Novak Đoković (; * 22. Mai 1987 in Belgrad, SR Serbien, SFR Jugoslawien) ist ein serbischer Tennisspieler.

Đoković beendete die Rekordzahl von acht Saisons (2011, 2012, 2014, 2015, 2018, 2020, 2021 und 2023) auf der ersten Position. Außerdem hält er den Rekord mit den meisten Wochen auf Platz 1. Mit sieben Titeln bei den ATP Finals hält er einen weiteren Rekord. In seiner Karriere gewann er bislang 101 Titel im Einzel sowie ein Turnier im Doppel.

In der Statistik der gewonnenen Grand-Slam-Titel im Einzel belegt er mit 24 Titeln den ersten Platz. Dabei ist er der einzige Spieler, der jedes Grand-Slam-Turnier mindestens dreimal gewinnen konnte. So gewann er zehnmal die Australian Open – auch dies ein Rekord –, siebenmal Wimbledon, viermal die US Open und dreimal die French Open. Mit dem Erfolg bei den French Open 2016 wurde er nach Don Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) zum dritten Spieler der Geschichte, der bei allen vier Grand-Slam-Turnieren in Folge siegreich war, jedoch im Unterschied zu diesen nicht im gleichen Jahr. Zusätzlich gewann Đoković 40 Turniere der ATP-Masters-1000-Serie – ebenfalls ein Rekord –, 2010 den Davis Cup sowie die Goldmedaille im Einzel bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Dabei war Đoković als bis dato einziger Spieler bei allen aktuellen Turnieren der Masters-Serie mindestens zweimal erfolgreich. Als erster Spieler der Geschichte erreichte Đoković zudem die Marken von 100 bzw. 150 Millionen US-Dollar an gewonnenen Turnierpreisgeldern. Er konnte in seiner Karriere alle großen Titel des Tennissports gewinnen und ist darüber hinaus einer von drei Spielern im Herreneinzel, die einen Karriere-Golden-Slam geschafft haben.

Persönliches Novak Đoković wurde in Belgrad geboren. Sein Vater Srđan Đoković wurde in Zvečan im heutigen Kosovo geboren, stammte aber aus Montenegro von serbischen Eltern. Seine Mutter Dijana (geborene Žagar) wurde in Belgrad von kroatischen Eltern geboren. Srđan und Dijana lernten sich in Kopaonik kennen, wo sie beide als Skilehrer arbeiteten. In den 1980er-Jahren zogen sie nach Belgrad. Dort wuchs Novak mit seinen beiden jüngeren Brüdern Marko und Đorđe auf, später zog er nach Monaco. Ende 2020 kaufte er in Marbella im Süden Spaniens eine Villa."Wertvolle Dinge gestohlen". Villa von Novak Djokovic in Marbella ausgeraubt In: Kleine Zeitung, 6. September 2021.

Am 10. Juli 2014 heiratete Đoković seine „Jugendliebe“ Jelena Ristić, mit der er seit 2005 liiert ist. Im Oktober 2014 wurde sein Sohn geboren, im September 2017 seine Tochter.

Tenniskarriere Bis 2003: Die Anfänge Đoković begann als Vierjähriger mit dem Tennisspielen und übte den Sport selbst während der Jugoslawienkriege aus. Mit zwölf Jahren kam er auf die Tennis Academy von Nikola Pilić in Oberschleißheim bei München und blieb dort für vier Jahre. 2003 debütierte er als Profi und stand am Ende des Jahres auf Platz 679 der ATP-Rangliste.

2004–2006: Erste Jahre auf der ATP Tour Bei den Junioren schaffte er 2004 den Einzug ins Halbfinale der Australian Open. Bei den Lambertz Open 2004 in Aachen gewann er sein erstes ATP-Challenger-Turnier.

Als Profi erreichte er 2005 jeweils als Qualifikant die dritte Runde in Wimbledon und bei den US Open, wobei er einige höher platzierte Spieler wie Gaël Monfils und Mario Ančić besiegte. Das Jahr beendete er auf dem 78. Platz der Rangliste.

2006 erreichte er das Halbfinale beim ATP-Turnier von Zagreb und das Viertelfinale bei den French Open, als er erst gegen den späteren Sieger Rafael Nadal nach 0:2-Satzrückstand wegen Rückenproblemen aufgeben musste. Auf seinem Weg ins Viertelfinale schlug er mit Fernando González und Tommy Haas zwei Spieler, die deutlich vor ihm in der Weltrangliste platziert waren. Im Juli gewann er das ATP-Turnier im niederländischen Amersfoort. Im Oktober siegte er im französischen Metz, wodurch er auf Platz 16 der Rangliste kletterte.

