. Sie gedeiht besonders in Pflanzengesellschaften des Verbands Erico-Pinion, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Molinion, Atropion oder des Unterverbands Cephalanthero-Fagenion vor.
In Österreich ist sie verstreut bis selten, fehlt im Raum Wien und Burgenland und in Niederösterreich wächst sie lediglich wild im Westen. In der Schweiz kommt sie in den meisten Kantonen zerstreut vor. In Deutschland kommt sie in den Kalk-Alpen und im Vorland, auf der Schwäbischen Alb, selten auch in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt vor.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeaanisch bis subkontinental).
Taxonomie Die Schwarzviolette Akelei wurde 1830 von Wilhelm Daniel Joseph Koch in Flora; oder, (allgemeine) botanische Zeitung Band 13 Teil 1 Nr. 8 Seite 119–120 als Aquilegia atrata erstbeschrieben. Ein Synonym ist Aquilegia vulgaris subsp. atrata .
Trivialnamen Weitere Trivialnamen sind: Dunkle Akelei, Aglije, Blaue Glocken, Glockenblume, Glöckl, Glöggli, Handschuh, Hoselätzli, Kapuzinerchappe, Kessel, Narrenkappen, Rotzglocken, Schlotterhose, Schwizerhose, Teufelsglocken, Tintenbluem, Tintenglogge, Truerbliemli, Zigeunerglocken und Zuckerglocken.
Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche Trivialnamen sind bzw. waren: Färbara (St. Gallen, Werdenberg), Glogga (St. Gallen) und Narrakappa (St. Gallen, Rheintal).Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 36, online.
Literatur
Einzelnachweise Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 556.
E. von Raab-Straube, R. Hand, E. Hörandl & E. Nardi 2014+: Ranunculaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Aquilegia atrata Jens G. Rohwer: Ranunculaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 337.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Akeleien