Atzenbach () ist mit 782 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2008)Atzenbach-Baden.de: zurzeit der größte Ortsteil von Zell im Wiesental (Baden-Württemberg).

Es liegt im südlichen Teil des Schwarzwalds, im großen Wiesental zwischen Basel und Freiburg und zählt zum Landkreis Lörrach. Die Bundesstraße 317 führt durch den Ort. Atzenbach verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule. Beim Ortsausgang Richtung Feldberg liegt auf der rechten Seite ein Gewerbegebiet. Atzenbach bildet mit den Ortschaften Pfaffenberg, Mambach und Riedichen das katholische Kirchspiel Atzenbach. Der Grundstein der katholischen Pfarrkirche wurde im Jahre 1928 durch den in Atzenbach zur Schule gegangenen Erzbischof Karl Fritz gelegt.

Geographische Lage Atzenbach liegt im Osten des Zeller Stadtgebietes und, wie die Ortsteile Zell und Mambach, im Tal der Wiese und nicht im umliegenden Bergland. Es grenzt im Süden und Westen an Zell, im Südosten an Riedichen, im Norden an Mambach und im Nordwesten an Pfaffenberg. Im Osten grenzt der Ort an die Gemeinde Häg-Ehrsberg, auf deren Gebiet die Gemarkung Atzenbachs eine 25 Hektar große Wald-Exklave beim Kupferbühl hat.Internetauftritt der Stadt Zell: Der überwiegende Teil der Atzenbacher Bebauung liegt rechtsseitig der Wiese. Lediglich im Nordosten (Auf der Spani) und Süden (Freiatzenbacher Weg und Riedicher Straße) sind kleinere Bereiche des Ortes linksseitig der Wiese.

In Atzenbach münden der Erzenbach und der Schuhlochbach in die Wiese. Beide entspringen am Westhang des Hörnle. In der Nähe der Gemarkungsgrenze unterhalb von Grüneck stürzt der Schuhlochbach in mehreren Kaskaden insgesamt 15 Meter die Atzenbacher WasserfälleLage der Atzenbacher Wasserfälle auf: hinab.

Geschichte Ortsname Vermutlich stammt der Ursprung des Namens Atzenbach von einem einzigen Hof. Wahrscheinlich wurde später nach diesem Hof das Dorf benannt. Dieser Hof gehörte wohl einem Besitzer namens „Atzo“. Also Atzo in oder am Bach. Mit Bach ist die heutige Wiese gemeint.

Ortsgeschichte mini|Johann Martin Morat: Atzenbach, 19. Jahrhundert Im Jahre 1113 übergab Walcho von Waldeck fast seinen gesamten Besitz an das Kloster St. Blasien. Dazu gehörten auch Güter in Atzenbach. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes.

Wortlaut der erhaltenen deutschen Abschrift nach dem St. Blasischen Urkundenbuch:

Im 14. Jahrhundert kam Atzenbach durch Tausch und Kauf zum Damenstift Säckingen. Bis zum Jahre 1805 gehörte Atzenbach zu der stiftsäckingischen Vogtei Zell. Somit gehörte Atzenbach über 450 Jahre zu Österreich. Durch den Pressburger Frieden 1805 wurde das Dorf dem Großherzogtum Baden zuerkannt, welches 1918 mit der Abdankung des Regenten endete. Nachdem das Land Baden in den 1950er Jahren mit Württemberg fusionierte, gehörte Atzenbach zu Baden-Württemberg.

Atzenbach war ursprünglich ein Bauerndorf. Typisch für Atzenbach waren auch die im ganzen Südschwarzwald vorhandenen Bauernhäuser mit ihren tiefgezogenen Walmdächern. Heute sind nur noch 2 solcher alter Walmdächer vorhanden.

mini|Historische Karte von Adelsberg, Atzenbach, Blauen, Riedichen und Zell im Wiesental Mit dem 2. Januar 1848 veränderte sich das Gesicht des Dorfes. Damals begannen sich die ersten Spindeln der Spinnerei Atzenbach zu drehen. Durch die neu geschaffenen Arbeitsplätze in der aufsteigenden Industrie entstand ein starker Zuzug nach Atzenbach. So veränderte sich das Gesicht vom Bauerndorf zum Arbeiterdörfchen. Die Textilindustrie, die in den 1970er Jahren zu Ende ging, brachte dem Dorf Wohlstand und Ansehen.

Am 1. Januar 1975 wurde Atzenbach zu einem Ortsteil von Zell im Wiesental. Der Ortsteil liegt nordöstlich von Zell. Das Todtnauerli, auch als Obere Wiesentalbahn bezeichnet, war eine private Schmalspurbahn, die von Zell im Wiesental über Atzenbach und Schönau nach Todtnau führte. Sie wurde 1889 eröffnet und 1967 stillgelegt.

