mini|hochkant|Monika Helfer (2023) Monika Helfer (früher Publikationsname Monika Helfer-Friedrich; verheiratete Monika Köhlmeier; * 18. Oktober 1947 in Au, Vorarlberg; † 2. August 2026 in Feldkirch) war eine österreichische Schriftstellerin. Helfer wurde durch ihre autobiografischen Bücher bekannt, der Durchbruch gelang ihr mit Bagage, dieser wurde für den Österreichischen Buchpreis nominiert und erhielt beim Bayerischen Buchpreis den Publikumspreis.

Leben

Herkunft Monika Helfer wuchs in Vorarlberg auf. Ihr Vater Josef Helfer war ein uneheliches Kind einer Magd. Ihre Mutter Margarete, die in dem Bergdorf, in dem sie aufwuchs, als Kuckuckskind galt, arbeitete als Krankenschwester in einem Kriegslazarett. Dort lernten sich die beiden kennen, als Josef Helfer nach einer Verwundung als Soldat an der russischen Front dort behandelt wurde. Nach der Heirat zog die Familie auf die Tschengla, eine auf gelegene Alm in Vorarlberg.

Als Kriegsversehrter mit Beinprothese arbeitete Monika Helfers Vater als Verwalter in einem Kriegsopfererholungsheim. Ende der 1950er Jahre schlossen die Eigentümer das Erholungsheim und wollten daraus ein Hotel machen; Josef Helfer wurde damit die Existenzgrundlage entzogen. Nachdem Margarete Helfer an einer Krebserkrankung starb – Tochter Monika war noch ein Kind – erlitt der Vater . Daraufhin wurden Monika und ihre drei Geschwister voneinander getrennt in der Verwandtschaft ihrer Mutter verteilt.Helfer beschrieb die Ehe ihrer Eltern als „Eine Versehrtenliebe“, wonach sich Nach der Pensionierung arbeitete der Vater

Literarisches Werk Helfer veröffentlichte Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. , so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.Dorothea Zanon: Monika Helfer und Michael Köhlmeier: Schleusen in die Welt der Fantasie öffnen. In: Der Standard. 28. März 2016, abgerufen am 8. November 2021.

Ihre frühen Texte veröffentlichte die Autorin unter dem Namen Monika Helfer-Friedrich,Zum Beispiel: Monika Helfer-Friedrich: Einfach Anna. In: Franz-Michael-Felder-Verein (Hrsg.): Neue Texte aus Vorarlberg. 1. Prosa. Fink’s Verlag, Bregenz 1977, S. 41 ff. Monika Helfer-Friedrich: Unsere Mutter. In: Franz-Michael-Felder-Verein (Hrsg.): Neue Texte aus Vorarlberg. 3. Hörspiele. Fink’s Verlag, Bregenz 1983, S. 143 ff. ihr damaliger Familienname aus ihrer ersten Ehe war Friedrich.

2018 wurde ihr Roman Oskar und Lilli (1994) von Arash T. Riahi unter dem Titel Ein bisschen bleiben wir noch verfilmt.

In ihrem Roman Die Bagage (2020) erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder, besonders ihrer Mutter Grete. Nach ihrem Bestseller Die Bagage folgte Helfers autofiktionaler Familienroman Vati (2021), in dem ihr Vater als Büchermensch im Mittelpunkt steht. Darin schreibt sie auch über ihre Kindheit und beleuchtet ihre Beziehungen zu ihren beiden Schwestern Gretel und Renate sowie zu ihrem Bruder Richard, der getrennt von ihnen bei ihrer Tante Irma aufwuchs. In Löwenherz (2022), dem dritten Teil der Familientrilogie, verarbeitet sie das Leben und den verfrühten Tod ihres Bruders Richard. 2023 erschien mit Die Jungfrau ein Roman, der ebenso in Helfers persönlicher Vergangenheit angesiedelt ist, sich aber auf die Freundschaft zwischen Monika und ihrer Schulfreundin Gloria fokussiert.

Ihr Kurzgeschichtenband Bettgeschichten und andere (2022) wurde auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert.

Persönliches Monika Helfer heiratete im Alter von 19 Jahren. Aus dieser acht Jahre andauernden Ehe stammen ihre ersten beiden Kinder, eine Tochter und der Sohn Lorenz Helfer, der als bildender Künstler wirkt.

