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Burg Schreckenstein ist eine Jugendbuchserie von Oliver Hassencamp, geschrieben zwischen 1959 und 1988. Die Serie umfasst 27 Bände, die bis 1993 im Franz Schneider Verlag erschienen sind. Die Illustrationen der Schneider-Auflage stammen größtenteils von Nikolaus Moras. Im Jahr 2000 erschien eine überarbeitete Neuauflage im Omnibus-Verlag; die Illustrationen dieser Ausgabe wurden von Silvia Christoph angefertigt.

Handlung Die Serie beschreibt die Abenteuer einer Jungenschule, die aus Raumnotgründen aus Neustadt in die Burg Schreckenstein umziehen musste. Von der neuen Umgebung beeindruckt und in dieser neuen Gemeinschaft, die mit den Lehrern auf engem Raum zusammenlebt, entscheiden sich die Jungen, den Idealen der alten Burgbewohner entsprechend zu leben und sich an die Regeln von Fairness, Ehrlichkeit und Wahrheit zu halten. Seitdem nennen sich die Jungs entsprechend „Ritter“.

Ein fortlaufendes Plot-Element ist der ständige, aber freundschaftliche Kleinkrieg mit den Schülerinnen des Mädcheninternats Schloss Rosenfels, der in Form von – meist nächtlichen – Streichen ausgeführt wird. Oft finden sich aber auch Geschichten, in denen die „Ritter“ gegen die Schüler der Neustädter Schulen Ebert und Franz-Josef antreten, ihren Ruf vor dem Schulamt und der Öffentlichkeit verteidigen und sich gegen Vorurteile behaupten müssen. Ein mehrfach verwendetes Motiv ist auch die Integration neuer Schüler in die „Ritterschaft“, die oft nicht ohne Konflikte abläuft.

Die Bücher erklären nie, wo sich die Burg und ihre Umgebung geografisch befinden; die Ortsnamen deuten aber auf Oberschwaben hin. Das wird besonders im dritten Band der Serie deutlich, in dem Andi und Dampfwalze per Rad durch die Schweiz nach Italien reisen, um dort an einem Radrennevent teilzunehmen. Die Handlung enthält mehrere Referenzen zur Biografie des Autors: Hassencamp besuchte das Internat Schloss Salem, war Mitglied in einer Jazzband und begeisterter Radfahrer.

Die Bücher benutzen die Erzählweise der floating timeline: Obwohl sich zwischen dem Erscheinen der Bücher real teilweise ein Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstreckt, ist einerseits die „Gegenwart“ des gerade erschienenen Buches mit der des Erscheinungszeitpunktes identisch, obwohl andererseits in der Handlung seit den Ereignissen der vorherigen Bücher kaum Zeit vergangen ist. Der Zeitrahmen der Serie „fließt“ also gewissermaßen durch die Zeit. Dies bewirkt nicht nur, dass die Protagonisten (im Unterschied etwa zur Buchreihe Harry Potter) nicht oder kaum altern, und dass sich die einzelnen Schüler stets in derselben (oder doch sehr nahe zusammenliegenden) Jahrgangsstufe befinden, sondern etwa auch, dass ohne weitere Erklärungen modernere Technik Einzug ins Schreckenstein-Universum halten kann.

Das letztliche Schicksal der Burgschule Schreckenstein – bezüglich der öffentlichen Anerkennung durch das Schulamt – ist nach dem Band Geflüster auf Burg Schreckenstein durch den Unfalltod des Autors ungeklärt geblieben.

Veröffentlichungen Die Bände 1 bis 4 erschienen bereits in den 1960er Jahren als „Schneider-Buch“ und trugen noch nicht das Schreckenstein-Logo. Band 1 wurde illustriert von Ulrik Schramm, Band 2 von Walter Rieck und Band 3 und 4 von Kurt Schmischke. Band 1 und 2 wurden auch mit dem Logo „Goldenes Schneider-Buch“ veröffentlicht, welches bei Auflagen von über 100.000 Stück verwendet wurde. Ab Band 5 wurden das Titelbild und Illustrationen von Nikolaus Moras gestaltet, welches erstmalig das Schreckenstein Logo trug. Die Bände 1 bis 4 erhielten bei ihren Neuveröffentlichungen dann auch ein Titelbild von ihm. Neben den Einzelbänden wurden auch Sammelbände veröffentlicht, welche jeweils 3 Bände enthielten. In den 1990er Jahren erschien eine Neuauflage der Einzelbände mit überarbeitetem Cover, bei denen alle 27 Buchrücken aneinandergereiht das Schreckenstein Logo ergeben. 2000 kam es dann zur auch inhaltlich überarbeiteten Neuauflage durch den Omnibus Verlag.

