mini|Blick auf Xigazê

Xigazê (Shigatse) ist seit dem 26. Juni 2014 neben Lhasa die zweite bezirksfreie Stadt im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Sie ging aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Xigazê hervor.

Bezeichnung mini|Lage der Stadt Xigazê (gelb) in Tibet (hellgrau)

Xigazê bildet im Wesentlichen den Raum ab, der im traditionellen Tibet die Kulturprovinz oder Region Tsang (tib.: gtsang) ausmachte. Von diesem Namen leitet sich die chinesische Bezeichnung für die Tibeter generell ab: „Zang“. Gemeinsam mit der zentralen Kulturprovinz Ü (tib.: dbus) um die Hauptstadt Lhasa wurde im alten China seit Jahrhunderten mit 'Wusi-Zang' (Hanyu Pinyin für tib.: dbus gtsang) bzw. später 'Wei-Zang' (für Ü-Tsang) auf Zentraltibet verwiesen. Dabei spiegeln die verschiedenen Aussprachen Lautverschiebungen wider, die im Tibetischen in den letzten 600 Jahren stattfanden. Geblieben ist die Bezeichnung 'Zang' sowohl für die Tibeter im Allgemeinen als auch für das von Xigazê aus verwaltete westliche Zentraltibet. Für das Autonome Gebiet Tibet ist im Chinesischen die ebenfalls davon abgeleitete Bezeichnung Xizang gültig.

Geographie Die Stadt Xigazê liegt im Südwesten des Autonomen Gebiets Tibet in der Volksrepublik China. Ihr Regierungssitz liegt im Stadtbezirk Samzhubzê.

Mit 17 Kreisen und einem Stadtbezirk hat Xigazê eine Fläche von 181.345 km² und 798.153 Einwohner (Stand: Zensus 2020).citypopulation.de: RÌKĀZÉ SHÌ, Stadt auf Präfekturebene in Xīzàng Zìzhìqū (China), abgerufen am 8. Februar 2022

In Xigazê ist vor allem in den Tälern um den Hauptfluss Yarlung Zangbo (Yarlung Tsangpo) Landwirtschaft möglich. Dort werden vor allem Hochlandgerste und Weizen, aber auch Kartoffeln und Raps angebaut. In weiten Gebieten im Norden und Westen der Stadt kann ausschließlich die nomadische Weidewirtschaft eine Lebensgrundlage bieten, wobei vor allem Yaks, in trockeneren Zonen im Westen aber auch Schafe und Ziegen gehalten werden. Traditionell spielte der Handel in den Zentren der Region, Samzhubzê und Gyangzê, eine große Rolle.

Kloster Trashilhünpo Im Westen der Stadt liegt die große Klosteranlage von Trashilhünpo, die während der Kulturrevolution zerstört und ab den 80er Jahren langsam wieder aufgebaut wurde.

Administrative Gliederung der Stadt Xigazê Auf Kreisebene setzt sich Xigazê aus einem Stadtbezirk und 17 Kreisen zusammen. Diese sind: NameTibetischWylieChinesischPinyinFlächeEinwohnerzahl(Stand: Zensus 2020)citypopulation.de: RÌKĀZÉ SHÌ, Stadt auf Präfekturebene in Tibet, abgerufen am 8. Februar 2022 Stadtbezirk Samzhubzê bsam 'grub rtse Sāngzhūzī Qū 3.672 km² 158.290 Kreis Namling rnam gling rdzong Nánmùlín Xiàn 8.120 km² 83.531 Kreis Gyangzê rgyal rtse rdzong Jiāngzī Xiàn 3.838 km² 68.650 Kreis Tingri ding ri rdzong Dìngrì Xiàn 13.840 km² 58.173 Kreis Sa’gya sa skya rdzong Sàjiā Xiàn 5.759 km² 48.766 Kreis Lhazê lha rtse rdzong Lāzī Xiàn 4.495 km² 56.355 Kreis Ngamring ngam ring rdzong Ángrén Xiàn 27.487 km² 55.108 Kreis Xaitongmoin bzhad mthong smon rdzong Xiètōngmén Xiàn 14.004 km² 45.573 Kreis Bainang pa snam rdzong Báilǎng Xiàn 2.801 km² 44.564 Kreis Rinbung rin spungs rdzong Rénbù Xiàn 2.121 km² 33.530 Kreis Kangmar khang dmar rdzong Kāngmǎ Xiàn 6.125 km² 20.864 Kreis Dinggyê gding skyes rdzong Dìngjié Xiàn 5.813 km² 20.362 Kreis Zhongba 'brong pa rdzong Zhòngbā Xiàn 43.498 km² 26.897 Kreis Yadong gro mo rdzong Yàdōng Xiàn 3.633 km² 15.449 Kreis Gyirong skyid grong rdzong Jílóng Xiàn 9.021 km² 17.536 Kreis Nyalam gnya' lam rdzong Nièlāmù Xiàn 7.843 km² 17.009 Kreis Saga sa dga' rdzong Sàgā Xiàn 12.413 km² 16.220 Kreis Gamba gam pa rdzong Gǎngbā Xiàn 3.921 km² 11.276

Verkehr Die Verlängerung der Lhasa-Bahn von Lhasa nach Xigazê ist seit dem 15. August 2014 in Betrieb. Sie hat den Namen Lhasa–Xigazê-Bahn oder kurz Lari-Bahn (Kurzzeichen: 拉日铁路; Pinyin: Lārì Tiělù; tibetisch: lha gzhis lcags lam ལྷ་གཞིས་ལྕགས་ལམ་). Die Bahn fährt durch 29 Tunnel, darunter einen 10.410 Meter langen Tunnel auf 3.850 Meter Höhe. Aufgrund der Höhe wird die Bahntrasse von chinesischen Medien auch Himmelsbahn (天路 Tiānlù) genannt.

Literatur Xú Píng 徐平: Rìkāzé 日喀则 (Beijing, Wǔzhōu chuánbō chūbǎnshè 五洲传播出版社 2000), ISBN 7-80113-396-X.

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Einzelnachweise

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