Als Unglaube, seltener auch Unglauben, historisch von griechisch auch Apistie, wird der überwiegende Zweifel an einer Darstellung oder einem Sachverhalt bezeichnet (siehe Skeptizismus). Unterschieden werden im Sprachgebrauch der Zweifel an der Richtigkeit einer Behauptung, einer Einschätzung sowie der Zweifel an der Existenz und am Wirken eines Gottes, an der Lehre einer Kirche oder Religion.Unglaube. duden.de; abgerufen am 14. Oktober 2014 Unglaube kann also sowohl einen überwiegenden Zweifel an der Richtigkeit einer Sache, der Wahrheit einer Aussage bzw. ein mangelndes Vertrauen in eine Sache oder eine Entwicklung, wie auch aus religiöser Sicht die Ablehnung eines religiösen Bekenntnisses bezeichnen.
Begriffsdefinitionen und -geschichte „Ungläubige“ können im religiösen Sinne allgemein Atheisten sein, der Agnostizismus gilt jedoch im philosophischen Sinne mit dem Theismus wie auch dem Atheismus vereinbar. Das Wort Ungläubige wird auch von Anhängern einiger Religionsgemeinschaften für die Anhänger von anderen Religionen oder Konfessionen gebraucht, also auch für Menschen, die sich selbst als Gläubige sehen.
Christentum Schon der Apostel Thomas wurde als ungläubig bezeichnet, da er an der Auferstehung Jesu zunächst zweifelte, bis er selbst die Wundmale des Auferstandenen sah . Im Christentum wurden mit in partĭbus infidēlium (abgeleitet von Infidēles = Ungläubige) Gebiete von sogenannten Ungläubigen bezeichnet und seit dem 13. Jahrhundert als Zusatz zum Titel der Weihbischöfe und apostolischen Vikare verwendet, die über keinen eigenen Bischofssitz verfügten. 1882 wurde durch Papst Leo XIII. die Bezeichnung episcopus i. p. durch Titularbischof ersetzt.
Islam Im Islam gibt es die Bezeichnung Kufr für „Unglaube“ sowie Kāfir (männlich) und Kāfira (weiblich) für „Ungläubiger“. Ebenso ist der Begriff Kaffer gebräuchlich. Eine Person, die für ungläubig erklärt wird, heißt Kāfir, hingegen wird die Tätigkeit, jemanden als Ungläubigen zu bezeichnen Takfīr genannt.
Lexikarische Einordnung Das Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon nannte 1841 unter anderem Unglaube als:
In Pierer’s Universal-Lexikon wurde Unglaube 1864 aus christlicher Sicht wie folgt definiert:
Im Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe von Kirchner und Miachäelis 1907 wird weiter differenziert:
Siehe auch Apostasie Asebie Häresie Kāfir
Literatur Peter Dinzelbacher: Unglaube im „Zeitalter des Glaubens“: Atheismus und Skeptizismus im Mittelalter. Bachmann, Badenweiler 2009, ISBN 978-3-940523-01-3.
Weblinks
Einzelnachweise
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