Eine kunstvoll gestaltete Gesamtausgabe umfasst zwei Bände mit je 552 Seiten: Burg Schreckenstein Gesamtausgabe Band 1–14 (1990) Burg Schreckenstein Gesamtausgabe Band 15–27 (1991)

2003 veröffentlichte der Bassermann Verlag drei Sammelbände: Spaß auf Burg Schreckenstein (Bände 1–4) Spuk auf Burg Schreckenstein (Bände 5–9) Abenteuer auf Burg Schreckenstein (Bände 10–14)

Bände Die einzelnen Bände, aufgeführt nach Erscheinungsdatum:

Band 1: Die Jungens von Burg Schreckenstein, 1959 Die älteste Schule von Neustadt ist seit langem viel zu klein. Nachdem andere Lösungen sich als nicht durchführbar erweisen, bietet Graf Bodo von Schreckenstein an, die Schule auf seiner Burg aufzunehmen. Da die Burg 40 Kilometer von Neustadt entfernt ist, ergibt sich daraus, dass die Schüler auch dort wohnen.

Die Burg beeindruckt die Jungen, und nachdem sie zunächst festgestellt haben, dass es nicht so viel Spaß macht, die Lehrer zu ärgern, wenn man später am selben Tag mit ihnen zusammen am Esstisch sitzt, beschließen sie, fortan nach dem Vorbild der Ritter zu leben, die sie als faire und harte Kerle einstufen. Mit dem Schwur „Ich will auf Schreckenstein allzeit fair und ehrlich sein“ verpflichten sie sich zu Ehrlichkeit und schwören „unritterlichen“ Angewohnheiten wie Rauchen und Alkohol ab; von da an bezeichnen sie sich selbst als Ritter, was nicht selten zu Spötteleien Außenstehender führt.

Mit Stefan Breuer kommt ein neuer Schüler an die Schule, der zunächst mit den neu gefundenen Werten nichts anfangen kann. In der ersten Zeit hält nur Schulkapitän Ottokar zu ihm, der auch im weiteren Verlauf der Serie Stefans bester Freund bleibt. Während Ottokar Stefan in kleinen Schritten das Leben auf der Burg näherbringt, greifen andere zu radikaleren Mitteln.

Bei einem der Streiche, die er erdulden muss, belauscht Stefan ungewollt ein Gespräch zwischen dem Burgherrn und einem gewissen Klinke. Der macht dem Grafen ein Angebot, die Burg für ein Sanatorium zu mieten, die Schule müsste dafür allerdings weichen.

Stefan und Ottokar, dem er sich als Einzigem anvertraut, finden heraus, dass Klinke ein Lokal in Neustadt gehört, die Grüne Eule. Um mehr herauszufinden, schleichen sie sich nachts aus der Burg und fahren nach Neustadt.

In der Grünen Eule treffen sie ausgerechnet auf ihren Lehrer Dr. Waldmann und lernen seine Tochter Sonja kennen, die sich als Sängerin im Lokal das Geld für ihr Studium verdient. Sie weihen beide ein, und Sonja verspricht ihnen, sich umzutun, ob sie mehr über Klinkes Pläne herausfinden kann.

Klinke lässt Kisten auf die Burg liefern, die angeblich Geräte für das geplante Sanatorium enthalten. Einen Schulausflug der Schreckensteiner will er nutzen, um ungestört den Teil der Burg zu besichtigen, den die Schule nutzt. Ottokar, Stefan und Dr. Waldmann schaffen es, sich dem Schulausflug zu entziehen, und versetzen zusammen mit Sonja, die eigens aus Neustadt kommt, die Burg mit allerlei kleinen Hilfsmitteln in einen Zustand, der sie völlig verlottert und schwerst sanierungsbedürftig wirken lässt. Angesichts der Kosten, die damit auf ihn zukommen würden, streicht Klinke seine Pläne.

Allerdings haben Ottokar, Stefan und die Waldmanns damit auch den Burgherrn so verärgert, dass er der Schule fristlos kündigen will. In der Zwischenzeit hat jedoch Dr. Waldmann, der sich vorher noch dagegen gesperrt hat, Klinkes Kisten aufgebrochen: Sie enthalten Spieltische, Klinke wollte auf der Burg kein Sanatorium, sondern ein Spielcasino errichten. Froh, vor einem großen Fehler bewahrt worden zu sein, sichert Graf Schreckenstein der Schule zu, dass sie dauerhaft bleiben darf. Auch Stefan ist nun endgültig in der Gemeinschaft der „Ritter“ angekommen, auch wenn es weiterhin Reibereien mit Dampfwalze gibt, insbesondere durch die Rivalität im Kugelstoßen.

