Mönchzell ist der andere Gemeindeteil der Gemeinde Meckesheim im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Ende 1973 nach Meckesheim eingemeindet.

Geographie und Klima alternativtext=Mönchzeller Nestlage|miniatur|Mönchzeller Nestlage mit Reichelsberg und Mühlwald im Hintergrund|490x490px

Das Dorf Mönchzell, einziger Ort des Gemeindeteils, liegt etwa 14 km (Luftlinie) südöstlich von Heidelberg. Der Ort befindet sich im nördlichen Kraichgau an der Grenze zum Kleinen Odenwald, zu dem Mönchzell früher gezählt wurde. Das Dorf besitzt eine für das Kraichgauer Hügelland typische Nestlage und liegt am Lauf der Lobbach auf einer Höhe von 150 bis 267 Meter (Reichelsberg). Die in Haag entspringende Lobbach wurde früher von der Quelle bis nach Mönchzell Mannbach genannt, von Mönchzell ab bis zur Elsenz dann Lobenbach oder Maienbach. Zunächst entwickelte sich die Siedlung an der Einmündung des Brunnenbächleins quer zu dem nach Südwesten gerichteten Lobbachtal, ehe sie sich dann ab dem 18. Jh. längs der Lobbach Richtung Lobenfeld und Meckesheim ausdehnte.

Die Gemarkung von Mönchzell (bis 1973) hatte eine Größe von 462,08 Hektar. 32,8 Prozent der Gemarkungsfläche bestehen aus Mischwald (151,56 ha). 1837 betrug die Waldfläche 321 Morgen (115,56 ha).

Das Lokalklima im windgeschützten Mönchzeller Kessel ist – dem Kraichgau entsprechend – mild. Für das Frühjahr ist die farbenprächtige Obstbaumblüte auf den Hügeln um den Ort charakteristisch. Die Sommer können heiß und trocken aber von heftigen Gewittern beeinträchtigt sein. Im Winter liegt kaum Schnee.

Die Mönchzeller Gemarkung wurde 1960 bis 1962 nach den damaligen Vorstellungen umfassend flurbereinigt. Das vielfältige Kleinparzellengefüge wurde aufgehoben, was zur Hochwassergefährdung und mehreren Überschwemmungen der Ortschaft führte. Der Hochwassergefahr versucht man mit zwei Regenrückhaltebecken – Katzengraben und Oberbrühl (früher altes Stauwehr für den Mühlenkanal) – zu begegnen.

Die im Schwinden begriffene Landwirtschaft profitiert von dem fruchtbaren Kraichgauer Lößboden. Mönchzell ist mit seiner schützenswerten Flora und Fauna (besonders im Mühlwald) Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald.

Geschichte Chronik Römerzeit Die Anfänge der Besiedlung reichen in die römische Zeit zurück, wie der Ausgrabungsfund eines römischen Gutshofes (villa rustica) in den Heuäckern belegt.

In Mönchzell wurde neben einem römischen Stein mit der Bezeichnung Vicus Nediensis auch das Oberteil eines quadratischen Viergöttersteins aus Buntsandstein gefunden. Er war in der als Schafstall genutzten oberen Scheune im Gutshof („Schloss“) eingemauert und wurde von dem Heidelberger Heimatgeschichtler Karl Christ und seinem Bruder entdeckt. Der untere Teil des römischen Steins fehlt. Die ursprünglich gut gearbeiteten von oben bis zur Brustmitte erhaltenen Götterfiguren zeigen Juno (mit Schleier über dem gewellten Haar, fast nur in den Umrissen erhalten), Merkur (mit Flügeln am Kopf, die Chlamys über der linken Schulter) und Herkules (nackt mit Vollbart) in Rundnischen. Die vierte Seite wurde glatt abgemeißelt, um den Stein baulich verwenden zu können.

Der nur mit den oberen 40 cm erhaltene, ursprünglich quadratische Stein hat eine Breite von 52 cm. Er dürfte Teil einer Jupitergigantensäule der Mönchzeller villa rustica gewesen sein. Er wurde 1888 durch Vermittlung des damaligen Gutsverwalters Edinger in Spechbach vom Mannheimer Altertumsverein erworben.

Erste urkundliche Erwähnung – Wyelercellen 1337 oder Waldolfeshusen 771 1337 wurde Mönchzell erstmals urkundlich als „Wyelercellen“ im Lorscher Codex erwähnt, und zwar in einer das benachbarte Kloster Lobenfeld betreffenden Urkunde, in der „Merkel der Schultheiß von Wyelercellen“ und „Heinrich genannt Brinnemann“ als Mönchzeller Zeugen erwähnt werden.Gerhard Ruby, 1337 bis 1987, Mönchzell mit genauer Wiedergabe des Urkundentextes und Übersetzung

Die Gleichsetzung Mönchzells mit dem bereits 771 im Lorscher Codex erwähnten „Waldolfeshusen“, die Johann Goswin Widder 1788 in seiner „Beschreibung der Kurpfalz“ vornahm, ist umstritten.Gerhard Ruby, 1337 bis 1987, Mönchzell mit ausführlicher Darstellung der Argumente Waldolfeshusen soll auf der Gemarkung von Gaiberg gelegen haben.