2007: Platz 3 der Weltrangliste 2007 erreichte Đoković das Achtelfinale der Australian Open, wo er dem Weltranglistenersten Roger Federer unterlag. Im März erreichte er das Finale des Masters-Turniers in Indian Wells, wo er Rafael Nadal unterlag. Durch diese Resultate erreichte Đoković als erster serbischer Tennisspieler die Top Ten.

Am 1. April gewann er als bislang jüngster Spieler der Turniergeschichte das Masters-Turnier in Miami, als er mit 6:3, 6:2 und 6:4 Guillermo Cañas besiegte. Beim Masters-Turnier in Monte Carlo erreichte er das Achtelfinale, in dem er an David Ferrer scheiterte. Anfang Mai gewann er das ATP-Turnier in Estoril; im Finale bezwang er Richard Gasquet mit 7:6, 0:6 und 6:1. Im Juni erreichte er das Halbfinale der French Open, verlor dort aber in drei Sätzen gegen Nadal. Beim Rasenturnier in Queens scheiterte er im Achtelfinale an Arnaud Clément. In Wimbledon gab er im Halbfinale gegen Nadal verletzungsbedingt auf.

Đoković gelang am 12. August sein bis dahin größter Erfolg, als er in Montreal zunächst im Viertelfinale Andy Roddick, im Halbfinale Nadal und schließlich im Finale Roger Federer besiegte. Damit war es einem Tennisspieler zum ersten Mal seit 1994 – damals triumphierte Boris Becker in Stockholm nacheinander über Michael Stich (Dritter), Pete Sampras (Erster) und Goran Ivanišević (Zweiter) – wieder gelungen, innerhalb eines einzigen Turniers der Masters-Serie die drei besten Spieler der ATP-Rangliste zu besiegen.

Bei den US Open erreichte Đoković zum ersten Mal in seiner Karriere und als erster serbischer Spieler überhaupt das Finale eines Grand-Slam-Turniers, das er trotz einiger Satzbälle (fünf im ersten, und zwei im zweiten Satz) ohne Satzgewinn mit 6:7, 6:7 und 4:6 gegen Federer verlor. Anschließend gewann Đoković das Turnier in Wien gegen Stanislas Wawrinka mit 6:4, 6:0. Zum ersten Mal konnte er sich für den Tennis Masters Cup qualifizieren, schied dort jedoch nach drei Niederlagen schon in der Gruppenphase aus.

Đoković, der ab 2007 von Marián Vajda trainiert wurde, ließ sich in Indian Wells, Miami und Wimbledon zusätzlich von Mark Woodforde betreuen.

2008: Erster Grand-Slam-Titel, Sieg beim Tennis Masters Cup und Bronzemedaille bei Olympia mini|hochkant|Đoković 2008 nach dem Sieg bei den Australian Open mini|links|Novak Đoković, 2008

Am 27. Januar gewann Đoković bei den Australian Open sein erstes Grand-Slam-Turnier. Im Finale besiegte er Jo-Wilfried Tsonga mit 4:6, 6:4, 6:3, 7:6. Im Halbfinale hatte er den Weltranglistenersten und dreimaligen Melbourne-Sieger Roger Federer mit 7:5, 6:3 und 7:6 bezwungen. Đoković wurde damit der erste Serbe, der einen Grand-Slam-Titel gewinnen konnte, und der jüngste Titelträger bei den Australian Open.

Den zweiten Titel des Jahres holte er am 23. März beim Masters-Turnier in Indian Wells gegen Mardy Fish. Am 11. Mai folgte sein dritter Turniersieg beim Masters in Rom, wo er mit 4:6, 6:3, 6:3 erneut Stanislas Wawrinka besiegte. In Wimbledon schied er bereits in der zweiten Runde mit 4:6, 6:7 (3:7), 2:6 gegen Marat Safin aus. Bei den Olympischen Spielen in Peking trat er im Einzel an und gewann die Bronzemedaille. Nach seiner Niederlage im Halbfinale gegen Nadal schlug er im Spiel um Platz 3 James Blake mit 6:3 und 7:6 (7:4). Bei den US Open unterlag er im Halbfinale erneut dem späteren Turniersieger Roger Federer. Im November 2008 gewann er dann zum ersten Mal den Tennis Masters Cup. Im Finale besiegte er Nikolai Dawydenko mit 6:1 und 7:5.

2009: Fünf Turniersiege Beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres konnte der Vorjahressieger diesmal nur das Viertelfinale erreichen, wo er gegen Andy Roddick im vierten Satz erschöpft aufgeben musste. Den ersten Titel des Jahres errang er bei den Dubai Tennis Championships, wo er David Ferrer im Finale mit 7:5 und 6:3 besiegte. Bei den Gerry Weber Open in Halle unterlag er im Endspiel Tommy Haas mit 3:6, 7:6 und 1:6. In Wimbledon kam er bis ins Viertelfinale, scheiterte dort jedoch mit 1:3 Sätzen wiederum an Haas. Zum Ende des Jahres konnte Đoković sich wieder steigern und nacheinander das Turnier von Basel und die Paris Masters gewinnen. In Basel bezwang er im Finale Roger Federer und in Paris im Halbfinale seinen schärfsten Konkurrenten um den zweiten Weltranglistenplatz, Rafael Nadal.