Die Ehe mit ihrem ersten Ehemann beschrieb Helfer in ihrer Dankesrede zum Schubart-Literaturpreis 2021 wie folgt:

In zweiter Ehe war Monika Helfer von 1981 bis zu ihrem Tod mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet, mit ihm hatte sie zwei weitere Kinder. Die gemeinsame Tochter Paula Köhlmeier starb 2003 bei einem Bergunfall. Helfers Roman Bevor ich schlafen kann von 2010 ist ihrem Andenken gewidmet.Rezension zu Bevor ich schlafen kann: Michaela Schmitz: Ein bisschen hoffnungslos. Im Online-Rezensionsportal vom Literaturhaus Wien am 5. August 2010.

Monika Helfer und Michael Köhlmeier lebten in Hohenems und in Wien. Am 2. August 2026 starb sie im Landeskrankenhaus Feldkirch im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines am Tag zuvor erlittenen Sturzes.

Werke

Prosa Eigentlich bin ich im Schnee geboren. Illustrationen von Richard Helfer. Edition Roetzer, Eisenstadt 1977, ISBN 3-85374-025-1. Die wilden Kinder. Roman. Piper, München 1984, ISBN 3-492-02886-1. Mulo. Eine Sage. Piper, München 1986, ISBN 3-492-03006-8. Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr. Roman. Piper, München/Zürich 1989, ISBN 3-492-11343-5. Der Neffe. Erzählung. Piper, München 1991, ISBN 3-492-03465-9. mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Variationen zu Theophrast. Holzschnitte von Peter Guth. Blei-Verlag Karl Kretschmer, Mosbach 1994. Oskar und Lilli. Roman. Piper, München 1994, ISBN 3-492-03686-4. Kleine Fürstin. Haymon, Innsbruck 1995, ISBN 978-3-7099-7024-9. Wenn der Bräutigam kommt. Roman. Piper, München 1998, ISBN 3-492-03964-2. Mein Mörder. Roman. Piper, München 1999, ISBN 3-492-04184-1. Bestien im Frühling. Stück. Deuticke, Wien 1999, ISBN 3-216-30495-7. Rosie in New York. Illustrationen von Birgitta Heiskel. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2002, ISBN 3-85326-250-3. Rosie in Wien. Illustrationen von Birgitta Heiskel. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2004, ISBN 3-85326-283-X. Tiere allein. Kinderbuch. Illustrationen von Sofie Loeprecht. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3-85252-998-1. Bevor ich schlafen kann. Roman. Deuticke, Wien 2010, ISBN 978-3-552-06142-2. mit Michael Köhlmeier: Rosie und der Urgroßvater. Carl Hanser, München 2010, ISBN 978-3-446-23587-8. Die Bar im Freien. Aus der Unwahrscheinlichkeit der Welt. Deuticke, Wien 2012, ISBN 978-3-552-06190-3. mit Ingrid Puganigg: Zwei Frauen warten auf eine Gelegenheit. Roman. Zsolnay-Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-552-06240-5. Diesmal geht es gut aus. Geschichten. Mit Zeichnungen von Lorenz Helfer. Haymon, Innsbruck 2014, ISBN 978-3-7099-7802-3. Die Welt der Unordnung. Roman. Jung und Jung, Salzburg 2015, ISBN 978-3-99027-073-8. Schau mich an, wenn ich mit dir rede! Jung und Jung, Salzburg/Wien 2017, ISBN 978-3-99027-094-3.. Sendereihe Literarisches Österreich – Vorarlberg. In: Ö1.ORF.at, 3. November 2017. (Eingebundenes Audio: Monika Helfer: „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ Es liest: Silvia Meisterle; 19:39 Min.) Schau mich an, wenn ich mit dir rede! Neuauflage. Kampa, Zürich 2022, ISBN 978-3-311-15048-0. Mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Dreiunddreißig Charaktere. Haymon, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-7099-7269-4. Die Bagage. Roman. Carl Hanser, München 2020, ISBN 978-3-446-26562-2. Vati. Roman. Carl Hanser, München 2021, ISBN 978-3-446-26917-0. Dickerle. Mit Illustrationen von Christoph Abbrederis. Leykam, Graz 2021, ISBN 978-3-7011-8201-5. Löwenherz. Roman. Carl Hanser, 2022, ISBN 978-3-446-27269-9. Bettgeschichten und andere. Kurzgeschichten. Bahoe Books, Wien 2022, ISBN 978-3-903290-71-6. Die Jungfrau. Roman. Carl Hanser, München 2023, ISBN 978-3-446-27789-2. mit Michael Köhlmeier: Mein schwarzer Hund. Bahoe Books, Wien 2024, ISBN 978-3-903478-26-8. Der Stoff. Illustrationen Hanna Zeckau. Residenz Verlag, Salzburg 2024, ISBN 978-3-7017-3607-2 Wie die Welt weiterging. Geschichten für jeden Tag. Carl Hanser, München 2024, ISBN 978-3-446-27750-2. Der Bücherfreund. Erzählung. Illustriert von Kat Menschik. Carl Hanser, München 2025, ISBN 978-3-446-28273-5.

