mini|Al Bano (2014) Al Bano (* 20. Mai 1943 als Albano Carrisi in Cellino San Marco) ist ein italienischer Sänger und Winzer. Er wurde als Teil des Musikduos Al Bano & Romina Power auch international bekannt.

Die Anfänge Albano Carrisi wurde 1943 als Sohn von Carmelo Carrisi (1914–2005) und Jolanda Ottino (1923–2019) in eine Bauernfamilie in der apulischen Provinz Brindisi geboren. Er brach mit 17 Jahren die Schule ab und entschied sich, nach Mailand zu gehen, wo er zunächst Arbeit als Hilfsarbeiter, dann als Kellner und später als Metallarbeiter fand. Während er in einem Restaurant arbeitete, das von Persönlichkeiten aus dem Showbusiness besucht wurde, lernte er über ein Demo-Tape Adriano Celentano kennen. Er nahm seine erste Platte La Strada auf, eine Coverversion eines Songs von Gene Pitney aus dem Jahre 1965, und begann, sich als Sänger im Rahmenprogramm der Auftritte von Celentano in Szene zu setzen, ohne dabei jedoch seine Arbeit aufzugeben.

Im Herbst 1965 nahm er an der Vor-Veranstaltung für das Sanremo-Festival teil. Er gewann zwar nicht, wurde aber von Voce del Padrone unter Vertrag genommen, die ihn beim Festival delle Rose 1966 im Duett mit Pino Donaggio auftreten ließen. Er debütierte auch im Fernsehen bei Settevoci, einer Varieté- und Musik-Show, moderiert von Pippo Baudo, wo er es schaffte, vier Wochen in Folge die „Applaus-Abstimmung“ zu gewinnen. Die Ermittlung des Siegers erfolgte durch ein Gerät, das die Stärke des Applauses des Publikums im Saal ermittelte. In einer der ausgestrahlten Sendungen stellte er Io di notte vor, eine seiner Kompositionen, angereichert mit Blues, die das Interesse der italienischen Sängerin Milva weckte. Daraus machte sie später ihre eigene Version.

Die ersten Erfolge mini|hochkant|Al Bano & Romina Power 1976 1967 gelang ihm sein erster großer Erfolg: Das Lied Nel sole, Finalist in dem von der staatlichen Medienanstalt RAI veranstalteten Wettbewerb Sommerhit des Jahres, erreicht die erste Position in den Verkaufscharts der Singles. Dies brachte ihn ins Rampenlicht und verschaffte ihm große Anerkennung von Publikum und Presse, die von einem zweiten Claudio Villa sprachen. Nel sole wurde auch der Titel eines Films, in dem Al Bano als Hauptdarsteller auftrat, ebenso wie die junge Kollegin Romina Power. Zwischen den beiden entstand eine Liebesbeziehung, die später trotz des Einspruchs beider Familien in einer Hochzeit mündete.

Es erschienen die Singles L’oro del mondo und Il ragazzo che sorride, letzteres mit Musik von Mikis Theodorakis, der von den Ereignissen der Machtergreifung des Colonnelli-Regimes in Griechenland im Jahr 1967 inspiriert war. 1968 nahm er zum ersten Mal beim Sanremo-Festival mit La siepe teil, das den Sonderpreis der Jury erhielt. 1969 gewann er das Sommerhit-Festival mit dem Lied Pensando a te. Bis 1970 spielte er in weiteren sechs Filmen mit.

Die Blütephase von 1970–1991 mini|hochkant|Romina Power mit Al Bano beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1976

Am 26. Juli 1970 heiratete er Romina Power, die Tochter des Schauspielers Tyrone Power. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Die älteste Tochter Ylenia Carrisi, geboren 1970, Sohn Yari, geboren 1973, Cristel, geboren 1985, und Romina Jr., geboren 1987. Die beiden wurden auch beruflich ein Paar; 1969 nahm er mit ihr Cori di Acqua di mare und 1970 Storia di due innamorati auf.

1975 veröffentlichten sie Dialogo (I), und 1976 nahmen sie mit We’ll Live It All Again am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil. Mit dem Vertragsabschluss beim kleinen Plattenlabel Baby-Records begann Anfang der 1980er Jahre die erfolgreichste Zeit ihrer Karriere. Sie produzierten im Münchner Union-Studio ihre größten Hits Sharazan, Felicità und Tu, soltanto tu. 1982 erreichten sie mit Felicità den zweiten Rang beim Sanremo-Festival. Sie gewannen das Festival 1984 mit Ci sarà und 1985 traten sie erneut beim Grand Prix mit Magic Oh Magic auf.

1996 kehrte Al Bano mit dem Lied È la mia vita (Sanremo 1996) zu seiner Karriere als Solokünstler zurück. Danach folgten mit Verso il sole (Sanremo 1997) und Ancora in volo (Sanremo 1999) weitere Veröffentlichungen ohne seine Frau.

Privatleben 1999 trennte sich das Ehepaar. Mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Fernsehmoderatorin Loredana Lecciso, mit der er von 2001 bis November 2005 zusammenlebte, hat er zwei Kinder. Er bezeichnet sich als praktizierenden Katholiken.Boycott Italian Superstar Vocalist, Queers United, 4. Februar 2009

Er nahm an der dritten Staffel der Reality-Show von Raidue, L’isola dei famosi (Insel der Berühmten), teil, aber während er auf Samanà war, erklärte seine Lebensgefährtin, ihn verlassen zu wollen und dabei die beiden Kinder mitzunehmen. Er verließ daraufhin in der Folge vom 19. Oktober 2005 freiwillig die Show.