2010: Platz 2 in der Weltrangliste und Davis-Cup-Sieg Bei den Australian Open verlor Đoković zwar das Viertelfinale gegen Jo-Wilfried Tsonga in fünf Sätzen, rückte aber am 1. Februar auf Position zwei der ATP-Weltrangliste vor – seine neue Bestmarke. In Dubai verteidigte er zum ersten Mal in seiner Karriere einen Titel mit einem Dreisatzsieg über Michail Juschny. Bei den French Open scheiterte er im Viertelfinale an dem an Position 22 gesetzten Jürgen Melzer. In Wimbledon gab Đoković nach einem engen Fünfsatzmatch in der ersten Runde gegen Olivier Rochus bis zum Halbfinale nur einen Satz ab, unterlag dort allerdings dem Tschechen Tomáš Berdych klar mit 3:6, 5:7 und 3:6. Bei den US Open erreichte er mit einem Sieg über Federer das Finale und unterlag dort dem Weltranglistenersten Nadal in vier Sätzen. Mit seiner Finalteilnahme zog er in der Weltrangliste jedoch wieder an Federer vorbei auf Platz zwei. Im Oktober gelang ihm beim Turnier in Peking seine zweite Titelverteidigung. Beim Hallenturnier in Basel kam es zur Wiederholung des Vorjahresendspiels, allerdings siegte diesmal Federer. Bei den ATP World Tour Finals überstand Đoković die Gruppenphase, scheiterte im Halbfinale aber erneut an Federer, dem späteren Champion. Ein besonderes Highlight fand im Dezember statt: An der Seite von Janko Tipsarević, Viktor Troicki und Nenad Zimonjić gewann er in Belgrad vor heimischem Publikum den Davis Cup. Im Endspiel gegen Frankreich gewann Đoković beide Einzel und blieb damit 2010 auf Davis-Cup-Ebene ungeschlagen. In Interviews schätzte Đoković diesen Erfolg höher ein als seinen Triumph bei den Australian Open 2008.

2011: Drei Grand-Slam-Titel und Nummer 1 der Welt mini|Đoković 2011 nach seinem zweiten Sieg bei den Australian Open

Zur Saisoneröffnung erreichte Đoković, der die Gruppenphase ungeschlagen überstand, beim Hopman Cup in Perth an der Seite von Ana Ivanović das Finale, das wegen einer Bauchfell-Verletzung bei Ivanović nicht stattfinden konnte. Anschließend gewann er zum zweiten Mal nach 2008 die Australian Open. Auf dem Weg zum Turniersieg schlug er im Viertelfinale die Nummer 6 der Welt, Tomáš Berdych, und im Halbfinale – wie zuletzt bei den US Open 2010 – den Weltranglistenzweiten Federer, ehe er im Finale Andy Murray klar mit 6:4, 6:2 und 6:3 besiegte. Đoković gab im Laufe des Turniers nur einen Satz ab – in Runde zwei gegen den Kroaten Ivan Dodig. Beim Turnier in Dubai verteidigte er seinen Titel, indem er im Finale abermals Federer besiegte – es war Đokovićs dritter Dubai-Titel in Folge. Beim Indian Wells Masters im März nahm er wieder Position 2 der ATP-Rangliste ein. Er setzte sich im Halbfinale in drei Sätzen gegen Federer durch und besiegte Rafael Nadal im Finale mit 4:6, 6:3 und 6:2. Zwei Wochen später gewann Đoković nach 2007 zum zweiten Mal das Miami Masters. Im Finale schlug er abermals Nadal mit 4:6, 6:3, 7:6(4). Das Masters in Monte Carlo musste Đoković verletzungsbedingt auslassen. Er eröffnete die Sandplatzsaison bei seinem Heimatturnier in Belgrad, wo er mit einem Finalsieg über Feliciano López seinen fünften Titel in Folge feiern konnte. Beim Madrid Masters schlug er im Endspiel Nadal mit 7:5 und 6:4, eine Woche später in Rom mit 6:4 und 6:4. Durch den Erfolg in Rom sicherte sich Đoković nebenbei bereits frühzeitig einen Startplatz für die World Tour Finals am 20. November in London. Neben Rafael Nadal, dem dies 2009 erstmals gelungen war, ist er damit erst der zweite Spieler, der sich vor dem zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres für das Masters-Finale qualifizieren konnte.