Theaterstücke Die Aufsässige. UA 1992, Theater m.b.H., Wien; Thomas Sessler Verlag, Wien. Bestien im Frühling. UA 1999, Schauspielhaus, Wien (Regie: Thomas Jonigk). Veröffentlicht bei Deuticke, Wien/München 1999, ISBN 3-216-30495-7 (als Manuskript: Thomas Sessler Verlag, Wien). [Exposé zu] Rosie. Thomas Sessler Verlag, Wien. Soll ich denn singend zugrunde gehen? Thomas Sessler Verlag, Wien. Kreuzers Kinder. UA 2010, Theater Kosmos, Bregenz (Regie: Hubert Dragaschnig). Der Frauentourist. UA 2017, Theater Kosmos, Bregenz (Regie: Augustin Jagg). (Thomas Sessler Verlag, Wien.). Praterstern, UA 2025, Sommerspiele Melk, gemeinsam mit Michael Köhlmeier

Lyrik Bitte schick mir eine Droge. Gedichte. Hanser, München 2025, ISBN 978-3-446-28419-7.

Hörspiele Der Zorn des Meisters. (mit Gerold Amann und Michael Köhlmeier), 1979. Tondbandprotokoll. (mit Michael Köhlmeier), 1979. Indische Tempeltänzerin. 1981. Oskar und Lilli. 1994.

Filme Die wilden Kinder. TV-Film. (Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Monika Helfer) mit Christian Berger, Regie: Christian Berger, 1986/86.

Auszeichnungen 1973: Ehrengabe für Kunst und Wissenschaft des Landes Vorarlberg für Literatur 1975: Österreichisches Staatsstipendium für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (BMUK). In: Kunstbericht 1975 des Bundesministers für Unterricht und Kunst III-44 der Beilagen XIV. GP, 13. September 1976. Hauptdokument, S. 32 (PDF; 1.208 KB. Österreichisches Parlament, abgerufen am 3. August 2026). Hier: Österreichische Staatsstipendien für Literatur und bildende Kunst – Österr. Staatsstipendium für Literatur. 1977: Autorenstipendium für die Einführung in die Produktion von Fernsehspielen des BMUK. In: Kunstbericht 1978 des Bundesministers für Unterricht und Kunst III-17 der Beilagen XV. GP, 3. September 1979. Hauptdokument, S. 38 und 47 (PDF; 1.378 KB. Österreichisches Parlament, abgerufen am 3. August 2026). Hier: Buchprämien (S. 38) und Autorenstipendium für die Einführung in die Produktion von Fernsehspielen (S. 47). 1978: Buchprämie des BMUK für Eigentlich bin ich im Schnee geboren 1980: Österreichisches Staatsstipendium für Literatur des BMUK. In: Kunstbericht 1980 des Bundesministers für Unterricht und Kunst III-113 der Beilagen XV. GP, 19. Oktober 1981. Hauptdokument, S. 53 (PDF; 1.240 KB. Österreichisches Parlament, abgerufen am 3. August 2026). Hier: Österreichische Staatsstipendien für Literatur, Bildende Kunst und Kompositionen 1980/81 – Literatur. 1985: Franz-Michael-Felder-Medaille für Verdienste um die Literatur Vorarlbergs1987 gab Monika Helfer die ihr 1985 verliehene Franz-Michael-Felder-Medaille aus Protest gegen die von Natalie Beer, Trägerin der Medaille von 1983, in einem Interview mit Michael Köhlmeier getätigten NS-verherrlichenden Äußerungen, zurück. Vgl.: 1989: Vorarlberger Literaturstipendium 1991: Förderungspreis für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst 1992: Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst 1994: ORF-Hörspielpreis, für Oskar und Lilli 1995: Ehrenpreis des Vorarlberger Buchhandels 1997: Österreichischer Würdigungspreis für Literatur 2003: Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis für Rosie in New York (mit Birgitta Heiskel) 2004: Anerkennungspreis im Rahmen des Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien für Rosie in Wien (mit Birgitta Heiskel) 2010: Kröte des Monats November für Rosie und der Urgroßvater (mit Michael Köhlmeier) 2011: Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis für Rosie und der Urgroßvater (mit Michael Köhlmeier) 2012: Johann-Beer-Literaturpreis, für Die Bar im Freien 2016: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 2017: Nominierung zum Deutschen Buchpreis mit Schau mich an, wenn ich mit dir rede! 2020: Solothurner Literaturpreis, für das Gesamtwerk (wurde wegen der COVID-19-Pandemie erst 2021 verliehen)