Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 11. Wiener Gemeindebezirks Simmering
Historische Straßennamen – Literatur – Weblinks rechts|rahmenlos|210px
(nummeriert) mini|Industriegebäude in der 1. Haidequerstraße 1. Haidequerstraße (Simmering), 1884 benannt; die Straße quert die Simmeringer Haide. Der Versuch, Straßen nach US-amerikanischem Vorbild zu nummerieren, bewährte sich nicht und wurde nicht fortgesetzt. Einige der Haidequerstraßen wurden mittlerweile aufgelassen. Siehe auch Haidestraße. 1. Molostraße (Albern), Benennungsdatum unbekannt, nach dem Molo im Alberner Hafen, auf dessen Gelände sich die Straße befindet. 2. Haidequerstraße (Simmering), siehe 1. Haidequerstraße. 2. Molostraße (Albern), siehe 1. Molostraße 7. Haidequerstraße (Simmering), siehe 1. Haidequerstraße. 8. Haidequerstraße (Simmering), siehe 1. Haidequerstraße. 9. Haidequerstraße (Simmering), siehe 1. Haidequerstraße. 11. Haidequerstraße (Kaiserebersdorf), siehe 1. Haidequerstraße.
A Ailecgasse (Kaiserebersdorf), 1975 benannt nach dem Bildhauer Jožef Ajlec (1874–1944); der aus Slowenien stammende Künstler lebte ab 1908 in Simmering. Er schuf hier die Bronzereliefs der Kreuzwegstationen sowie das Taufbecken für die Pfarrkirche Neusimmering am Enkplatz. Alberner Hafenzufahrtsstraße (Albern, Kaiserebersdorf), 1960 benannt nach ihrer Funktion als Zufahrt zum Alberner Hafen. Der Hafen an der Donau war 1939–1941 errichtet worden; er hieß ursprünglich Handelshafen nächst Albern und volkstümlich Getreidehafen. Alberner Straße (Albern, Kaiserebersdorf), 1958 benannt nach der ehemals selbstständigen Gemeinde Albern. Der Ort wurde 1162 erstmals urkundlich als Albrah erwähnt. Der Name leitet sich von der auch Albe-Pappel genannten Silber-Pappel ab, die in dieser Gegend wuchs. Der Ort wurde 1938 in den damaligen 23. Bezirk Schwechat eingemeindet und kam 1956 zu Simmering; siehe auch Neu Albern. Albin-Hirsch-Platz (Simmering), 1949 benannt nach dem Tischlermeister Albin Hirsch (1847–1918), erster christlichsozialer Bezirksvorsteher von Simmering (1896–1918) und Landtagsabgeordneter. Der Platz hieß ursprünglich bis 1938 Friedplatz und 1938–1949 Egerländerplatz. Alois-Höfler-Gasse (Simmering), 1940 benannt nach dem Philosophen und Pädagogen Alois Höfler (1853–1922); sein weit gefächertes wissenschaftliches Lebenswerk umfasst Handbücher der Physik, der Logik, der Psychologie und der Kunst. Er verfasste Lehrbücher für den Unterricht an Mittelschulen und beschäftigte sich mit einer Neugestaltung des österreichischen Schulwesens. Am Hofgartel (Kaiserebersdorf), 1996 benannt nach einem historischen Flurnamen. Am Kanal (Simmering), 1925 benannt nach dem Schiffskanal Wiener Neustädter Kanal; er wurde 1797–1803 erbaut und verband auf einer Länge von 63 km Wien mit Wiener Neustadt. Bauleiter war der Hofbaudirektor Josef Schemerl; siehe die Schemmerlstraße. 1879 ging die Kanalschifffahrt stark zurück und 1928–1935 wurde der Kanal im Wiener Stadtgebiet zugeschüttet. Die Straße hieß davor Am Wiener Neustädter Kanal. Am Schulweg (Kaiserebersdorf), benannt (Datum unbekannt) nach der Hauptschule von Kaiserebersdorf, zu der der Weg führt. Angela-Stadtherr-Gasse (Simmering), 1997 benannt nach der Spenglermeisterin und Metallbildhauerin Angela Stadtherr (1899–1983); die akademische Bildhauerin schuf unter anderem den Wetterhahn auf dem Dach des Stephansdoms und zwei Reliefs am Strindberghof. Darüber hinaus engagierte sie sich in der Simmeringer SPÖ. Annaweg (Simmering, Kleingartenanlage „Simmeringer Haide“), nicht amtliche Bezeichnung. Anton-Mayer-Gasse (Kaiserebersdorf), 2012 benannt nach dem Höhlenforscher Anton Mayer (1936–2009); der Postbedienstete arbeitete ab 1961 in der Höhlenkunde und wurde Vizepräsident des Verbandes österreichischer Höhlenforscher. Er spezialisierte sich auf die Erforschung der Fledermäuse und galt als ausgewiesener Experte. Ab 1979 arbeitete er als Präparator im Naturhistorischen Museum. Daneben war