Bevölkerung und Religion Einwohnerentwicklung Die Zahl der Einwohner Atzenbachs entwickelte sich wie folgt:Einwohnerentwicklung von Atzenbach für auswählte Jahre zwischen 1852 und 1970, aufgerufen am 5. Februar 2020

Jahr Einwohner 1852 597 1871 891 1880 824 1890 908 1900 925 1910 975 1925 976 1933 918 Jahr Einwohner 1939 849 1950 1023 1956 1070 1961 1065 1970 1111 2005 794 2008 782

Religion Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften verteilte sich in der Vergangenheit wie folgt:Religionszugehörigkeit 1858 und 1925: Atzenbach, zuletzt aufgerufen am 4. Februar 2020Religionszugehörigkeit: Atzenbach, zuletzt aufgerufen am 4. Februar 2020

Religionszugehörigkeit in Atzenbach Jahr Religion evangelisch katholisch sonstige 1858 10,0 % 90,0 % 0 % 1925 6,7 % 92,8 % 0,5 % 1950 16,1 % 83,0 % 0,9 % 1961 18,2 % 79,7 % 2,1 % 1970 16,3 % 80,5 % 3,2 %

Politik Der letzte Bürgermeister von Atzenbach bis zum 31. Dezember 1974 war Otto Maier.

Der aktuelle Ortschaftsrat besteht aus sechs Mitgliedern, Ortsvorsteher ist Tobias Zimmermann.Ergebnis der Ortschaftsratswahl am 26. September 2024 in Atzenbach, abgerufen am 3. September 2024.

Die Wahlergebnisse der letzten überregionalen Wahlen fielen in Atzenbach folgendermaßen aus:

+ Bundestagswahlen, Zweitstimmen Ergebnis der Bundestagswahl am 26. September 2021 in Atzenbach, abgerufen am 2. September 2024. Ergebnis der Bundestagswahl am 24. September 2017 in Atzenbach, abgerufen am 2. September 2024. Partei Stimmenanteile 2025 2021 2017 CDU 29,0 % 26,2 % 35,9 % AfD 25,8 % 9,5 % 10,2 % SPD 14,7 % 28,6 % 24,5 % Grüne 10,3 % 8,6 % 10,6 % Die Linke 6,0 % 1,9 % 4,5 % BSW 4,8 % – – FDP 4,0 % 15,7 % 10,9 % Sonstige 5,6 % 9,5 % 3,4 %+ Landtagswahlen Ergebnis der Landtagswahl am 8. März 2026 in Atzenbach, abgerufen am 28. März 2026. Ergebnis der Landtagswahl am 14. März 2021 in Atzenbach, abgerufen am 2. September 2024. Ergebnis der Landtagswahl am 13. März 2016 in Atzenbach, abgerufen am 2. September 2024. Partei Stimmenanteile 2026 2021 2016 CDU 31,2 % 28,7 % 33,9 % AfD 26,2 % 11,4 % 14,4 % Grüne 18,6 % 22,7 % 20,3 % SPD 9,5 % 16,8 % 15,7 % Die Linke 5,9 % 4,3 % 1,7 % FDP 1,4 % 10,8 % 6,8 % Sonstige 7,2 % 9,6 % 8,9 %+ Europawahlen Ergebnis der Europawahl am 9. Juni 2024 in Atzenbach, abgerufen am 2. September 2024. Ergebnis der Europawahl am 26. Mai 2019 in Atzenbach, abgerufen am 2. September 2024. Partei Stimmenanteile 2024 2019 CDU 31,4 % 32,6 % SPD 19,8 % 23,9 % AfD 18,4 % 5,4 % Grüne 4,8 % 15,8 % FDP 6,8 % 4,9 % FW 4,8 % 3,3 % Die Linke 3,4 % 3,8 % Sonstige 10,6 % 10,3 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Mariä Himmelfahrt In Atzenbach befindet sich am südlichen Rand des Besiedlungsgebietes die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt, die Ende der 1920er Jahre im Stil der Neorenaissance erbaut wurde.

Persönlichkeiten Ernst Schiess (1840–1915), Maler, geboren in Atzenbach Tassilo Tröscher (1902–2003), hessischer Landwirtschaftsminister 1967–1970, geboren in Atzenbach Hans Rudolf Schiess (1904–1978), Maler, geboren in Atzenbach

mini|Skulptur auf dem ehemaligen Bahnhofsplatz in Atzenbach Verkehr Durch Atzenbach führt die Bundesstraße 317 entlang der Talachse. Von der B 317 zweigt beidseitig die Kreisstraße 6301 ab. In nördliche Richtung führt diese serpentinenreich Richtung Pfaffenberg; in südöstliche Richtung führt sie über Riedichen nach Gersbach und stellt damit einen von mehreren Passübergängen im Landkreis zwischen Großen Wiesental und dem Wehratal dar.

Der Bahnhof Atzenbach lag an der Bahnstrecke Zell im Wiesental–Todtnau. Sie ist stillgelegt. Durch Atzenbach führt der 54 Kilometer lange Wiesental Radweg, der von Todtnau kommend quer durch den Landkreis Lörrach bis nach Basel führt.

Literatur Atzenbach. In: S. 920–921 Hans Fräulin: Dorf und Stadtteil Atzenbach. In: Hans Fräulin: Die Spinnerei Atzenbach. In: Cornelia Korff, Bernhard Mohr: Spuren struktureller Umbrüche im Landschaftsbild : Entwicklung der Wiesentäler Textilindustrie am Beispiel von Zell i. W. mit Atzenbach. In: Alemannisches Jahrbuch 2019/2020, S. 169–245 PDF

Weblinks

Porträt von Atzenbach auf der Website der Stadt Zell im Wiesental

Einzelnachweise

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