Der Ort soll laut der amtlichen Kreisbeschreibung im 9. Jahrhundert als kirchliche Ausbausiedlung entstanden sein. Nach dem Wormser Synodale von 1496 war die alte Mönchzeller Peterskirche, deren Patronat die Mönch von Rosenberg innehatten, Sendfiliale von Meckesheim, was für einen Ausbau von Meckesheim her sprechen könnte. Der Zehnte in der ganzen Gemarkung gehörte zum Patronatsrecht.

Am ehemaligen Mönchzeller Weiher, im heutigen Hofgut Fellmann („Schloss“) zwischen dem Weihergarten und der Friedhofstraße gelegen, liegt die Keimzelle Mönchzells. Dort dürfte, wie bei anderen Zellorten auch, die kirchliche Zelle eines Einsiedlers existiert haben, worauf auch Mauerreste, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch vorhanden waren (siehe Ortschronik Pfarrer Nieder 1900), hindeuten. Es wird sich um eine mönchische Klause oder Eremitage gehandelt haben.Gerhard Ruby, 1337 bis 1987, Mönchzell Es wird sogar erwähnt, dass sie von einem Mönchskloster stammen sollen.Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden; Band 8,2 Hierfür spricht, dass in der Heidelberger Variante des aus dem 13. Jh. stammenden Rosengartenliedes (Handschrift C), der aus dem Raum Heidelberg stammende Autor den Helden Ilsan dem Kloster „Münchgenzelle“ zurechnet. In die gleiche Richtung deutet die Untersuchung Freiherr von Biedenfelds über die Klöster der Bursfelder Kongregation aus dem Jahre 1838, in dem Mönchzell als ein solches Kloster aufgelistet wird. Alte Erzählungen von einem geheimen unterirdischen Gang zwischen einem Mönchzeller Mönchs- und dem Lobenfelder Nonnenkloster dürften in den Bereich der Sagen gehören.

Grafen von Lauffen-Dilsberg Mönchzell war alter Besitz der Grafen von Lauffen-Dilsberg und in das staufische Reichsland um Wimpfen einbezogen.

Grafen von Katzenelnbogen mini|hochkant|Wappen der Grafen von Katzenelnbogen

Mönchzell ist ein Ortsteil der Gemeinde Meckesheim im Rhein-Neckar-Kreis (Baden-Württemberg). Die Ortsherrschaft und Lehenshoheit über Mönchzell ging im 12. Jahrhundert an die Grafen von Katzenelnbogen über. Adelheid von Lauffen heiratete nämlich Graf Heinrich II. von Katzenelnbogen, dem sie ihren Erbschaftsanteil zubrachte, zu dem Mönchzell und weitere Kraichgauorte, gehörten. So wurde Mönchzell katzenelnbogisches Lehen. Die Katzenelnbogen übten über Mönchzell die Lehenshoheit bis 1479 aus, dem Jahr, in dem das Geschlecht ausstarb. Nachfolger als Lehnsherren wurden 1482 die Landgrafen von Hessen.

Von der Lehenshoheit ist die Zenthoheit mit der Zentgerichtsbarkeit über Schwerststraftaten zu unterscheiden. Nach dem Ende der Staufer ging die Zenthoheit über die Meckesheimer Zent, zu der Mönchzell gehörte, auf die Herren von Weinsberg und 1330 an die Kurpfalz über. Die Ortsgerichtsbarkeit wurde als Niedergerichtsbarkeit von den Mönchzeller Ortsherren am Ortsgericht ausgeübt.