Mayer in der Volksbildung tätig.Hubert Trimmel: Anton Mayer – ein Sechziger! In: Die Höhle. Band 47, 1996, S. 24 (). Anton-Steinböck-Gasse (Simmering), 1987 benannt nach dem Geistlichen Anton Steinböck (1903–1970), Kaplan (1932–1956) und Pfarrer (1956–1970) von Neu-Simmering. Anton-Stilling-Platz (Simmering), 2002 benannt nach dem Geistlichen Anton Stilling (1931–2000), Kaplan (1960–1963) und Pfarrer (ab 1963) der Pfarre Hasenleiten. Apfelweg (Simmering, Kleingartenanlage „Simmeringer Haide“), nicht amtlich benannt nach der Pflanzengattung Apfel. Artillerieplatz (Kaiserebersdorf), 1957 benannt nach der einstigen Landwehr-Artilleriekaserne in Kaiserebersdorf. Die 1915 fertiggestellte Kaserne der k.k. Landwehr war der letzte große Kasernenbau während der Monarchie in Wien. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude vom Bundesheer als Kaserne und Depot benutzt. Als weitere Nutzer folgten die deutsche Wehrmacht und die Rote Armee. 1955 wurde die Kaserne aufgegeben. Siehe auch Landwehrstraße. Der Platz hieß vorher 5. Landwehrstraße. Artmanngasse (Simmering), 1973 benannt nach dem Offizier, Techniker und Erfinder Ferdinand Artmann (1830–1883), Professor für Physik und Chemie am Polytechnischen Institut. Er projektierte die Aspangbahn und die Schneebergbahn, deren Vizepräsident er wurde. Artmann errichtete die erste Konservenfabrik in Wien sowie ein Militär-Verpflegungsmagazin; außerdem konstruierte er einen Feldbackofen und eine Straßenlokomotive. Asternweg (Simmering, Kleingartenanlage „Simmeringer Haide“), nicht amtlich benannt nach der Pflanzengattung Astern aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die lateinische Ableitung des Gattungsnamens ist astrum, was Stern, Gestirn bedeutet, und bezieht sich auf die strahlenförmige Anordnung der Strahlen- beziehungsweise Zungenblüten. Awarenstraße (Kaiserebersdorf), 1983 benannt nach dem zentralasiatischen Reitervolk der Awaren; sie beherrschten im Frühmittelalter über 200 Jahre lang Osteuropa von ihren Siedlungsgebieten in der Pannonischen Tiefebene und siedelten auch in Ostösterreich. Anlass für die Benennung war die Entdeckung (1971) von Gräbern der Awaren im Bereich der Csokorgasse, die 1976–1977 freigelegt wurden.
B mini|Der Brehmpark in der Brehmstraße mini|Die Glaubenskirche in der Braunhubergasse Baudißgasse (Kaiserebersdorf), 1974 benannt nach dem Maschinenbauingenieur Leo Baudiß (1861–1914); er arbeitete zunächst bei Maschinenfirmen in Prag und Berlin und erfand die Baudißsche Lenksteuerung für Dampfmaschinen. Ab 1904 war er Professor für Maschinenbau an der Technischen Hochschule Wien, 1906–1909 Dekan und 1909–1910 Rektor. Er leistete die Vorarbeiten für die Errichtung des Maschinenbau-Laboratoriums der Hochschule. Bertl-Hayde-Gasse (Kaiserebersdorf), 2012 benannt nach der Kinderbuchautorin Berta Hetmanek (Pseudonym Bertl Hayde, 1899–1969). Um ihre drei Töchter wirtschaftlich zu versorgen, begann sie in den 1940er Jahren, Märchen und Geschichten zu schreiben. Sie verfasste Drehbücher für Puppenfilme, Märchenspiele sowie 287 Hörspiele für die Kinder- und Schulfunksendungen des Rundfunks.Bertl Hayde in Lutz Hagestedt: Deutsches Literaturlexikon, das 20. Jahrhundert, Band 15. de Gruyter, Berlin 2010, S. 269 f, abgerufen am 16. Mai 2012. Ihre von Janusz Grabiański illustrierte Anthologie Das große Buch für unsere Kleinen (1959) wurde mit dem Staatspreis „Schönstes Buch Österreichs“ ausgezeichnet.Bertl Hayde auf members.aon.at/zeitlupe, abgerufen am 16. Mai 2012. Bienenweg (Simmering, Kleingartenanlage „Simmeringer Haide“), nicht amtlich benannt nach der Tiergattung der Bienen, wobei wohl die Westliche Honigbiene gemeint ist, die wegen ihrer Bedeutung als Honigproduzent große Bedeutung hat. Birkenstockgasse (Simmering), 1894 benannt nach dem Politiker und Schulreformer Johann Melchior Birkenstock (1738–1809), Beamter in der Staatskanzlei, später Regierungsrat und Hofrat sowie Zensor für politische Schriften. Im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia erstellte er einen Plan zur Verbesserung des Erziehungs- und Schulwesens; 1792–1803 war er Direktor des Schul- und Erziehungsdepartements. Siehe auch die Hägelingasse und die Felbigergasse im 14. Bezirk Penzing. Die Gasse hieß vorher Untere Wintergasse. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße den Sonderfällen zugeordnet; Grund dafür ist Birkenstocks Engagement gegen den durch die Französische Revolution angefachten revolutionären Zeitgeist. Birnenweg (Simmering, Kleingartenanlage „Simmeringer Haide“), nicht amtlich benannt nach der Pflanzengattung Birne. Das deutsche Wort „Birne“ (ahd. bira, mhd. bir, auch bire) ist ein sehr altes Lehnwort aus dem Lateinischen. Lateinisch pirum und die wohl verwandte griechische Bezeichnung ἃπιον (ápion) sind wiederum wohl aus einer vorindogermanischen Mittelmeersprache entlehnt. Bleibtreustraße (Simmering), 1981 benannt nach der Theater- und Filmschauspielerin Hedwig Bleibtreu (1868–1958); sie spielte 1891–1893 am Carltheater und 1893–1958 am Burgtheater. Sie galt als große Tragödin in der Tradition der legendären Charlotte Wolter; siehe die Woltergasse im 13. Bezirk Hietzing. Bleibtreu spielte auch in Filmen; ihre bekanntesten Auftritte hatte sie in Dreizehn Stühle mit Heinz Rühmann und in Der dritte Mann mit Orson Welles. Bleriotgasse (Simmering), 1969 benannt nach dem französischen Flugpionier Louis Blériot (1872–1936); er überquerte mit dem Flugzeug Blériot XI 1909 als erster Mensch in einem Flugzeug den Ärmelkanal. Kurz nach dem Flug, im Oktober 1909, kam er nach Wien und führte über der Simmeringer Haide einen Schauflug vor angeblich 300.000 Zuschauern durch. Zu diesem Zweck war zwischen der Wachthausgasse und der Haidestraße ein provisorischer Flugplatz errichtet worden. 1976 wurde ein Teil des Mitterwegs in die Bleriotgasse einbezogen. Blumenweg (Simmering, Kleingartenanlage „Simmeringer Haide“), nicht amtlich benannt nach der Blume. Eine Blume bezeichnet umgangssprachlich entweder eine dekorative Blüte, einen Blütenstand inkl. eines Teils der Sprossachse meistens krautiger Pflanzen oder eine dekorativ blühende Topf- oder Gartenpflanze. Das Wort kommt von althochdeutsch bluama und mittelhochdeutsch bluome. Bockbergergasse (Kaiserebersdorf), 1971 benannt nach dem Gewerkschafter Ignaz Bockberger (1897–1957); er war bis 1934 Betriebsratsobmann des Simmeringer E-Werks. Während des Zweiten Weltkriegs organisierte er eine antifaschistische Widerstandsgruppe im Betrieb. 1945 wurde Bockberger wieder Betriebsratsobmann und Mitglied des Vorstands der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten. Brambillagasse (Simmering), 1894 benannt nach dem Chirurgen Giovanni Alessandro Brambilla (1728–1800); er kam 1752 von Padua nach Österreich und wurde zunächst Militärarzt, ab 1764 war er der Leibchirurg des Thronfolgers und späteren Kaisers Joseph II. 1781 gründete er die Militärische Sanitätsschule und 1785 eröffnete er sein Lebenswerk, die medizinisch-chirurgische Akademie „Josephinum“. Brambilla erfand und verbesserte medizinische Instrumente und sorgte durch einen Katalog von 600 Instrumenten für ihre Verbreitung. Die Gasse hieß davor Bachergasse. Braunhubergasse (Simmering), 1875 benannt nach dem Landwirt Josef Braunhuber (1811–1862), Bürgermeister von Simmering (1856–1862). Der Braunhuberpark ist ebenfalls nach ihm benannt. Brehmstraße (Simmering), 1895 benannt nach dem deutschen Zoologen und Schriftsteller Alfred Brehm (1829–1884); sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Das ursprünglich sechsbändige (später 13-bändige) Werk erschien erstmals 1863–1869 und fand in weiten Kreisen, vor allem im Bildungsbürgertum, großen Anklang.Laut Felix Czeike soll Brehm von 1864 bis 1869 Direktor des Vivariums im Wiener Prater gewesen sein. Allerdings wurde dieses erst 1873 erbaut, und zwar nach Plänen des Architekten A. Brehm. Der Brehmpark ist ebenfalls nach ihm benannt.