Er erbte von Vater Don Carmelo das Weingut Azienda Vinicola Tenute Al Bano Carrisi mit Sitz in Cellino San Marco. Er nutzte seine Kenntnisse in den Bereichen Marketing und Winzerei, um daraus ein bekanntes Markenzeichen zu machen. Der bekannteste Wein ist der Don Carmelo, benannt in Erinnerung an seinen Vater. Dem Unternehmen ist auch eine Pizzeria und ein Landhotel angeschlossen. Er schloss sich dem Projekt von Massimo Ferrarese an, Präsident des Dachverbandes der Industrie in Brindisi, der durch Sponsoring die Basketballmannschaft Brindisis wieder nach oben befördern möchte. Die Winzerei von Al Bano wirbt seit 2005 auf den Trikots des Zweitligisten.

Das Verschwinden der Tochter Ylenia 1994 verschwand Ylenia, die älteste Tochter von Carrisi und Power, während eines Aufenthalts in den USA. Die Eltern gaben eine Vermisstenanzeige auf: Noch vor der Trennung und späteren Scheidung veröffentlichte das Paar das Album Emozionale mit vielen Anspielungen auf das rätselhafte Verschwinden der Tochter. Besonders die Single Dammi un segno (Gib mir ein Zeichen) handelt von der Traurigkeit der Eltern.

2005 konfrontierte man Carrisi in einer Livesendung im italienischen Fernsehen mit Informationen, die die spanische Journalistin Lydia Lozano erfahren haben wollte. Demnach sei Tochter Ylenia noch am Leben und habe sich in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik niedergelassen. Sie wünsche keinen Kontakt zu ihrer Familie. Carrisi stritt dies in der Sendung ab und verließ das Studio vor laufenden Kameras.

Dennoch kam es zu einem privaten Treffen von Carrisi und Power mit Lozano. Während Power glaubt, dass die Tochter noch lebt, ist Carrisi der Meinung, Ylenia habe Suizid verübt. Bis heute ist ihr Verbleib ungeklärt. Im Dezember 2014 wurde sie auf Betreiben ihres Vaters von einem italienischen Gericht für tot erklärt.

Plagiatsprozess In den 1990er-Jahren führte Al Bano einen Plagiatsprozess gegen Michael Jackson, weil dieser weite Passagen aus Al Banos Lied I cigni di Balaka (Album L’amore è sempre amore caro) für den Hit Will You Be There (Dangerous, 1993) benutzt habe. Die beanstandete Melodie wurde von der Verteidigung jedoch auf frühere Werke, vor allem Bless You (For Being an Angel) (1939) von den Ink Spots, zurückgeführt. Al Bano verlor den Prozess und die Parteien einigten sich außergerichtlich.

Diskografie

Alben

Weitere Alben 1967: Al Bano 1968: Il ragazzo che sorride 1969: Si tu no estás … 1970: A cavallo di 2 stili 1971: Al Bano 1972: 1972 1973: Su cara su sonrisa 1984: Al Bano 1989: Personale di Al Bano 1996: Nel sole 2008: Todos sus grandes èxitos en español 2010: The Great Italian Songbook 2012: Essential 2012: Canta Italia

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1969: Si tú no estás … 1974: Portrait of Al Bano Vol. 16 1976: La voz de … Al Bano (2 LPs) 1982: Ritratto di … Al Bano 1987: Caro caro amore 1996: The Best of Al Bano 1999: Grazie (Meine schönsten Lieder – Meine größten Erfolge) 2001: Le più belle canzoni 2003: I grandi successi di 2006: Felicità 2006: Collezione italiana (2 CDs) 2007: Tutto Al Bano – Ancora in volo (2 CDs) 2007: The Best Platinum Collection 2007: Solo grandi successi 2009: La mia opera (CD + DVD) 2009: The Platinum Collection (3 CDs) 2013: The Best of Al Bano 2013: Al Bano (3 CDs)

Singles

Weitere Singles 1965: La strada 1966: Quando in cielo il sole chiude gli occhi 1967: Io di notte 1967: Tu che l’amavi 1967: La donna di un amico mio 1968: Musica 1969: Lettera per te 1969: Bianco natale 1970: Peniseri “P 33” 1970: Core ’ngrato 1970: Ave Maria 1971: La casa dell’amore 1971: O sole mio 1971: La mañana 1971: ‘Na sera’ e maggio 1971: Mamma Rosa 1971: Historia de hoy 1972: Taca, Taca, Banda! (mit Power, Taryn und Kocis) 1972: Addio alla madre 1972: Nel mondo pulito dei fiori 1973: La canzone di Maria 1973: Storia di noi due 1974: Con mis Blue Jeans 1974: Angelo di strada 1974: In controluce 1975: Evasione o realtà 1975: Il piano degli ulivi 1976: Venise a Paris 1985: Magic Oh Magic 1990: Un’ altro natale 1996: E’la mia vita 1997: Verso il sole 1997: Dormi 1998: Va pensiero 1999: Volare 1999: Funiculì funiculà 2000: Piazza grande (A modo mio) 2001: E’ come musica 2004: Nel sole 2004: La mia Italia 2006: Telenorba 2006: Sei la mia luce 2006: Mai mai mai

Quellen

Weblinks

Offizieller Webauftritt (italienisch)

Filmographie und Photogalerie

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