Mönch von Rosenberg als Ortsherren Als Lehensleute der Grafen von Katzenelnbogen sind ab 1354 die „München von Rosenberg“ oder Mönch von Rosenberg als Mönchzeller Ortsherren nachweisbar, nämlich:Gerhard Ruby, 1337 bis 1387, Mönchzell, Ortschronik 1354 bis 1363 Lutz Mönch von Rosenberg, der auch Güter in Eberbach hatte und Konrad Mönch von Rosenberg waren mit je einer Dorfhälfte belehnt. Die Dorfhälfte von Lutz ging wohl 1363 auf Hans Mönch von Rosenberg über. Konrad („Kunz“) vererbte seine Dorfhälfte 1386 an Hans. Konrad war ab 1379 pfalzgräfischer Amtsmann auf der Burg Steinsberg. Er war der drittälteste von vier Brüdern und mit Anna von Riedern verheiratet. Die Ehe blieb vermutlich kinderlos, zumindest ohne männliche Nachkommen. Konrad erwarb 1371 und 1382 auch in Dallau ansehnlichen Besitz. 1363 bis 1386 Hans Mönch von Rosenberg legte sich den Beinamen „zu Mönchzell“ zu („München von Rosenberg zu Mönchzell“). Er versetzte 1363 seine Dorfhälfte von Mönchzell an Albrecht von Venningen. Hans wurde mit seinen Söhnen Henslin und Peter 1384 in die Reichsacht getan. 1386 bis 1387 Hans Mönch von Rosenberg wird mit 1/2 Mönchzell belehnt, wie er es vom Vater Konrad geerbt hatte. 1387 bis 1400 Dieter Mönch von Rosenberg wird ebenfalls mit 1/2 Mönchzell beerbt, die zweite Hälfte hält nach wie vor Hans Mönch von Rosenberg 1400 bis 1408 Dieter Mönch von Rosenberg, der auch Ortsherr zu Kirchardt war. 1408 bis 1428 Ruprecht Mönch von Rosenberg 1428 bis 1443 Konrad Mönch von Rosenberg 1443 bis 1445 Peter Mönch von Rosenberg und die Kinder seines verstorbenen Bruders Konrad 1445 bis 1450 Peter von Menzingen vormundschaftshalber für die Kinder Konrads Mönch von Rosenberg 1450 bis 1476 Ruprecht Mönch von Rosenberg 1476 bis 1491 Ruprecht Mönch von Rosenberg stirbt 1476 erbenlos, so dass Konrad von Sickingen für die eine Hälfte des Dorfes und ein Zweig der Mönche von Rosenberg für die andere Dorfhälfte die Ortsherrschaft erhält 1491 bis 1498 Konrad von Sickingen und die Mönch von Rosenberg teilen sich das Dorf. Nach den bischöflichen Visitationsakten von 1496 gehörte der Pfarrsatz den Mönch von Rosenberg. und war – wie von Anfang an – dem Heiligen Petrus geweiht. 1498 bis 1528 Georg Prantner oder Brentner (genannt Veit Jörg), der im Pfaffenkrieg 1522 Hauptmann des Franz von Sickingen bei dessen pfälzischem Ritteraufstand war und Kunigunde Mönchin bzw. Münchin von Rosenberg. Unter der harten Herrschaft des Georg Prantner hatten die Mönchzeller wenig Gutes. Das zeigt ein Vertrag, der 1520 zwischen ihm und den Mönchzellern geschlossen wurde. In einem Gerichtsbeschluss vom 23. Juni 1520, der unter dem Vorsitz des Kurfürsten Ludwig V. von der Pfalz in Heidelberg zustande kam, ist viel von körperlicher Züchtigung die Rede.

Die Bezeichnung „Münchzell“ (vorherrschend bis ins 19. Jahrhundert) oder „Mönchzell“ findet sich erst ab 1354 und stammt von der damaligen Ortsherrschaft, den Herren Mönch von Rosenberg, ab. Bis dahin hieß Mönchzell Wyelercellen oder einfach nur kurz „Zell“. Der neue Ortsnamen Mönchzell erleichterte auch die Unterscheidung zum angrenzenden Langenzell. Die Mönch von Rosenberg waren ein niederadeliges Geschlecht, das sich durch Lehens- und Dienstmannverhältnisse allmählich empor gearbeitet hat. Sie führten in ihrem Wappen einen barköpfigen Mönch mit ausgebreiteten Armen, der in der einen Hand drei Rosen, in der anderen einen Vogel hält. Sie sind seit dem 13. Jahrhundert auf der Burg Rosenberg bei Osterburken belegt. Sie waren Burgmänner der Dynasten von Rosenberg.

Das Dorf war zwischenunterschiedlichen Herrschaftslinien meist hälftig geteilt und wurde auch verschiedentlich verpfändet, so dass als Herren u. a. auch die Landgrafen von Hausen, Albrecht von Venningen und Franz von Sickingen auftreten.

Ortsherren von Zandt alternativtext=Freiherren von Zandt|miniatur|Wappen der Freiherren von Zandt

Innerhalb des ältesten Teils von Mönchzell (Hofgut) lag im Spätmittelalter ein Burgstadel, der 1565 von Georg von Zandt zur adeligen Wohnstätte ausgebaut wurde („Schlosshof“). Georg von Zandt gelang es auch, das bisherige Mannlehen in ein Erblehen umzuwandeln, so dass der Ort bis zum Tod von Felizitas Engelhard geb. von Zandt 1669 im Besitz der Familie von Zandt blieb. Die Herren von Zandt, denen auch Epfenbach gehörte, bildeten folgende Ortsherrschaften: 1528 bis 1555 Carl von Zandt, erwarb das Lehen Mönchzell für 1425 Rheinische Gulden von Georg Prantner. Er führte das lutherische Bekenntnis wohl schon in den 1530er Jahren in Mönchzell ein. Die Vogtsjunker konnten es gegen alle Einsprüche der Pfalz bewahren.