Unterrieden ist ein Stadtteil von Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Der Ort ist ein Zentrum des Kirschenanbaugebiets Witzenhausen.

Geographie Unterrieden liegt rund 4,8 km südsüdwestlich des Dreiländerecks Hessen-Niedersachsen-Thüringen und etwa 1,5 km (je Luftlinie) östlich der Witzenhäuser Kernstadt an der Werra. Nördlich erhebt sich der Sandwald (), südostwärts leitet die Landschaft zum Höheberg () über und jenseits der Werra erstrecken sich südlich das Soodener Bergland () mit dem jenseits davon befindlichen Hohen Meißner () und südwestlich bis westlich der Kaufunger Wald ().

Über die Bundesstraßen 27 (Göttingen–Eschwege) und 80 (Hann. Münden–Heilbad Heiligenstadt) ist das Dorf an das übergeordnete Straßennetz angebunden. Über die B 27 ist seit Dezember 2006 die A 38 (Göttingen–Halle (Saale)) erreichbar, von der am nahen Autobahndreieck Drammetal Anbindung an die Bundesautobahn 7 besteht.

Geschichte Ortsgeschichte Jahr Ereignis 856 bis 866 erstmalige Erwähnung in einer Schenkung an das Kloster Corvey als „Ungretun“ 1470 Sittich von Berlepsch übernimmt das Lehen in Unterrieden 1744 Die Familie von Bodenhausen auf dem Arnstein hat sich 2/3 des Unterrieder „Zehnten“ gesichert 1747 Erstmals Gebrauch der heutigen Schreibweise „Unterrieden“ 1872 Fertigstellung der Bahnstrecke der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden 1904 Gründung der Firma Welco zur Zigarrenherstellung 1915 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Eichenberg-Velmeden „Gelstertalbahn“. In Unterrieden wird der Bahnhof eingeweiht. 1935 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Unterrieden 1945 Sprengung der Eisenbahnbrücke über die Werra durch deutsche Truppen am 7. April. Danach Besetzung durch amerikanische Truppen. 1946 Vollständige Ansiedlung der Fa. Grimm & Triepel in Unterrieden, die bereits ab 1933 eine Niederlassung in Unterrieden unterhielt. Die Firma stellte bis zu ihrer Schließung 2016 als einzige in Deutschland Kautabak her. 1948 Erste Kirmesfeier der Gemeinde seit dem letzten Krieg 1959 Gründung der Absatzgenossenschaft Unterrieden eG zur Kirschvermarktung 1960 Bau der Bundesstraße 27 durch die Gemarkung, damit verbunden Flurbereinigung 1971 Im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember freiwillige Eingemeindung in die Stadt Witzenhausen. Für die nach Witzenhausen eingegliederten, ehemals eigenständigen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet. 1989 Einweihung der Rad- und Fußgängerbrücke über die Werra 2005 Beginn des Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen 2006 Dorfjubiläum 1.150 Jahre Unterrieden 2009 Einweihung des neuen Jugendraumes an der Gerhard-Schmidt-Halle und Beginn Umbau der „Alten Schule“ zum Dorfgemeinschaftshaus 2011 Eröffnung des komplett renovierten Dorfgemeinschaftshauses mit Radlerherberge – Trägerverein ist der Unterrieder Kulturverein e. V.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Unterrieden 789 Einwohner. Darunter waren 27 (3,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 125 Einwohner unter 18 Jahren, 333 zwischen 18 und 49, 171 zwischen 50 und 64 und 150 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 318 Haushalten. Davon waren 72 Singlehaushalte, 120 Paare ohne Kinder und 96 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 72 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 207 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1575: 46 Hausgesesse • 1585: 46 Hausgesesse • 1681: 44 Einwohner • 1747: 61 Mannschaften mit 48 Feuerstellen • 1961: 675 evangelische (= 77,94 %), 185 katholische (= 21,35 %) Einwohner

Politik Für Unterrieden besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Unterrieden) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,24 %. Es erhielten die SPD mit 36,88 % drei Sitze, die CDU mit 17,87 % einen Sitz, die Grün-Bunte-Liste-Unterrieden mit 33,6 % zwei Sitze und die „Freie Wählergemeinschaft“ mit 11,61 % einen Sitz. Der Ortsbeirat wählte Harald Ludwig (SPD) zum Ortsvorsteher.

Ansässige Unternehmen Absatzgenossenschaft Unterrieden eG „Witzenhäuser Kirschen“ Bioland Frischgeflügel Roth GbR Fahrenbach GbR Garten- und Landschaftsbau Knofi & so – Witzenhäuser Spezialitäten Transport-Logistik-Pöhlmann Witzenhausen GmbH & Co. KG Tschik's Motorradservice

Im Dezember 2016 wurde Deutschlands letzte Kautabakfabrik Grimm & Triepel Kruse-Kautabak geschlossen.

Persönlichkeiten Arthur Gestering (1874–1959), Bezirksamtsvorstand im Landkreis Ansbach

Literatur 1150 Jahre Unterrieden – Ein Dorf im Wandel der Zeit. Hrsg.: Arbeitskreis Chronik Unterrieden, Druck G. Wollenhaupt, Großalmerode 2006

Einzelnachweise

Weblinks Stadtteil Unterrieden In: Webauftritt der Stadt Witzenhausen.

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