Band 2: Auf Schreckenstein geht’s lustig zu, 1960/61 Seit sie gemeinsam die Einrichtung eines Spielcasinos auf Schreckenstein verhindert haben (siehe Band 1), haben Ottokar und Stefan ein enges Verhältnis zu ihrem Lehrer Dr. Waldmann und seiner Tochter Sonja. Als Sonja eines Nachmittags zu Besuch auf der Burg ist, erfahren die Jungen, dass sie inzwischen ihr Studium abgeschlossen hat und als Musiklehrerin in einem Mädchenpensionat, Schloss Rosenfels, arbeitet, direkt auf der anderen Seite des Kappelsees. Über Kaffee, Kuchen und Austausch vergessen alle die Zeit, sodass Sonja den letzten Bus verpasst. Ottokar und Stefan bieten ihr an, sie über den See zu rudern, die schnellste und unkomplizierteste Alternative. Dr. Waldmann zögert, stimmt aber schließlich zu.

Nachdem sie Sonja über den See gerudert und bis zum Rand der Wiese vor dem Schloss geleitet haben, beschließen Ottokar und Stefan, sich noch ein wenig umzusehen. Dabei sehen sie nicht nur, dass sämtlich Fenster im ersten Stock offenstehen, sie finden auch eine ungesicherte Leiter und einige Holzknüppel. Das bringt sie auf die Idee, den Rosenfelserinnen einen kleinen Streich zu spielen: Sie klettern in die Klassenzimmer und verkeilen die Türen, sodass sie sich vom Flur aus nicht mehr öffnen lassen. Ihre Anwesenheit bleibt unbemerkt, auch Dr. Waldmanns Frage, warum sie so lange weg waren, können sie ausweichen.

Auf der Burg setzt Graf Schreckenstein eine Feuerwehrübung an. Die Jungen sollen unter anderem lernen, mit dem jahrhundertealten Spritzenwagen umzugehen, aber auch, wie sie sich im Notfall zu verhalten haben. Doch die Jungen nehmen die Sache nicht richtig ernst, bedingt auch durch die seltsame Bekleidung des Burgherrn, und die Übung ist schlecht organisiert. Dadurch geht einiges zu Bruch, und Graf Schreckenstein ist entsprechend verärgert. Schulleiter Meyer trägt den Schülern auf, sich etwas zu überlegen, womit sie dem Grafen eine Freude machen können.

Bei einem neuerlichen Besuch von Sonja erfahren Ottokar und Stefan, dass die Schulleiterin von Rosenfels, Dr. Adele Horn, zwei ihrer Schülerinnen verdächtigt, den Streich mit den verrammelten Türen begangen zu haben. Beweise gibt es zwar nicht, aber Beatrix und Mückes Schwester Ingrid gelten als ständig ungehorsam, das genügt der Direktorin, um sie zu bestrafen. Ottokar und Stefan sind sich einig, dass sie das nicht so stehenlassen können, und suchen nach einer Gelegenheit, nach Rosenfels zu rudern, um die Sache klarzustellen.

Sie schlagen ihrem Schulleiter vor, als Entschuldigung für die missratene Feuerwehrübung einen Hochsitz für Graf Schreckenstein zu bauen, der auch Jäger ist. Der Rex gestattet ihnen das und stellt sie von anderen Pflichten frei. Da das gräfliche Jagdrevier große Teile des Sees umspannt, kann es nicht auffallen, wenn Ottokar und Stefan mit dem Boot losfahren.

Die beiden Jungen rudern nach Rosenfels und lassen sich zunächst zu Sonja bringen. Die will ihnen erst nicht helfen, weil sie neu an der Schule und die Direktorin ihr ohnehin nicht besonders wohlgesonnen ist. Schließlich lässt sie sich aber überzeugen, zusammen mit Ottokar und Stefan zur Direktorin zu gehen. Frau Dr. Horn hält den Jungen eine Standpauke, auch Sonja bleibt nicht verschont, kommt aber besser weg, als sie befürchtet hat. Die Direktorin lässt auch die beiden zu Unrecht bestraften Mädchen holen, weil Ottokar und Stefan darauf bestehen, sich persönlich zu entschuldigen. Selbst entschuldigt sie sich nicht für die zu Unrecht verhängte Strafe.

Als Ottokar und Stefan zu der Bucht zurückkehren, die Rosenfels als Hafen dient, finden sie ihr Boot bis zum Rand mit Wasser gefüllt vor. Unter dem Spott der Rosenfelser Mädchen müssen sie lange schuften, bis sie endlich losrudern können, und werden zum Schluss noch einmal von allen Seiten nassgespritzt. Trotzdem beschließen sie, noch nach einem geeigneten Platz für den Hochsitz zu suchen, und werden auch fündig.