mini|Abbrennstumpfschweißmaschine (orange) auf einem Zweiwegefahrzeug Beim Abbrennstumpfschweißverfahren handelt es sich um ein Pressschweißverfahren, das mit dem Pressstumpfschweißen verwandt ist. Die benötigte Schweißwärme wird durch elektrischen Strom erzeugt und unter Nutzung des elektrischen Widerstandes in der Schweißzone infolge des Stromdurchganges in Form eines Lichtbogens erzeugt.

Beim Verbindungsschweißen von Eisenbahnschienen werden zum Erzeugen von typisch 40–100 kA Stromstärke bei 6–15 V Spannung entsprechend große Apparate benötigt. Dieses Verfahren (Kürzel: RA) wird regelmäßig im Schienenschweißwerk, neuerdings aber auch im Gleis angewendet. Es verkürzt die Schiene durch Materialverbrauch etwas.Lothar Fendrich (Hrsg.): Handbuch Eisenbahninfrastruktur. Band 10, Springer, Berlin 2006, ISBN 3-540-29581-X, S. 317–319.Matthias Müller und Thorsten Schaeffer: 2003–2012, abgerufen am 26. Februar 2012.

Das Verbindungsschweißen von Schienenstößen bewirkt eine Reduzierung des Rad-Schiene-Geräuschs. Durch das stoßlose Aneinanderschweißen der Schienen ist eine Reduzierung des Schienenverkehrslärms um 6 dB(A) möglich.Claudia Hämmerling:

Das Abbrennstumpfschweißen wurde auch bei der 2006–2008 gebauten australischen Fortescue-Bahn angewandt; es ist die Strecke mit der weltweit höchsten Belastbarkeit (Stand 2014).

Die Normenreihe EN 14587 behandelt das Abbrennstumpfschweißen für Eisenbahnschienen. Teil 1 der Norm regelt das Verfahren für ortsfeste Anlagen, beispielsweise in einem Instandhaltungswerk.SN EN 14587-1 Bahnanwendungen — Infrastruktur — Abbrennstumpfschweißen von Schienen — Teil 1: Schweißen neuer Schienen der Stahlsorte R220, R260, R260Mn, R320Cr, R350HT, R350LHT, R370CrHT und R400HT in einer stationären Anlage, SNV, Winterthur 2019. Teil 2 beschreibt das Schweißen mit mobilen Anlagen im Gleis,SN EN 14587-2 Bahnanwendungen — Oberbau — Abbrennstumpfschweißen von Schienen — Teil 2: Abbrennstumpfschweißen neuer Schienen der Stahlsorten R220, R260, R260Mn und R350HT durch mobile Schweißmaschinen an Orten außerhalb eines Schweißwerkes, SNV, Winterthur 2019. der dritte Teil behandelt die Fertigung von Weichenherzstücken aus Mangangstahl.SN EN 14587-3 Bahnanwendungen — Oberbau — Abbrennstumpfschweißen von Schienen — Teil 3: Schweißen im Zusammenhang mit Herzstückkonstruktionen, SNV, Winterthur 2019. Die beiden zu verbindenden Schienenenden müssen die gleiche Querschnittsfläche haben, damit sich beide Teile gleichmäßig erwärmen. Deswegen ist in der Normenreihe nur das Verbinden fabrikneuer Schienen definiert. Schienen unterschiedlicher Querschnitte können mit aluminothermischen Schweißverfahren verbunden werden.

Literatur Dilthey: Schweißtechnische Fertigungsverfahren 1, Springer, 3. Auflage, S. 116–121

Weblinks

Stephan Kallee: Abbrennstumpfschweißen – Ein Widerstandsschweißprozess für Metalle (EN ISO 4063: Referenz-Nr. 24). Youtube: Erklärung des Abbrennstumpfschweißverfahren

Einzelnachweise

Kategorie:Schweißverfahren